Teil 2 des Interviews mit Physiker Dr. Stephan Baumgartner. Wasserlinsen-Experimente zeigen spezifische Effekte von hochverdünnten Homöopathika.

Von Claus Fritzsche | 28.Januar 2012

Können hoch verdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen? Der wissenschaftliche Mainstream hielt diese Möglichkeit bisher für eher unwahrscheinlich, weil homöopathische Hochpotenzen keine pharmakologisch wirksamen stofflichen Bestandteile der potenzierten Ursubstanz mehr enthalten. Anders der Physiker Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner von der Universität Bern (KIKOM). Er sieht durchaus eine Evidenz dafür, dass es solche Effekte tatsächlich gibt. Seine Forschungsgruppe publizierte 2010 und 2011 Ergebnisse von Experimenten mit Wasserlinsen. In diesen Untersuchungen zeigten Hochpotenzen einen homogenen, statistisch signifikanten und spezifischen Effekt, der in der Kontrollgruppe ausblieb. Im Gespräch mit Dr. med. Michael Teut erläuterte Baumgartner seine Experimente. Das folgende Interview mit Herrn Baumgartner dreht sich um die Frage, wie aussagekräftig die Wasserlinsen-Experimente sind und wie Homöopathie-Grundlagenforscher sicherstellen, dass ihre Messungen objektiv, reproduzierbar und valide sind.

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Wasserlinsen-Experimente zeigen spezifische Effekte von hochverdünnten Homöopathika. Interview mit dem Physiker Dr. Stephan Baumgartner.

Von Claus Fritzsche | 19.Januar 2012

Können hochverdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen? Der wissenschaftliche Mainstream hielt diese Möglichkeit bisher für eher unwahrscheinlich, weil homöopathische Hochpotenzen keine pharmakologisch wirksamen stofflichen Bestandteile der potenzierten Ursubstanz mehr enthalten. Anders der Physiker Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner von der Universität Bern (KIKOM). Er sieht durchaus eine Evidenz dafür, dass es solche Effekte tatsächlich gibt. Seine Forschungsgruppe publizierte 2010 und 2011 Ergebnisse von Experimenten mit Wasserlinsen. In diesen Untersuchungen zeigten Hochpotenzen einen homogenen, statistisch signifikanten und spezifischen Effekt, der in der Kontrollgruppe ausblieb. Im Gespräch mit Dr. med. Michael Teut erläuterte Baumgartner seine Experimente. Das folgende Interview mit Herrn Baumgartner dreht sich um die Frage, wie aussagekräftig die Wasserlinsen-Experimente sind und wie Homöopathie-Grundlagenforscher sicherstellen, dass ihre Messungen objektiv, reproduzierbar und valide sind.

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Rainer Lüdtke – Ein Grußwort zum Abschied und Wünsche für den Weg

Von Prof. Harald Walach | 12.Dezember 2011


Es muss im Sommer 1993 gewesen sein, als ich Rainer Lüdtke zum ersten Mal begegnet bin, vielleicht auch ein Jahr früher. Er hatte gerade als Statistiker bei der Carstens-Stiftung angeheuert. Ich hatte gerade meine Promotionsarbeit publiziert, eine experimentelle homöopathische Arzneimittelprüfung mit allen Schikanen, die mir damals eingefallen sind: doppelt verblindet, placebo-kontrolliert, mit Crossover und Baseline und Tagebuch für ein kategoriales Symptomensammelsystem, das idealerweise noch für viele andere Prüfungen herhalten sollte.

Die Studierenden des Wilseder Forums, einer Studentenorganisation, die die Carstens-Stiftung ins Leben gerufen hatte, hatten mich eingeladen in irgendein Kaff in der Lüneburger Heide. Das Taxi setzte mich am Rande des Schutzgebietes ab und ich stapfte ein paar Kilometer durch den Regen zum Tagungshaus, zwischendurch ernsthaft an meiner Mission zweifelnd. Diese Zweifel wurden durch Rainer Lüdtkes methodisch-statistische Kommentare zu meiner Arbeit nicht gerade gelindert. Ich kann mich an die Einzelheiten nicht mehr erinnern. Mir wurden nur damals Zusammenhänge klar, die mir in einer Fülle von methodischen Beratungen durch Methodiker, Statistiker, Berater und auch meine eigene nicht gerade sparsame Lektüre von methodisch-statistischer Literatur verborgen geblieben waren.
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Heilerfolge in Homöopathie und Schulmedizin. Unterschiedliche Paradigmen erschweren Vergleich.

Von Andra Dattler | 28.November 2011

Wenn Fachleute die Wirkung der Homöopathie diskutieren, wird immer wieder gefragt: „Wo sind die Heilerfolge?“. Aber ein homöopathischer Heilerfolg sieht in der Praxis manchmal ganz anders aus als ein schulmedizinischer. Die Schulmedizin betrachtet Krankheiten – die Homöopathie betrachtet Menschen.

Foto: ©iStockphoto.com/Brian Jackson
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Komplementärmedizin in Österreich: CAM Media.Watch-Interview mit Dr. Sophie Karmasin

Von DZVhÄ Homöopathie.Blog | 22.November 2011

67 Prozent der Österreicher haben eine positive Einstellung zu komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden. Diese positive Einstellung „lässt sich bei vielen Österreichern als Resultat einer differenzierten und wohlüberlegten Betrachtung interpretieren“, sagte die Motivforscherin Dr. Sophie Karmasin in einem Interview mit dem Blog CAM Media.Watch.

Grafik: © Marco Birn – Fotolia.com
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Piratenpartei zur Homöopathie: Umfrage und engagierte Diskussion im Webforum der Partei.

Von Bjoern Bendig | 14.November 2011

Die Piratenpartei ist nach ihrem eindrucksvollen Wahlergebnis von 8,9 Prozent bei der Berliner Landtagswahl bundesweit bekannt und wird bereits jetzt als durchaus respektable politische Kraft eingeschätzt. Die Partei mit dem jüngsten Altersdurchschnitt in der Bundesrepublik Deutschland steht für ein grundsätzlich anderes Konzept von Politik, in dem Transparenz von zentraler Bedeutung ist: Dem Konzept des „gläsernen Menschen“ setzt die Piratenpartei die Forderung nach einem „gläsernen Staat“ entgegen. „Um dies zu erreichen, müssen neue Wege gefunden werden, die der aktuellen Situation gerecht werden. Ein Weg besteht darin, mehr direktdemokratische Einflussmöglichkeiten auf die Politik durch den Bürger zu schaffen“, schreibt die Piratenpartei auf ihrer Homepage. Digitale Technologie und Kommunikationsmittel spielen dabei eine entscheidende Rolle.

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Kind stirbt an Lungenentzündung – homöopathische Ärzte warnen vor Selbstbehandlung (→ Italien)

Von DZVhÄ Homöopathie.Blog | 31.Oktober 2011

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) warnt vor der Selbstbehandlung schwerwiegender Erkrankungen. In Italien starb am vergangenen Donnerstag ein Kleinkind an einer Lungenentzündung, das laut der Zeitung „La Republica“ ausschließlich von seinen Eltern homöopathisch behandelt worden war. Neben der Lungenentzündung litt der Junge an einer Gastroenteritis.

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Wegweisend: „Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“ von Prof. Lorenz Fischer und Dr. med. Elmar T. Peuker

Von Claus Fritzsche | 27.Oktober 2011

„Schmerztherapie auf dem aktuellsten Stand mit den neuesten Erkenntnissen der Grundlagenforschung! Lernen Sie die relevanten schulmedizinischen und integrativen Verfahren kennen und verstehen. Die Methoden sind zur direkten Umsetzung in die tägliche Praxis geeignet.“ Mit diesen Worten informiert der Haug-Verlag über ein neues Fachbuch, das zum Standardwerk der Schmerztherapie werden könnte. In ihrem „Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“ haben Prof. Lorenz Fischer und Dr. med. Elmar T. Peuker wichtige Vertreter der konventionellen Schmerztherapie aber auch komplementärer Verfahren wie z. B. Akupunktur, Neuraltherapie, Homöopathie, Manuelle Therapie etc. in einem Buch vereint. Wann immer möglich, basieren die Empfehlungen auf wissenschaftlich gesicherten Daten. „Unser integrativer Ansatz soll dem Wohle der uns anvertrauten Patienten dienen“, erklären die beiden Herausgeber Prof. Lorenz Fischer und Dr. med. Elmar T. Peuker. „Mit dem Buch möchten wir die Informationsdefizite zwischen den mit Diagnose und Therapie betrauten Disziplinen abbauen sowie ein übergreifendes schmerztherapeutisches Verständnis im Sinne eines Behandlungsteams fördern“, so die Experten.

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Komplementär- und Alternativmedizin in Europa – gemeinsame Forschung für die Homöopathie (→ CAM)

Von Cornelia Bajic | 14.Oktober 2011


Die Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) setzt ihren positiven Trend in Europa fort. Nach einer Umfrage (1) gaben 65 Prozent der europäischen Bevölkerung an, dass sie diese Form der Medizin in Anspruch genommen haben. Als Hauptgrund wurden der ganzheitliche Ansatz, die Wirksamkeit und die Tatsache genannt, dass die CAM den Schwerpunkt primär auf die Förderung der Gesundheit und nicht auf das Management der Krankheitssymptome legt.

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Pharma gegen Meinungsfreiheit? Boirons hausgemachte PR-Krise.

Von Bjoern Bendig | 27.September 2011


Im Juli dieses Jahres veröffentlichte der italienische Blogger Samuele Riva in zwei Artikeln seines Blogs (www.blogzero.it) kritische Inhalte zur Homöopathie. In den Beiträgen mit dem Titel „Homöopathie – Mythen und Legenden“ berichtete Riva, dass die französische Firma Boiron, weltweit der größte Hersteller homöopathischer Arzneien, ein Präparat namens oscillococcinum® gegen Grippe vermarktet, das kein pharmakologisch wirksames Molekül der Urtinktur enthalte. Grundsätzlich ist das nichts Neues – bei allen homöopathischen Arzneien ab einer Potenz von D23 ist das der Fall. Eine Abbildung des Produkts versah Samuele Riva mit dem Untertitel: „Verletzt ernsthaft die Intelligenz derer, die es kaufen.“ Für Blogger nicht unüblich, schmückte Riva seine Ausführungen mit „plakativen“ Formulierungen und der falschen Tatsachenbehauptung, dass es keinen wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit der Homöopathie gebe. Boiron drohte dem Blogger, nachdem der Versuch eines persönlichen Gesprächs gescheitert war, mit einer Klage wegen Verleumdung.

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Ärztliche Intuition als professionelle Entscheidungshilfe. „Wir wissen mehr, als wir sagen können“.

Von Dr. Andreas Zeuch | 13.September 2011


Am 12. Juni 2011 erschien in diesem Blog ein Artikel über die Rolle des Wissens bei ärztlichen Leitlinien. Die Autorin Cornelia Bajic zitierte die Ergebnisse einer repräsentativen Studie, derzufolge Wissen einen überraschend kleinen Einfluss auf die Umsetzung von Leitlininen habe. Zur Erinnerung nochmals kurz die Ergebnisse in verdichteter Form.

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Video: Homöopathie an einer Uniklinik. Interview mit Dr. med. Sigrid Kruse vom Dr. von Haunerschen Kinderspital.

Von Christoph Trapp | 31.August 2011

Das Modellprojekt „Homöopathie in der Pädiatrie“ wurde 1995 gegründet und ist bis heute einzigartig an einer Universitäts-Kinderklinik in Deutschland. Vorrangige Ziele dieses zu Beginn von der Carstens-Stiftung und heute u.a. von der AOK und Techniker Krankenkasse finanzierten Projekts: 1. Integration der Homöopathie in das Dr. von Hauner’sche Kinderspital in München. 2. Durchführung wissenschaftlicher Studien. HomoeopathieTV interviewte kürzlich Dr. med. Sigrid Kruse, die das Modellprojekt initiierte und es bis heute betreut.
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Das Blog CAM Media.Watch: „Viele Wahrheiten“ in der Wissenschaft. – Sechs Perspektiven zum aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung.

Von Bjoern Bendig | 16.August 2011

„Komplementärmedizin in den Medien, kritisch rezensiert“, so lautet das Motto des neuen Weblogs CAM Media.Watch, das sich Wissenschafts-Kommunikation auf die Fahnen geschrieben hat. Gleich in einem der ersten Beiträge widmet sich Initiator Claus Fritzsche der spannenden Frage, wie Journalisten ein Thema erschließen können, welches kontrovers diskutiert wird und zu dem es innerhalb der Scientific Community mehr als nur eine Sichtweise gibt. Besonders interessant ist in diesem Kontext ein Artikel des Fachjournalisten Stefan Riedl. Riedl rät Journalisten dazu, nicht über Wahrheit und Unwahrheit zu richten und stattdessen die Kontroverse selbst zu thematisieren.


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Homöopathie auf dem Prüfstand: Forschung, Praxis und Akzeptanz der Homöopathie in Deutschland – Ein Überblick.

Von Bjoern Bendig | 9.Juli 2011


Die Homöopathie ist umstritten und ihr Leitmotiv, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen, polarisiert die Gemüter. Derzeit findet auch in zahlreichen fachfremden Medien eine Debatte um den wissenschaftlichen Wert der Homöopathie statt. Im Fokus steht dabei meist nicht der Nutzen, den Patienten von der Anwendung homöopathischer Arzneien haben, sondern die Frage nach der Konsistenz des wissenschaftlichen Erklärungsmodells.

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1. Grüner Ärztetag betonte auch die Bedeutung der Komplementärmedizin (→ Bündnis 90/Die Grünen)

Von Bjoern Bendig | 30.Juni 2011

„Wer in unserem Gesundheitswesen verändern will, wird das nicht ohne und schon gar nicht gegen die Ärzteschaft machen können“. Mit diesen Worten begrüßte Jürgen Trittin am 14. Mai die Besucher des ersten „Grünen Ärztetags“ in Berlin. Die von den Medien kaum beachtete Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen entpuppte sich als hochkarätig besetzte Fachtagung, die das sich schnell wandelnde ärztliche Berufsbild beleuchtete.
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Alles Placebo in der Schulmedizin? Interview mit Prof. Dr. Stefan Schmidt von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt Oder (→ IntraG)

Von Claus Fritzsche | 14.Juni 2011

Seit ihren Anfängen zu Beginn der Neunzigerjahre entwickelt sich die moderne Placeboforschung immer mehr zu einem Medizinkrimi der Extraklasse. Sie zeigt uns, dass die etablierten Evidenzkriterien und Evidenzhierarchien reformbedürftig sind, weil starke Placeboeffekte fälschlicherweise dem Verumeffekt zugeschrieben werden. Und zwar in einem teils verblüffend großen Umfang. Umgekehrt wird der therapeutische Nutzen komplementärmedizinischer Therapieverfahren zu schnell und sinnentstellend mit dem Vorwurf „Alles Placebo – also Betrug“ umschrieben. Aus der neuesten Placeboforschung wissen wir nun, dass es hier nicht um eine „eingebildete Wirkung“ sondern um hirnphysiologisch und hirnanatomisch lokalisierbare Prozesse geht. Diese lassen sich im Gehirn, im Rückenmark und in der Physiologie des Körpers nachweisen. Laut Prof. Dr. Stefan Schmidt von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) stehen sie der Wirkweise pharmakologischer Interventionen in nichts nach, nur dass sie komplett ohne pharmakologische Nebenwirkungen auskommen und wahrscheinlich auch ohne Täuschung zu haben sind. Prof. Dr. Schmidt hält die Wortwahl Placeboeffekt für missverständlich, da das Placebo selbst für den Effekt nicht verantwortlich ist und es hier vielmehr um die „Stimulation körpereigener Heilungsprozesse“ geht.
Abbildung: Eine medizinische Intervention mit geringer spezifischer Wirksamkeit (ergo: niedriger Evidenz) kann einer Therapie mit hoher spezifischer Wirksamkeit (ergo: hoher Evidenz) überlegen sein, wenn sie die körpereigenen Heilungsprozesse über unspezifische Faktoren stärker stimuliert. Weitere Informationen: → Wirksamkeitsparadox
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Medizinische Leitlinien: Wissen hat möglicherweise wenig Einfluss auf die ärztliche Leitlinienumsetzung

Von Cornelia Bajic | 12.Juni 2011


Medizinische Leitlinien gelten als wichtiges Instrument, um die Versorgungsqualität von Patienten qualitativ und ökonomisch zu verbessern. Zahlreiche Studien weisen allerdings darauf hin, dass es bei der ärztlichen Umsetzung von Leitlinien noch hapert. Lässt sich dieses Defizit durch eine aktivere Vermittlung von Leitlinienwissen beheben? Glaubt man der im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten explorativen Studie „Ärztliches Leitlinienwissen und die Leitliniennähe hausärztlicher Therapien“ (1), so hängt die korrekte Umsetzung von medizinischen Leitlinien möglicherweise nicht vom Wissen über entsprechende Handlungs- und Entscheidungsempfehlungen ab. Ute Karbach, Ingrid Schubert, Jens Hagemeister, Nicole Ernstmann, Holger Pfaff und Hans-Wilhelm Höpp untersuchten die Umsetzung kardiovaskulärer Leitlinien in der hausärztlichen Praxis – mit interessanten Ergebnissen: Nur 40 Prozent der 437 an der Studie teilnehmenden Ärzte verfügten „definitionsgemäß über eine adäquate Leitlinienkenntnis“. Trotzdem setzten Ärzte mit und ohne Leitlinienwissen die Empfehlungen in 12 von 16 Indikatoren nahezu gleich um. Vier Indikatoren wurden von Ärzten ohne „adäquate Leitlinienkenntnis“ sogar zu einem höheren Anteil erfüllt. Führen demnach viele Wege nach Rom – neben Leitlinienwissen auch ärztliche Qualifikation, Erfahrung und Intuition?
Ärztliches Leitlinienwissen und die Leitliniennähe hausärztlicher Therapien - Eine explorative Studie am Beispiel kardiovaskulärer Erkrankungen
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Homöopathie, SPIEGEL TV und Boulevardjournalismus

Von Cornelia Bajic | 12.Mai 2011

O-Ton SPIEGEL TV: „Es darf sein, es ist in Ordnung, es geht, und wir könnten jetzt auch anders anfangen, …, wir könnten es auch hier machen, und deswegen machen wir es jetzt hier so…“

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Der Physiker Dr. Stephan Baumgartner zur Grundlagenforschung in der Homöopathie. Interview im Weblog „Informationen zur Homöopathie“.

Von Curt Kösters | 11.Mai 2011

Handelt es sich bei der Homöopathie um eine verdeckte, aber hochwirksame Psychotherapie? Oder können homöopathische Präparate spezifische Medikamenteneffekte ausüben oder Reaktionen auslösen, welche über den Placeboeffekt hinausgehen? Mit dieser Frage beschäftigen sich zwei Personen schon seit vielen Jahren. Physiker Prof. Dr. Martin Lambeck konstatiert große Wissenslücken der heutigen Wissenschaft, sollte Letzteres der Fall sein (→ „Irrt die Physik?“). Physiker Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner, seit 1996 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Grundlagenforschung im Institut Hiscia, Verein für Krebsforschung, Arlesheim, sowie an der Kollegialen Instanz für Komplementärmedizin (KIKOM) der Universität Bern, findet die Frage so spannend, dass er sie aktiv erforscht. Am 04.11.2010 und am 07.03.2011 veröffentlichte Dr. Stephan Baumgartner gemeinsam mit Forscherkollegen zwei interessante Publikation zu Experimenten mit Wasserlinsen und Hefe (1, 2). Erstmals wurden zwei verschiedene Organismen (Bioassays) daraufhin getestet, wie sie auf homöopathische Präparate reagieren. Die Experimente von Baumgartners Arbeitsgruppe stützen deutlich die Hypothese, dass homöopathische Arzneimittel spezifisch wirken. Dr. med. Michael Teut nahm die Veröffentlichung zum Anlass für ein Interview mit Dr. Stephan Baumgartner, nachzulesen im Blog „Informationen zur Homöopathie“.

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Politiker & Komplementärmedizin: Überraschende Offenheit von FDP, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE für mehr Forschungsförderung.

Von Claus Fritzsche | 27.April 2011

Am 6. April fanden in Berlin die 6. Komplementärmedizinischen Gespräche statt und endeten mit einer echten Überraschung. Die von DAMiD und der Hufelandgesellschaft durchgeführte wissenschaftliche Fachtagung gilt inzwischen als wichtigster Ort der Begegnung zwischen Politik und Experten aus dem Bereich der Komplementärmedizin. Im politischen Bewusstsein zu Forschungsfragen spielen die (in Fachkreisen auch mit dem Kürzel „CAM“ bzw. Complementary and Alternative Medicine umschriebenen) Therapieverfahren bisher allerdings keine Rolle. Nur BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzte sich 2008 in einem Fachgespräch professionell mit CAM-Forschung auseinander. Alle anderen Parteien zeichnen sich hingegen primär durch Unkenntnis, Desinteresse und Sonntagsreden vor Wahlen aus, so zumindest mein persönlicher Eindruck. Beobachter werten es daher als Überraschung, dass René Röspel (SPD), Dr. Peter Röhlinger (FDP), Birgitt Bender (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und Dr. Petra Sitte (DIE LINKE) ihre Ankündigung während des Berliner Symposiums wahr machten und das Thema „CAM“ schon am 7. April – d.h. nur einen Tag später – erstmalig in die Bundestags-Diskussion (1, 2, 3) zum „Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung“ einbrachten.
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