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	<title>DZVhÄ Homöopathie.Blog</title>
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	<description>Das Blog des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)</description>
	<lastBuildDate>Tue, 15 May 2012 13:34:12 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Homöopathie in der Schmerztherapie. Interview mit Dr. med. Klaus Zak.</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 13:22:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DZVhÄ Homöopathie.Blog</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie-Praxis]]></category>

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		<description><![CDATA[„Sackgasse Schmerzmittel: Millionen leiden an Schmerzen – und an den Medikamenten dagegen“. So lautet die Überschrift eines Beitrags von Björn Bendig, den das Fachmagazin „Die Naturheilkunde“ in seiner Februar-Ausgabe 2012 zum Titelthema „Schmerzen und Reizzustände“ publizierte. Das Blog CAM Media.Watch hat soeben einen digitalen „Reprint“ dieses Artikels veröffentlicht. Ein begleitendes Interview mit Dr. med. Klaus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Sackgasse Schmerzmittel: Millionen leiden an Schmerzen – und an den Medikamenten dagegen“. So lautet die Überschrift eines Beitrags von Björn Bendig, den das Fachmagazin „Die Naturheilkunde“ in seiner Februar-Ausgabe 2012 zum <a href="http://www.forum-medizin.de/article/6169" target="_blank">Titelthema „Schmerzen und Reizzustände“</a> publizierte. Das Blog CAM Media.Watch hat soeben einen <a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=6953" target="_blank">digitalen „Reprint“ dieses Artikels</a> veröffentlicht. Ein begleitendes Interview mit Dr. med. Klaus Zak, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und homöopathischer Arzt, geht folgender Frage nach: <span style="color: #993300;">Wodurch unterscheidet sich das Vorgehen homöopathischer Ärzte von dem konventioneller Mediziner bei der Behandlung von Schmerzpatienten?</span> Dr. med. Zak betrachtet die homöopathische Schmerztherapie als wichtige Ergänzung einer umfassenden Vorgehensweise, die ein <a href="http://www.cochrane.de/de/ebm" target="_blank">EbM-konformes</a> Vorgehen und eine <a href="http://www.osteopathie.de/de-osteopathie.html" target="_blank">osteopathische</a> Behandlung beinhaltet, um neben körperlichen auch geistige und psychische Faktoren zu berücksichtigen.</strong><br />
<a href="http://www.forum-medizin.de/article/6169" target="_blank"><img class="alignnone" title="Homöopathie in der Schmerztherapie. Interview mit Dr. med. Klaus Zak." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/134_Die_Naturheilkunde_2-2012_Schmerzen.jpg" alt="" width="376" height="429" /></a><br />
<span id="more-4631"></span></p>
<h2>Interview mit Dr. med. Klaus Zak</h2>
<p><strong>Herr Dr. Zak, die Behandlung von Schmerzpatienten mit Analgetika ist mit erheblichen Risiken verbunden – gerade bei chronischen Schmerzen. Bietet die Homöopathie dazu eine Alternative?</strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Dr. med. Klaus Zak:</strong></span> Aus Sicht der Homöopathie muss die Indikation zu einer Therapie stimmen. Wenn aus Sicht des Patienten und des homöopathischen Arztes die Homöopathie bei einer chronischen Krankheit die sinnvollste Behandlungsmöglichkeit darstellt, können wir nicht von einer ‚alternativen Behandlung’ sprechen. Homöopathie ist dann notwendig und folgerichtig. Die Konditionen des Patienten, Fähigkeiten des Therapeuten, die aktuelle Situation und die Gegebenheiten des Falles zeigen dann an, dass die Homöopathie die sinnvolle und kurative Wahl für das Wohl des Patienten ist.</p>
<p><strong>Wie unterscheidet sich das Vorgehen eines homöopathischen Arztes gegenüber dem eines konventionellen Mediziners bei der Behandlung eines Schmerzpatienten?</strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Dr. med. Klaus Zak:</strong></span> Kurz gesagt sieht die <em>konventionelle Medizin</em> ausschließlich das <span style="color: #7d7d7d;"><strong>körperliche „Symptomgeschehen“</strong></span> und die konventionelle Therapie dagegen. Der <em>ganzheitlich-homöopathische Arzt</em> sieht dagegen alles: die <span style="color: #993300;"><strong>geistigen</strong></span>, <span style="color: #993300;"><strong>psychischen</strong></span> und die <span style="color: #993300;"><strong>körperlich-materiellen Gegebenheiten</strong></span>. Was ist die Ursache der Beschwerden – ein psychisches Trauma, ein Infekt? Und unter welchen Bedingungen verbessern oder verschlechtern sie sich? Ziel ist es, das für den Patienten individuell passende homöopathische Mittel zu finden. Und braucht der Patient zur Heilung neben der Homöopathie auch eine materielle Behandlung wie beispielsweise die Osteopathie? Ein ganzheitlich arbeitender Schmerztherapeut macht von diesen Möglichkeiten Gebrauch.</p>
<p><strong>Patienten mit starken Schmerzen befinden sich in einer Extremsituation. Welche besonderen Anforderungen stellt das an den homöopathischen Arzt?</strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Dr. med. Klaus Zak:</strong></span> Der Arzt muss die Maßnahmen ergreifen, die im konkreten Fall sofort erforderlich sind, und dann möglichst effizient das Schmerzgeschehen – nehmen wir eine Schulterverrenkung – beseitigen. Je umfassender der Arzt ausgebildet ist, umso umfassender ist selbstverständlich das Spektrum seiner Behandlungsvariabilität. Im Optimalfall ist er <em>Homöopath</em>, <em>Osteopath</em>, <em>Unfallarzt</em>, <em>Orthopäde </em>und <em>Manualtherapeut</em>. Bleiben wir bei einer Schulterverrenkung, so heißt das: erste Schmerzbekämpfung, Diagnostik, Reposition, Röntgen und im Anschluss Homöopathie, Physiotherapie und Osteopathie.</p>
<p><strong>Kann Homöopathie auch als ergänzende Maßnahme angewendet werden?</strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Dr. med. Klaus Zak:</strong></span> Es gilt bei fast jeder chronischen Schmerzkrankheit, dass sie Folgendes erfordert: erstens die medizinisch korrekte <em>Behandlung nach der evidenzbasierten Medizin</em> (EbM), zweitens eine <em>osteopathische Behandlung</em>, da die chronische Schmerzkrankheit den Körper betrifft. Und drittens die <em>Homöopathie</em>, die auch die geistige und psychische Ebene des Patienten mit einschließt. Insgesamt kann der Homöopath sehr oft helfen, wenn die genannten Bedingungen es ermöglichen und die Schulbehandlung „am Ende“ ist.</p>
<p><strong>In welchen Bereichen haben Sie die Homöopathie bereits erfolgreich zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt?</strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Dr. med. Klaus Zak:</strong></span> Es gab für mich als Schmerztherapeut fast immer eine Chance, die Homöopathie erfolgreich einzusetzen: von Postoperativen- oder Unfall-Sofortgaben von Arnica über Bisswunden, Stichverletzungen – also akuten Befunden von Kopf bis Fuß – Frakturen, subakute Situationen nach Zahnextraktionen, Kopfschmerz nach alten Prellungen, Folgen von Halsschmerz nach Mandelentzündungen, chronischen Narbenschmerzen der Wirbelsäule oder Schmerzen nach gynäkologisch-endoskopischen Eingriffen bis hin zu Fistelschmerz nach alten Beinbrüchen. Kurzum: <span style="color: #000000;">Die Homöopathie ist oftmals das letzte Ass im Ärmel.</span></p>
<p><strong>Gibt es Studien oder Kasuistiken, die die Wirksamkeit der Homöopathie zur Schmerzlinderung belegen?</strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Dr. med. Klaus Zak:</strong></span> Ich selbst habe eine Veröffentlichung über die Gabe von <em>Arnica</em> nach Operationen mit einem positiven Ergebnis gemacht <a href="http://www.drdrklauszak.de/pdf/artikel_zak-hom-op%202005-04-22.pdf" target="_blank">(3)</a>. Inzwischen nahmen über 1.200 Patienten an dieser Untersuchung teil. Die operativen Eingriffe betrafen das Gesamtspektrum der orthopädischen Chirurgie bis hin zu Großeingriffen der Endoprothetik. Einige zentrale Ergebnisse waren: Es kam bei keinem Patienten zu einer <em>Blutung</em>, und es kam bei keinem Patienten zu einer <em>Infektion </em>mit dem Erfordernis weiterer chirurgischer oder medikamentöser Maßnahmen. Jeder zweite Patient konnte vollkommen auf Schmerzmedikamente verzichten. Nebenwirkungen der homöopathischen Arzneimittelgabe konnten wir nicht feststellen. Die Gabe von Arnica oder anderen passenden homöopathischen Mitteln gehört bei uns seit dem zum postoperativen Standardverfahren. Weitere ergänzende Methoden sind in Testung. Dazu gehört auch die MMS-Behandlung mit Grundlagenforschungen in Kooperation mit interdisziplinären Kollegen aus Österreich.</p>
<p><strong>Und was tun Sie selbst, wenn Sie Kopf- oder Rückenschmerzen haben? </strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Dr. med. Klaus Zak:</strong></span> In den meisten Fällen nutze ich die osteopathische und homöopathische Behandlung. Zuletzt habe ich auch einmal die Akupunktur ausprobiert.<br />
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<span style="color: #808080;"><em>Das Interview führte Björn Bendig. Es wurde ursprünglich in der Fachzeitschrift<a href="http://www.forum-medizin.de/article/6169" target="_blank"> „Die Naturheilkunde“ (2/2012) </a>veröffentlicht.</em></span><br />
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<h2>Literatur:</h2>
<p><strong>(3)</strong> online verfügbar:<a href="http://www.drdrklauszak.de/pdf/artikel_zak-hom-op%202005-04-22.pdf" target="_blank"> www.drdrklauszak.de/pdf/artikel_zak-hom-op%202005-04-22.pdf</a><br />
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<h2>Links zum Thema:</h2>
<p><a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3580" target="_self"><strong>„Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“ von Prof. Lorenz Fischer und Dr. med. Elmar T. Peuker</strong></a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong><span style="color: #ff0000;">Leseproben</span> <a href="http://www.neuraltherapie-blog.de/?p=5199" target="_blank">aus dem „Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“ von Prof. Lorenz Fischer und Dr. med. Elmar T. Peuker</a></strong><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<a href="http://www.neuraltherapie-blog.de/?p=3683" target="_blank"><strong>Placeboeffekte in der Medizin: evidente hirnphysiologisch und hirnanatomisch lokalisierbare Prozesse.</strong> Interview mit Prof. Dr. Stefan Schmidt, Neuraltherapie.Blog, 05.06.2011</a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
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		<title>ZEIT Wissen: Max Rauner glänzt mit Halbwissen über Edzard Ernst und die Homöopathie &#8211; kleiner Faktencheck</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 06:55:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DZVhÄ Homöopathie.Blog</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Edzard Ernst]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie in den Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Journalismus lebt von guten Geschichten. Max Rauner, Redakteur des Magazins ZEIT Wissen, hat eine unterhaltsame Geschichte geschrieben: Unter dem Titel „Edzard gegen Charles“ beschrieb er den Streit zwischen „dem Professor und dem Prinzen“ zum Thema Homöopathie. Dabei wird Edzard Ernst, Professor für Alternativmedizin der Universität Exeter im Ruhestand, als herausragende Kapazität in Sachen Komplementärmedizin und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Journalismus lebt von guten Geschichten. <a href="http://community.zeit.de/user/max-rauner" target="_blank">Max Rauner</a>, Redakteur des Magazins ZEIT Wissen, hat eine unterhaltsame Geschichte geschrieben: Unter dem Titel <a href="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/01/Portrait-Ezard-Ernst" target="_blank">„Edzard gegen Charles“</a> beschrieb er den Streit zwischen „dem Professor und dem Prinzen“ zum Thema Homöopathie. <span style="color: #993300;">Dabei wird Edzard Ernst</span>,<span style="color: #993300;"> Professor für Alternativmedizin </span></strong><span style="color: #993300;"><strong>der Universität Exeter </strong></span><strong><span style="color: #993300;">im Ruhestand,</span> <span style="color: #993300;">als herausragende Kapazität in Sachen Komplementärmedizin und insbesondere Homöopathieforschung dargestellt</span>, der Prinz Charles – einen der prominentesten Befürworter der Homöopathie – attackiert. Die wissenschaftliche „Wahrheit“ auf Seiten des Professors, so der Tenor. Ernst wolle zeigen, „dass sich die Alternativmedizin mit wissenschaftlichen Methoden erforschen lässt, und zwar selbst so eine individualisierte und bizarre Behandlung wie die Homöopathie“, erklärt Rauner.</strong><br />
<a href="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/01/Portrait-Ezard-Ernst" target="_blank"><img class="alignnone" title="ZEIT Wissen: Max Rauner glänzt mit Halbwissen über Edzard Ernst und die Homöopathie – kleiner Faktencheck" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/132_ZEIT_WISSEN_Max_Rauner_Edzard_Ernst.jpg" alt="" width="418" height="308" /></a><br />
<span id="more-4484"></span></p>
<h2>Recherche gefällig, Herr Rauner?</h2>
<p>Eine sorgfältig durchgeführte Recherche ist laut Journalistenverbänden die Grundlage jedes seriösen Qualitätsjournalismus. Recherchiert man die wissenschaftliche Reputation von Prof. Edzard Ernst zum Thema Homöopathie, so wird deutlich: Experten wie z. B.<em> Shang et al. </em>(2005) konnten <span style="color: #993300;"><strong>nicht eine einzige qualitativ hochwertige Studie zur Homöopathie</strong></span> finden, die Edzard Ernst durchgeführt und publiziert hat – <em>Primärforschung</em> Fehlanzeige. Stattdessen hat Herr Ernst zahlreiche <em>systematische Übersichtsarbeiten</em> verfasst, sogenannte Reviews, die Ergebnisse anderer Studien zusammenfassen sollen. Auch Ernsts Reviews besitzen jedoch – laut Forscher-Kollegen – eine <span style="color: #993300;"><strong>fragwürdige Qualität</strong></span>. Mehr dazu weiter unten.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>„Subjektive Beobachtungen“</h2>
<p>Die Pressestelle des <em>Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)</em> hat Max Rauner mit Ergebnissen eines „kleinen Faktenchecks“ konfrontiert und nachgefragt, auf welcher Grundlage das Magazin <em>ZEIT Wissen</em> <span style="color: #993300;"><strong>Herrn Ernst als alleinigen Kronzeugen zur Homöopathie-Forschung</strong></span> heranzieht – und dessen Thesen als aktuellen Stand der Forschung in der Komplementärmedizin stehen lässt, ohne sie einzuordnen. <span style="color: #993300;"><strong>Wäre nicht genau dieses Einordnen die Aufgabe eines Wissenschaftsmagazins?</strong></span> Sämtliche ihm gestellte Sachfragen ignorierend schreibt Rauner als Begründung für sein journalistisches Vorgehen: <span style="color: #333399;"><em>„Bei meinem Artikel in ZEIT Wissen handelt es sich um die journalistische Stilform eines Portraits.“</em></span> Auf die Nachfrage, ob ein Porträt für ihn also eine „Hofberichterstattung“ für den Porträtierten bedeute, oder ob die Tatsachenbehauptungen des Porträtierten vor dem Hintergrund einer journalistischen Recherche geprüft und eingeordnet werden müssen, antwortet Rauner: <span style="color: #333399;"><em>„Die Portraits, die ich schreibe, beruhen immer auf <strong>subjektiven Beobachtungen</strong>“</em></span>, und lässt wissen, <span style="color: #333399;"><em>„bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich nicht über Fragen zum Journalismus diskutieren möchte.“</em></span></p>
<p><strong>Ob er Professor Ernst für eine „Kapazität auf dem Gebiet der Homöopathieforschung“ halte? Diese wichtige Frage wollte der Wissenschaftsjournalist, nachdem er mit den Fakten konfrontiert wurde, nicht mehr positiv beantworten. Max Rauners Argument, es handele sich um ein Porträt, entbindet ihn nicht von sachlicher Kritik, der Sorgfaltspflicht in Hinblick auf Recherche und Tatsachenbehauptungen oder der von Journalistenverbänden immer wieder geforderten „nötigen Distanz“ zwischen Berichterstatter und Personen, über die berichtet wird.</strong><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Konkret: Wie steht es mit Edzard Ernst in Bezug auf Primärforschung zur Homöopathie?</h2>
<p>Die <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16125589" target="_blank">Meta-Analyse von Shang et al. (2005)</a> gilt in der Homöopathie-Forschung als die aktuellste wissenschaftliche Übersichtsarbeit zur Frage, ob homöopathische Arzneimittel einen über Placebo hinausgehenden spezifischen Effekt haben. Sie fasst den diesbezüglichen Stand der Primärforschung zusammen. Als Grundlage wurden zunächst 110 randomisierte und placebokontrollierte Studien von den Forschern gesichtet und bewertet. Der Beitrag von Edzard Ernst: Insgesamt befand sich unter den Studien <span style="color: #993300;"><strong>nur eine einzige Arbeit, die von Edzard Ernst und seiner Arbeitsgruppe stammte</strong></span> (1). Diese Arbeit zeigt übrigens ein leicht positives Ergebnis für die Homöopathie. Trotzdem fand die Studie keinen Eingang in den Analysekorpus von Shang und wurde aussortiert. Die Begründung: <span style="color: #993300;"><strong>Ausschluss aufgrund mangelnder methodischer Qualität.</strong></span></p>
<p>Dies ist nur<em> ein</em> interessanter Sachverhalt, der im Kontext des Artikels relevant ist, von Max Rauner jedoch übergangen wird. Darüber hinaus geht Rauner mit keinem Wort darauf ein, welche Meinung Forscher bzw. Kollegen von Edzard Ernst, seiner wissenschaftlichen Arbeit und seinen in den Medien verbreiteten Darstellungen haben. Das ist erstaunlich, weil die Reputation eines Wissenschaftlers nicht daran zu messen ist, wie viele „Hassmails“ er nach eigenen Angaben von Homöopathen erhält, sondern wie hoch qualifizierte Kollegen seine wissenschaftliche Arbeit einschätzen.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Und wie sind Ernsts systematische Übersichtsarbeiten zu bewerten?</h2>
<p>Der Medizinforscher <span style="color: #993300;"><strong>Andrew J. Vickers vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York</strong></span> erörterte in einem Editorial des Journals <em>Forschende Komplementärmedizin</em> (November 2010) die fragwürdige Qualität mancher Übersichtsarbeiten (Reviews). Unter dem Titel <span style="color: #993300;"><strong>„Reducing Systematic Review to a Cut and Paste“</strong></span> <a href="http://content.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp?Aktion=ShowPDF&amp;ArtikelNr=322397&amp;Ausgabe=254654&amp;ProduktNr=224242&amp;filename=322397.pdf" target="_blank">(2)</a> kritisierte er, dass viele Meta-Analysen heutzutage den Charakter von industrieller Fließbandproduktion haben und dabei in schneller Folge nahezu identische Texte entstehen. Unter den Negativbeispielen, die laut Vickers das Problem verdeutlichen, befinden sich insgesamt 17 Reviews von Edzard Ernst. Darüber hinaus entstünden unter Ernst <span style="color: #993300;"><strong>Studien zu Indikationen</strong></span>, so Vickers, <span style="color: #993300;"><strong>die nahezu keine praktische Relevanz haben</strong></span> – beispielsweise zur <em>Akupunktur bei Schizophrenie</em> (3).<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>ZEIT WISSEN präsentiert „Meinung“ subtil als „Stand der Forschung“</h2>
<p>Hätte Max Rauner professionell recherchiert, dann hätte er Aussagen von Edzard Ernst, was denn angeblich Stand der Forschung sei, kritisch hinterfragt. Bei <em>ZEIT Wissen</em> lesen wir hingegen: <span style="color: #333399;"><em>„Bis heute sind etwa 200 hochwertige Studien zur Homöopathie erschienen. In der Gesamtschau, sagt Ernst, ‚zeigen sie, dass die Homöopathie für keine Indikation besser ist als ein Placebo‘. Das Kapitel Homöopathie ist für ihn abgeschlossen.“</em></span> Recherche und Gegenrecherche? Rede und Gegenrede? <span style="color: #993300;"><strong>Max Rauner verzichtet darauf</strong></span>, dabei gibt es zahlreiche Wissenschaftler – keine Homöopathen – die das komplexe Feld der Homöopathieforschung differenzierter betrachten. Einen ersten Überblick gibt beispielsweise Björn Bendig in seinem Blogbeitrag:<strong> <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737" target="_self">„‚Viele Wahrheiten‘ in der Wissenschaft. – Sechs Perspektiven zum aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung“</a></strong>.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Fragwürdiges von Edzard Ernst</h2>
<p>Dipl.-Stat. Rainer Lüdtke, bis Ende 2011 Biometriker der Carstens-Stiftung mit einer international anerkannten Reputation auf dem Gebiet der Forschung zur Komplementärmedizin, ging in einem <strong><a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=3878" target="_blank">Interview mit CAM Media.Watch</a></strong> auf die wissenschaftliche Arbeit von Ernst ein: <span style="color: #333399;"><em>„Ein anderes Beispiel für eine s<strong>chlecht gemachte Metaanalyse</strong> ist die Arbeit von Ernst , in der er Klaus Lindes Daten reanalysierte. Hier begeht Herr Ernst <strong>eine Reihe statistischer Fehler</strong>, wie ich in einem Kommentar der gleichen Zeitschrift nachweisen konnte “</em></span> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11781130.1" target="_blank">(4)</a>. Rainer Lüdtke spricht hier nicht von Flüchtigkeitsfehlern, wie sie auch in wissenschaftlichen Arbeiten vorkommen können. <span style="color: #993300;"><strong>Er spricht von grundlegenden statistischen Fehlern, die in Metaanalysen nicht vorkommen dürfen.</strong></span></p>
<p>Weiterhin sagt Lüdtke zu einer Metaanalyse von Edzard Ernst aus dem Jahr 2010 zum Fibromyalgiesyndrom: <span style="color: #333399;"><em>„Im Abstract seiner Metaanalyse kritisiert Ernst eine randomisierte Doppelblindstudie von Bell aus dem Jahr 2004 als <strong>‚not without serious flaws‘</strong>, was übersetzt <strong>‚mit schweren Fehlern behaftet‘ </strong>heißt. Im Text der Publikation geht er auf diese Behauptung jedoch mit keinem Wort ein.“</em></span> Was bedeutet das? Wenn das Abstract als Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Publikation etwas ankündigt, was von der Untersuchung nicht eingelöst wird, spricht das für <span style="color: #993300;"><strong>grobe Mängel in der „wissenschaftlichen Arbeit“</strong></span> – jeder Student würde für ein solches Vorgehen von seinem Professor abgestraft.</p>
<p>Bei Max Rauner klingt das anders. Er zitiert Ernst mit den Worten: <span style="color: #333399;"><em>„Ich spreche auf der Basis der Evidenz“</em></span>, und Medizin ohne Evidenz sei wie ein Auto ohne Räder. <span style="color: #333399;"><em>„Und weil die anderen das nicht verstanden, änderte Ernst seine Strategie. Er gab Interviews und schrieb Kolumnen über seine Forschung für Zeitungen. Für die Presse wurde er zu Großbritanniens führendem quackbuster, zum Scharlatan-Schreck“</em></span>, erklärt Rauner. <span style="color: #993300;"><strong>Die wissenschaftlichen Grundlagen für Ernsts Behauptungen lässt er dabei offen.</strong></span> Und dass Ernsts Thesen dazu geeignet sind, medial in Szene gesetzt zu werden, ersetzt keine wissenschaftliche Reputation.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=3289" target="_blank"><img class="alignnone" title="Esowatch.com-Interview mit Edzard Ernst" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/133_Edzard_Ernst_EW-Interview.jpg" alt="" width="418" height="311" /></a></p>
<h2>Gehört die „wissenschaftliche Wahrheit“ zum Thema Homöopathieforschung Edzard Ernst allein?</h2>
<p>Er selbst hat das in einem <a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=3289" target="_blank">Online-Interview im September 2011</a> nahegelegt und klargestellt, was er von seinen Forscher-Kollegen hält: <span style="color: #333399;"><em>„Ja, <strong>die meisten, wenn nicht alle meiner Kollegen </strong>benutzen <strong>Wissenschaft wie ein Betrunkener eine Straßenlaterne</strong> – zum Anlehnen und nicht zur Erleuchtung. Ich bin zum Schluss gekommen, dass der Grund dafür darin liegt, dass sie in Wirklichkeit Befürworter der Alternativmedizin sind.“ </em></span>Und doch, die Geschichte von Max Rauner funktioniert. Der „wahrheitsliebende“ Professor hat sich im Alleingang <span style="color: #333399;"><em>„viele Feinde gemacht. Bis ins britische Königshaus“</em></span>, beginnt Rauner. Am Ende werden zwei seiner „Gegner“ zum Ritter geschlagen.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>„Wissenschaft bewegt uns“, lautet der Slogan auf dem Cover von ZEIT Wissen</h2>
<p>Nimmt man die Redaktion beim Wort, konterkariert der genannte Beitrag diese Behauptung erheblich und führt nahtlos zu der Frage: <span style="color: #000000;">Was bewegte Max Rauner zu seiner Geschichte?</span> Was der Journalist von Richtigstellungen in den Medien hält, macht der „Wissenschaftsredakteur“ ebenfalls in seinem Artikel deutlich. Der <em>Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)</em> hatte darauf aufmerksam gemacht, dass die von Journalisten gerne aufgegriffene <span style="color: #993300;"><strong>Behauptung von Edzard Ernst über sich selbst – er sei ein ausgebildeter Homöopath – eine falsche Tatsachenbehauptung darstellt</strong></span> (<a href="http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/310510012239_homoeopathischenachrichtenmai10.pdf" target="_blank">HN Mai 2010</a>). Ernst hatte das im <em>British Journal of Clinical Pharmacology</em> von sich behauptet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1874503/?tool=pubmed" target="_blank">(5)</a>, der <em>DZVhÄ</em> stellte Ernst zur Rede und forderte eine öffentliche Richtigstellung. Seit dem schreibt Ernst zum Thema:<span style="color: #333399;"><em> „Ich glaube nicht, dass ich mich jemals als ‚ausgebildeter Homöopath‘ bezeichnet habe.“</em></span> <span style="color: #993300;"><strong>Bei Max Rauner liest sich der Sachverhalt so:</strong></span> <span style="color: #333399;"><em>„Edzard Ernst ist heute der Buhmann der Alternativmediziner. Er habe gar keine homöopathische Ausbildung, schimpfte im vergangenen Jahr der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte.“</em></span></p>
<p>Der <em>DZVhÄ</em> lädt die <em>ZEIT Wissen</em>-Redaktion und Max Rauner nach wie vor herzlich dazu ein, zu dem hier vorliegenden „Faktencheck“ öffentlich und sachlich Stellung zu nehmen. Da die <em>DZVhÄ</em>-Redaktion aus Gründen der Lesbarkeit hier nur einige Aspekte zur Sache beleuchtet, verweisen wir den interessierten Leser darüber hinaus auf den umfassenden<strong> <a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=5604" target="_blank">„großen Faktencheck“ zum Thema, publiziert im Weblog CAM Media.Watch</a></strong>. Besonders interessant dabei: <span style="color: #993300;"><strong>Max Rauners falsche Darstellungen rund um den sogenannten „Smallwood Report“</strong></span>. Sie mögen journalistische Artikel auf der Grundlage <em>sorgfältiger</em> und <em>tiefer Recherche</em>? Dann lesen Sie doch mal rein.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Quellen:</h2>
<p><strong>(1) </strong>Ernst, E., Saradeth, T., Resch, K.L., (1990) Complementary therapy of varicose veins &#8211; a randomized, placebo controlled, double-blind trial Phlebology Vol. 5 pp.157-163<br />
<strong>(2)</strong> <a href="http://content.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp?Aktion=ShowPDF&amp;ArtikelNr=322397&amp;Ausgabe=254654&amp;ProduktNr=224242&amp;filename=322397.pdf" target="_blank">Andrew J. Vickers, Reducing Systematic Review to a Cut and Paste, Forsch Komplementmed 2010;17:303–305</a><br />
<strong>(3)</strong> Lee MS, Shin BC, Ronan P, Ernst E: Acupuncture for schizophrenia: A systematic review and metaanalysis. Int J Clin Pract 2009;63:1622–1633<br />
<strong>(4)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11781130.1" target="_blank">Rainer Lüdtke, Statistical comments on a re-analysis of a previous meta-analysis of homeopathic RCTs, J Clin Epidemiol. 2002 Jan;55(1):103-4.</a><br />
<strong>(5) </strong><a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1874503/?tool=pubmed" target="_blank">Edzard Ernst, A systematic review of systematic reviews of homeopathy, Br J Clin Pharmacol. 2002 December; 54(6): 577–582. </a><br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		<title>Anti-Homöopathie-Kampagne „10:23“ gestoppt, keine „öffentliche Überdosis“</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 12:54:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DZVhÄ Homöopathie.Blog</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[10:23-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Avogadro-Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne 10:23]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter dem Titel „10:23 – Homeopathy, there‘s nothing in it“ inszenierten Homöopathie-Kritiker in den Jahren 2010 und 2011 die öffentliche Einnahme einer „Überdosis“ homöopathischer Arzneimittel, um die vermutete Wirkungslosigkeit von Homöopathika mediengerecht zu demonstrieren. Gestartet wurde die Kampagne ursprünglich von der Merseyside Skeptics Society in Großbritannien. In Deutschland übernahm der Verein Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unter dem Titel <a href="http://www.1023.org.uk/" target="_blank">„10:23 – Homeopathy, there‘s nothing in it“</a> inszenierten Homöopathie-Kritiker in den Jahren 2010 und 2011 die öffentliche Einnahme einer „Überdosis“ homöopathischer Arzneimittel, um die vermutete Wirkungslosigkeit von Homöopathika mediengerecht zu demonstrieren. Gestartet wurde die Kampagne ursprünglich von der <a href="http://www.merseysideskeptics.org.uk/" target="_blank">Merseyside Skeptics Society</a> in Großbritannien. In Deutschland übernahm der Verein <a href="http://www.gwup.org/" target="_blank">Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) </a> die Durchführung und die Mobilisierung von Anti-Homöopathie-Aktionisten. Die als PR-Aktion gedachte Initiative sollte ursprünglich jährlich stattfinden. In diesem Jahr fällt sie nun allem Anschein nach aus.</strong><br />
<img class="alignnone" title="2012: Anti-Homöopathie-Kampagne „10:23“ gestoppt" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/055_Homoeopathie_Kampagne_1023_Ueberdosis.jpg" alt="" width="418" height="242" /><br />
<span id="more-4422"></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Sinnfreie und unwissenschaftliche Kampagne</span></h3>
<p>Die 10:23-Kampagne war so angelegt, dass einmal pro Jahr eine Aktion „öffentliche Überdosis“ zeitgleich an unterschiedlichen Orten stattfindet und folgende Logik vermittelt wird: „Was nicht mal in einer enormen Überdosis Nebenwirkungen auslöst, das hat vermutlich auch keine Hauptwirkung. Wo keine Wirkung, da keine Nebenwirkung.“ Der <em>Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)</em> hatte bereits im Vorfeld der „AktionÜberdosis“ deutlich auf die <span style="color: #993300;"><strong>„Sinnfreiheit und Unwissenschaftlichkeit der 10:23-Kampagne“</strong></span> hingewiesen <a href="http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/270110100757_5hn165jan10.pdf" target="_blank">(1)</a> <a href="http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/240111114018_homoeopathische_nachrichten_dzvhae_januar_2011.pdf" target="_blank">(2)</a> und kritisiert, dass die GWUP auch Kinder medienwirksam ganze Flaschen Globuli schlucken ließ <a href="http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/280211095557_4hn178febr11.pdf" target="_blank">(3)</a>. Für dieses Jahr hat die GWUP nun also keine „Aktion Überdosis“ mehr angekündigt.<br />
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<h3><span style="color: #000000;">BfArM: Aufrufe zur Überdosis sind keine Aufklärung</span></h3>
<p>Damit dürfte die plakative PR-Kampagne mit dem Ziel, negative Berichterstattung zur Homöopathie auszulösen, vorerst gescheitert sein. Vor dem Hintergrund der Berichterstattung ist das nachvollziehbar:<br />
Das deutsche Medienecho fiel nicht nur quantitativ mager aus, viele Journalisten erkannten zudem die Substanzlosigkeit der <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1296657099028.shtml" target="_blank">„Show von Kügelchen-Kritikern“</a> (<em>Kölner Stadt-Anzeiger</em>). Das WDR-Fernsehen lud einen homöopathischen Arzt ein, um die Aktion einzuordnen. Homöopathische Ärzte besuchten die Aktionsorte und stellten sich Journalisten, die an „Rede und Gegenrede“ zum Thema interessiert waren, als Gesprächspartner zur Verfügung. Doch neben der Tatsache, dass sich Journalisten von PR-Kampagnen wie 10:23 nur selten instrumentalisieren lassen, scheinen die Organisatoren ein weiteres Problem zu haben: <span style="color: #993300;"><strong>Im vergangenen Jahr blieben der GWUP bereits weitgehend die Teilnehmer aus, selbst die eigenen Mitglieder konnten kaum mobilisiert werden.</strong></span> In den meisten Städten beteiligten sich weniger als 20 Menschen an der angekündigten Massenaktion. Das <a href="http://www.bfarm.de/DE/BfArM/BfArM-node.html" target="_blank">Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) </a>sprach der Kampagne bereits ihren Sinn ab: <span style="color: #333399;"><em>„Aus Sicht des BfArM tragen Aufrufe, Arzneimittel in Überdosierungen einzunehmen, nicht zur Aufklärung und Sensibilisierung von Patientinnen und Patienten bei.“</em></span><br />
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<h2>Link zum Thema:</h2>
<p><a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=1521" target="_self"><strong>Pro &amp; Contra zur „Kampagne 10:23“ der „Skeptiker“-Organisation GWUP e.V.</strong></a><br />
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<h2>Quellen:</h2>
<p><strong>(1)</strong> <a href="http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/270110100757_5hn165jan10.pdf" target="_blank">Kampagnen zur Homöopathie, Homöopathische Nachrichten, Januar 2010</a><br />
<strong>(2)</strong> <a href="http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/240111114018_homoeopathische_nachrichten_dzvhae_januar_2011.pdf" target="_blank">Aktion „Homöopathische Überdosis“ nun auch in Deutschland, Homöopathische Nachrichten, Januar 2011</a><br />
<strong>(3)</strong> <a href="http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/280211095557_4hn178febr11.pdf" target="_blank">Geringe Beteiligung an der Aktion „Überdosis“ Homöopathie, Homöopathische Nachrichten, Februar 2011</a><br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		<title>Hilfe! Die Homöopathie ist kaputt. Kommentar zur HAMP des Bloggers „Merdeister“.</title>
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		<comments>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=4309#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 09:35:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Curt Kösters</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Homöopathische Arzneimittelprüfungen (HAMP) und ihre Besonderheiten x Der Blogger „Merdeister“ macht eine Arzneimittelprüfung und veröffentlicht seine Erfahrungen in verschiedenen Blogs unter der Überschrift „Hilfe! Die Homöopathie ist kaputt.“ Identische Beiträge finden sich bei „der Freitag“ und im WordPress-Blog „die Ausrufer“. Ansonsten äußert sich „Merdeister“ in einer Reihe von Homöopathie-kritischen Beiträgen, die von mehr Süffisanz als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="color: #000000;">Homöopathische Arzneimittelprüfungen (HAMP) und ihre Besonderheiten</span></h3>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>Der Blogger „Merdeister“ macht eine Arzneimittelprüfung und veröffentlicht seine Erfahrungen in verschiedenen Blogs unter der Überschrift <span style="color: #993300;">„Hilfe! Die Homöopathie ist kaputt.“</span> Identische Beiträge finden sich bei <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/merdeister/hilfe-homoeopathie-ist-kaputt" target="_blank">„der Freitag“</a> und im WordPress-Blog <a href="http://dieausrufer.wordpress.com/2012/01/08/hilfe-die-homoopathie-ist-kaputt/" target="_blank">„die Ausrufer“</a>. Ansonsten äußert sich „Merdeister“ in einer Reihe von <a href="http://dieausrufer.wordpress.com/tag/homoopathie/" target="_blank">Homöopathie-kritischen Beiträgen</a>, die von mehr Süffisanz als Sachkenntnis geprägt sind. Dennoch ist der Bericht über seine homöopathische Arzneimittelprüfung zu würdigen, weil er sich ernsthafter am Thema homöopathische Arzneimittelprüfung versucht, als das sonst bei Aktivisten der <a href="http://www.psychophysik.com/de/glaubenssysteme/skeptiker/896-das-skeptiker-syndrom-zur-mentalitat-der-gwup" target="_blank">„Skeptiker“-Bewegung</a> üblich ist.</strong><br />
<a href="http://www.freitag.de/community/blogs/merdeister/hilfe-homoeopathie-ist-kaputt" target="_blank"><img class="alignnone" title="Friedrich Schenk alias Blogger „Merdeister“" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/129_Friedrich_Schenk_alias_Blogger_Merdeister.jpg" alt="" width="418" height="324" /></a><br />
<span id="more-4309"></span></p>
<h2>Er schreibt nun:</h2>
<p><span style="color: #333399;"><em>„<strong>Seit einer Woche nehme ich die Globuli </strong>in der Erwartung furchtbarer Leiden. Was mir da vorher angekündigt wurde, war wirklich angsteinflössend und selbst wenn ich nicht an Voodoo glaube, fesselt mich die spannende Beschreibung einer Zeremonie. Ich mag ja auch Harry Potter.</em></span></p>
<p><span style="color: #333399;"><em>Bisher ist es jedoch bei der Erwartung geblieben. Dienstag Vormittag hatte ich kurz leichte Bauchschmerzen, die waren aber nach wenigen Minuten wieder weg. Mittwoch konnte ich mich den ganzen Tag nicht gut konzentrieren und Abends war mir beim Sport kurz ein wenig schlecht. Donnerstag hatte ich ein wenig Muskelkater, konnte mich aber wieder besser konzentrieren. Freitag hatte ich wieder ein bisschen kneifen im Bauch, was auch nach wenigen Minuten verschwand. Achso, der Vollständigkeit halber, hatte ich am Freitag auch ein bisschen Verstopfung, das war aber Abends vorbei, mehr Details zu dem Thema gibt es nicht.</em></span></p>
<p><span style="color: #333399;"><em>Das sind jedoch alles Dinge, die nichts ungewöhnliches in meinem Leben sind, <strong>daher nun die Frage, was mache ich falsch? </strong>Ich nehme drei mal am Tag drei Globuli, lege sie unter die Zunge, bis sie sich aufgelöst haben und achte sogar darauf 30min Pause zum Zähneputzen zu lassen.“</em></span></p>
<h2>Kommentar:</h2>
<p><img class="alignnone" title="Curt Kösters, Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) e.V." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/019_Curt_Koesters_C.jpg" alt="" width="139" height="164" /><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>Sehr geehrter „Merdeister“,</strong></p>
<p>Sie machen nichts falsch, allenfalls sind ein paar Dinge zu ergänzen.</p>
<p>Ich weiß nicht, welche angsteinflößenden Symptome Ihnen da vorher angekündigt wurden, aber ganz so einfach ist das nicht.  Ihren Versuch einer Arzneimittelprüfung nehme ich mit Respekt zur Kenntnis. Als junger und eher skeptischer Medizinstudent habe auch ich seinerzeit selbst experimentiert, weil ich erst mal erfahren wollte, was denn nun wirklich dran ist an der <a href="http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/" target="_blank">Homöopathie</a>.</p>
<p>Offenbar war ich etwas glücklicher bei der Auswahl des Mittels. Jedenfalls bekam ich nach der wiederholten Einnahme von<strong> <span style="color: #993300;">Sulfur D30</span></strong> eine <a href="http://flexikon.doccheck.com/Impetigo_contagiosa" target="_blank">Impetigo contagiosa</a>, und das war nun wirklich nichts, was ich jede Woche bekam.</p>
<p>Aber da man nun den berechtigten Einwand erheben kann, dass diese <em>Impetigo</em>, wie der Name schon sagt, <em>ansteckend</em> ist und mich vielleicht doch ganz schlicht <em>angesteckt</em> haben könnte und mich das noch nicht überzeugt hatte, habe ich dann nach etwas Wartezeit die Einnahme von Sulfur wiederholt.</p>
<p><strong>Daraufhin trat dann keine Impetigo auf, aber doch eine eitrige Entzündung an anderer Stelle. Und diese Form von unscharfer Reproduzierbarkeit scheint typisch zu sein für homöopathische Arzneimittelprüfungen. Ebenso bekommen verschiedene Menschen, die auf das gleiche Mittel reagieren, nicht exakt die gleichen Symptome – aber doch vergleichbare Symptome, es wird ein Muster erkennbar.</strong></p>
<p>In der Folgezeit habe ich dann auch noch <span style="color: #993300;"><strong>mit anderen Mitteln experimentiert</strong></span>. Unter anderem bin ich der Frage nachgegangen, ob es mir wohl gelingen würde, im <em>Blindtest </em>herauszufinden, welches Mittel ich eingenommen hatte. Mir selbst ist das damals nicht gelungen. Ein erfahrener homöopathischer Kollege, den ich daraufhin konsultierte, war dann aber in der Lage anhand meiner Symptome das eingenommene Mittel (<em>Coffea C 30</em>) zu identifizieren.</p>
<p>Bei dieser Befragung habe ich eine Menge gelernt über homöopathische Arzneimittelprüfungen. Mir wurde bewusst, dass ich bei der eingehenden Befragung durch den konsultierten Kollegen Symptome erzählte, die mir vorher gar nicht aufgefallen waren &#8211; weil ich<span style="color: #993300;"><strong> diese Symptome vorher schlicht übersehen hatte</strong></span>. Beispielsweise trug ich in dieser Zeit eine Mütze, was ich nie vorher getan habe und auch später nicht mehr. Das war etwas, was ich zunächst nicht in den Zusammenhang gebracht hatte und was dem Kollegen durch schlichte Beobachtung auffiel. Weiterhin fiel meiner Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Staatsexamens ein verändertes Verhalten auf, nämlich eine gewisse Neigung zur Redseligkeit und  abschweifenden Ideen, die so vorher nicht bestand. Böse Zungen würden jetzt sagen, dass ich diese Neigung leider behalten habe. Aber auch das hatte ich vor der Befragung nicht in den Zusammenhang gebracht. Seither denke ich, dass zu einer ordentlichen Arzneimittelprüfung nicht nur ein<span style="color: #993300;"><strong> Prüfer</strong></span> gehört, der das Mittel einnimmt, sondern auch ein <span style="color: #993300;"><strong>Prüfarzt</strong></span>, <em>der den Prüfer befragt</em>.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<img class="alignnone" title="Fehleranalyse:" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/131_Fehleranalyse_HAMP.jpg" alt="" width="418" height="90" /><br />
<strong>Verschiedene Aspekte waren bei Ihrer Arzneimittelprüfung nicht ganz fachgerecht:</strong><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>1. Anamnese:</h2>
<p>Erstens: Es ist sinnvoll vorher eine <a href="http://www.dzvhae.com/portal/loader.php?navigation=76474&amp;org=76410&amp;seite=76472" target="_blank">Anamnese</a> zu machen. Dabei wird geklärt, <em>welche Symptome die Prüfer schon unabhängig von der Prüfung haben</em>. Der Vorteil dabei: Man weiß dann, ob das <em>„bisschen kneifen im Bauch“</em> ein <span style="color: #993300;"><strong>Prüfungssymptom</strong></span> ist, oder <span style="color: #993300;"><strong>ob es normalerweise auch vorkommt</strong></span>. Die retrospektive Feststellung ist in dieser Hinsicht nämlich nicht besonders zuverlässig, weder in positiver noch in negativer Hinsicht. Ich selbst habe jedenfalls nicht jede Woche ein „bisschen kneifen im Bauch“, aber vielleicht trifft das für Sie tatsächlich zu.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>2. Prüfarzt:</h2>
<p>Zweitens braucht es also einen Prüfarzt, der die Anamnese durchführt und die Prüfung begleitet.</p>
<p><strong>Offenbar gehen Sie davon aus, dass es die Aufgabe einer homöopathischen Arzneimittelprüfung sei, die <span style="color: #993300;">Wirksamkeit</span> homöopathischer Mittel zu belegen; Sie erwarten spektakuläre Symptome. Beides ist ein Missverständnis. Ziel und Aufgabe einer homöopathischen Arzneimittelprüfung ist lediglich die <span style="color: #993300;">Dokumentation der Wirkungen eines Arzneimittels</span>.</strong></p>
<p>Eine homöopathische Arzneimittelprüfung hätten Sie also ebenso machen können, indem Sie ein paar kräftige Tassen Kaffee trinken; auch Kaffee hat ja eine deutliche Wirkung auf den menschlichen Organismus. Entscheidend ist dabei allerdings, dass Sie die <em>Wirkung genau beobachten und dokumentieren</em>; schriftliche Aufzeichnungen – zeitnah &#8211; vor der Mitteleinnahme und dann fortlaufend während und nach der Mitteleinnahme, und zeitgleich auch eine <em>Dokumentation des Prüfarztes</em>. Es kommt dabei also auch nicht darauf an, ob das eine Hochpotenz ist oder nicht – es geht nur um die Arzneiwirkungen.</p>
<p>Warum Arzneimittelprüfungen in Hochpotenzen dennoch ihre Berechtigung haben, wäre eines eigenen Artikels wert. Wir unterscheiden dabei auch nicht zwischen <span style="color: #993300;"><strong>Wirkungen </strong></span>und <span style="color: #993300;"><strong>Nebenwirkungen</strong></span> – und unser Organismus unterscheidet das auch nicht. Spektakulär müssen die Symptome auch gar nicht sein. Wichtig ist allerdings, dass die Symptome sehr genau beschrieben werden.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>3. Präzise Beschreibung:</h2>
<p>Und hier kommen wir zu Drittens: Mit <em>„ein bisschen kneifen im Bauch“</em> können wir leider nicht viel anfangen. Und mal abgesehen davon, dass es durchaus sein könnte, dass die beschriebenen Symptome gar nichts mit dem eingenommenem Arzneimittel zu tun haben (klar ist das aber leider nicht); abgesehen davon sind sie einfach viel zu ungenau beschrieben.</p>
<p><strong>Wäre Ihre Prüfung nun begleitet worden durch einen homöopathisch ausgebildeten Prüfarzt, hätte der ein paar Fragen gestellt.</strong> Natürlich als erstes die Frage, ob Sie dieses Kneifen im Bauch <em>kennen </em>und <em>jeden Tag haben</em>. Dann hätte er z.B. auch gefragt, ob dieses Kneifen bei einer <em>bestimmten Körperhaltung</em> auftrat, oder besser wurde, ob <em>Bewegung </em>einen Einfluss auf das Symptom hat oder die <em>Tageszeit</em>, ob es im <em>Zusammenhang mit Essen</em> auftrat, oder im <em>Zusammenhang mit Stuhlgang</em>, nur um ein paar Beispiele zu nennen.<strong> Ihre Symptombeschreibung ist jedenfalls viel zu ungenau; auch nur eine grobe Vermutung über das eingenommene Mittel ist so nicht möglich.</strong><br />
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<h2>4. Beobachtung einer Gruppe:</h2>
<p>Ohnehin ist aber – und hier kommen wir zu Viertens– eine <em>Gruppe notwendig</em> für eine homöopathische Arzneimittelprüfung; mindestens bei einer Arzneimittelprüfung mit Hochpotenzen. Bei einer <span style="color: #993300;"><strong>einzelnen Person</strong></span> ist es – auch dann wenn sie auf das Mittel deutlich reagiert – in der Tat nicht ganz einfach zu unterscheiden, welche Symptome einfach nur auf diese Person zurückgehen und welche Symptome auf das eingenommene Mittel. Bei <span style="color: #993300;"><strong>einer Gruppe</strong></span> wird das deutlicher; wenn eine Gruppe von Prüfern ein Mittel in Hochpotenz prüft, entwickeln diese Prüfer keineswegs alle die gleichen Symptome; betrachtet man aber die Gesamtheit der Symptome, zeigt sich ein <em>Muster</em>: Beispielsweise treten dann viele Symptome auf der linken Seite auf, oder werden durch Erschütterung oder Berührung hervorgerufen, oder gehen einher mit einem stechenden Schmerz, oder Schmerzen strahlen aus in andere Körperteile. Dabei entwickelt kein einzelner Prüfer die Gesamtsymptomatik. Einzelne Symptome sind wenig aussagekräftig, das <em>Muster aber ist spezifisch für ein bestimmtes Mittel</em>.<br />
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<strong>Dass eine Gruppe von erfahrenen Prüfern ein spezifisches Muster entwickelt und dass sich dieses Muster auch identifizieren und dem verabreichten Mittel zuordnen lässt, ist mittlerweile auch bestätigt in einer Serie von neueren <a href="http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=6308" target="_blank">doppelblind durchgeführten Arzneimittelprüfungen</a>:</strong><br />
<img class="alignnone" title="Homöopathie: Neues Studiendesign belegt spezifische Effekte. »Homeopathic pathogenetic trials produce more specific than non-specific symptoms«" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/130_Psychopharm.jpg" alt="" width="418" height="216" /><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>Möllinger et al:</strong><a href="http://www.online.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp?Aktion=ShowAbstract&amp;ArtikelNr=82120&amp;Ausgabe=230578&amp;ProduktNr=224242" target="_blank"> A Double-Blind, Randomized, Homeopathic Pathogenetic Trial with Healthy Persons: Comparing Two High Potencies. Forsch Komplementärmed Klass Naturheilkd <strong>2004</strong>; 11: 274-280.</a></p>
<p><strong>Möllinger H, Schneider R:</strong><a href="https://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/ahz/doi/10.1055/s-2007-968064" target="_blank"> Homöopathie: mehr als nur Placeboeffekt? &#8211; Ergebnisse einer randomisierten, dreiarmigen, placebokontrollierten Doppelblindstudie zum Vergleich der Effekte von Verum und Placebo bei einer homöopathischen Arzneimittelprüfung. AHZ <strong>2007</strong>; 252: 72-76.</a></p>
<p><strong>Möllinger et al: </strong><a href="http://www.online.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp?Aktion=ShowAbstract&amp;ArtikelNr=209386&amp;Ausgabe=247634&amp;ProduktNr=224242" target="_blank">Homeopathic Pathogenetic Trials Produce Specific Symptoms Different from Placebo. Forsch Komplementmed 2009; 16: 105-110.</a></p>
<p><strong>Und das ist dann durchaus ein zusätzlicher Beleg für die Wirksamkeit von Hochpotenzen. Die Homöopathie ist also nicht kaputt, sondern leider nur etwas komplizierter.</strong><br />
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Dennoch kann man sich fragen, ob die homöopathische Arzneimittelprüfung nicht verbesserungsfähig wäre. Sie wird in dieser Form seit Hahnemann fast unverändert praktiziert. Es wäre durchaus zu erörtern und zu erproben, ob andere <em>Einnahmemodi </em>oder andere <em>Potenzierungsformen </em>bessere Ergebnisse hervorbringen. Aber dazu gerne ein anderes Mal mehr. Ebenso kann gerne erläutert werden, warum ein Mittel, dass in der Arzneimittelprüfung bei Ihnen nur <em>„ein bisschen kneifen im Bauch“</em> verursacht, bei einem Patienten dann zur Behandlung einer schweren akuten Krankheit eingesetzt werden kann.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Homöopathische Anamnese und die Problematik technischer Befunde</h2>
<p>Auch eines eigenen Artikels wert wäre die <em>homöopathische Anamnese</em>. Die ist – wie oben nur kurz angedeutet, wesentlich differenzierter als die <em>Anamnese in der konventionellen Medizin</em>. Und auch bei etlichen medizinischen Hochschullehrern, die der Homöopathie mit ebenso großer Skepsis gegenüberstehen wie Sie, gilt die homöopathische Anamnese in ihrer Genauigkeit als vorbildlich. – Heute haben allerdings <span style="color: #993300;"><strong>technische Befunde</strong></span> (bildgebende Verfahren und Laborwerte) eine überragende Bedeutung; die <span style="color: #993300;"><strong>Anamnese und körperliche Untersuchung</strong></span> sind allenfalls noch Hilfsmittel um die technischen Untersuchungen zielgerichteter einzusetzen. Aber so wertvoll technische Befunde sind, zur Bestätigung oder Ausschluss von Verdachtsdiagnosen, so problematisch sind sie als reine Suchtests.</p>
<p>Manchmal findet man in <em>technischen Untersuchungen</em> etwas, was aber dann nur ein<span style="color: #993300;"><strong> Zufallsbefund</strong></span> ist, lange und aufwändige weitere Untersuchungen auslöst und am Ende doch zu nichts führt. Oder man findet einen objektiven Befund (z.B. eine durch Magenspiegelung gesicherte Gastritis) und ordnet diesen Befund den Beschwerden des Patienten zu, obwohl eine genauere Anamnese ergäben hätte, dass die Symptome eigentlich eher auf eine Störung der Bauchspeicheldrüse hinweisen. Die Behandlung geht dann mit hohem Aufwand in die falsche Richtung.</p>
<p>Auch technische Befunde sagen nicht immer die Wahrheit – wenn sie Arzt sind und Patienten betreuen (Im <a href="http://dieausrufer.wordpress.com/das-ausrufer-whos-who-abouts/whos-who/" target="_blank"><em>„Who is who“</em> Ihres Blogs „Die Ausrufer“</a> steht,<span style="color: #993300;"><strong> Sie seien Mediziner</strong></span>), wissen Sie wovon ich rede – und falls nicht, fragen Sie einen – aber einen, der mit realen Patienten zu tun hat und das nicht erst seit gestern.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Konstruktiver Dialog</h2>
<p>Und wenn ich Sie hier schon direkt anspreche: Ich weiß, dass Sie das lesen werden. Ihre Kommentare sind uns selbstverständlich willkommen. <span style="color: #993300;"><strong>Allerdings muss ich Sie dann doch bitten, mit Ihrem Namen zu unterschreiben.</strong></span></p>
<p>Uns ist bekannt, dass die üblichen Gepflogenheiten in Blogs andere sind: <em>Pseudonyme Kommentare</em> sind normalerweise möglich. Der Ton ist dann aber auch entsprechend. Gedeckt durch das Pseudonym erlauben sich Kommentatoren dann teilweise eine Ausdrucksweise, die vielleicht einem Stammtisch angemessen ist – ganz sicher nicht aber einer akademischen Diskussion. Es geht uns hier aber um eine möglichst sachliche Auseinandersetzung über ein Thema, das ohnehin hochgradig emotionalisiert ist.</p>
<p><strong>Kommentare – auch ausgesprochen kritische – sind uns daher herzlich willkommen, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen: </strong></p>
<p>Sie erfolgen unter Nennung des echten Namens; und sie stimmen mit dem allgemeinen Verständnis an die Anforderungen guter Sitten überein. Schmähkritik und Feststellungen auf dem Niveau von <em>„Praktisch jede aktuelle Studie, die ihr Glaubulisten veranstaltet, zeigt in die gleiche Richtung: Keine Wirkung über Placebo“</em> werden nicht veröffentlicht. Differenzierte, fachkompetente und konstruktive Kritik ist ausdrücklich erwünscht.</p>
<p>Ich freue mich auf Ihre Antwort.</p>
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		</item>
		<item>
		<title>SpringerMedizin.at über Homöopathie im Rahmen einer Krebstherapie</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=4277</link>
		<comments>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=4277#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 11:08:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bjoern Bendig</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie in den Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie-Praxis]]></category>

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		<description><![CDATA[Komplementäre Heilmethoden kommen im Kontext einer Krebstherapie neben konventionellen Behandlungen wie Chemo-, Strahlentherapie und chirurgischen Eingriffen relativ häufig zum Einsatz. Etwa 80 Prozent aller Krebspatienten nehmen ergänzend zumindest eine komplementäre Methode in Anspruch. In diesem Zusammenhang ist auch die Homöopathie zu nennen. SpringerMedizin.at, ein Portal für medizinische Fachinformationen, informierte seine Leser über die „vielfältigen positiven [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Komplementäre Heilmethoden kommen im Kontext einer Krebstherapie neben konventionellen Behandlungen wie Chemo-, Strahlentherapie und chirurgischen Eingriffen relativ häufig zum Einsatz. Etwa 80 Prozent aller Krebspatienten nehmen ergänzend zumindest eine komplementäre Methode in Anspruch. In diesem Zusammenhang ist auch die Homöopathie zu nennen. <a href="http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/komplementaermedizin/?full=25985" target="_blank">SpringerMedizin.at</a>, ein Portal für medizinische Fachinformationen, informierte seine Leser über die „vielfältigen positiven Wirkungen“ einer homöopathischen Behandlung bei Krebs.</strong><br />
<a href="http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/komplementaermedizin/?full=25985" target="_blank"><img class="alignnone" title="SpringerMedizin.at über Homöopathie im Rahmen einer Krebstherapie" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/128_SpringerMedizin_Homoeopathie_bei_Krebs.jpg" alt="" width="418" height="403" /></a><br />
<span id="more-4277"></span></p>
<h2>Stärkung der Konstitution</h2>
<p>Durch <a href="http://www.welt-der-homoeopathie.de/" target="_blank">Homöopathie</a> lassen sich die vielfach sehr unangenehmen Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie lindern: Besonders gute Erfolge werden bei unerwünschten Effekten auf den Magen-Darm-Trakt erzielt. Bei <em>Übelkeit</em>, <em>Erbrechen</em> und <em>Durchfall</em> kann die Homöopathie helfen. Darüber hinaus kann der Körper durch die Lösung von Blockaden mittels der Homöopathie bei <em>Entgiftungsprozessen</em> unterstützt werden. Eine weitere Domäne ist die <em>Behandlung von Zweiterkrankungen </em>wie etwa chronischen Kopf- oder Gelenkschmerzen, Asthma oder Verdauungsproblemen. <span style="color: #993300;"><strong>Das wichtigste Ziel der Behandlung ist die Stärkung der Konstitution, die sich in einer Verbesserung der Lebensqualität äußert.</strong></span></p>
<p><span style="color: #333399;"><em>„Homöopathie ist nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil Dosierung und Einnahme sehr angenehm sind“</em></span>, erklärt <strong><a href="http://www.meduniwien.ac.at/innere-med-1/onkologie/index2.php?section=ma_frass" target="_blank">Univ.-Prof. Dr. Michael Frass</a></strong>, Facharzt für Innere Medizin, Internistische Intensivmedizin, Medizinische Universität Wien, Klinik für Innere Medizin I. <span style="color: #333399;"><em>„Ich bin der Meinung, dass man Homöopathie nicht glauben, sondern auf den Effekt schauen soll“</em></span>, sagt Prof. Frass. <span style="color: #333399;"><em>„Dazu ist jeder Patient durch Selbstbeobachtung und eigene Beurteilung fähig.“</em></span> Laut Prof. Frass erhält der Körper durch das individuell passende homöopathische Mittel die richtige Information, um sich selbst heilen bzw. besser mit der jeweiligen Situation umgehen zu können. <span style="color: #333399;"><em>„Genau diese Form von Spontanheilung wollen wir erzielen“</em></span>, so Prof. Frass.</p>
<h2>Positive Vergleichsstudien</h2>
<p>Springer Medizin äußerte sich im Kontext der Krebstherapie auch zur Homöopathie-Forschung: <span style="color: #333399;"><em>„Direkte Vergleichsstudien zeigen, dass Homöopathie gleich gut wirkt wie konventionelle Therapien. Arbeiten aus den Niederlanden und der Schweiz haben darüber hinaus bewiesen, dass sie deutlich kostengünstiger ist“</em></span>, so Springer Medizin. Die Anzahl der wissenschaftlichen Untersuchungen der Homöopathie sei jedoch zu gering. Denn aus verschiedensten Gründen sei es schwierig, große wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Homöopathie durchzuführen. Zum einen existieren keine universitären Einrichtungen für Homöopathie, die derartige Studien realisieren können. Zum anderen mangelt es an wirtschaftlichem Interesse, wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema zu finanzieren. <span style="color: #333399;"><em>„Die Präparate gibt es bereits seit 200 Jahren und sie kosten wenig – da gibt es keinen wirtschaftlichen Gewinn zu machen“</em></span>, erklärt Prof. Frass.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
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<h2>Links zum Thema:</h2>
<p><strong><span style="color: #993300;">SpringerMedizin.at:</span> <a href="http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/komplementaermedizin/?full=25985" target="_blank">Komplementärmedizin &#8211; Hoher Stellenwert der Homöopathie bei Krebs</a></strong></p>
<p><a href="http://www.dgho.de/informationen/presse/pressemitteilungen/dgho-fruehjahrstagung-2012-neue-wege-der-zusammenarbeit-in-der-onkologie" target="_blank"><strong>DGHO-Frühjahrstagung 2012: Neue Wege der Zusammenarbeit in der Onkologie </strong></a></p>
<p><a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=5490" target="_blank"><strong>Begriffsklärung: Komplementärmedizin, Alternativmedizin, Naturheilverfahren und Integrative Medizin</strong></a><br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Antibiotika töten.</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=4213</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Mar 2012 09:28:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Curt Kösters</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Homöopathie als Option zum Schutz vor Resistenzen. x Antibiotika töten. Das sagt schon der Name. Ansonsten gibt es aber noch einen aktuellen Grund für diese Aussage. Am 29. Februar 2012 wurde die Frühgeborenen-Intensivstation des Klinikums Bremen-Mitte geschlossen, nachdem dort wiederum antibiotikaresistente Keime gefunden wurden. Im letzten Jahr waren dort bereits drei Frühgeborene an Infektionen mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="Curt Kösters, Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) e.V." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/019_Curt_Koesters_C.jpg" alt="" width="139" height="164" /></p>
<h3><span style="color: #000000;"><strong>Homöopathie als Option zum Schutz vor Resistenzen.</strong></span></h3>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Antibiotikum" target="_blank">Antibiotika</a> töten. Das sagt schon der Name. Ansonsten gibt es aber noch einen aktuellen Grund für diese Aussage. Am 29. Februar 2012 wurde die Frühgeborenen-Intensivstation des Klinikums Bremen-Mitte geschlossen, nachdem dort wiederum antibiotikaresistente Keime gefunden wurden. Im letzten Jahr waren dort bereits drei Frühgeborene an Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen verstorben.</strong><br />
<a href="http://www.taz.de/!88667/" target="_blank"><img class="alignnone" title="Antibiotoka-Resistenz: Die taz NORD zu Sterbefällen bei Frühgeborenen." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/126_taz_NORD_Antibiotika_Fruehgeborene.jpg" alt="" width="418" height="282" /></a><br />
<span id="more-4213"></span></p>
<h2>Gefährliche Verschreibungspraxis</h2>
<p>Die<em> taz Nord</em> kommentiert diesen Vorgang <a href="http://www.taz.de/!88667/" target="_blank">(1)</a>: <span style="color: #333399;"><em>„Nicht nur Babies sind resistenten Keimen schutzlos ausgeliefert, auch alte und andere immunschwache Menschen. Mit denen lässt sich aber nicht so gut Politik machen. Wer sich auf eine Station in einem Krankenhaus einschießt, lenkt davon ab, dass das Gesundheitssystem als solches krank macht und tötet.“</em></span></p>
<p>Dieser Kommentar ist mit Sicherheit übertrieben und in dieser Weise unangemessen. In unserem Gesundheitswesen gibt es auch viele erfolgreiche und lebensrettende Behandlungen. <span style="color: #000000;">Tatsache ist allerdings, dass zu viele Antibiotika verschrieben werden, und dass diese laxe Verschreibungspraxis tödliche Konsequenzen hat.</span></p>
<h2>Antibiotika und DDT</h2>
<p>Auf die Problematik der häufigen Antibiotika-Verschreibungen wies erst kürzlich auch eine <span style="color: #993300;"><strong>Studie der Universität Bremen</strong></span> <a href="http://www.derwesten.de/gesundheit/kinder-in-nrw-schlucken-zu-viele-antibiotika-id6356532.html" target="_blank">(2)</a> hin. Kinder in NRW schlucken zu viele Antibiotika. &#8211; Im Wesentlichen lässt sich diesem Befund zustimmen, und dies gilt natürlich nicht nur für NRW. Diese Studie weist auf grundsätzliche Probleme unseres Gesundheitswesens hin. Fast jeder &#8211; außer vielleicht Hendrik M. Broder, der auch in dieser Frage seinen Ruf als liebenswerter Querkopf pflegt <a href="https://www.amazon.de/dp/3492253164/ref=as_li_tf_til?tag=clausfritzsch-21&amp;camp=1410&amp;creative=6378&amp;linkCode=as1&amp;creativeASIN=3492253164&amp;adid=0H9S6C543BQ8TG6SEDCB&amp;" target="_blank">(3)</a> &#8211; weiß inzwischen, dass die Bekämpfung  von Heuschrecken mit DDT problematisch ist, und zwar in verschiedener Hinsicht:</p>
<ul>
<li> <strong>DDT ist toxisch</strong> und steht in dem Verdacht, <em>Krebs </em>zu verursachen. Eine absolut selektive Toxizität, die nur Krankheitserreger und nicht den gesunden menschlichen Organismus angreift, gibt es nicht.</li>
<li><strong>DDT ist ökologisch bedenklich</strong>, weil es auch nützliche <em>Insekten </em>und insbesondere auch <em>Vögel </em>schädigt.</li>
<li><strong>DDT verursacht Resistenzen</strong> und ist damit auf lange Sicht gesehen ohnehin <em>unwirksam</em>.</li>
</ul>
<p>Exakt die gleichen Probleme verursachen auch Antibiotika:</p>
<ul>
<li> <strong>Antibiotika sind (mehr oder weniger) toxisch</strong>. &#8211; Eine absolut selektive Toxizität, die nur Krankheitserreger und nicht den gesunden menschlichen Organismus angreift, gibt es nicht.</li>
<li><strong>Antibiotika sind bedenklich</strong>, weil sie auch die <em>nützlichen Bakterien</em> töten &#8211; z. B. die Bakterienflora des Darms. Sie stören unser<em> inneres Ökosystem</em>.</li>
<li><strong>Antibiotika verursachen Resistenzen</strong> und sind damit auf lange Sicht <em>unwirksam</em></li>
</ul>
<p><span style="color: #993300;"><strong>Mit unseren Äckern gehen wir inzwischen vernünftiger um. Wann sind wir soweit, dieses Wissen auch auf unsere eigenen Körper anzuwenden?</strong></span></p>
<p>Einstweilen aber sollte der Einsatz von Antibiotika strikt beschränkt werden auf <em>Zustände, die ernsthaft lebensbedrohlich sind</em>. Der unnötige Einsatz von Antibiotika ist ein ärztlicher Kunstfehler, weil er immense Schäden verursacht &#8211; und letzten Endes tödlich sein kann, tödlich beispielsweise für Neugeborene auf einer Neugeborenen-Intensivstation. Konkret bedeutet das, dass Antibiotika-Gaben in der Massentierhaltung generell und in jedem Fall verboten werden müssen und ein Gegenstand strafrechtlicher Verfolgung &#8211; für Haustiere mag das anders aussehen.<br />
Ferner bedeutet das z. B. aber auch, dass die prophylaktische Antibiotika-Gabe nach Zahn-Implantaten nicht indiziert ist.</p>
<h2>Antibiotika: Ursache von Resistenzen</h2>
<p>Antibiotika-Gaben verursachen <a href="http://flexikon.doccheck.com/Resistenz" target="_blank">Resistenzen</a> und antibiotikaresistente Keime verursachen große und zunehmende Probleme. Das betrifft ja nicht nur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klebsiella" target="_blank">Klebsiellen</a> auf Frühgeborenen-Intensivstationen. Infektionen mit MRSA (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Multiresistenz#Methicillin-resistente_Staphylococcus_aureus_.28MRSA.29-St.C3.A4mme" target="_blank">Multi-Resistenten-Staphyloccus-aureus</a>) gehören mittlerweile fast zum klinischen Alltag. Antibiotika-Resistenzen sind ein massives, weit verbreitetes und massiv zunehmendes Problem. Selbst das Europa-Parlament hat sich schon damit befasst.</p>
<p>Und es geht dabei nicht nur um die Entstehung von Resistenzen bei den unmittelbar behandelten Erregern. Noch wesentlich <span style="color: #993300;"><strong>problematischer sind wahrscheinlich die Reste der Antibotika in den menschlichen Ausscheidungen</strong></span>. In den Abwässern und in den Ratten der Kanalisation werden resistente Erreger regelrecht gezüchtet in dieser Weise. Spätestens dort sind nämlich die Konzentrationen niedrig genug, um von den Bakterien gut überlebt zu werden, aber im Einzelfall doch hoch genug, um zur Bildung von Resistenzen anzuregen. Wie diese Erreger dann ihren Weg finden aus der Kanalisation in die Zitadelle der Spitzenmedizin ist sicherlich eine spannende Geschichte, aber letzten Endes wohl nur eine Frage der Zeit. Ich tippe hier mal auf das <em>Reinigungspersonal</em>. (Das <em>Pflegepersonal </em>auf solchen Stationen ist ja in aller Regel hochqualifiziert und gut geschult. Die Reinigung von Krankenhäusern wird aber mittlerweile gerne mal preisgünstigen Drittdienstleistern überlassen, die mit wechselndem, schlecht ausgebildetem und schlecht bezahlten Personal arbeiten.) In Ländern wie Indien gibt es darüber hinaus auch erhebliche Probleme mit den Abwässern der entsprechenden Pharma-Industrie. Auch diese Abwässer haben &#8211; sofern ungeklärt &#8211; interessante Effekte.</p>
<p><strong>Lösen lässt sich das Problem massiv zunehmender Resistenzen nur sehr begrenzt durch zusätzliche Hygiene-Ärzte; wenn es resistente Keime gibt werden die immer wieder ihren Weg finden. Lösen lässt sich das Problem nur durch eine deutliche Reduzierung des Antbiotika-Einsatzes.</strong><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Homöopathie als nützliche Option</h2>
<p><img class="alignnone" title="Homöopathie &amp; Globuli" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/127_Homoeopathie_Globuli.jpg" alt="" width="418" height="297" /><br />
<span style="color: #808080;"><em>Foto: ©iStockphoto.com/Ollo</em></span><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>Ergänzen lassen sich zu der oben genannten Studie aus NRW <a href="http://www.derwesten.de/gesundheit/kinder-in-nrw-schlucken-zu-viele-antibiotika-id6356532.html" target="_blank">(2)</a> aus homöopathischer Sicht allenfalls noch zwei Dinge:</strong></p>
<p><em>Erstens:</em> Einfache Virusinfekte sind <span style="color: #993300;"><strong>hervorragend homöopathisch behandelbar</strong></span>. Dafür braucht es noch nicht einmal eine homöopathische Ausbildung (schaden tut sie natürlich auch nicht). Wenn man sich mit entsprechender Literatur für Laien bekannt macht (Homöopathische Hausapotheken, diverse Bücher), kann man das in den meisten Fällen schon recht gut behandeln, selbst ohne eingehende Kenntnisse. Und schon das würde in der Tat schon viele Antibiotika einsparen  &#8211; und alle damit verbundenen Probleme wie z. B. zunehmenden Resistenzen. Und mit etwas eingehender Kenntnis der Homöopathie lassen sich dann auch bakterielle Infektionen in aller Regel erfolgreich behandeln. Nach meiner Einschätzung sind 80 Prozent der Antibiotika-Gaben schon aus konventioneller Sicht überflüssig. Mindestens weitere 15 Prozent lassen sich durch eine sachgerechte homöopathische Behandlung noch darüber hinaus einsparen.</p>
<p><em>Zweitens aber auch: </em>Die von den Kinderärzten empfohlene <span style="color: #993300;"><strong>Gabe von fiebersenkenden Mitteln</strong></span><a href="http://www.derwesten.de/gesundheit/kinder-in-nrw-schlucken-zu-viele-antibiotika-id6356532.html" target="_blank"> (2)</a><span style="color: #993300;"><strong> ist in aller Regel ebenfalls nicht sinnvoll</strong></span>. Fieber ist eine aktive Leistung des Organismus, der damit das Immunsystem hochfährt. Jedes Grad Temperaturerhöhung bringt eine Steigerung um den Faktor 10. Man fragt sich, ob bestimmte Komplikationen bei Viruserkrankungen nicht wesentlich seltener auftreten würden, wenn deutlich zurückhaltender mit fiebersenkenden Mitteln umgegangen würde. Siehe hierzu der Artikel „Fieber senken? Möglichst nicht!“ von Prof. Ansgar Lohse und Dr. Stefan Schmiedel <a href="http://www.aerztekammer-hamburg.de/funktionen/aebonline/pdfs/1260446486.pdf" target="_blank">(4 &#8211; Seiten 28 und 29)</a>.</p>
<p>Und man kann sich darüber hinaus fragen, ob die Nutzen-Risiko-Kalkulation für diverse Impfungen nicht anders ausfallen würde, wenn die entsprechenden Erkrankungen nicht mit fiebersenkenden Mitteln behandelt würden. Mindestens für die <em>Spanische Grippe</em> und die Behandlung mit <em>Acetylsalicylsäure</em> trifft das sogar mit tödlicher Sicherheit zu.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Quellen:</h2>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>(1)</strong> <a href="http://www.taz.de/!88667/" target="_blank">Eiken Bruhn, „Krankmachendes Gesundheitssystem &#8211; Die Debatte lenkt ab.“, taz NORD, 28.02.2012</a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>(2)</strong> <a href="http://www.derwesten.de/gesundheit/kinder-in-nrw-schlucken-zu-viele-antibiotika-id6356532.html" target="_blank">Jutta Bublies, „Arzneimittel &#8211; Kinder in NRW schlucken zu viele Antibiotika“, DER WESTEN, 15.02.2012</a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>(3)</strong> <a href="https://www.amazon.de/dp/3492253164/ref=as_li_tf_til?tag=clausfritzsch-21&amp;camp=1410&amp;creative=6378&amp;linkCode=as1&amp;creativeASIN=3492253164&amp;adid=0H9S6C543BQ8TG6SEDCB&amp;" target="_blank">Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Henryk M. Broder, „SCHÖNER DENKEN: Wie man politisch unkorrekt ist“, Piper Taschenbuch</a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>(4)</strong><a href="http://www.aerztekammer-hamburg.de/funktionen/aebonline/pdfs/1260446486.pdf" target="_blank"> Prof. Ansgar Lohse und Dr. Stefan Schmiedel, „Fieber senken? Möglichst nicht!“, Hamburger Ärzteblatt, Seite 28 und 29, Dezember 2009, 63. Jahrgang</a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Prof. Harald Walach korrigiert Markus C. Schulte von Drach (Sueddeutsche.de)</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=4057</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 15:08:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Trapp</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie in den Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Linde]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=4057</guid>
		<description><![CDATA[Publikumsmedien sind keine wissenschaftlichen Journale. Aus diesem Grund darf man auch nicht zu hohe Ansprüche stellen, wenn sich eine angesehene Tageszeitung wie die Süddeutsche Zeitung in die Tiefen einer wissenschaftlichen Kontroverse hineinwagt. Allerdings darf man von einem Leitmedium wie der Süddeutschen Zeitung durchaus erwarten, dass ihre Redaktion zumindest grundlegende Aussagen prüft und sie uns nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="Christoph Trapp, Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/016_Christoph_Trapp.jpg" alt="" width="139" height="164" /><br />
<strong>Publikumsmedien sind keine wissenschaftlichen Journale. Aus diesem Grund darf man auch nicht zu hohe Ansprüche stellen, wenn sich eine angesehene Tageszeitung wie die Süddeutsche Zeitung in die Tiefen einer wissenschaftlichen Kontroverse hineinwagt. Allerdings darf man von einem Leitmedium wie der Süddeutschen Zeitung durchaus erwarten, dass ihre Redaktion zumindest grundlegende Aussagen prüft und sie uns nicht (im übertragenen Sinne) Volkswagen als führenden Hersteller von Spielzeugautos präsentiert. Aus meiner Sicht hat Redakteur <a href="http://www.schultevondrach.de/links.html" target="_blank">Markus C. Schulte von Drach</a> etwas Vergleichbares gemacht, als er den Artikel <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/umstrittenes-heilverfahren-homoeopathie-missbrauchte-studien-1.1267699" target="_blank">„Homöopathie ist ein reiner Placeboeffekt“ </a>für Sueddeutsche.de verfasste. <span style="color: #993300;">Homöopathen berufen sich „häufig auf den Mediziner Klaus Linde und den Quantenphysiker Anton Zeilinger“ lässt Markus C. Schulte von Drach seine Leser wissen.</span> Das ist eine seltsame Behauptung, die einer genauen Prüfung nicht standhält und die von jenen Fragen, die in der Scientific Community aktuell diskutiert werden, komplett ablenkt. Zwei grobe Fehler <a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=5100" target="_blank">korrigierte Prof. Walach bei CAM Media.Watch</a>.</strong><br />
<a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=5100" target="_blank"><img class="alignnone" title="Markus C. Schulte von Drach (Süddeutsche Zeitung) - Replik von Harald Walach." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/124_Markus_C_Schulte_von_Drach_Replik_Harald_Walach.jpg" alt="" width="418" height="390" /></a><br />
<span id="more-4057"></span></p>
<h2>„Knapp daneben, aber mitten ins Ziel“</h2>
<p><span style="color: #333399;"><em>„Eine der genialsten Anleitungen, wie man auf jeden Fall ans Ziel kommt, auch wenn man weit an ihm vorbeigeschossen ist, kann man in Eckhart von Hirschhausens Buch „Das Glück kommt selten allein“ finden, in der Hardcover Ausgabe auf Seite 36, wenn ich mich recht erinnere. Es handelt sich dabei um einen Bastelbogen. Er zeigt eine <a href="http://www.hirschhausen.com/autor/EvH_Bastelbogen.pdf" target="_blank">Dart-Zielscheibe zum Ausschneiden</a>. Die Anleitung sagt, man solle einen Pfeil irgendwohin schießen, wo er stecken bleibt, dann die Zielscheibe ausschneiden, und drum herum kleben, möglichst mit dem Pfeil im „Bull’s Eye“. Und zack, fertig ist der Treffer!“ </em></span>Mit diesen Worten leitet der klinische Psychologe <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Harald_Walach" target="_blank">Prof. Dr. Dr. Harald Walach</a>, Chefredakteur des Journals <em>Forschende Komplementärmedizin</em> und eine bedeutende Forscherpersönlichkeit auf dem Gebiet der Alternativ- und Komplementärmedizin, einen kritischen Blogbeitrag ein, der zwei Missverständnisse von Markus C. Schulte von Drach korrigiert:</p>
<h3><span style="color: #333399;">1. Fehler &#8211; „Schwache Quantentheorie“:</span></h3>
<p>Das eine Missverständnis ist verzeihlich. Markus C. Schulte von Drach hatte den Eindruck erweckt, Walach würde die Homöopathie durch das Prinzip der <a href="http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=3855" target="_blank">Quantenteleportation</a> außerhalb strikter Quantensysteme erklären. Die zur sog. <em>Schwachen Quantentheorie</em> publizierten diversen wissenschaftlichen Arbeiten (z. B. in <a href="http://www.springerlink.com/content/tf7l7eparhm1ag2n/" target="_blank"><strong>Foundations of Physics</strong>, 2002</a> oder in einer (Open Access) Sondernummer der <a href="http://www.springerlink.com/content/j2l562l54421up51/" target="_blank">peer-reviewten Online-Philosophiezeitschrift <strong>Axiomathes</strong>, 2011</a>) sind schwere Kost und es ist anzunehmen, dass Markus C. Schulte von Drach die Arbeiten nie gelesen hat. Für einen Wissenschaftsjournalisten sehr ungewöhnlich ist allerdings der Sachverhalt, dass sich der Mitarbeiter der SZ-Redaktion kritisch zu Harald Walach äußert, ohne mit ihm Kontakt aufgenommen zu haben. Im SZ-Wissenschaftsressort von <span style="color: #993300;"><strong>Werner Bartens</strong></span> ist das nun schon der zweite grobe Schnitzer dieser Art. 2010 hatte SZ-Redakteur <span style="color: #993300;"><strong>Sebastian Herrmann</strong></span> einen Artikel über den Studiengang von Herrn Walach an der Europa-Universität Viadrina veröffentlicht, der <a href="http://www.europa-uni.de/de/forschung/institut/institut_intrag/pressespiegel/Der_Masterstudiengang/Erwiderung_SZ_Harald_walach.pdf" target="_blank">in wesentlichen Teilen Falschinformationen enthält</a>. Auch Sebastian Herrmann fand nicht die Zeit, jene Person zu kontaktieren, die Gegenstand eines kritischen und schlampig recherchierten Berichts wurde.</p>
<h3><span style="color: #333399;">2. Fehler &#8211; Klaus Linde und Shang et al. 2005:</span></h3>
<p>Das andere Missverständnis kann ich schwer nachvollziehen, weil es hier um eine Thematik geht, die sich fachfremde Journalisten relativ schnell aneignen können, wenn sie ein klein wenig recherchieren, konzentriert lesen und aufmerksam zuhören. Wie nur kommt Markus C. Schulte von Drach zu der haarsträubenden Behauptung, Homöopathen würden Dr. med. Klaus Linde als <em>Kronzeugen für die Wirksamkeit der Homöopathie</em> aufführen. Richtig ist, dass der Medizinforscher im Kontext <em>Homöopathie und Forschung</em> zitiert wird. Linde wird hier jedoch in Hinblick auf einen ganz anderen Aspekt zitiert, der von Markus C. Schulte von Drach unter Sueddeutsche.de komplett unterschlagen wurde: <span style="color: #993300;"><strong>Die kontroverse Diskussion der heterogenen Forschungsergebnisse zur Frage, ob homöopathische Arzneimittel einen spezifischen über Placebo hinausgehenden Effekt haben.</strong></span> Und was diese Frage angeht, sagt Dr. med. Klaus Linde z. B. im 2008 publizierten „Kursbuch Homöopathie“:<br />
<img class="alignnone" title="Kursbuch Homöoapthie: Klaus Linde und Claudia Witt zum Stand der Homöopathie-Forschung im Jahr 2006" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/125_Kursbuch_Homoeopathie.jpg" alt="" width="343" height="360" /><br />
<span style="color: #000080;"><em>„</em></span><span style="color: #000080;"><em><strong>Die bisherigen systematischen Übersichtsarbeiten, die die Ergebnisse der placebokontrollierten Studien zusammenfassen (Kleijnen 1997, Linde 1997, Shang 2005), zeigen kein einheitliches Ergebnis, so dass die Frage nach der Überlegenheit homöopathischer Arzneimittel über Placebo noch nicht abschließend geklärt ist.</strong></em></span>“</p>
<p><strong>Quelle:</strong> <a href="http://books.google.de/books?id=Q4goD1joOLsC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=Kurs+Buch+Hom%C3%B6opathie&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=auM8T-GfFI7ktQauwYH5BA&amp;ved=0CFEQ6AEwAA#v=onepage&amp;q=Kurs%20Buch%20Hom%C3%B6opathie&amp;f=false" target="_blank">K. Linde, C. M. Witt in „Kursbuch Homöopathie“, 2008, S. 318</a></p>
<p>Das ist exakt das Gegenteil der von Markus C. Schulte von Drach gewählten Überschrift <em>„Homöopathie ist Placeboeffekt“</em>. Nun stammen viele Inhalte des „Kursbuch Homöopathie“ aus dem Jahr 2006 und entsprechen nicht mehr dem Forschungsstand des Jahres 2012. Auch der Artikel in der <em>Süddeutschen Zeitung</em> bezieht sich auf Arbeiten, die vor 5 bis 9 Jahren erstellt wurden. Prof. Walach fragt daher auch zu Recht:</p>
<p><span style="color: #333399;"><em>„Was eigentlich ist der konkrete Anlass für diesen Artikel? Normalerweise gibt es ja immer irgendeinen mehr oder weniger aktuellen Anlass, wenn Journalisten schreiben. Der hier zugrundeliegende Anlass muss in der finsteren Vergangenheit gesucht werden. Die Arbeiten, auf die sich Schulte von Drach in seinem Artikel bezieht, sind 2003, 2005 und 2007 publiziert worden – das heißt vor 5 bis 9 Jahren. <strong>Wichtige neuere Arbeiten, in denen die Diskussion um die Homöopathie von Wissenschaftlern aufgegriffen oder weitergeführt wurde, fehlen.</strong> Fast wollte man meinen, der SZ-Redaktion sei ein fünf Jahre alter Text bei der Jahresinventur in die Finger gekommen, der grad noch auf eine leere Seite passt.“</em></span><br />
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<h2>Aktuellere Informationen:</h2>
<p><strong>Interessieren Sie sich für die Frage, welches wissenschaftliche Meinungsspektrum es in der Homöopathie-Forschung gibt, so finden sie hier im Blog eine<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737" target="_self"> Zusammefassung von Björn Bendig</a>, die den Stand des Jahres 2010 berücksichtigt. Noch aktueller ist ein <a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=3878" target="_blank">CAM Media.Watch-Interview mit Dipl.-Stat. Rainer Lüdtke</a>.</strong><br />
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<h2>Lesetipp zum Thema:</h2>
<p><a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3284" target="_self"><strong>Wasserlinsen-Experimente zeigen spezifische Effekte von hochverdünnten Homöopathika. Interview mit dem Physiker Dr. Stephan Baumgartner.</strong></a><br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Teil 3 des Interviews mit Physiker Dr. Stephan Baumgartner. Wasserlinsen-Experimente zeigen spezifische Effekte von hochverdünnten Homöopathika.</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 08:32:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DZVhÄ Homöopathie.Blog</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[10:23-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Avogadro-Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagenforschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Kampagne 10:23]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Baumgartner]]></category>

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		<description><![CDATA[Können hoch verdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen? Der wissenschaftliche Mainstream hielt diese Möglichkeit bisher für eher unwahrscheinlich, weil homöopathische Hochpotenzen keine pharmakologisch wirksamen stofflichen Bestandteile der potenzierten Ursubstanz mehr enthalten. Anders der Physiker Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner von der Universität Bern (KIKOM). Er sieht durchaus eine Evidenz dafür, dass es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Können hoch verdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen? Der wissenschaftliche Mainstream hielt diese Möglichkeit bisher für eher unwahrscheinlich, weil <a href="http://www.mickler.de/potenzierung.htm" target="_blank">homöopathische Hochpotenzen</a> keine pharmakologisch wirksamen stofflichen Bestandteile der potenzierten Ursubstanz mehr enthalten. Anders der Physiker <a href="http://www.kikom.unibe.ch/content/ueber_uns/e7940/e7971/index_ger.html" target="_blank">Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner</a> von der Universität Bern (KIKOM). Er sieht durchaus eine Evidenz dafür, dass es solche Effekte tatsächlich gibt. <span style="color: #993300;">Seine Forschungsgruppe publizierte 2010 und 2011 Ergebnisse von Experimenten mit</span> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserlinsengew%C3%A4chse" target="_blank">Wasserlinsen</a>. In diesen Untersuchungen zeigten Hochpotenzen einen homogenen, statistisch signifikanten und spezifischen Effekt, der in der Kontrollgruppe ausblieb. Im <a href="http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?p=417" target="_blank">Gespräch mit Dr. med. Michael Teut</a> erläuterte Baumgartner seine Experimente. Das folgende Interview mit Herrn Baumgartner dreht sich um die Frage, <span style="color: #993300;">wie aussagekräftig die Wasserlinsen-Experimente sind</span> und wie Homöopathie-Grundlagenforscher sicherstellen, dass ihre Messungen <span style="color: #993300;">objektiv, reproduzierbar und valide</span> sind.</strong><br />
<img class="alignnone" title="Interview mit dem Physiker Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner von der Universität Bern (KIKOM). Grundlagenforschung und Testsysteme in der Homöopathie." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/098_Dr_Stephan_Baumgartner.jpg" alt="" width="418" height="275" /><br />
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<strong>Vorbemerkung:</strong> Das folgende Interview ist für ein Blog relativ lang und inhaltlich (speziell für Laien) anspruchsvoll. Es hat jedoch auch einen ganz besonderen Reiz: Dr. Stephan Baumgartner vermittelt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der <em>homöopathischen Grundlagenforschung</em>:</p>
<p>Was motiviert einen Physiker, Hochpotenzen zu erforschen? Welche Eigenschaften müssen wissenschaftliche Experimente im Bereich der homöopathischen Grundlagenforschung haben, um <em>objektive</em>, <em>reproduzierbare </em>und <em>valide</em> Ergebnisse hervorzubringen? Was ist eine<em> valide Messung</em>? Was ist ein <em>biologisches Testsystem</em>? Warum hält es Dr. Baumgartner entgegen der Lehrmeinung durchaus für möglich, dass hoch verdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen können &#8211; auch bei Verdünnungen jenseits der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Avogadro-Konstante" target="_blank">Avogadro-Konstante</a>?<br />
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<strong><span style="color: #ff0000;">Dies ist Teil 3 des Interviews mit Herrn Baumgartner.  Teil 1 finden Sie über</span><a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3284" target="_self"> folgenden Link &#8230;</a></strong><br />
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<h2><span style="color: #000000;">Teil 3 des Interviews mit dem Physiker Dr. Stephan Baumgartner</span></h2>
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<strong>Die Erforschung homöopathischer Hochpotenzen zeichnet sich immer wieder durch <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/114_In-vitro-Experimente_Hochpotenzen.jpg" target="_blank">deutliche Effekte aus</a>. Sie hat jedoch auch Probleme mit der Reproduzierbarkeit einmal gemessener Effekte. Was kann der Grund für diese Diskrepanz sein?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>In der experimentellen Forschung im Bereich  homöopathischer Präparate gibt es tatsächlich <span style="color: #993300;"><strong>viele Effekte</strong></span>, die sich bis jetzt <span style="color: #993300;"><strong>einer exakten Reproduzierbarkeit entziehen</strong></span>. <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=4003" target="_blank">Wie gerade geschildert</a>, kann dies meiner Ansicht nach im Wesentlichen drei Gründe haben:</p>
<p>1. Man hat es in der homöopathischen Grundlagenforschung mit einer Sammlung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Artefakt_%28Diagnostik%29" target="_blank">Artefakten</a> zu tun. Dann wären die gefundenen Effekte Fehlinterpretationen und z.B. durch unkontrollierte äußere Einwirkungen zu erklären. 2. Wir kennen noch nicht alle notwendigen Bedingungen für das Auftreten von Wirkungen homöopathischer Präparate. Wäre dies der Fall, dann gäbe es zwar reale Effekte, die sich jedoch nur unter ganz bestimmten Rahmenbedingungen zeigen. 3. Die Probleme mit der Reproduktion von Experimenten könnten auch in der Natur der Sache liegen. In diesem Fall würden homöopathische Hochpotenzen Effekte auslösen, jedoch auf eine neue Weise &#8211; nicht im klassischen pharmakologischen Sinn.</p>
<p>Meine persönliche Vermutung ist zur Zeit, dass alle drei Möglichkeiten zutreffen.<br />
<img class="alignnone" title="Dr. Stephan Baumgartner: Mögliche Gründe, wenn sich Experimente nicht exakt reproduzieren lassen." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/118_Reproduzierbarkeit_Experimente.jpg" alt="" width="418" height="162" /><br />
<strong>Können Sie das etwas präzisieren?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Sehr wahrscheinlich gibt es unter den rund 1.000 Publikationen der homöopathischen Grundlagenforschung solche, welche von Effekten berichteten, die aber auf <em>Artefakte </em>zurückzuführen sind. Das ist natürlich keine Besonderheit der Forschung mit homöopathischen Präparaten, das passiert auch sonst in der Wissenschaft.</p>
<p>Es gibt aber meines Wissens auch experimentelle Modelle, bei denen die Forscher der Ansicht sind, Bedingungen identifiziert zu haben, welche für das Zustandekommen homöopathischer Effekte notwendig sind. Ein Beispiel hierfür ist ein <em>Modell mit Zwergerbsen</em>, wo wir gesehen haben, dass die <span style="color: #993300;"><strong>Saatgutqualität ein entscheidender Faktor ist</strong></span>.</p>
<p>Und drittens könnte ich mir gut vorstellen, dass die Wirkungsweise homöopathisch potenzierter Mittel fundamental anders ist als diejenige chemisch-stofflich definierter Substanzen. Denkbar wäre z.B., dass wir es bei homöopathischen Effekten mit einem der Sache eigenen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Indeterminismus" target="_blank">Indeterminismus</a> zu tun haben könnten. Dieser ließe sich dann nur mit <span style="color: #993300;"><strong>Wahrscheinlichkeitsaussagen </strong></span>beschreiben, ähnlich wie in der Quantenphysik.</p>
<p>Wissenschaftlich kann man hier aber meines Erachtens noch gar keine sicheren Aussagen machen. Wir befinden uns in der homöopathischen Grundlagenforschung wirklich noch in den Anfängen der Forschung.<span style="color: #808080;"><em></em></span><br />
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<strong>Ihre Forschungsgruppe hat homöopathische Präparate mittels Wasserlinsen und Hefezellen untersucht und hier zum Teil statistisch signifikante Effekte beobachtet</strong> <strong><a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21057725" target="_blank">(5)</a> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21403975" target="_blank">(6)</a>. Was genau haben Sie untersucht?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserlinsen" target="_blank">Wasserlinsen</a> sind Wasserpflanzen, die in standardisierten Tests zur Untersuchung der Wasserqualität eingesetzt werden.</p>
<p>Unsere Forschungsgruppe hatte hier untersucht, ob Wasserlinsen, welche vor dem Experiment mit einer stofflichen Dosis <em>Arsen </em>im Wachstum gehemmt wurden, durch eine nachfolgende homöopathische Behandlung wieder in einem gewissen Sinn kuriert werden können. Und in der Tat beobachteten wir in einer Reihe von verblindeten Experimenten, dass <em>homöopathische Potenzen von Arsen</em> das Wachstum dieser Wasserlinsen stimulierten.<br />
<img class="alignnone" title="Wasserlinsen werden mit Arsen behandelt. Homöopathische Behandlung stimuliert das Wachstum." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/119_Wasserlinsen_Arsen_Homoeopathie.jpg" alt="" width="418" height="162" /><br />
<strong>Auch bei Verdünnungen jenseits der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Avogadro-Konstante" target="_blank">Avogadro-Konstante</a>?</strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Dr. Stephan Baumgartner:</strong></span> Ja, die Effekte zeigten sich auch bei Verdünnungsstufen, in denen rechnerisch kein Arsen der potenzierten Ausgangssubstanz mehr enthalten sein sollte. In einer gleich großen Anzahl von <em>Kontrollexperimenten </em>untersuchten wir zudem die Stabilität des Untersuchungssystems und fanden keinerlei Hinweise auf <em>Artefakte</em>.</p>
<p><span style="color: #993300;"><strong>Wir ziehen daraus den Schluss, dass wir hier mit großer Wahrscheinlichkeit Effekte beobachteten, welche nur durch spezifische Eigenschaften der potenzierten Substanzen zu erklären sind.</strong></span></p>
<p>Mit anderen Worten: offenbar wurden durch den Potenzierungsprozess bestimmte Eigenschaften der Ausgangssubstanz Arsen an die höheren Verdünnungsstufen weitergegeben, welche dann bei der Anwendung auf die Wasserlinsen zu einer Wachstumssteigerung führten. Wie dies wissenschaftlich erklärt werden könnte, ist aber meines Erachtens noch völlig offen.<br />
<img class="alignnone" title="Bewertung der Wasserlinsen-Experimente durch Dr. Stephan Baumgartner." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/120_Zitat_Stephan_Baumgartner_2.jpg" alt="" width="418" height="163" /><br />
<strong>Und welche Effekte zeigten sich in den Experimenten mit Hefezellen?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>In parallel durchgeführten Experimenten mit <em>Hefezellen </em>konnten wir interessanterweise <span style="color: #993300;"><strong>keinerlei Effekte</strong></span> einer homöopathischen Behandlung beobachten. Worauf die unterschiedliche Reaktion der beiden Organismen im Einzelnen zurückzuführen ist, ist noch nicht geklärt.</p>
<p>Eine mögliche Erklärungshypothese wäre, dass <em>komplexe Organismen</em> wie zum Beispiel Wasserlinsen deutlicher auf Homöopathika reagieren als<em> einfache Organismen</em> wie etwa Hefe. Es muss aber in weiteren Untersuchungen sorgfältig getestet werden, ob diese Hypothese zutrifft oder ob es einen anderen Grund für die unterschiedliche Reaktion der beiden Organismen gibt.</p>
<p><strong>Bei Ihren jüngsten Experimenten zeigte sich nach der Behandlung von mit Arsen gestressten Wasserlinsen mittels homöopathischer Hochpotenzen eine Zunahme des Flächenwachstums von knapp 2 Prozent. Für Laien klingt das nicht spektakulär. Für Experten ist die geringe Streuung von nur 0,5 Prozent jedoch sehr interessant. Was hat es mit dieser <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Streuung_%28Statistik%29" target="_blank">Streuung</a> auf sich?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>In der experimentellen Forschung kann die <em>Größe von Effekten</em> in unterschiedlicher Weise angegeben werden, was jeweils unterschiedlichen Gesichtspunkten beziehungsweise Fragestellungen entspricht.</p>
<p>Eine mögliche Frage an die Experimente ist etwa die, ob die Behandlung mit homöopathisch potenziertem Arsen <span style="color: #993300;"><strong>den Wasserlinsen in einem relevanten Ausmaß geholfen hat</strong></span>, mit den Folgen ihrer Arsenvergiftung besser zurechtzukommen. Da der Vergiftungseffekt etwas mehr als 50 Prozent war, bedeutet die Zunahme des Flächenwachstums um etwa 2 Prozent durch die homöopathische Behandlung, dass die Folgen der Vergiftung in Bezug auf das Blattflächenwachstum um etwa 4 Prozent reduziert werden konnte. Das ist natürlich kein relevanter Effekt.</p>
<p>Eine andere Frage an die Experimente ist die, ob homöopathisch hergestellte und hochgradig verdünnte Präparate <span style="color: #993300;"><strong>überhaupt einen Effekt auf das Wachstum der Wasserlinsen zeigen</strong></span>. Diese Frage ist von einem allgemeinen wissenschaftlichen Gesichtspunkt aus von Interesse, denn bei einer positiven Antwort würde dies bedeuten, dass hochverdünnte Homöopathika in der Tat <em>spezifische Effekte</em> auf Organismen zeigen können, was ja ein äußerst interessantes Phänomen wäre.<br />
<img class="alignnone" title="Wasserlinsen-Experimente: Geringe Streuung deutet auf stabile spezifische Effekte hin." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/121_Wasserlinsen-Experimente_Streuung.jpg" alt="" width="418" height="163" /><br />
<strong>Wie klären Sie in diesem Zusammenhang die Frage, ob homöopathische Hochpotenzen überhaupt einen Effekt zeigen und es hier nicht um Zufall geht?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Wir vergleichen die <em>Variabilität </em>bzw. die <em>Streuung </em>des Wasserlinsenwachstums mit dem Effekt der homöopathischen Präparate. Nur wenn letzterer größer ist als die Variabilität, kann von einem wissenschaftlich nachweisbaren Effekt der Homöopathika gesprochen werden, den man dann <em>statistisch signifikant</em> nennt.</p>
<p><strong>Eine Zunahme des Flächenwachstums von ca. 2 Prozent ist für Sie als Forscher somit dann spannend, wenn alle Pflanzen der Untersuchungsgruppe möglichst gleichmäßig um 2 Prozent wachsen?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Ja, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Streuung_%28Statistik%29" target="_blank">Streuung</a> der Ergebnisse gibt im übertragenen Sinne an, ob ich in meinem Experiment mit einer <em>billigen Küchenwaage </em>oder mit einer <em>Präzisionswaage </em>im Labor messe. Messe ich das <span style="color: #993300;"><strong>Gewicht einer Schraube</strong></span> mit einer <em>Küchenwaage</em>, so ist das Ergebnis relativ ungenau &#8211; mit einer großen Streuung. Mit einer <em>Präzisionswaage </em>kann ich das Gewicht der Schraube präzise und zuverlässig messen. Ich erziele eine sehr geringe Streuung.</p>
<p>So ähnlich ist es auch bei den Wasserlinsen-Experimenten unserer Forschungsgruppe. Die <em>Streuung </em>des Untersuchungssystems, in unserem Fall des Wachstums der Wasserlinsen, entspricht der <em>Messgenauigkeit </em>des hier gewählten Messverfahrens. Je kleiner sie ist, desto genauer kann man messen. Und genauso wie man möglichst gute Messinstrumente mit geringer Streuung zu konstruieren versucht, ist es die Aufgabe des Experimentators bei einem biologischen Untersuchungssystem, dessen Streuung durch geeignete Maßnahmen soweit wie möglich zu reduzieren, damit auch kleine Effekte exakt gemessen werden können.</p>
<p><strong>Wie haben Sie Ihre Wasserlinsen-Experimente konzipiert, um Veränderungen des Pflanzenwachstums hoch präzise messen zu können?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Im Fall des Wasserlinsensystems haben wir eine Reduktion der Streuung unter anderem dadurch erreicht, dass wir durch eine Vorauswahl vor dem Versuch eine sehr <em>homogene Gruppe von Wasserlinsen </em>bilden konnten, dass wir eine relativ <em>große Anzahl Pflanzen</em> verwendeten und dass wir die <em>Experimente mehrfach wiederholt</em> haben. Dies führte dazu, dass die Variabilität des Untersuchungssystems auf etwa ein halbes Prozent reduziert werden konnte, was für biologische Untersuchungssysteme einen sehr tiefen Wert darstellt.</p>
<p>So wird auch klar, dass der homöopathische Behandlungseffekt von knapp 2 Prozent größer ist als die Streuung des Wasserlinsenwachstums. <span style="color: #000000;">Damit ist von einem wissenschaftlichen Gesichtspunkt aus eine doch <span style="color: #993300;"><strong>relativ große Evidenz dafür gegeben, dass wir in diesen Experimenten tatsächlich spezifische Effekte von hochverdünnten Homöopathika beobachtet haben</strong></span>.</span><br />
<img class="alignnone" title="Maßnahmen zur Steigerung der Messgenauigkeit der Wasserlinsen-Experimente mit homöopathischen Hochpotenzen" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/122_Messgenauigkeit_Wasserlinsen-Experimente.jpg" alt="" width="418" height="162" /><br />
<strong>Von einem erfolgreichen Experiment der Grundlagenforschung bis hin zu einer wissenschaftlich anerkannten Theorie ist es in der Regel ein weiter Weg. Welche Schlüsse lassen sich aus Ihren erfolgreichen Wasserlinsen-Experimenten ziehen und welche nicht?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Die Wasserlinsen-Experimente eignen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht für Verallgemeinerungen und weitreichende Schlussfolgerungen. Davor möchte ich warnen.</p>
<p>Es kann durch diese Experimentreihe nicht als bewiesen gelten, dass homöopathische Präparate generell wirksam sind. Experimentelle Wissenschaften können nur Phänomene in bestimmten Situationen dokumentieren, beschreiben und Kausalzusammenhänge bestenfalls empirisch experimentell aufzeigen, aber in keinem Fall die Existenz irgendwelcher Phänomene beweisen. Beweise sind nur in der Mathematik möglich, wenn überhaupt.</p>
<p>Es müssen auch diese Experimente erst in unseren eigenen Labors durch andere Experimentatoren wiederholt werden und dann auch in anderen Labors reproduziert werden, um wie schon erläutert die Frage der Reproduzierbarkeit anzugehen und um die Kausalverhältnisse zu klären, die den Wirkungen von homöopathischen Präparaten zugrunde liegen. Auch die Frage der Wirksamkeit beim Menschen kann durch solche Laboruntersuchungen nicht untersucht werden. Dazu braucht es klinische Studien wie jene, <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737" target="_self">die Björn Bendig kürzlich summarisch hier im Blog vorstellte</a>.</p>
<p>Aus Sicht eines Grundlagenforschers sind die Ergebnisse unserer Wasserlinsen-Experimente allerdings<span style="color: #993300;"><strong> äußerst </strong></span><span style="color: #993300;"><strong>spannend und interessant</strong></span>. Sie sind eine hohe Motivation, die bisherige Forschungsarbeit fortzusetzen, um wichtige derzeit noch offene Fragen Schritt für Schritt anzugehen.</p>
<p><strong>Herr Baumgartner, vielen Dank für dieses Gespräch.</strong></p>
<p><em>Das Interview führte Claus Fritzsche.</em><br />
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<img class="alignnone" title="Porträt Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/123_Ueber_Dr_Stephan_Baumgartner.jpg" alt="" width="139" height="164" /></p>
<h2>Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner:</h2>
<p>Geboren 1965. Studium der Physik, Mathematik und Astronomie an der <span style="color: #993300;"><strong>Universität Basel</strong></span>. Doktorat in Umweltnaturwissenschaften an der <span style="color: #993300;"><strong>ETH Zürich</strong></span>. Post-Doc in der Abteilung Umweltphysik der EAWAG, Dübendorf. Seit 1996 Mitarbeiter in der Abteilung Grundlagenforschung im<a href="http://www.vfk.ch/" target="_blank"> Institut Hiscia, Verein für Krebsforschung</a>, Arlesheim, sowie an der <a href="http://www.kikom.unibe.ch/content/ueber_uns/organigramm/index_ger.html" target="_blank">Kollegialen Instanz für Komplementärmedizin (KIKOM) der Universität Bern</a> (je 50%). Aufbau der <span style="color: #993300;"><strong>Abteilung Grundlagenforschung </strong></span><span style="color: #993300;"><strong>Anthroposophische Medizin und Homöopathie</strong></span> an der KIKOM. Seit 2009 Dozent an der Universität Bern.</p>
<p><em><a href="http://www.kikom.unibe.ch/content/e6823/e8888/Publ_SB_ger.pdf" target="_blank"><strong>List of Peer-Reviewed Publications</strong></a><br />
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<p><strong>(1)</strong> <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737" target="_self">Björn Bendig, „Viele Wahrheiten“ in der Wissenschaft. – <strong>Sechs Perspektiven zum aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung</strong>, DZVhÄ Homöopathie.Blog, 16.08.2011</a></p>
<p><strong>(2)</strong> <a href="http://www.carstens-stiftung.de/nachwuchs/promotionsfoerderung/abstracts/hom/witt.pdf" target="_blank">Claudia Witt, <strong>Physikalische Untersuchung homöopathischer Hochpotenzen</strong>, 2000 (PDF)</a></p>
<p><strong>(3)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17544864" target="_blank">Witt CM, Bluth M, Albrecht H, Weisshuhn TE, Baumgartner S, Willich SN,<strong> The in vitro evidence for an effect of high homeopathic potencies &#8211; a systematic review of the literature</strong>, Complement Ther Med. 2007 Jun;15(2):128-38. Epub 2007 Mar 28.</a></p>
<p><strong>(4)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19945677" target="_blank">Majewsky V, Arlt S, Shah D, Scherr C, Jäger T, Betti L, Trebbi G, Bonamin L, Klocke P, Baumgartner S., <strong>Use of homeopathic preparations in experimental studies with healthy plants</strong>, Homeopathy. 2009 Oct;98(4):228-43.</a></p>
<p><strong>(5)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21057725" target="_blank">Jäger T, Scherr C, Simon M, Heusser P, Baumgartner S., <strong>Effects of homeopathic arsenicum album, nosode, and gibberellic acid preparations on the growth rate of arsenic-impaired duckweed (Lemna gibba L.)</strong>, ScientificWorldJournal. 2010 Nov 4;10:2112-29.</a></p>
<p><strong>(6)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21403975" target="_blank">Jäger T, Scherr C, Wolf U, Simon M, Heusser P, Baumgartner S., <strong>Investigation of arsenic-stressed yeast (Saccharomyces cerevisiae) as a bioassay in homeopathic basic research</strong>, ScientificWorldJournal. 2011 Mar 7;11:568-83.</a></p>
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<p><a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a></p>
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		<item>
		<title>Teil 2 des Interviews mit Physiker Dr. Stephan Baumgartner. Wasserlinsen-Experimente zeigen spezifische Effekte von hochverdünnten Homöopathika.</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 10:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Fritzsche</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Stephan Baumgartner]]></category>

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		<description><![CDATA[Können hoch verdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen? Der wissenschaftliche Mainstream hielt diese Möglichkeit bisher für eher unwahrscheinlich, weil homöopathische Hochpotenzen keine pharmakologisch wirksamen stofflichen Bestandteile der potenzierten Ursubstanz mehr enthalten. Anders der Physiker Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner von der Universität Bern (KIKOM). Er sieht durchaus eine Evidenz dafür, dass es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Können hoch verdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen? Der wissenschaftliche Mainstream hielt diese Möglichkeit bisher für eher unwahrscheinlich, weil <a href="http://www.mickler.de/potenzierung.htm" target="_blank">homöopathische Hochpotenzen</a> keine pharmakologisch wirksamen stofflichen Bestandteile der potenzierten Ursubstanz mehr enthalten. Anders der Physiker <a href="http://www.kikom.unibe.ch/content/ueber_uns/e7940/e7971/index_ger.html" target="_blank">Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner</a> von der Universität Bern (KIKOM). Er sieht durchaus eine Evidenz dafür, dass es solche Effekte tatsächlich gibt. <span style="color: #993300;">Seine Forschungsgruppe publizierte 2010 und 2011 Ergebnisse von Experimenten mit</span> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserlinsengew%C3%A4chse" target="_blank">Wasserlinsen</a>. In diesen Untersuchungen zeigten Hochpotenzen einen homogenen, statistisch signifikanten und spezifischen Effekt, der in der Kontrollgruppe ausblieb. Im <a href="http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?p=417" target="_blank">Gespräch mit Dr. med. Michael Teut</a> erläuterte Baumgartner seine Experimente. Das folgende Interview mit Herrn Baumgartner dreht sich um die Frage, <span style="color: #993300;">wie aussagekräftig die Wasserlinsen-Experimente sind</span> und wie Homöopathie-Grundlagenforscher sicherstellen, dass ihre Messungen <span style="color: #993300;">objektiv, reproduzierbar und valide</span> sind.</strong><br />
<img class="alignnone" title="Interview mit dem Physiker Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner von der Universität Bern (KIKOM). Grundlagenforschung und Testsysteme in der Homöopathie." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/098_Dr_Stephan_Baumgartner.jpg" alt="" width="418" height="275" /><br />
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<strong>Vorbemerkung:</strong> Das folgende Interview ist für ein Blog relativ lang und inhaltlich (speziell für Laien) anspruchsvoll. Es hat jedoch auch einen ganz besonderen Reiz: Dr. Stephan Baumgartner vermittelt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der <em>homöopathischen Grundlagenforschung</em>:</p>
<p>Was motiviert einen Physiker, Hochpotenzen zu erforschen? Welche Eigenschaften müssen wissenschaftliche Experimente im Bereich der homöopathischen Grundlagenforschung haben, um <em>objektive</em>, <em>reproduzierbare </em>und <em>valide</em> Ergebnisse hervorzubringen? Was ist eine<em> valide Messung</em>? Was ist ein <em>biologisches Testsystem</em>? Warum hält es Dr. Baumgartner entgegen der Lehrmeinung durchaus für möglich, dass hoch verdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen können &#8211; auch bei Verdünnungen jenseits der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Avogadro-Konstante" target="_blank">Avogadro-Konstante</a>?<br />
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<strong><span style="color: #ff0000;">Dies ist Teil 2 des Interviews mit Herrn Baumgartner.  Teil 1 finden Sie über</span><a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3284" target="_self"> folgenden Link &#8230;</a></strong><br />
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<h2><span style="color: #000000;">Teil 2 des Interviews mit dem Physiker Dr. Stephan Baumgartner</span></h2>
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<p><strong>Wie sieht es mit der Erforschung von Effekten an Tieren und Pflanzen aus?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Neben den schon diskutierten <em>rein physikalischen Messungen</em> und <em>in vitro-Untersuchungen</em> gibt es auch Studien zu Wirkungen von Homöopathika an <em>Tieren und Pflanzen</em>. Vera Majewsky et al. erstellten 2009 eine umfassende Übersichtsarbeit zum Thema, ob sich gesunde, das heißt nicht bewusst geschädigte Pflanzen als Untersuchungsmodell für homöopathische Präparate eignen <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19945677" target="_blank">(4)</a>.</p>
<p>Von den 86 identifizierten Studien gab es 15, welche die Effekte der homöopathischen Präparate mit verschüttelten Kontrollproben verglichen und dadurch prinzipiell geeignet waren, spezifische Effekte homöopathischer Präparate festzustellen. <span style="color: #993300;"><strong>Alle diese Studien fanden Hinweise auf solche Effekte.</strong></span> Bei den Pflanzenstudien gab es aber im Gegensatz zu den in-vitro-Modellen nur sehr wenige Wiederholungsstudien, und es gab eine große Vielfalt an verschiedenen untersuchten Pflanzen und potenzierten Substanzen.</p>
<p>Ein generelles Problem solcher Übersichtsarbeiten ist der sogenannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Publikationsbias" target="_blank">Publication Bias</a>, das heißt das Phänomen, dass <em>Studien mit negativen Resultaten seltener publiziert</em> werden als solche mit positiven Resultaten. Demzufolge besteht die Gefahr, dass Übersichtsarbeiten ein zu positives Bild eines Forschungsgebietes zeichnen. Inwiefern dieses Phänomen, welches bei klinischen Studien wohlbekannt ist, auch in der homöopathischen Grundlagenforschung zutrifft, ist eine noch völlig unbekannte und auch sehr schlecht abschätzbare Größe.</p>
<p><strong>Ein großer Teil Ihrer Forschungsarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung von <span style="color: #993300;">Testsystemen</span>, die eine hohe methodische Qualität und valide Messungen ermöglichen sollen. Was kann sich ein Laie unter einem Testsystem für die Erforschung homöopathischer Hochpotenzen genau vorstellen?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Ein solches Testsystem ist eine experimentelle Anordnung, in welcher möglichst schnell und kostengünstig zuverlässige Aussagen zu <em>spezifischen Effekten hochverdünnter Homöopathika</em> getroffen werden sollen. Ein solches Testsystem muss in einer Reihe von Vorversuchen entwickelt und optimiert sowie im laufenden Einsatz ständig kontrolliert werden.</p>
<p><img class="alignnone" title="Homöoapthie: Testsystem Hochpotenz-Forschung von Dr. Stephan Baumgartner" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/099_Testsystem_Hochpotenzforschung_Homoeopathie.jpg" alt="" width="418" height="301" /><br />
<span style="color: #808080;"><em>Foto: © University of Bern / KIKOM and Research Institute of Organic Agriculture FiBL</em></span><br />
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Nehmen wir dazu ein einfaches Beispiel, etwa eine Anordnung von 300 Pflanzen in einer klimatisierten Wachstumskammer. Diese 300 Pflanzen werden zufällig in 10 gleich große Behandlungsgruppen zu je 30 Pflanzen aufgeteilt. <span style="color: #993300;"><strong>In einem typischen Experiment werden dann die Pflanzen jeder dieser Gruppen mit unterschiedlichen Homöopathika und Kontrollproben behandelt.</strong></span> So werden etwa die 30 Pflanzen der ersten Gruppe mit <em>Arnika C30</em> behandelt, die 30 Pflanzen der zweiten Gruppe mit <em>Belladonna C30</em>, die dritte Gruppe mit <em>Wasser C30 </em>als Kontrolle usw. Nach einer bestimmten Zeit, zum Beispiel zwei Wochen, werden alle Pflanzen geerntet und vermessen, etwa die Länge, das Gewicht, die Anzahl Blätter etc.</p>
<p><strong>In unserem Vorgespräch erklärten Sie mir, dass solch ein Testsystem zunächst selbst getestet und auf seine Eignung als Testsystem hin untersucht werden muss. Wie macht man so etwas?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Bevor wir ein Testsystem zu Forschungszwecken einsetzen, führen wir zum Test des experimentellen Aufbaus sogenannte systematische <em>Negativkontrollexperimente </em>durch. In solchen Experimenten werden alle 300 Pflanzen identisch behandelt, z.B. mit verschütteltem Wasser. <span style="color: #993300;"><strong>Wenn sich dann trotzdem Unterschiede zwischen den Gruppen ergeben, liegt ein sogenannter <em>systematischer Fehler</em> vor.</strong></span></p>
<p>In diesen Fällen muss durch eine Veränderung des experimentellen Aufbaus Abhilfe geschaffen werden, zum Beispiel durch eine gleichmäßigere Beleuchtung oder eine bessere Luftzirkulation. Erst wenn durch solche Kontrollversuche sichergestellt ist, dass die Experimente frei von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Artefakt_%28Diagnostik%29" target="_blank">Artefakten</a> sind, werden die Effekte homöopathischer Präparate untersucht. Da sich zudem die experimentellen Bedingungen im Laufe der Zeit ändern können &#8211; so nimmt zum Beispiel die Lichtstärke von Leuchtstoffröhren im Laufe der Zeit ab &#8211; führen wir auch zwischendurch immer wieder solche Negativkontrollexperimente durch.<br />
<img class="alignnone" title="Wasserlinsen als Messinstrument in der Grundlagenforschung zur Homöopathie" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/116_Wasserlinsen_als_Messinstrument.jpg" alt="" width="418" height="163" /><br />
<strong>Wie schützen Sie sich vor Beeinflussungen durch die Experimentatoren?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme ist die Verblindung der experimentellen Gruppen durch eine Person, die bei den Experimenten nicht beteiligt ist. Hierbei werden die Behandlungsgruppen mit einem Code versehen, zum Beispiel <em>X1</em> anstelle von <em>Arnika C30</em>. Damit wird sichergestellt, dass die Experimente nicht durch eine bewusste oder unterbewusste Voreingenommenheit des Experimentators verfälscht werden, weder bei den Behandlungen noch bei den Messungen.</p>
<p>Das Ziel all dieser Anstrengungen ist, ein möglichst objektives Bild der Effekte homöopathisch potenzierter Substanzen zu erhalten und Artefakte so gut wie möglich ausschließen zu können.</p>
<p><strong>Ihre Schilderungen klingen so, als ob sehr viel vorbereitende Forschungsarbeit erforderlich ist, bevor Sie mit den eigentlichen Experimenten beginnen können.</strong></p>
<p><span style="color: #000080;"><strong>Dr. Stephan Baumgartner:</strong></span> Ja, das ist in der Tat der Fall.<br />
<img class="alignnone" title="Zitat Dr. Stephan Baumgartner" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/117_Zitat_Stephan_Baumgartner.jpg" alt="" width="418" height="163" /><br />
<strong>Sie hatten vorhin erwähnt, dass physikalische Messungen reproduzierbar sein müssen. Wie sieht es mit der Reproduzierbarkeit von Experimenten der homöopathischen Grundlagenforschung aus?</strong></p>
<p><span style="color: #000080;"><strong>Dr. Stephan Baumgartner:</strong></span> Man kann sagen, dass <span style="color: #993300;"><strong>Reproduktionen von Experimenten</strong></span> in den Experimentalwissenschaften eine wichtige Technik sind, sowohl um <em>Artefakte </em>zu identifizieren als auch um der Natur und den Kausalverhältnissen von <em>beobachteten Effekten</em> auf die Spur zu kommen. Hierzu gehören sowohl <em>laborinterne</em> als auch <em>laborexterne </em>Reproduktionen.</p>
<p>Bei <span style="color: #993300;"><strong>laborinternen Reproduktionen</strong></span> wird dasselbe Experiment mehrfach wiederholt, um zu testen, ob sich ein Effekt <em>immer </em>zeigt oder nur <em>manchmal</em>. Wenn letzteres der Fall ist, beginnt eine meistens aufwendige und zeitintensive Suche nach möglichen Ursachen.</p>
<p>Bei <span style="color: #993300;"><strong>laborexternen Wiederholungen</strong></span> ist es ähnlich. Hier versucht man ein Experiment in einem anderen Labor nachzuvollziehen. Bei erfolgloser Reproduktion ist auch hier die Suche nach möglichen Gründen angesagt. In weiteren Schritten beginnt man dann, verschiedene Randbedingungen der Experimente zu variieren, um zu bestimmen, welche Faktoren die Ergebnisse der Experimente beeinflussen und welche nicht, um so die für diesen Fall spezifischen Kausalverhältnisse zu bestimmen.</p>
<p>In neuen Forschungsgebieten ist dies eine langwierige und aufwendige Arbeit. Im Bereich der Elektrizitätslehre dauerte das beispielsweise viele Jahrzehnte.<br />
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<img class="alignnone" title="Erforschung von homöopathischen Hochpotenzen an der Universität Bern /KIKOM" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/115_Testsystem_Hochpotenzforschung_Homoeopathie_2.jpg" alt="" width="418" height="367" /><br />
<span style="color: #888888;"><em>Foto: © University of Bern / KIKOM and Research Institute of Organic Agriculture FiBL</em></span><br />
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<strong>Ich habe von Ihnen gelernt, dass <em>negative oder andere Versuchsergebnisse </em>bei der Reproduktion von Experimenten nicht automatisch bedeuten, dass ein Experiment gescheitert ist. Warum?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Wenn sich die Resultate eines bestimmten Experiments nicht reproduzieren lassen, dann kann das sehr viele verschiedene Gründe haben.</p>
<p>Eine Möglichkeit ist, dass sich beim Ausgangsexperiment ein <span style="color: #993300;"><strong>Störfaktor </strong></span>eingeschlichen hat, der zu einem sogenannt <a href="http://flexikon.doccheck.com/Falsch_positiv" target="_blank">falsch-positiven Resultat</a>, einem <em>Artefakt</em>, geführt hat, was sich dann bei Reproduktionen nicht bestätigen lässt.</p>
<p>Eine andere Möglichkeit ist die, <strong><span style="color: #993300;">dass bei der Reproduktion</span></strong> <span style="color: #993300;"><strong>andere Bedingungen herrschten</strong></span>, die aber für das Zustandekommen des Effektes notwendig sind, deren Bedeutung der Experimentator aber noch nicht kennt. Beispielsweise sind verschiedene Experimente aus dem Bereich der Elektrostatik stark von der <em>Luftfeuchtigkeit </em>oder von bestimmten <em>Materialeigenschaften </em>abhängig. Dies hat dazu geführt, dass Experimente im Bereich der Elektrostatik für eine lange Zeit nur schwierig zu reproduzieren waren. Diese Situation änderte sich erst, als die Wissenschaft die Bedeutung dieser Faktoren erkannte. In der Forschung mit homöopathischen Präparaten kann beispielsweise die Saatgutqualität der Pflanzen, welche als Untersuchungsorganismen für die Potenzen eingesetzt werden, ein wichtiger Faktor sein.</p>
<p>Eine weitere Möglichkeit ist die, dass sich bestimmte Vorgänge <span style="color: #993300;"><strong>aus der Natur der Sache heraus nicht reproduzierbar verhalten</strong></span>, wie zum Beispiel die <em>Schwingungen eines Doppelpendels</em> oder bestimmte <em>Effekte der Quantenphysik</em>. Die Nicht-Reproduzierbarkeit dieser Phänomene hat aber nicht zur Folge, dass sie nicht wissenschaftlich erfassbar wären. Sie benötigen nur etwas andere wissenschaftliche Methoden und Theorien zu ihrer Beschreibung und ihrem Verständnis.<br />
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<span style="color: #000080;"><strong>Exkurs: Beispiel für ein nicht reproduzierbares Phänomen</strong></span><br />
<img class="alignnone" title="Mathematisches Doppelpendel" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/118_Mathematisches_doppelpendel.gif" alt="" width="400" height="400" /><br />
<span style="color: #808080;"><em>GIF-Animation: Wikipedia</em></span></p>
<h3><span style="color: #000000;"><strong>Nicht reproduzierbares Experiment:</strong></span></h3>
<p>Die Bewegung eines <em>normalen Pendels</em> lässt sich experimentell reproduzieren. Die Bewegung eines <em>Doppelpendels</em> stellt hingegen ein chaotisches System dar, das instabile Gleichgewichtszustände einnehmen kann. Aus diesem Grunde lässt sich die Bewegung eines Doppelpendels experimentell nicht zuverlässig reproduzieren.<br />
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<strong>An dieser Stelle endet Teil 2 des Interviews mit Dr. Stephan Baumgartner. <span style="color: #993300;">Teil 3</span> finden Sie über <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=4014" target="_self">diesen Link &#8230;</a></strong><br />
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<img class="alignnone" title="Porträt Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/123_Ueber_Dr_Stephan_Baumgartner.jpg" alt="" width="139" height="164" /></p>
<h2>Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner:</h2>
<p>Geboren 1965. Studium der Physik, Mathematik und Astronomie an der <span style="color: #993300;"><strong>Universität Basel</strong></span>. Doktorat in Umweltnaturwissenschaften an der <span style="color: #993300;"><strong>ETH Zürich</strong></span>. Post-Doc in der Abteilung Umweltphysik der EAWAG, Dübendorf. Seit 1996 Mitarbeiter in der Abteilung Grundlagenforschung im<a href="http://www.vfk.ch/" target="_blank"> Institut Hiscia, Verein für Krebsforschung</a>, Arlesheim, sowie an der <a href="http://www.kikom.unibe.ch/content/ueber_uns/organigramm/index_ger.html" target="_blank">Kollegialen Instanz für Komplementärmedizin (KIKOM) der Universität Bern</a> (je 50%). Aufbau der <span style="color: #993300;"><strong>Abteilung Grundlagenforschung </strong></span><span style="color: #993300;"><strong>Anthroposophische Medizin und Homöopathie</strong></span> an der KIKOM. Seit 2009 Dozent an der Universität Bern.</p>
<p><em><a href="http://www.kikom.unibe.ch/content/e6823/e8888/Publ_SB_ger.pdf" target="_blank"><strong>List of Peer-Reviewed Publications</strong></a><br />
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<p><strong>(1)</strong> <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737" target="_self">Björn Bendig, „Viele Wahrheiten“ in der Wissenschaft. – <strong>Sechs Perspektiven zum aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung</strong>, DZVhÄ Homöopathie.Blog, 16.08.2011</a></p>
<p><strong>(2)</strong> <a href="http://www.carstens-stiftung.de/nachwuchs/promotionsfoerderung/abstracts/hom/witt.pdf" target="_blank">Claudia Witt, <strong>Physikalische Untersuchung homöopathischer Hochpotenzen</strong>, 2000 (PDF)</a></p>
<p><strong>(3)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17544864" target="_blank">Witt CM, Bluth M, Albrecht H, Weisshuhn TE, Baumgartner S, Willich SN,<strong> The in vitro evidence for an effect of high homeopathic potencies &#8211; a systematic review of the literature</strong>, Complement Ther Med. 2007 Jun;15(2):128-38. Epub 2007 Mar 28.</a></p>
<p><strong>(4)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19945677" target="_blank">Majewsky V, Arlt S, Shah D, Scherr C, Jäger T, Betti L, Trebbi G, Bonamin L, Klocke P, Baumgartner S., <strong>Use of homeopathic preparations in experimental studies with healthy plants</strong>, Homeopathy. 2009 Oct;98(4):228-43.</a></p>
<p><strong>(5)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21057725" target="_blank">Jäger T, Scherr C, Simon M, Heusser P, Baumgartner S., <strong>Effects of homeopathic arsenicum album, nosode, and gibberellic acid preparations on the growth rate of arsenic-impaired duckweed (Lemna gibba L.)</strong>, ScientificWorldJournal. 2010 Nov 4;10:2112-29.</a></p>
<p><strong>(6)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21403975" target="_blank">Jäger T, Scherr C, Wolf U, Simon M, Heusser P, Baumgartner S., <strong>Investigation of arsenic-stressed yeast (Saccharomyces cerevisiae) as a bioassay in homeopathic basic research</strong>, ScientificWorldJournal. 2011 Mar 7;11:568-83.</a></p>
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<p><a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a></p>
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		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wasserlinsen-Experimente zeigen spezifische Effekte von hochverdünnten Homöopathika. Interview mit dem Physiker Dr. Stephan Baumgartner.</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3284</link>
		<comments>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3284#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 09:28:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Fritzsche</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[10:23-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Avogadro-Grenze]]></category>
		<category><![CDATA[Grundlagenforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie-Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne 10:23]]></category>
		<category><![CDATA[Stephan Baumgartner]]></category>

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		<description><![CDATA[Können hochverdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen? Der wissenschaftliche Mainstream hielt diese Möglichkeit bisher für eher unwahrscheinlich, weil homöopathische Hochpotenzen keine pharmakologisch wirksamen stofflichen Bestandteile der potenzierten Ursubstanz mehr enthalten. Anders der Physiker Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner von der Universität Bern (KIKOM). Er sieht durchaus eine Evidenz dafür, dass es solche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Können hochverdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen? Der wissenschaftliche Mainstream hielt diese Möglichkeit bisher für eher unwahrscheinlich, weil <a href="http://www.mickler.de/potenzierung.htm" target="_blank">homöopathische Hochpotenzen</a> keine pharmakologisch wirksamen stofflichen Bestandteile der potenzierten Ursubstanz mehr enthalten. Anders der Physiker <a href="http://www.kikom.unibe.ch/content/ueber_uns/e7940/e7971/index_ger.html" target="_blank">Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner</a> von der Universität Bern (KIKOM). Er sieht durchaus eine Evidenz dafür, dass es solche Effekte tatsächlich gibt. <span style="color: #993300;">Seine Forschungsgruppe publizierte 2010 und 2011 Ergebnisse von Experimenten mit</span> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserlinsengew%C3%A4chse" target="_blank">Wasserlinsen</a>. In diesen Untersuchungen zeigten Hochpotenzen einen homogenen, statistisch signifikanten und spezifischen Effekt, der in der Kontrollgruppe ausblieb. Im <a href="http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?p=417" target="_blank">Gespräch mit Dr. med. Michael Teut</a> erläuterte Baumgartner seine Experimente. Das folgende Interview mit Herrn Baumgartner dreht sich um die Frage, <span style="color: #993300;">wie aussagekräftig die Wasserlinsen-Experimente sind</span> und wie Homöopathie-Grundlagenforscher sicherstellen, dass ihre Messungen <span style="color: #993300;">objektiv, reproduzierbar und valide</span> sind.</strong><br />
<img class="alignnone" title="Interview mit dem Physiker Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner von der Universität Bern (KIKOM). Grundlagenforschung und Testsysteme in der Homöopathie." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/098_Dr_Stephan_Baumgartner.jpg" alt="" width="418" height="275" /><br />
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<strong>Vorbemerkung:</strong> Das folgende Interview ist für ein Blog relativ lang und inhaltlich (speziell für Laien) anspruchsvoll. Es hat jedoch auch einen ganz besonderen Reiz: Dr. Stephan Baumgartner vermittelt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der <em>homöopathischen Grundlagenforschung</em>:</p>
<p>Was motiviert einen Physiker, Hochpotenzen zu erforschen? Welche Eigenschaften müssen wissenschaftliche Experimente im Bereich der homöopathischen Grundlagenforschung haben, um <em>objektive</em>, <em>reproduzierbare </em>und <em>valide</em> Ergebnisse hervorzubringen? Was ist eine<em> valide Messung</em>? Was ist ein <em>biologisches Testsystem</em>? Warum hält es Dr. Baumgartner entgegen der Lehrmeinung durchaus für möglich, dass hoch verdünnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt auslösen können &#8211; auch bei Verdünnungen jenseits der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Avogadro-Konstante" target="_blank">Avogadro-Konstante</a>?<br />
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<h2><span style="color: #000000;">Interview mit Dr. Stephan Baumgartner</span></h2>
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<strong>Herr Baumgartner, Sie sind Physiker und seit vielen Jahren in der Grundlagenforschung an homöopathischen Potenzen aktiv, u. a. an der <a href="http://www.kikom.unibe.ch" target="_blank">Kollegialen Instanz für Komplementärmedizin (KIKOM)</a> der Universität Bern. Physik und homöopathische Präparate, prallen da nicht zwei unvereinbare Welten aufeinander?</strong><br />
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<span style="color: #333399;"><strong> Dr. Stephan Baumgartner:</strong></span> Auf den ersten Blick scheint das in der Tat so zu sein. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Physik" target="_blank">Physik </a>wird ja im allgemeinen als Wissenschaft der <em>unbelebten Materie</em> gesehen, währenddem sich die medizinischen Richtungen, die homöopathische Präparate einsetzen, wie die <a href="http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/" target="_blank">Homöopathie</a> und die <a href="http://www.damid.de/medizin/index.html" target="_blank">Anthroposophische Medizin</a>, als komplementär- oder alternativmedizinische Verfahren primär mit dem <em>Menschen</em> beschäftigen. Es gibt aber einen Punkt, wo sich diese beiden Welten berühren, und zwar beim Verfahren der <em>Potenzierung</em>, der homöopathischen Heilmittelherstellung.</p>
<p><strong>Genau hier fangen die Probleme jedoch an.<br />
</strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Dr. Stephan Baumgartner:</strong></span> Ja, gemäß dem derzeitigen Stand der Naturwissenschaft ist nicht nachvollziehbar, wie hochverdünnte Präparate, in denen mit allergrößter Wahrscheinlichkeit kein einziges Molekül der Ausgangssubstanz mehr aufzufinden ist, <em>spezifische Medikamenteneffekte </em>hervorbringen sollen.</p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter" title="Wirken homöopathische Hochpotenzen spezifisch?" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/111_spezifische%20Effekte_Homoeopathie.jpg" alt="" width="418" height="163" /><span style="color: #808080;"><em>Foto: © Iosif Szasz-Fabian &#8211; Fotolia.com</em></span><br />
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Spezifisch heißt in diesem Kontext, dass sich z. B. <em>Arnika C30</em> und <em>Belladonna C30</em> in ihren Wirkungen unterscheiden und dass diese Wirkungen über diejenigen von Scheinmedikamenten (<a href="http://www.neuraltherapie-blog.de/?p=3683" target="_blank">Placebos</a>) hinausgehen. Martin Lambeck – emeritierter Physik-Professor aus Berlin – hat in seinem sehr lesenswerten Büchlein <a href="https://www.amazon.de/dp/3406494692/ref=as_li_tf_til?tag=clausfritzsch-21&amp;camp=1410&amp;creative=6378&amp;linkCode=as1&amp;creativeASIN=3406494692&amp;adid=1J94PDTHVB22J3Y0NQ56&amp;" target="_blank">„Irrt die Physik?“</a> die Probleme der Naturwissenschaft mit der Homöopathie sehr klar und anschaulich dargestellt.</p>
<p><strong>Halten Sie es für richtig, jene hochwertigen und verblindeten Homöopathie-Studien zu ignorieren, die einen signifikanten Effekt über Placebo hinaus gezeigt haben?<br />
</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Das ist ein wichtiger Punkt. Es gibt in der Tat eine ganze Reihe <em>doppelblinder randomisierter klinischer Studien</em>, in denen Effekte hochverdünnter Homöopathika gegenüber Placebo beobachtet wurden <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737" target="_self">(1)</a>. Wenn hier keine falsch-positiven Resultate vorliegen, würde dies dafür sprechen, dass offenbar doch bestimmte Eigenschaften der potenzierten Substanz dem Verdünnungsmedium eingeprägt werden können. Wenn dies tatsächlich so sein sollte, wäre das ein sehr spannendes Phänomen, das nicht nur für die Physik sondern auch für die Biologie, die Pharmazie und die Medizin hochinteressant sein könnte.</p>
<p><strong>Prof. Claudia Witt kam 2000 in einer Arbeit <a href="http://www.carstens-stiftung.de/nachwuchs/promotionsfoerderung/abstracts/hom/witt.pdf" target="_blank">(2)</a>, die sich mit physikalisch-experimentellen Untersuchungen von homöopathischen Hochpotenzen beschäftigte, zu einem ernüchternden Fazit. Danach konnte <span style="color: #993300;">„nachgewiesen werden, dass ein großer Teil der bisher veröffentlichten physikalisch-experimentellen Versuche mit homöopathischen Arzneien methodisch nicht valide war.“</span> Was genau ist eine „valide Messung“?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Bei einer definierten klassisch-physikalischen Messung ist es entscheidend, dass sie <em>objektiv</em>, <em>reproduzierbar </em>und <em>valide </em>ist. Eine Messung ist dann <em>objektiv</em>, wenn die Messwerte unabhängig vom Beobachter sind, das heißt, wenn letzterer sie nicht subjektiv beeinflusst oder beeinflussen kann. Eine Messung ist dann <em>reproduzierbar </em>oder zuverlässig, wenn wiederholte Messungen desselben Gegenstands dieselben oder zumindest sehr ähnliche Werte ergeben. <span style="color: #993300;"><strong>Und eine Messung ist dann als <em>valide </em>zu bezeichnen, wenn sie das misst, was sie messen soll. </strong></span></p>
<p>Für valide Messungen ist es etwa entscheidend, dass für eine vorliegende Frage das richtige Messinstrument gewählt wird. Um ein triviales Beispiel zu nehmen: eine Temperaturmessung mit einem <em>Thermometer </em>kann keine valide Aussage über die <em>Größe eines Menschen</em> ergeben.<br />
<img class="alignnone" title="Keine valide Messung!" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/112_keine_valide_Messung.jpg" alt="" width="418" height="161" /><br />
<span style="color: #808080;"><em>Foto: © Ovidiu Iordachi &#8211; Fotolia.com</em></span><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>Heißt das,<em> nicht valide</em> Untersuchungen von homöopathischen Hochpotenzen können durchaus Effekte zeigen, die allerdings von anderen Einflussgrößen stammen und nicht durch die Hochpotenz zu erklären sind?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Genau, nicht nur einzelne Messungen sondern auch Untersuchungen als ganze sind <em>nicht valide</em>, wenn<em> nicht das gemessen wird</em>, was eigentlich gemessen werden soll. Das kritische Fazit der Arbeit von Claudia Witt bezieht sich auf genau diese <span style="color: #993300;"><strong>Validität des gesamten Versuchsaufbaus bzw. der ganzen Untersuchung</strong></span>, zu der noch einiges mehr gehört als die reinen Messungen an sich.</p>
<p>Je nach Fragestellung müssen ganze Versuchsreihen mit verschiedenen Teilfragen durchgeführt werden, die sich über mehrere Monate hinziehen und Tausende von einzelnen Messungen beinhalten können. Diese Versuchsreihen müssen nach einem bestimmten, wohl durchdachten Plan durchgeführt werden, damit die Fragestellung, die man hat, auch valide, das heißt mit angemessenen Methoden beantwortet werden kann.</p>
<p><strong>Können Sie ein Beispiel für solch eine Teilfrage nennen?</strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Dr. Stephan Baumgartner: </strong></span>Eine der Fragestellungen der physikalischen Grundlagenforschung lautet, ob hochverdünnte homöopathische Präparate <em>spezifische, physikalisch messbare Eigenschaften</em> aufweisen, welche sie von reinem Verdünnungsmedium unterscheiden.</p>
<p>Weil noch keine konkreten Vorstellungen darüber vorliegen, wie sich Eigenschaften der jeweils potenzierten Substanz dem Verdünnungsmedium einprägen könnten, wurden in vielen Untersuchungen der Vergangenheit verschiedene physikalische Messmethoden quasi ausprobiert, um etwaige Besonderheiten hochverdünnter Homöopathika zu identifizieren.</p>
<p>Solche sogenannt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prim%C3%A4rforschung" target="_blank">explorativen Untersuchungen</a> sind immer vergleichend, d.h. man misst bestimmte Eigenschaften homöopathischer Potenzen und vergleicht sie mit Messresultaten so genannter <em>Kontrollen</em>, <em>Kontrollproben </em>oder <em>Vergleichsproben</em>. Die Wahl dieser Vergleichsproben ist nun entscheidend für die wissenschaftlichen Schlussfolgerungen, die man aus solchen Messungen ziehen kann.<br />
<img class="alignnone" title="Vergleichsproben: A) unpotenziert, unverschüttelt, B) potenziert, verschüttelt" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/113_Medium_potenziert_unpotenziert.jpg" alt="" width="418" height="163" /><br />
<span style="color: #888888;"><em>Foto: © seen &#8211; Fotolia.com</em></span><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>Mit welchen Vergleichsproben bzw. Kontrollen arbeitet man in der homöopathischen Hochpotenzforschung?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>In vielen Untersuchungen wurde als Kontrolle <em>unpotenziertes bzw. unverschütteltes Verdünnungsmedium</em> gewählt. Da aber schon das reine Schütteln von Flüssigkeiten durch die vermehrte Lösung von Luftgasen oder Spuren von Gefäßmaterialien zu einer deutlichen Änderung vieler physikalischer Eigenschaften führt, können gemessene Unterschiede von <em>verschüttelten</em> homöopathischen Präparaten im Vergleich zu <em>nicht verschütteltem</em> Potenziermedium <span style="color: #993300;"><strong>nicht eindeutig interpretiert werden</strong></span>.</p>
<p>Etwaige Unterschiede könnten theoretisch sowohl auf reine <em>Schütteleffekte </em>als auch auf <em>spezifische Eigenschaften der potenzierten Substanzen</em> zurückzuführen sein.</p>
<p>Da letztere das eigentliche Ziel der homöopathischen Grundlagenforschung darstellen, sollten in experimentellen Studien immer auch verschütteltes oder potenziertes Verdünnungsmedium als <em>Vergleichsprobe </em>eingeschlossen werden. Dies ist eine der Bedingungen für eine methodisch valide Versuchsanordnung.</p>
<p><strong>Im Jahr 2000 sprach Prof. Claudia Witt noch von den Validitäts-Problemen der Hochpotenzforschung. Inzwischen gibt es jedoch neuere und methodisch hochwertige Übersichtsarbeiten der homöopathischen Grundlagenforschung, die hinsichtlich der Existenz spezifischer Effekte homöopathischer Hochpotenzen wesentlich optimistischer klingen. Können Sie die Ergebnisse dieser Arbeiten kurz erläutern?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Dr. Stephan Baumgartner:</span> </strong>Claudia Witt und Mitarbeiter haben 2007 in einer Übersichtsarbeit <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17544864" target="_blank">(3)</a> alle nicht-physikalischen Grundlagenforschungsexperimente im Bereich hochverdünnter Homöopathika zusammengestellt, welche <em>in vitro</em>, das heißt in Reagenzgefäßen durchgeführt wurden. Dazu zählen Experimente mit <em>Enzymen</em>, mit <em>Zellkulturen </em>und mit<em> menschlichen Blutzellen</em>, die aus Blutspenden stammen.</p>
<p>Insgesamt wurden 75 Publikationen eruiert, von denen rund <span style="color: #993300;"><strong>drei Viertel Effekte hochverdünnter homöopathischer Präparate beobachteten</strong></span>. In der Übersichtsarbeit wurde auch eine Qualitätsbewertung der Arbeiten vorgenommen. Selbst bei den 18 qualitativ hochwertigen Arbeiten fanden <span style="color: #000000;"><em>zwei Drittel der Studien Effekte</em> homöopathischer Präparate.</span> Einige der Studien waren auch Wiederholungen früherer Experimente, die zu einem guten Teil ebenfalls positiv waren. Es fand sich aber kein Labormodell, welches in <em>allen </em>Replikationsstudien eindeutige Resultate erbrachte.<br />
<img class="alignnone" title="The in vitro evidence for an effect of high homeopathic potencies--a systematic review of the literature." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/114_In-vitro-Experimente_Hochpotenzen.jpg" alt="" width="418" height="161" /></p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<span style="color: #808080;">+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +</span><br />
<strong>An dieser Stelle endet Teil 1 des Interviews mit Dr. Stephan Baumgartner. <span style="color: #993300;">Teil 2</span> finden Sie <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=4003" target="_self">über diesen Link &#8230;</a></strong><br />
<span style="color: #808080;">+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +</span></p>
<p><em> </em><br />
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<img class="alignnone" title="Porträt Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/123_Ueber_Dr_Stephan_Baumgartner.jpg" alt="" width="139" height="164" /></p>
<h2>Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner:</h2>
<p>Geboren 1965. Studium der Physik, Mathematik und Astronomie an der <span style="color: #993300;"><strong>Universität Basel</strong></span>. Doktorat in Umweltnaturwissenschaften an der <span style="color: #993300;"><strong>ETH Zürich</strong></span>. Post-Doc in der Abteilung Umweltphysik der EAWAG, Dübendorf. Seit 1996 Mitarbeiter in der Abteilung Grundlagenforschung im<a href="http://www.vfk.ch/" target="_blank"> Institut Hiscia, Verein für Krebsforschung</a>, Arlesheim, sowie an der <a href="http://www.kikom.unibe.ch/content/ueber_uns/organigramm/index_ger.html" target="_blank">Kollegialen Instanz für Komplementärmedizin (KIKOM) der Universität Bern</a> (je 50%). Aufbau der <span style="color: #993300;"><strong>Abteilung Grundlagenforschung </strong></span><span style="color: #993300;"><strong>Anthroposophische Medizin und Homöopathie</strong></span> an der KIKOM. Seit 2009 Dozent an der Universität Bern.</p>
<p><em><a href="http://www.kikom.unibe.ch/content/e6823/e8888/Publ_SB_ger.pdf" target="_blank"><strong>List of Peer-Reviewed Publications</strong></a><br />
</em></p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span></p>
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<p><strong>(1)</strong> <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2737" target="_self">Björn Bendig, „Viele Wahrheiten“ in der Wissenschaft. – <strong>Sechs Perspektiven zum aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung</strong>, DZVhÄ Homöopathie.Blog, 16.08.2011</a></p>
<p><strong>(2)</strong> <a href="http://www.carstens-stiftung.de/nachwuchs/promotionsfoerderung/abstracts/hom/witt.pdf" target="_blank">Claudia Witt, <strong>Physikalische Untersuchung homöopathischer Hochpotenzen</strong>, 2000 (PDF)</a></p>
<p><strong>(3)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17544864" target="_blank">Witt CM, Bluth M, Albrecht H, Weisshuhn TE, Baumgartner S, Willich SN,<strong> The in vitro evidence for an effect of high homeopathic potencies &#8211; a systematic review of the literature</strong>, Complement Ther Med. 2007 Jun;15(2):128-38. Epub 2007 Mar 28.</a></p>
<p><strong>(4)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19945677" target="_blank">Majewsky V, Arlt S, Shah D, Scherr C, Jäger T, Betti L, Trebbi G, Bonamin L, Klocke P, Baumgartner S., <strong>Use of homeopathic preparations in experimental studies with healthy plants</strong>, Homeopathy. 2009 Oct;98(4):228-43.</a></p>
<p><strong>(5)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21057725" target="_blank">Jäger T, Scherr C, Simon M, Heusser P, Baumgartner S., <strong>Effects of homeopathic arsenicum album, nosode, and gibberellic acid preparations on the growth rate of arsenic-impaired duckweed (Lemna gibba L.)</strong>, ScientificWorldJournal. 2010 Nov 4;10:2112-29.</a></p>
<p><strong>(6)</strong> <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21403975" target="_blank">Jäger T, Scherr C, Wolf U, Simon M, Heusser P, Baumgartner S., <strong>Investigation of arsenic-stressed yeast (Saccharomyces cerevisiae) as a bioassay in homeopathic basic research</strong>, ScientificWorldJournal. 2011 Mar 7;11:568-83.</a></p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<p><a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a></p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span></p>
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		<title>Rainer Lüdtke – Ein Grußwort zum Abschied und Wünsche für den Weg</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 16:06:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Harald Walach</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Lüdtke]]></category>

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		<description><![CDATA[Es muss im Sommer 1993 gewesen sein, als ich Rainer Lüdtke zum ersten Mal begegnet bin, vielleicht auch ein Jahr früher. Er hatte gerade als Statistiker bei der Carstens-Stiftung angeheuert. Ich hatte gerade meine Promotionsarbeit publiziert, eine experimentelle homöopathische Arzneimittelprüfung mit allen Schikanen, die mir damals eingefallen sind: doppelt verblindet, placebo-kontrolliert, mit Crossover und Baseline [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="Prof. Dr. Dr. Harald Walach" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/Harald_Walach.jpg" alt="" width="139" height="164" /><br />
Es muss im Sommer 1993 gewesen sein, als ich <span style="color: #000000;">Rainer Lüdtke</span> zum ersten Mal begegnet bin, vielleicht auch ein Jahr früher. Er hatte gerade als Statistiker bei der<strong> </strong><a href="http://www.carstens-stiftung.de/" target="_blank">Carstens-Stiftung</a> angeheuert. Ich hatte gerade meine Promotionsarbeit publiziert, eine experimentelle homöopathische Arzneimittelprüfung mit allen Schikanen, die mir damals eingefallen sind: doppelt verblindet, placebo-kontrolliert, mit Crossover und Baseline und Tagebuch für ein kategoriales Symptomensammelsystem, das idealerweise noch für viele andere Prüfungen herhalten sollte.</p>
<p>Die Studierenden des <a href="http://www.wilseder-forum.de/" target="_blank">Wilseder Forums</a>, einer Studentenorganisation, die die Carstens-Stiftung ins Leben gerufen hatte, hatten mich eingeladen in irgendein Kaff in der Lüneburger Heide. Das Taxi setzte mich am Rande des Schutzgebietes ab und ich stapfte ein paar Kilometer durch den Regen zum Tagungshaus, zwischendurch ernsthaft an meiner Mission zweifelnd. Diese Zweifel wurden durch Rainer Lüdtkes methodisch-statistische Kommentare zu meiner Arbeit nicht gerade gelindert. Ich kann mich an die Einzelheiten nicht mehr erinnern. Mir wurden nur damals Zusammenhänge klar, die mir in einer Fülle von methodischen Beratungen durch Methodiker, Statistiker, Berater und auch meine eigene nicht gerade sparsame Lektüre von methodisch-statistischer Literatur verborgen geblieben waren.<br />
<span id="more-3802"></span><br />
<strong>Solche Erfahrungen bleiben haften und sind gewissermaßen ikonografisch. In diesem Fall für die Ikonografie von Rainer Lüdtke als das methodisch-statistische Gewissen der komplementärmedizinischen Forschung. </strong><br />
<img class="alignnone" title="Dipl.-Stat. Rainer Lüdtke" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/110_Rainer_Luedtke_Carstens-Stiftung_Abschied.jpg" alt="" width="418" height="196" /><br />
Selten habe ich auch eine derart gute Kombination von Kritik erlebt, die klar und hart in der Sache ist und doch verbindend und wohlwollend im Ton und in der Beziehung. Mir scheint, es ist eine deutsche Marotte, vielleicht auch eine deutsche Marotte unter Akademikern, mit Kritik auch immer eine subtile, von Häme nicht ganz freie Abwertung des Kritisierten zu verbinden, aus der dann auch gleich noch die Überlegenheit des besser Informierten hervorleuchtet. Nicht umsonst ist <em>„schadenfreude“</em> neben <em>„angst“</em>, <em>„rucksack“</em> und <em>„kindergarten“</em> eines der wichtigsten deutschen Lehnwörter im Englischen (übrigens ist <em>„handy“</em> mittlerweile dazugekommen). Nichts von alledem habe ich je bei irgendwelcher Kritik gesehen, die von Rainer Lüdtke kam, sei es in meine Richtung oder zu anderen. Auch das ist bildprägend: <strong>Seine Kritik ist immer sachlich richtig und persönlich verbindend gewesen und hat vor allem die Sache und das Feld weitergebracht.</strong><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Brücke zur Mainstream-Biometrie</h2>
<p>Damit wurde er zu einem wichtigen und tragenden Element der noch jungen komplementärmedizinischen Forscherszene. Er bildete sozusagen einen Brückenpfeiler zur Mainstream-Biometrie, die in Deutschland vorgab, wie klinische Studien zu organisieren und auszuwerten sind, brachte er doch das relevante Wissen aus den entsprechenden Zentren in <a href="http://www.cs.uni-dortmund.de/nps/de/Studium/Studienplaene/Bachelor_Inf_WS/Studienplan_BSc_Inf_NF_TheMed/index.html" target="_blank">Dortmund</a> und<a href="http://www.ams.med.uni-goettingen.de/amsneu/index.html" target="_blank"> Göttingen</a> mit. Es macht einen großen Unterschied aus, ob man (wie wir Psychologen) Methodik und Statistik als Anwender &#8211; sozusagen „ad usum delphini“ &#8211; gelernt hat oder von der Picke auf.</p>
<p>Ich habe jedenfalls die Überheblichkeit des Anwenders, der glaubt, er verstehe die Statistik, wenn er weiß, wie er ein Computerprogramm bedienen und die ausgegebenen Daten interpretieren kann, rasch aufgegeben, nachdem ich einige Kontakte mit professionellen Statistikern hatte &#8211; und die mit Rainer Lüdtke gehörten zu den lehrreichsten für mich.</p>
<p><strong>Fast eine ganze Generation von Forschern – Doktoranden und Leute, die sich auf dem Gebiet der komplementärmedizinischen Forschung vertieften – haben von Rainer Lüdtkes profundem Wissen profitiert.</strong> Bei einer ganzen Reihe von wichtigen Publikationen war er dabei. Dabei hat ihn bis auf wenige Ausnahmen immer das Schicksal des Biometrikers ereilt. Der hat nämlich mit jeder Studie viel Arbeit und Aufwand und wenig Ehre. Sein Platz auf den Publikationslisten ist meistens irgendwo in der „et alii“-Liste der vielen Autoren und selten der Ehrenplatz am Schluss oder wichtige Platz des Erstautors.<br />
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<h2>Re-Analyse von Shang et al. 2005</h2>
<p>Eine der wenigen Ausnahmen ist die wichtige Publikation im <em>Journal of Clinical Epidemiology</em> (Lüdtke, R., &amp; Rutten, A. L. B. (2008): <strong><a href="http://www.anthromed.org/UploadedDocuments/LuedtkeRuttenJCE08.pdf" target="_blank">„The conclusions on the effectiveness of homeopathy highly depend on the set of analyzed trials“</a></strong> (<em>Journal of Clinical Epidemiology</em>, 61, 1197-1204.). In dieser Re-Analyse der viel zitierten Meta-Analyse von Shang und Kollegen aus dem Lancet von 2006 weist Rainer Lüdtke nach, dass den Autoren der originalen Analyse ein wichtiges Detail ihrer eigenen Daten entgangen ist, genauer gesagt, dass sie höchstwahrscheinlich klaren Blickes auf eine normalerweise übliche Austestung der Robustheit ihrer Ergebnisse verzichtet haben. Er liefert die <a href="http://imihome.imi.uni-karlsruhe.de/nsensitivitaetsanalyse_meth.html" target="_blank">Sensitivitätsanalyse</a> nach, die eigentlich in der originalen Publikation hätte enthalten sein müssen. Diese ergibt, dass dann, wenn man mehr Studien in die Analyse einschließt, als dies Shang und Kollegen getan haben, eine signifikante Überlegenheit von Homöopathie gegenüber Placebo festzustellen ist. Damit zeigte sich, dass die viel beschworene angeblich nachgewiesene Unwirksamkeit von Homöopathie, auf die sich Kritiker gerne stützen, alles andere als nachgewiesen und klar ist.<br />
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<span style="color: #808080;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</span><br />
<span style="color: #808080;"><em>Anmerkung der Redaktion: Siehe hierzu auch das folgende<br />
<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=1022" target="_self">Interview mit Rainer Lüdtke</a> im DZVhÄ Homöopathie.Blog.</em></span><br />
<span style="color: #888888;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</span><br />
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Eine Reihe anderer Studien und Projekte hat Rainer Lüdtke federführend mitbetreut und damit die Forschung auf dem Feld befruchtet. Als Schriftleiter der Zeitschrift <a href="http://content.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp?Aktion=JournalHome&amp;ProduktNr=224242" target="_blank"><em>„Forschende Komplementärmedizin“</em></a> war er nicht nur ein wichtiger Gutachter sondern auch ein Torhüter für Studien und Ergebnisse, die es in die Öffentlichkeit schafften und solchen, die den Standards nicht genügten. Damit hat er sich viel Respekt und Anerkennung erworben. Ich kenne keinen im Feld, der an Rainer Lüdtkes Urteil leichten Gewissens vorbeigegangen wäre.<br />
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<h2>Großer Verlust für die CAM-Forschung</h2>
<p>Nun hat er sich für die letzte Hälfte seines professionellen Lebens ein neues Tätigkeitsfeld gesucht und geht in die Projektentwicklung beim <strong><a href="http://www.stifterverband.info/" target="_blank">Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft</a></strong>. Das ist ein Aufstieg. Denn als Statistiker ist und bleibt man der Rechenknecht der Forscher, wenn man nicht die luxuriöse Stelle eines forschenden Statistikers hat &#8211; und die sind rar gesät. Für das Feld ist das ein Verlust, ein herber sogar, für Rainer Lüdtke ist es ein Gewinn, den ihm alle gönnen, die ihn kennen. Der Stifterverband hat sich einen klugen Kopf geangelt, die komplementärmedizinische Szene einen engagierten Mann verloren.</p>
<p>Rainer Lüdtke wird nicht leicht zu ersetzen sein und im Moment ist niemand in Sicht, der diese Rolle ausfüllen kann. Weltweit gibt es nur eine Handvoll von Statistikern, die gut genug ausgebildet sind, um die komplexen Forschungsfragen angemessen betreuen zu können und die gleichzeitig ein Interesse an den Themen haben und die obendrein noch meinungsresistent genug sind, um die immer noch weitverbreitete Skepsis gegenüber diesem Gebiet nicht allzu ernst zu nehmen. Wollen wir hoffen, dass ein naturphilosophischer Grundsatz auch hier gilt:</p>
<p><em>„Die Natur verabscheut das Vakuum.“</em></p>
<p>Drum strömt immer etwas nach, wenn irgendwo ein Platz frei wird. So, das hoffen wir, irgendwann auch hier. Im Moment ist ein sehr wichtiger Platz frei geworden und im Moment gilt es, dies auszuhalten. <strong>Verbunden mit Dank dem gegenüber, der ihn so lange und so konstruktiv gefüllt hat: Rainer Lüdtke, und verbunden mit den besten Wünschen für seinen weiteren Weg.</strong><br />
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<h2><span style="color: #ff0000;">Links zum Thema:</span></h2>
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<a href="http://www.carstens-stiftung.de/artikel/der-mann-der-zahlen-verlaesst-die-carstens-stiftung.html" target="_blank"><strong>Der Mann der Zahlen verlässt die Carstens-Stiftung &#8211; Rainer Lüdtke wechselt zum Stifterverband, www.carstens-stiftung.de</strong></a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=3878" target="_blank"><strong>Homöopathie und die Placebo-These. Interview mit Dipl.-Stat. Rainer Lüdtke, www.cam-media-watch.de</strong></a><br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		<item>
		<title>Heilerfolge in Homöopathie und Schulmedizin. Unterschiedliche Paradigmen erschweren Vergleich.</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3761</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 13:44:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andra Dattler</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie-Praxis]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Fachleute die Wirkung der Homöopathie diskutieren, wird immer wieder gefragt: „Wo sind die Heilerfolge?“. Aber ein homöopathischer Heilerfolg sieht in der Praxis manchmal ganz anders aus als ein schulmedizinischer. Die Schulmedizin betrachtet Krankheiten – die Homöopathie betrachtet Menschen. Foto: ©iStockphoto.com/Brian Jackson Eigentlich wäre es eine einfache Angelegenheit, eine Statistik über homöopathische Heilerfolge zu bekommen: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn Fachleute die Wirkung der Homöopathie diskutieren, wird immer wieder gefragt: „Wo sind die Heilerfolge?“. Aber ein homöopathischer Heilerfolg sieht in der Praxis manchmal ganz anders aus als ein schulmedizinischer. Die Schulmedizin betrachtet Krankheiten – die Homöopathie betrachtet Menschen. </strong><br />
<img class="alignnone" title="Heilerfolge in Homöopathie und Schulmedizin. Unterschiedliche Paradigmen erschweren Vergleich." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/108_Homoeopathie_Tropfen.jpg" alt="" width="418" height="293" /><br />
<em>Foto: ©iStockphoto.com/Brian Jackson</em><br />
<span id="more-3761"></span><br />
Eigentlich wäre es eine einfache Angelegenheit, eine Statistik über homöopathische Heilerfolge zu bekommen: Homöopathen dokumentieren ihre Fallaufnahmen und Gespräche mit den Patienten sehr akribisch. Doch jeder <span style="color: #993300;"><strong>Homöopath </strong></span>legt für seine Heilerfolge <em>eigene Maßstäbe</em> an. Und in der <span style="color: #993300;"><strong>Schulmedizin </strong></span>wird im Gegensatz zur Homöopathie grundsätzlich nur die <em>Heilung einer einzelnen Krankheit </em>betrachtet.</p>
<p><strong>Zunächst muss der Begriff „Heilerfolg“ definiert werden.</strong> In der ganzheitlichen, konstitutionellen (oder chronischen) Behandlung streben die klassischen Homöopathen ja nicht nur die Heilung einer einzelnen Beschwerde oder medizinisch definierten „Krankheit“ an, sondern eine Heilung bzw. Besserung auf allen Ebenen (Körper, Geist und Emotionen). Damit setzen sich die meisten Homöopathen ein weit komplexeres Ziel als der konventionelle Arzt.</p>
<h2>Erfolgsquoten in der Homöopathie:</h2>
<h2>Was wird da gemessen?</h2>
<p>Eine Reihe von Homöopathen geben ihren Erfolg so an: in etwa 1/3 voller Erfolg, 1/3 Teilerfolg, 1/3 Misserfolg. Andere geben an, eine Erfolgsquote von ca. 80% oder mehr zu haben. Aber was bedeutet dies? Was wird gemessen? In welchem Zeitraum? Geht es um eine einzige Verschreibung? Einige Homöopathen werten einen Erfolg erst dann, wenn sie ein homöopathisches Mittel gefunden haben, das ihrem Patienten in allen chronischen und akuten Beschwerden über Jahre hinweg hilft, ohne Mittelwechsel. Andere verschreiben mehrere Mittel innerhalb von wenigen Wochen. Manche werten bereits etwas Linderung als Erfolg. Ein einheitliches Bewertungsschema gibt es bislang nicht.</p>
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<h2>Die Praxis zeigt: Heilung ist nicht gleich Heilung</h2>
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<h2><span style="color: #333399;">Fall 1:</span></h2>
<p>Ein Mann kommt wegen <em>Psoriasis </em>in die Praxis. In der Fallaufnahme stellt sich heraus, dass er zudem unter <span style="color: #993300;"><strong>Ängsten</strong></span>, <span style="color: #993300;"><strong>depressiven Zuständen</strong></span>, <span style="color: #993300;"><strong>Obstipation</strong></span> und <span style="color: #993300;"><strong>Schlafstörungen</strong></span> leidet. Nach einem Jahr Behandlung sind die depressiven Zustände und Ängste verschwunden, die Schlafstörungen nahezu, die Obstipation vollständig, die Hautprobleme sind etwas besser, treten aber immer wieder auf. Auch reagiert die Haut kaum auf die Gaben des homöopathischen Mittels. Für die konventionelle Medizin wäre das vielleicht ein Teilerfolg oder sogar ein Misserfolg, der Homöopath und der Patient werden dies ganz subjektiv aber als ziemlich erfolgreiche Behandlung einstufen.</p>
<h2><span style="color: #333399;">Fall 2:</span></h2>
<p>Ein Baby kommt mit <em>Windeldermatitis</em> in die Praxis. Kurze Zeit nach der Mittelgabe ist die Windeldermatitis verschwunden, allerdings leidet das Kind nach wenigen Wochen schon zum dritten Mal unter einer <span style="color: #993300;"><strong>Bronchitis</strong></span>. Die konventionelle Medizin würde dies als vollen Erfolg werten, in der Homöopathie kommt dieser Verlauf einer kleineren Katastrophe gleich: Die Symptome wurden nur unterdrückt, an deren Stelle treten nun schwer wiegendere Beschwerden auf.</p>
<h2><span style="color: #333399;">Fall 3:</span></h2>
<p>Ein 5-jähriges Kind kommt wegen <em>Enuresis</em> (Einnässen) in die Praxis. Nach der ersten Verschreibung wird das Einnässen besser, allerdings sind die schon früher vorhandenen aber nicht erwähnten <span style="color: #993300;"><strong>Ängste</strong></span> in den Vordergrund getreten. Nach der zweiten Verschreibung sind die Ängste besser, aber das Kind fängt an schlafzuwandeln und nässt wieder ein. Nach der dritten Verschreibung sind sowohl die Ängste, als auch Einnässen und Schlafwandeln kein Thema mehr. Welche Verschreibung wird gewertet? Der konventionelle Mediziner hätte vermutlich (angenommen es gäbe ein Medikament gegen Einnässen) nach der ersten Verschreibung aufgehört. Diese „neuen“ Ängste hängen für ihn ja nicht unbedingt mit dem Einnässen zusammen und gehören in einen anderen Fachbereich.</p>
<p><strong>Um überhaupt ein Bild davon zu bekommen, ob der Patient gesund oder krank ist, muss die Schulmedizin anfangen den gesamten Gesundheitszustand des Menschen zu betrachten und nicht nur einige isolierte Symptome. </strong></p>
<p>Geht es einem Patienten nach und während einer medizinischen Behandlung (z. B. intensive Cortisontherapie) insgesamt schlechter als vorher, so müsste dieser Behandlungsansatz überdacht werden, auch wenn eine Krankheit dadurch zunächst „geheilt“ wäre. Als grobe Richtlinie für die Einschätzung von Fallverläufen kann die aus der Homöopathie bekannte Hering’sche Regel dienen.</p>
<p>Selbst die <span style="color: #993300;"><strong>WHO definiert Gesundheit</strong></span> als <span style="color: #333399;"><em>„[…] ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“</em></span> An dieser Definition sollte sich die schulmedizinische Behandlung ebenso wie die Homöopathie messen lassen. Denn Heilung ist nichts anderes als die Wiederherstellung der Gesundheit.</p>
<p>Doch im Gesundheitswesen gibt es keine Stelle, die den gesamten Gesundheitszustand des Patienten erfasst und dessen Verlauf kontrolliert. Selbst der Hausarzt kennt in der Regel nur einen Ausschnitt der Probleme seiner Patienten.</p>
<p>Was bleibt zu tun? Die<span style="color: #993300;"><strong> Homöopathen</strong></span> benötigen ein <em>einheitliches Bewertungssystem</em> für ihre Fallverläufe und müssen einsehen, dass statistische Werte für einen Vergleich unumgänglich sind. Und die <span style="color: #993300;"><strong>Hausärzte</strong></span> benötigen mehr Zeit, um den <em>ganzheitlichen Gesundheitszustand ihrer Patienten</em> zu erfassen und zu verfolgen. Beide Seiten sollten sich an die eigene Nase fassen und ihre Therapien zum Wohle der Patienten verbessern.<br />
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<h2>Über:</h2>
<p>Andra Dattler ist staatlich geprüfte Heilpraktikerin und klassische Homöopathin, geboren 1972 in München, Mutter von zwei Kindern.<br />
<a href="http://www.andra-dattler.de" target="_blank">www.andra-dattler.de</a><br />
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<h2>Lesetipps:</h2>
<p><a href="http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=80362" target="_blank"><strong>Dr. Gerd B. Achenbach (2011), Pluralismus in der Medizin: Wahrheit als Verschiedenheit, Dtsch Arztebl 2011; 108(3): A 98–101</strong></a><br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=1494" target="_self"><strong>Buelent Erdogan-Griese (2011), Schulmedizin und Alternativmedizin: der Dialog hat begonnen, Rheinischen Ärzteblatt, Januar 2011</strong></a><br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		<item>
		<title>Komplementärmedizin in Österreich: CAM Media.Watch-Interview mit Dr. Sophie Karmasin</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3743</link>
		<comments>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3743#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 15:21:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DZVhÄ Homöopathie.Blog</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[67 Prozent der Österreicher haben eine positive Einstellung zu komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden. Diese positive Einstellung „lässt sich bei vielen Österreichern als Resultat einer differenzierten und wohlüberlegten Betrachtung interpretieren“, sagte die Motivforscherin Dr. Sophie Karmasin in einem Interview mit dem Blog CAM Media.Watch. Grafik: © Marco Birn &#8211; Fotolia.com Karmasin über die Einstellung der Österreicher zur Komplementärmedizin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>67 Prozent der Österreicher haben eine positive Einstellung zu komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden. Diese positive Einstellung „lässt sich bei vielen Österreichern als Resultat einer differenzierten und wohlüberlegten Betrachtung interpretieren“, sagte die Motivforscherin <a href="http://www.karmasin.at/html/index.aspx?page_url=Management&amp;page_layout=mt1&amp;mid=246" target="_blank">Dr. Sophie Karmasin</a> in einem Interview mit dem Blog <a href="http://www.cam-media-watch.de/" target="_blank">CAM Media.Watch</a>.</strong><br />
<img class="alignnone" title="Karmasin-Umfrage 2011: Einstellung der Österreicher zur Komplementärmedizin" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/107_Karmasin-Umfrage_Komplementaermedizin.jpg" alt="" width="418" height="329" /><br />
<em>Grafik: © Marco Birn &#8211; Fotolia.com</em><br />
<span id="more-3743"></span></p>
<h2>Karmasin über die Einstellung der Österreicher zur Komplementärmedizin</h2>
<p>Obwohl die große Mehrheit der Österreicher mit ihrem Gesundheitssystem insgesamt zufrieden ist, haben 71 Prozent den Eindruck, dass die Schulmedizin eher Symptome behandelt, als Krankheitsursachen zu suchen. Dies ist eines von vielen interessanten Ergebnissen einer <span style="color: #993300;"><strong>repräsentativen Umfrage von Karmasin Motivforschung</strong></span>, die das Pharmaunternehmen<a href="http://www.sanova.at/index.php" target="_blank"> Sanova Pharma</a> in Auftrag gegeben hatte.</p>
<p>Die Studie zeigt nicht nur eine positive Einstellung der Bevölkerung zu komplementärmedizinischen Methoden, sondern auch ihren Wunsch nach Veränderungen im bestehenden Gesundheitssystem. So wünschen sich mehr als drei Viertel der Österreicher eine <em>persönlichere Behandlung</em> durch Ärzte und fast ebenso viele legen Wert auf <em>pflanzliche Heilmittel</em> bei der Behandlung.</p>
<p>Die mit Abstand bekanntesten komplementären Therapiemethoden sind Akupunktur und Homöopathie. 82 Prozent der Österreicher kennen diese Therapieverfahren oder haben von ihnen schon gehört. Eine hohe Bekanntheit haben auch Kneipptherapie, Bachblütentherapie und Kräuterheilkunde.</p>
<p><span style="color: #333399;"><em>„4 Prozent der Befragten, die sich schon einmal einer komplementärmedizinischen Behandlung unterzogen haben, waren mit den Ergebnissen nicht bzw. gar nicht zufrieden. 91 Prozent der Befragten waren hingegen zufrieden bis sehr zufrieden“</em></span>, sagte Dr. Sophie Karmasin im Gespräch mit CAM Media.Watch.</p>
<p><a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=3386" target="_blank"><strong>Link zum Interview mit Dr. Sophie Karmasin</strong></a><br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Piratenpartei zur Homöopathie: Umfrage und engagierte Diskussion im Webforum der Partei.</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3707</link>
		<comments>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3707#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 12:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bjoern Bendig</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Piratenpartei ist nach ihrem eindrucksvollen Wahlergebnis von 8,9 Prozent bei der Berliner Landtagswahl bundesweit bekannt und wird bereits jetzt als durchaus respektable politische Kraft eingeschätzt. Die Partei mit dem jüngsten Altersdurchschnitt in der Bundesrepublik Deutschland steht für ein grundsätzlich anderes Konzept von Politik, in dem Transparenz von zentraler Bedeutung ist: Dem Konzept des „gläsernen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die <a href="http://www.piratenpartei.de/" target="_blank">Piratenpartei </a>ist nach ihrem eindrucksvollen Wahlergebnis von 8,9 Prozent bei der Berliner Landtagswahl bundesweit bekannt und wird bereits jetzt als durchaus respektable politische Kraft eingeschätzt. Die Partei mit dem jüngsten Altersdurchschnitt in der Bundesrepublik Deutschland steht für ein grundsätzlich anderes Konzept von Politik, in dem Transparenz von zentraler Bedeutung ist: Dem Konzept des „gläsernen Menschen“ setzt die Piratenpartei die Forderung nach einem „gläsernen Staat“ entgegen. „Um dies zu erreichen, müssen neue Wege gefunden werden, die der aktuellen Situation gerecht werden. Ein Weg besteht darin, mehr direktdemokratische Einflussmöglichkeiten auf die Politik durch den Bürger zu schaffen“, schreibt die Piratenpartei auf ihrer Homepage. Digitale Technologie und Kommunikationsmittel spielen dabei eine entscheidende Rolle.</strong><br />
<a href="http://www.piratenpartei.de/" target="_blank"><img class="alignnone" title="Piratenpartei: Umfrage und Diskussion zur Homöopathie (→ Internet-Demokratie)" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/105_Logo_Piratenpartei.jpg" alt="" width="418" height="198" /></a><br />
<span id="more-3707"></span></p>
<h3><span style="color: #000000;">Und was hat das mit Homöopathie zu tun?</span></h3>
<p>In den thematisch vielfältigen Diskussionsforen der Piratenpartei geht es auch um Homöopathie. Die Piraten wenden ihre Forderung nach Transparenz zu allererst bei sich selbst an, Diskussionen können zu weiten Teilen auch von Nicht-Parteimitgliedern gelesen und mit eigenen Beiträgen beantwortet werden. Buchstäblich jeder kann so auf die politische Willensbildung der Partei Einfluss nehmen – auch ohne Argumente, über die Umfrage-Funktionen der Seiten. Diese neue politische Diskussionskultur zeigt schnell:</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Aufklärung und vor allem die Glaubwürdigkeit von Informationen sind der Schlüssel zum Erfolg im Informationszeitalter.</span></strong></p>
<p>Denn pauschale Werturteile wie <em>„Homöopathie ist Quacksalberei“</em> oder die falsche Tatsachenbehauptung, es gebe keine wissenschaftlichen Belege zur Wirksamkeit der Homöopathie über den Placeboeffekt hinaus, sind auch im Diskussionsforum der Piratenpartei zur Homöopathie anzutreffen.</p>
<p>Volker Schendel, Journalist und Ministerialrat a.D. aus Hannover, hatte die Debatte mit seiner Forderung angestoßen, die „Gleichberechtigung der Homöopathie im Gesundheitswesen“ in das Parteiprogramm der Piraten aufzunehmen. Dabei bezog sich Schendel u. a. auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Dezember 2005 mit dem Leitsatz: „Es ist mit den Grundrechten […] nicht vereinbar, einen gesetzlich Krankenversicherten, für dessen lebensbedrohliche oder regelmäßig tödliche Erkrankung eine allgemein anerkannte, medizinischem Standard entsprechende Behandlung nicht zur Verfügung steht, von der Leistung einer von ihm gewählten, ärztlich angewandten Behandlungsmethode auszuschließen, wenn eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf Heilung oder auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf besteht.“</p>
<p><strong>Die vielseitigen Reaktionen auf Schendels Beitrag zeigten, dass es einen Mangel an fachlich fundierten Informationen zur Homöopathie in der Debatte gibt, die an dieser Schnittstelle einer „neuen Internet-Demokratie“ gebraucht und artikuliert werden müssen.</strong><br />
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<a href="https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=72137" target="_blank"><img class="alignnone" title="Forum Piratenpartei: Gleichberechtigung der Homöopathie im Gesundheitswesen im Parteiprogramm" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/106_Forum_Piratenpartei_Umfrage.jpg" alt="" width="418" height="400" /></a></p>
<h3><span style="color: #000000;">Sie haben Sympathie für politische wie wissenschaftliche Debatten zur Homöopathie?</span></h3>
<p>Dann bringen Sie sich in die Debatte der Piratenpartei ein – vielleicht nicht nur zum Thema Homöopathie. Direkt einsteigen in die Diskussion über die Gleichstellung der Homöopathie im Gesundheitswesen können Sie ganz leicht unter: <a href="https://news.piratenpartei.de/showthread.php?tid=72137" target="_blank"><strong>Forum Piratenpartei: öffentliche Diskussion Homöopathie</strong></a>. Klicken Sie oben links auf <em>„Registrieren“</em>, stimmen Sie den Nutzungsbedingungen zu, wählen sie frei Ihren <em>Benutzernamen</em> und Ihr <em>Passwort</em> aus, geben Sie Ihre <em>E-Mail-Adresse</em> ein und bestätigen Sie Ihre Eingaben.<br />
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<span style="color: #808080;"><strong>Anmerkung der Redaktion:</strong></span><br />
<span style="color: #808080;">Kommentare sind im <em>DZVhÄ Homöopathie.Blog</em> herzlich willkommen, wenn die auf der Seite <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?page_id=9" target="_self">Über dieses Blog</a> angegebenen Spielregeln (Netiquette, Angabe von Vorname und Nachname, echte Identität) eingehalten werden.</span></p>
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<p><a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kind stirbt an Lungenentzündung – homöopathische Ärzte warnen vor Selbstbehandlung (→ Italien)</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3685</link>
		<comments>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3685#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 16:21:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DZVhÄ Homöopathie.Blog</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie in den Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) warnt vor der Selbstbehandlung schwerwiegender Erkrankungen. In Italien starb am vergangenen Donnerstag ein Kleinkind an einer Lungenentzündung, das laut der Zeitung „La Republica“ ausschließlich von seinen Eltern homöopathisch behandelt worden war. Neben der Lungenentzündung litt der Junge an einer Gastroenteritis. Selbst ernannter Spezialist Aktuell ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft wegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der <a href="http://www.welt-der-homoeopathie.de/" target="_blank">Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)</a> warnt vor der Selbstbehandlung schwerwiegender Erkrankungen. In Italien starb am vergangenen Donnerstag ein Kleinkind an einer Lungenentzündung, das laut der Zeitung <a href="http://www.repubblica.it/" target="_blank">„La Republica“</a> ausschließlich von seinen Eltern homöopathisch behandelt worden war. Neben der Lungenentzündung litt der Junge an einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gastroenteritis" target="_blank">Gastroenteritis</a>.</strong><br />
<a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5goh8V1Fo6LmtsMEsioWPfj9O7wfw?docId=CNG.1fbd663ef45f78d62e2f5d0b26c1d8f9.b91" target="_blank"><img class="alignnone" title="AFP: Kind stirbt nach Behandlung nur mit Homöopathie" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/104_Kind_stirbt_Homoeopathie_Italien.jpg" alt="" width="418" height="231" /></a><br />
<span id="more-3685"></span></p>
<h2>Selbst ernannter Spezialist</h2>
<p>Aktuell ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen das Ehepaar. Sie hätten es unterlassen, das Kind von einem Spezialisten untersuchen zu lassen, obwohl seine Symptome andauerten und alarmierend gewesen seien, so der Untersuchungsrichter Alberto Santacatterina. Der Vater des Kindes gibt sich in seinem Lebenslauf als Spezialist in der Homöopathie aus, ist jedoch in Italien nicht als Homöopath registriert. <span style="color: #333399;"><em>„Die Selbstbehandlung einer Pneumonie ist generell unverantwortlich“</em></span>, sagt Cornelia Bajic, erste Vorsitzende des DZVhÄ, <span style="color: #333399;"><em>„ob mit Homöopathika oder anderen Medikamenten.“</em></span></p>
<h2>Grenzen der Selbstbehandlung</h2>
<p>Die Behandlung dieser Erkrankung gehört in die Hand eines Kinderarztes, der dann über eine sinnvolle Therapie zu entscheiden habe. <span style="color: #333399;"><em>„Ein homöopathischer Kinderarzt kennt die Grenzen der ärztlichen Homöopathie ebenso wie die Grenzen einer konventionellen Pharmakotherapie“</em></span>, erklärt Bajic. <span style="color: #993300;"><strong>Selbst ernannte Spezialisten in der Homöopathie seien eine große Gefahr sowohl für Erkrankte als auch für die Reputation homöopathischer Ärzte. </strong></span>Der DZVhÄ ist für die Weiter- und Fortbildung homöopathischer Ärzte zuständig, die von den Ärztekammern vorgeschrieben wird. Bajic: <span style="color: #333399;"><em>„Nur eine profunde ärztliche Ausbildung befähigt dazu, Krankheiten zu behandeln, die in Deutschland zu den häufigsten Ursachen von Kindersterblichkeit zählen.“</em></span> In Europa sterben laut dem <em>Deutschen Ärzteblatt</em> pro Jahr etwa 300.000 Kinder unter fünf Jahren. Abgesehen von perinatalen Komplikationen (44 Prozent) sind Durchfall (13 Prozent) und Lungenentzündungen (12 Prozent) die häufigsten Todesursachen.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Link zum Thema:</h2>
<p><a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5goh8V1Fo6LmtsMEsioWPfj9O7wfw?docId=CNG.1fbd663ef45f78d62e2f5d0b26c1d8f9.b91" target="_blank"><strong>AFP: „Kind stirbt nach Behandlung nur mit Homöopathie“, 22.10.2011</strong></a><br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Wegweisend: „Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“ von Prof. Lorenz Fischer und Dr. med. Elmar T. Peuker</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3580</link>
		<comments>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3580#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 10:07:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus Fritzsche</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[chronische Krankheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie-Praxis]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3580</guid>
		<description><![CDATA[„Schmerztherapie auf dem aktuellsten Stand mit den neuesten Erkenntnissen der Grundlagenforschung! Lernen Sie die relevanten schulmedizinischen und integrativen Verfahren kennen und verstehen. Die Methoden sind zur direkten Umsetzung in die tägliche Praxis geeignet.“ Mit diesen Worten informiert der Haug-Verlag über ein neues Fachbuch, das zum Standardwerk der Schmerztherapie werden könnte. In ihrem „Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Schmerztherapie auf dem aktuellsten Stand mit den neuesten Erkenntnissen der Grundlagenforschung! Lernen Sie die relevanten schulmedizinischen und integrativen Verfahren kennen und verstehen. Die Methoden sind zur direkten Umsetzung in die tägliche Praxis geeignet.“ Mit diesen Worten informiert der Haug-Verlag über ein neues Fachbuch, das zum Standardwerk der Schmerztherapie werden könnte. In ihrem <a href="http://www.neuraltherapie-blog.de/?p=5199" target="_blank">„Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“</a> haben Prof. Lorenz Fischer und Dr. med. Elmar T. Peuker wichtige Vertreter der konventionellen Schmerztherapie aber auch komplementärer Verfahren wie z. B. Akupunktur, Neuraltherapie, Homöopathie, Manuelle Therapie etc. in einem Buch vereint. Wann immer möglich, basieren die Empfehlungen auf wissenschaftlich gesicherten Daten. <span style="color: #333399;"><em>„Unser integrativer Ansatz soll dem Wohle der uns anvertrauten Patienten dienen“</em></span>, erklären die beiden Herausgeber Prof. Lorenz Fischer und Dr. med. Elmar T. Peuker. <span style="color: #333399;"><em>„Mit dem Buch möchten wir die Informationsdefizite zwischen den mit Diagnose und Therapie betrauten Disziplinen abbauen sowie ein übergreifendes schmerztherapeutisches Verständnis im Sinne eines Behandlungsteams fördern“</em></span>, so die Experten.</strong><br />
<a href="https://www.amazon.de/dp/3830473826/ref=as_li_tf_til?tag=clausfritzsch-21&amp;camp=1410&amp;creative=6378&amp;linkCode=as1&amp;creativeASIN=3830473826&amp;adid=014KX10AT1F5ST00AYCW&amp;" target="_blank"><img class="alignnone" title="„Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“ von Prof. Lorenz Fischer und Dr. med. Elmar T. Peuker" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/102_Lehrbuch_Integrative_Schmerztherapie.jpg" alt="" width="418" height="444" /></a><br />
<span id="more-3580"></span></p>
<h2>Integrative Ansätze sind gefragt</h2>
<p>Rund 100 Mio. Bürger der EU leiden an <em>chronischen Schmerzen</em> <a href="http://oesg.t3-hoster.de/fileadmin/schmerzgesellschaft/pdf/Presseberichte_2011/PA_Bernatzky_12.10.11_FREI.pdf" target="_blank">(1)</a>. Darunter versteht man Schmerzen, die mindestens drei Monate bestehen oder nach vollständiger Heilung einer Verletzung fortbestehen. 63 Prozent der Schmerzpatienten leiden an Rückenschmerzen, 48 Prozent an Gelenkschmerzen, 30 Prozent an Genickschmerzen und 21 Prozent an Schmerzen aufgrund von Arthritis <a href="http://www.efic.org/index.asp?sub=0qvOVD192JaRkW" target="_blank">(2)</a>. Prof. Günther Bernatzky, Präsident der <a href="http://www.oesg.at/" target="_blank">Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG)</a>, forderte kürzlich anlässlich der <a href="http://www.efic.org/index.asp?sub=F8AMLHLAP9216P&amp;topicsid=159#view" target="_blank">„European Week against Pain“</a> mehr multimodale Schmerztherapien, die Medikamente, Medizintechnik, physikalische Medizin, Psychotherapie und Komplementärmedizin aufeinander abstimmen und kombinieren. Aus komplementärmedizinischer Sicht sind <em>Schmerzmedikamente </em>jedoch nur eine Ultima Ratio, der letztmögliche Weg, da sie Schmerzen nur unterdrücken (nicht heilen) und das Risiko von Nebenwirkungen und Medikamentenabhängigkeit beinhalten. Einigkeit besteht unter Experten allerdings, dass <em>integrative Ansätze</em> gefordert sind, die unterschiedliche therapeutische Optionen berücksichtigen und auf die individuellen Besonderheiten von Patienten abgestimmt werden müssen. An erster Stelle steht das Wohl der Patienten und nicht die Präferenz für eine Therapie.<br />
<img class="alignnone" title="Homöopathie in der Schmerzbehandlung" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/103_Homoeopathie_in_der_Schmerzbehandlung.jpg" alt="" width="418" height="387" /><br />
<em>Inhalt von Kapitel 18: Homöopathie in der Schmerzbehandlung, „Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“</em>, <em>Haug, 24.08.2011</em><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Patientennutzen steht im Vordergrund</h2>
<p>Genau darum geht es auch den Herausgebern und Autoren des „Lehrbuchs Integrative Schmerztherapie“. Was genau welchem Patienten hilft, das hängt u.a. vom jeweiligen Krankheitsbild und dem subjektiven Schmerzempfinden des Patienten ab. Fischer und Peuker haben bewusst auch erfahrungsmedizinisch begründete therapeutische Sichtweisen und Empfehlungen zugelassen, bei denen nicht abschließend geklärt ist, in welchem Maße sie <em>spezifisch </em>oder <em>unspezifisch </em>wirken. Entscheidend ist ausschließlich, <em>dass </em>sie wirken und den Patienten nutzen. Welche starken therapeutischen Optionen jenseits von Schmerzmedikamenten bestehen, das erläutert Prof. Stefan Schmidt in einem ZEIT-Interview:</p>
<p><span style="color: #333399;"><em>„Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Derselbe körperliche Stimulus kann mal als mehr, mal als weniger unangenehm und schmerzhaft erlebt werden. Wir verfügen über ein ausgefeiltes Netzwerk der Schmerzverarbeitung im Gehirn, das bestimmt, wie wir Schmerz wahrnehmen und wie wir darunter leiden“</em></span> <a href="http://www.zeit.de/2011/07/M-Schmerz-Schmidt" target="_blank">(3)</a>.</p>
<p>Weil die menschliche Psyche und unser Umgang mit Stress rund um die Entstehung chronischer Schmerzen eine große Rolle spielt, etabliert sich die „Achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung“ schon seit Jahren immer stärker. Diese Methode wurde vom Mediziner Jon Kabat-Zinn entwickelt und kommt heute in vielen Therapiezentrem zum Einsatz.</p>
<h2>Homöoapthie in der Schmerztherapie</h2>
<p>Mit dem „Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“ wird die Homöpathie erstmals in einem etablierten Fachbuch zur Schmerztherapie als therapeutische Option berücksichtigt. Das spiegelt nicht nur die praktische Erfahrung vieler tausend homöopathisch arbeitender Ärzte und Heilpraktiker wieder. Auch in der wissenschaftlichen Literatur finden sich deutliche Hinweise darauf, dass Homöopahtie in einer ganzheitlich orientierten Schmerzbehandlung Sinn macht, da eine homöopathische Behandlung die Selbstregulationsfähigkeit des menschlichen Organismus stimuliert. Die Literaturdatenbank <a href="http://cam-quest.org" target="_blank">CAM-QUEST®</a> listet in der Kategorie <em>Homöopathie und Nervensystem</em> im Moment 58 wissenschaftliche Untersuchungen auf. Neben kleinen Studien mit explorativem Charakter finden sich hier auch qualitativ hochwertige Arbeiten wie die Studie <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20423206" target="_blank">„Homeopathic treatment of patients with migraine: a prospective observational study with a 2-year follow-up period“</a> von Prof. Dr. med. Claudia M. Witt, Dipl.-Stat. Rainer Lüdtke und Prof. Dr. med. Stefan N. Willich aus dem Jahr 2010. Witt, Lüdtke und Willich untersuchten den Effekt individualisierter Homöopathie bei Patienten mit Migräne und kommen zu dem Fazit: <span style="color: #333399;"><em>„In this observational study, patients seeking homeopathic treatment for  migraine showed relevant improvements that persisted for the observed 24  month period. Due to the design of this study, however, it does not  answer the question as to whether the effects are treatment specific or  not.“</em></span></p>
<h2>Spezifische und unspezifische Effekte</h2>
<p>Die über einen Zeitraum von 24 Monaten untersuchten Migräne-Patienten profitierten nachhaltig von einer homöopathischen Behandlung. Das in der Versorgungsforschung zum Einsatz kommende Studiendesign (prospektive Beobachtungsstudie) lässt allerdings die Frage offen, ob der Patientennutzen durch <em>spezifische </em>und/oder <em>unspezifische</em> Effekte zu erklären ist. Den Patientinnen und Patienten, denen nachhaltig und klinisch relevant geholfen wurde, wird diese Frage egal sein. Im Vorwort ihres Lehrbuchs gehen Prof. Lorenz Fischer und Dr. med. Elmar T. Peuker wie folgend auf diese Frage ein: <span style="color: #333399;"><em>„Ob die Wirkung einzelner Verfahren als unspezifisch angesehen werden muss, ist im Einzelfall (noch) ungeklärt, für die Wirksamkeit häufig aber auch unerheblich.“</em></span> <strong>Entscheidend ist, was Patienten nützt.</strong><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Link zum Thema:</h2>
<p><strong><span style="color: #ff0000;">Leseproben</span> <a href="http://www.neuraltherapie-blog.de/?p=5199" target="_blank">„Lehrbuch Integrative Schmerztherapie“</a></strong><br />
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<strong>(1)</strong> <a href="http://oesg.t3-hoster.de/fileadmin/schmerzgesellschaft/pdf/Presseberichte_2011/PA_Bernatzky_12.10.11_FREI.pdf" target="_blank">„Chronischer Schmerz bedroht unser Gesundheitssystem“, Pressemeldung der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG), 12.10.2011</a></p>
<p><strong>(2)</strong> <a href="http://www.efic.org/index.asp?sub=0qvOVD192JaRkW" target="_blank">Daten stammen von der Europäischen Schmerzgesellschaft bzw. European Federation of IASP® Chapters (EFIC), www.efic.org</a></p>
<p><strong>(3)</strong> <a href="http://www.zeit.de/2011/07/M-Schmerz-Schmidt" target="_blank">„Lernen, mit dem Leiden umzugehen“, Ulrich Schnabel im Gespräch mit Prof. Stefan Schmidt, DIE ZEIT, 12.02.2011</a></p>
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		</item>
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		<title>Komplementär- und Alternativmedizin in Europa – gemeinsame Forschung für die Homöopathie (→ CAM)</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3543</link>
		<comments>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3543#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 14:17:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cornelia Bajic</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[CAM]]></category>
		<category><![CDATA[Cornelia Bajic]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) setzt ihren positiven Trend in Europa fort. Nach einer Umfrage (1) gaben 65 Prozent der europäischen Bevölkerung an, dass sie diese Form der Medizin in Anspruch genommen haben. Als Hauptgrund wurden der ganzheitliche Ansatz, die Wirksamkeit und die Tatsache genannt, dass die CAM den Schwerpunkt primär auf die Förderung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="Cornelia Bajic, 1. Vorsitzende, Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) e.V." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/004_Cornelia_Bajic.jpg" alt="" width="139" height="164" /><br />
<strong>Die <a href="http://nccam.nih.gov/health/whatiscam/" target="_blank">Komplementär- und Alternativmedizin (CAM)</a> setzt ihren positiven Trend in Europa fort. Nach einer Umfrage (1) gaben 65 Prozent der europäischen Bevölkerung an, dass sie diese Form der Medizin in Anspruch genommen haben. Als Hauptgrund wurden der ganzheitliche Ansatz, die Wirksamkeit und die Tatsache genannt, dass die CAM den Schwerpunkt primär auf die Förderung der Gesundheit und nicht auf das Management der Krankheitssymptome legt.</strong><br />
<img class="alignnone" title="CAM in Europa: Komplementärmedizin und Alternativmedizin." src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/101_CAMbrella_Logo.jpg" alt="" width="418" height="296" /><br />
<span id="more-3543"></span><br />
CAM-Ärzte und -Praktiker empfehlen eine individuell abgestimmte Versorgung unter Einschluss einer oder mehrerer CAM-Behandlungen. Außerdem geben sie den Patienten Ratschläge zur Änderung ihrer Lebensweise, zur Ernährung, zu Gymnastikübungen oder Stressabbautechniken. Zu den CAM-Therapien zählen u. a. <em>Homöopathie</em>, <em>Akupunktur </em>oder <em>anthroposophische Medizin</em>.</p>
<h3><span style="color: #000000;">CAM in Europa</span></h3>
<p>Auf der europäischen Ebene gibt es einige Organisationen und Gruppen, die sich für die Komplementär-und Alternativmedizin einsetzen. Allen voran das <a href="http://www.homeopathyeurope.org/" target="_blank"><strong>ECH (European Committee for Homeopathy)</strong></a>, eine Organisation, die homöopathische Ärzte von 40 Organisationen aus 25 EU-Ländern repräsentiert. Als seine Aufgaben definiert das ECH u.a. die <span style="color: #993300;"><strong>Forschung in der Homöopathie zu fördern</strong></span> und einen <span style="color: #993300;"><strong>hohen Qualitätsstandard bei der Ausbildung von homöopathischen Ärzten</strong></span> zu gewährleisten. Der <a href="http://www.welt-der-homoeopathie.de/" target="_blank">DZVhÄ</a> ist eines der stärksten Mitglieder in diesem Zusammenschluss und an der positiven Entwicklung maßgeblich beteiligt.</p>
<p><a href="http://www.ivaa.eu/?p=150" target="_blank"><strong>EUROCAM</strong></a>, ein Bündnis von Patienten, Ärzten und Praktikern der gesamten CAM in Europa, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung verstärkt über die Vorteile der CAM für die öffentliche Gesundheit aufzuklären, insbesondere über Vorbeugung und Gesundheitsförderung, Patientensicherheit, patientenfreundliche Gesundheitsdienste, geistige Gesundheit, Palliativbehandlung, Gesundheitsökonomie und gesundes Altern.</p>
<p>Seit 2010 gibt es die <a href="http://www.homeopathyeurope.org/media/political-activities/collaboration%20in%20EUROCAM/cam-interest-group-meetings-in-the-european-parliament" target="_blank"><strong>CAM Interest Group</strong></a>, eine informelle Gruppe aus Mitgliedern des Europäischen Parlaments, die sich für die Komplementär- und Alternativmedizin einsetzt. Ihre Ziele sind es, CAM auf die politische Agenda des EU-Parlaments zu setzen, ein Forum für Diskussionen und Aktionen zu etablieren und mehr Aufmerksamkeit für den Wert und die Nützlichkeit der CAM zu erzeugen.<br />
<img class="alignnone" title="Projekt CAMbrella (Logo)" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/100_CAMbrella_Logo.jpg" alt="" width="388" height="184" /></p>
<h3><span style="color: #000000;">CAMbrella vernetzt Forschungseinrichtungen</span></h3>
<p>Angesichts der zunehmenden Verbreitung der CAM in Europa hat die <em>Generaldirektion „Forschung“</em> der Europäischen Kommission das Projekt <strong><a href="http://www.cambrella.eu/home.php" target="_blank">CAMbrella</a> </strong>finanziert. Der Name CAMbrella steht für ein <em>Schirmprojekt </em>der Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) und ist vom englischen Wort für Regenschirm <em>„umbrella“</em> hergeleitet (engl.: umbrella of Complementary and Alternative Medicine). Das Projekt CAMbrella betreibt keine eigene Forschung, sondern dient der Verflechtung verschiedener europäischer Forschungseinrichtungen im Bereich der Komplementärmedizin. Ziel von CAMbrella ist der Aufbau eines Netzwerkes um die internationale Kooperation zu fördern und einen Fahrplan für die künftige CAM-Forschung in Europa zu entwickeln, der auf die Bedürfnisse der Europäer im Bereich der Gesundheitsfürsorge zugeschnitten ist.</p>
<p>Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre und endet am 31. Dezember 2012. 16 wissenschaftliche Partnerorganisationen aus zwölf europäischen Ländern arbeiten in verschiedenen Arbeitsgruppen zu Themen wie der Terminologie, den rechtlichen Voraussetzungen für die Anwendung naturheilkundlicher Verfahren, den Bedürfnissen seitens der Patienten, dem Stellenwert dieser Verfahren im Versorgungssystem sowie zu forschungsmethodischen Fragen zusammen.</p>
<p>Die deutschen Partnerorganisationen sind die<a href="http://www.neuraltherapie-blog.de/?p=666" target="_blank"> Technische Universität München</a> sowie die <a href="http://cambrella.eu/home.php?il=52" target="_blank">Charité Berlin</a>. Am Ende des Projekts soll ein umfassendes Bild der aktuellen Situation der Komplementärmedizin in Europa vorliegen, welches dann als Ausgangspunkt für künftige Forschungsaktivitäten dient.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<p><strong>(1)</strong> Quelle: U. Härtel, E. Vogler: Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsstudie, 2004<br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Pharma gegen Meinungsfreiheit? Boirons hausgemachte PR-Krise.</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3338</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 13:48:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bjoern Bendig</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie in den Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Juli dieses Jahres veröffentlichte der italienische Blogger Samuele Riva in zwei Artikeln seines Blogs (www.blogzero.it) kritische Inhalte zur Homöopathie. In den Beiträgen mit dem Titel „Homöopathie &#8211; Mythen und Legenden“ berichtete Riva, dass die französische Firma Boiron, weltweit der größte Hersteller homöopathischer Arzneien, ein Präparat namens oscillococcinum® gegen Grippe vermarktet, das kein pharmakologisch wirksames [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="Björn Bendig, Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) e.V. - Pressestelle" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/Bjoern_Bendig.jpg" alt="" width="139" height="144" /><br />
<strong>Im Juli dieses Jahres veröffentlichte der italienische Blogger Samuele Riva in zwei Artikeln seines Blogs (<a href="http://www.blogzero.it/" target="_blank">www.blogzero.it</a>) kritische Inhalte zur Homöopathie. In den Beiträgen mit dem Titel <span style="color: #993300;">„Homöopathie &#8211; Mythen und Legenden“</span> berichtete Riva, dass die französische Firma <a href="http://www.boiron.com/en/" target="_blank"> Boiron</a>, weltweit der größte Hersteller homöopathischer Arzneien, ein Präparat namens <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;q=oscillococcinum%C2%AE&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=477l477l0l1315l1l1l0l0l0l0l241l241l2-1l1l0&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&amp;biw=1280&amp;bih=694&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;tbm=isch&amp;source=og&amp;sa=N&amp;tab=wi" target="_blank">oscillococcinum®</a> gegen Grippe vermarktet, das kein pharmakologisch wirksames Molekül der Urtinktur enthalte. Grundsätzlich ist das nichts Neues – bei allen homöopathischen Arzneien ab einer Potenz von D23 ist das der Fall. Eine Abbildung des Produkts versah Samuele Riva mit dem Untertitel: „Verletzt ernsthaft die Intelligenz derer, die es kaufen.“ Für Blogger nicht unüblich, schmückte Riva seine Ausführungen mit „plakativen“ Formulierungen und der falschen Tatsachenbehauptung, dass es keinen wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit der Homöopathie gebe. Boiron drohte dem Blogger, nachdem der Versuch eines persönlichen Gesprächs gescheitert war, mit einer Klage wegen Verleumdung.</strong><br />
<img class="alignnone" title="Meinungsfreiheit, Grundgesetz - Boiron, Streisandeffekt, Samuele Riva" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/097_Meinungsfreiheit_Grundgesetz.jpg" alt="" width="418" height="290" /><br />
<span id="more-3338"></span></p>
<h2>Der Streisand-Effekt</h2>
<p>Als Resonanz bekam es Boiron mit einem grundsätzlich positiven Phänomen des digitalen Informationszeitalters zu tun: Inhalte im Internet, die juristisch unterdrückt werden sollen, verbreiten sich rasant und ziehen in der Folge eine stark erhöhte Aufmerksamkeit nach sich (der sogenannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt" target="_blank">Streisand-Effekt</a>). Vor der Androhung der Klage riefen etwa 150 Nutzer Rivas Texte ab. Nachdem die Drohung publik wurde, berichteten zuerst weitere Blogs in unterschiedlichen Sprachen und im Anschluss auch das <a href="http://www.bmj.com/content/343/bmj.d5197.extract" target="_blank">British Medical Journal </a>und das <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/blogger-fuehrt-homoeopathie-konzern-vor/4511866.html" target="_blank">Handelsblatt Online</a> über den Fall. Dabei tat Riva nur das, was einige Blogger gelegentlich tun: <span style="color: #993300;"><strong>Er stellte die Homöopathie aus der Sicht eines Laien dar</strong></span>, der sich an ihrer fehlenden Plausibilität – insbesondere der Potenzierung – reibt, ohne Kenntnisse über die Studienlage oder methodologisches Fachwissen zu besitzen.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Mangelhafte Pressearbeit</h2>
<p>Die Netzresonanz im Tenor von „Pharmakonzern unterdrückt Meinungsfreiheit“ dürfte Boiron einen erheblichen und hausgemachten Imageschaden zugefügt haben. Homöopathie-Kritiker nutzten den Fall systematisch, um online Stimmung gegen die Homöopathie zu machen. Auch wenn Boiron in einer aktuellen Stellungnahme schreibt: <a href="http://www.cam-media-watch.de/?p=1743" target="_blank">„We are not opposed to freedom of speech. We just want to say to you that we never expected such reactions and felt really sorry about that.“</a> Dass der Arzneimittelhersteller nicht mit dieser Kritik gerechnet hat, spricht für eine mangelhafte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die das hohe Gut der Meinungsfreiheit nicht im Blick hat und die Netzdynamik unterschätzt.<br />
<span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Dialog ist besser als Abmahnung</h2>
<p>Einige Bloginhalte glänzen mit Unwissenheit und strapazieren die Grenzen des guten Geschmacks, dennoch gilt: <span style="color: #993300;"><strong>„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. (…) Eine Zensur findet nicht statt“ (Art. 5 GG)</strong></span>. <span style="color: #333399;"><em>„Ein Dialog ist immer besser als eine juristische Konfrontation“</em></span>, sagt Cornelia Bajic, 1. Vorsitzende des <em>Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)</em>. Dazu hat der DZVhÄ beispielsweise dieses Blog geschaffen. <span style="color: #333399;"><em>„Wir laden die Firma Boiron und Samuele Riva dazu ein, eine konstruktive Diskussion zum Thema auf unserem Wissenschaftsblog zu führen“</em></span>, so Bajic.<br />
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<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Ärztliche Intuition als professionelle Entscheidungshilfe. „Wir wissen mehr, als wir sagen können“.</title>
		<link>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3214</link>
		<comments>http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3214#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 14:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Andreas Zeuch</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=3214</guid>
		<description><![CDATA[Am 12. Juni 2011 erschien in diesem Blog ein Artikel über die Rolle des Wissens bei ärztlichen Leitlinien. Die Autorin Cornelia Bajic zitierte die Ergebnisse einer repräsentativen Studie, derzufolge Wissen einen überraschend kleinen Einfluss auf die Umsetzung von Leitlininen habe. Zur Erinnerung nochmals kurz die Ergebnisse in verdichteter Form. „Nur 40 Prozent der &#8230; an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="Dr. Andreas Zeuch über ärztliche Intuition als Entscheidungshilfe" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/Andreas_Zeuch_2.jpg" alt="" width="139" height="164" /><br />
<strong>Am 12. Juni 2011 erschien in diesem Blog ein Artikel über die Rolle des Wissens bei <a href="http://www.aerztekammer-bw.de/15/02gesundheitstipps/g_m/leitlinien.html" target="_blank">ärztlichen Leitlinien</a>. Die Autorin Cornelia Bajic zitierte die Ergebnisse einer <a href="http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&amp;p=leitlinien+studie&amp;id=80613" target="_blank">repräsentativen Studie</a>, derzufolge Wissen einen überraschend kleinen Einfluss auf die Umsetzung von Leitlininen habe. Zur Erinnerung nochmals kurz die Ergebnisse in verdichteter Form.</strong><br />
<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2438" target="_self"><img class="alignnone" title="Cornelia Bajic - Medizinische Leitlinien: Wissen hat möglicherweise wenig Einfluss auf die ärztliche Leitlinienumsetzung" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/094_Bajic_medizinische_Leitlinien.jpg" alt="" width="418" height="355" /></a><br />
<span id="more-3214"></span><br />
<span style="color: #333399;"><em>„Nur 40 Prozent der &#8230; an der Studie teilnehmenden Ärzte verfügten definitionsgemäß über eine adäquate Leitlinienkenntnis. Trotzdem setzten Ärzte mit und ohne Leitlinienwissen die Empfehlungen in 12 von 16 Indikatoren nahezu gleich um. Vier Indikatoren wurden von Ärzten ohne „adäquate Leitlinienkenntnis“ sogar zu einem höheren Anteil erfüllt.</em></span></p>
<p>(Bajic, C. 2011: <a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2438" target="_self">Medizinische Leitlinien: Wissen hat möglicherweise wenig Einfluss auf die ärztliche Leitlinienumsetzung.</a> DZVhÄ Homöopathie.Blog, 12. Juni 2011).</p>
<p>Daraus leitete die Autorin eine zentrale Frage ab:<span style="color: #333399;"><em> „Führen demnach viele Wege nach Rom – neben Leitlinienwissen auch ärztliche Qualifikation, Erfahrung und Intuition?“</em></span> <span style="color: #993300;"><strong>Die Antwort ist denkbar einfach: Ja.</strong></span> Die Frage nach dem warum ist indes ein wenig komplizierter. Genau darum geht es in diesem Artikel.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Vier Erklärungsmodelle</h2>
<p>Es war der ungarische-britische Chemiker und Philosoph <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Polanyi" target="_blank">Michael Polanyi</a>, der die neurologische Tatsache unserer unbewussten Wahrnehmung und Informationsverarbeitung hervorragend auf den Punkt gebracht hat. Seine Aussage, <span style="color: #333399;"><em>„wir wissen mehr, als wir sagen können“</em></span> (Polanyi, M. 1985), trifft den Kern dessen, was für die von Cornelia Bajic aufgeworfene Frage die passende Antwort ist.</p>
<p>Aus der Sicht der aktuellen <span style="color: #993300;"><strong>Entscheidungs- und Intuitionsforschung</strong></span> ist es kein Wunder, sondern vielmehr vollkommen klar, dass Ärzte auch ohne bewusste Leitlinienkenntnis, über die sie in Tests etwas aussagen können, erfolgreiche Entscheidungen treffen. Nach dem heutigen Wissensstand können wir von mindestens vier Erklärungsmodellen intuitiver Entscheidungen ausgehen, die sich alle als <em>selbstorganisierte Informationsverarbeitung ohne bewusstes Wissen</em> zusammenfassen lassen.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2><span style="color: #333399;">1. Unbewusste Wahrnehmung und Informationsverarbeitung</span></h2>
<p>Der Kern dieses Paradigmas besteht darin, dass wir mehr Daten unbewusst wahrnehmen und verarbeiten, als bewusst. Das heißt auch, dass wir nicht nur bewusst lernen, sondern eben auch unbewusst. Historisch geht dieses Modell bis auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_James" target="_blank">William James</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud" target="_blank">Sigmund Freud</a> zurück, denen es jedoch in den Anfängen an experimenteller Validierung mangelte. Später wurde dann ein prototypisches Experiment dazu durch den amerikanischen Psychologieprofessor <a href="http://academic.brooklyn.cuny.edu/userhome/psych/areber/index.htm" target="_blank">Arthur S. Reber </a>mit seiner Forschungsgruppe durchgeführt.<br />
<img class="alignnone" title="Fotos von Sigmund Freud und William James" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/096_Sigmund_Freud_William_James.jpg" alt="" width="418" height="297" /><br />
<em>Fotos: Sigmund Freud, William James &#8211; Quelle: WIKIMEDIA COMMONS</em><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<strong>Das Experiment von Arthur S. Reber:</strong><br />
Die Versuchspersonen lernten in einer ersten Phase solange eine erfundene, künstliche Sprache in Form einer Zeichenfolge („XCTTRS“), bis sie einigermaßen aber nicht vollständig die grammatischen Regeln beherrschten. In Phase 2 wurden den Versuchspersonen einfache Sätze in dieser künstlichen Sprache vorgelegt. Sie sollten deren Korrektheit mit einem einfachen „Ja/Nein“ innerhalb weniger Sekunden beurteilen. Das Zwischenergebnis: Überzufällig viele Versuchspersonen lösten diese Aufgabe richtig! Dies könnte nicht der Fall sein, wenn wir nur bewusst wahrnehmen und Informationen verarbeiten würden, denn in der ersten Phase wurde den Versuchspersonen nicht alle Regeln bewusst vermittelt. Noch überraschender ist aber Folgendes: In Phase 3 sollten die Versuchspersonen erklären, warum der jeweilige Satz falsch oder richtig ist. Das Ergebnis: Überzufällig viele Personen beantworteten diese Frage falsch! <span style="color: #993300;"><strong>Sie verfügten über korrektes Wissen, sie entschieden und verhielten sich richtig, aber sie konnten nicht erklären warum. </strong></span>Damit wird auch deutlich, dass bewusste Erklärungen von intuitiv-unbewussten Entscheidungen zu Fehlannahmen über kausale Zusammenhänge führen können.</p>
<p>Wir lernen und verarbeiten also erstens Informationen und Zusammenhänge unbewusst und können zweitens diese Informationen in Form unbewussten Wissens („tacit knowledge“) erfolgreich anwenden. Für die berufliche Praxis bedeutet dies, dass auch Anfänger erfolgreiche und richtige intuitive Entscheidungen treffen können.</p>
<p>Weitere Informationen dazu: <a href="http://www.psychophysik.com/integral-blog/?p=505" target="_blank"><strong>Erklärungsmodelle: Intuition &amp; unbewusste Wahrnehmung und Informationsverarbeitung</strong></a></p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2><span style="color: #333399;">2. Erfahrungswissen</span></h2>
<p>Wie alle anderen berufstätigen Menschen auch, sammeln Ärzte im Laufe Ihrer beruflichen Tätigkeit unzählige Erfahrungen, die sie ebenso <em>bewusst </em>wie <em>unbewusst </em>verarbeiten. Je länger wir arbeiten, desto mehr Erfahrungswissen sammeln wir an. Dieses Erfahrungswissen steht uns dann in Form sogenannter Mustervergleiche („pattern matching“) zur Verfügung. Dies lässt sich gut an der Expertise von Schachgroßmeistern verdeutlichen. Im Gegensatz zum Anfänger hat der langjährig erfahrene Schachexperte bis zu 50.000 Spielsituation gespeichert. In einem Spiel wird dann die aktuelle Situation mit den gespeicherten Konstellationen abgeglichen, so dass der Experte in sehr kurzer Zeit wesentlich effektivere Spielzüge vollzieht, als  es dem Anfänger trotz langen bewussten Nachdenkens je möglich wäre. Auch hier gilt: <span style="color: #993300;"><strong>Der Experte kann die eigenen Spielzüge oft nicht erklären, sondern fühlt sie.</strong></span></p>
<p>Allerdings gibt es bei der Expertenintuition ein Problem: Wir neigen dazu, die Erfolge der Vergangenheit in die Zukunft fortschreiben zu wollen. Dadurch kann es schnell zu Fehlentscheidungen kommen, weil wir mit dem unbewussten Mustervergleich relevante Unterschiede zwischen der aktuellen Situation und den gespeicherten (Erfolgs-) Erfahrungen übersehen. In der ungünstigsten Form machen wir aus unserer lebendigen, weil lernfähigen Expertise, eine innovations-feindliche Expertokratie. Will heißen: Wir halten unser bestehendes Wissen für der Weisheit letzten Schluss und übersehen Problemlösungen oder Erkenntnisse, die mit dem bestehenden Wissen in Konflikt stehen. Das klingt vielleicht etwas abstrakt, führt aber tatsächlich zu teils massiven Problemen. Ein gutes Beispiel kommt aus der Medizin selbst:</p>
<p>Es waren die beiden Ärzte Barry Marshall und Robin Warren, beide KEINE Gastroenterologen, die doch die tatsächliche Ursache für Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre entgegen dem damals bestehenden Wissensstand herausfanden. Sie brauchten 26 Jahre, um sich mit Ihren empirisch fundierten Forschungsergebnissen gegen die Expertenwelt der Gastroenterologen durchzusetzen. Am Ende erhielten die beiden 2005 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie für ihre Entdeckung von <em>Helicobacter Pylori</em> und dessen ursächlicher Rolle bei den genannten Erkrankungen. Bis dahin ging die Fachwelt davon aus, dass die Ursache Stress, Alkohol und scharfe Speisen seien. Dies änderte auch den Behandlungsstandard von operativen Eingriffen hin zu einer einwöchigen Antibiose.</p>
<p>Weitere Informationen: <a href="http://www.psychophysik.com/integral-blog/?p=470" target="_blank"><strong>Erklärunggsmodelle: Intuition &amp; Erfahrungswissen</strong></a></p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2><span style="color: #333399;">3. Spiegelneurone</span></h2>
<p>Im ersten Moment mag der Begriff sonderbar klingen, ist aber tatsächlich wissenschaftlich fundiert. Der italienische Physiologie-Professor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Giacomo_Rizzolatti" target="_blank">Giacomo Rizzolatti</a> fand mit seiner Arbeitsgruppe heraus, dass bei einem Menschenaffen, der einen anderen beobachtet, dieselben Hirnareale aktiviert werden wie bei dem beobachteten Affen. Konkret: Ein Affe nimmt eine Nuss, steckt sie in den Mund, kaut und schluckt sie. Beim beobachtenden Affen wurden nun dieselben motorischen Hirnareale aktiv wie bei dem, der die Handlungen tatsächlich ausführte. Dies schien ein gutes Erklärungsmodell für intuitive Empathie zu sein – und tatsächlich wurden Hinweise gefunden, dass man auch beim Menschen von der Existenz von Spiegelneuronen ausgehen kann.</p>
<p>Dieses Modell ist allerdings keine Erklärung für die eingangs zitierte Fragestellung, ob neben <em>Leitlinien </em>auch <em>ärztliche Erfahrung und Intuition</em> zum Ziel führen. Allerdings macht das Wissen um den Mechanismus der Spiegelneurone deutlich, warum Ärzte im Kontakt mit ihren Patienten sehr wohl auf Ihre Empathie achten sollten.</p>
<p>Weitere Informationen: <a href="http://www.psychophysik.com/integral-blog/?p=424" target="_blank"><strong>Erklärungsmodelle: Intuitive Empathie &amp; die Welt der Spiegelneuronen</strong></a></p>
<p>Wieso in der Kommunikation und Interaktion mit Patienten (und natürlich auch mit Kollegen) und beim sonstigen ärztlichen Handeln vage Gefühle, Körperwahrnehmungen, innere Bilder und Stimmen eine zentrale Rolle spielen, wissen wir mittlerweile durch das vierte Erklärungsmodell:</p>
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<h2><span style="color: #333399;">4. Somatische Marker</span></h2>
<p>Der Begriff stammt von dem amerikanischen Neurologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ant%C3%B3nio_Dam%C3%A1sio" target="_blank">Antonio Damasio</a> und meint ganz allgemein eine den Körper betreffende Wahrnehmung. Dabei können alle Körperempfindungen, Gefühle und sogar innere Bilder oder Stimmen als somatische Marker fungieren. Somatische Marker lenken die Aufmerksamkeit entweder auf ein positives oder negatives Erlebnis, “das eine bestimmte Handlungsweise nach sich ziehen kann.” (Damasio 1997). Auf diese Weise nehmen wir eine Körperempfindung zum Beispiel als intuitives Start- oder Stoppsignal bezüglich einer bestimmten Entscheidung wahr.</p>
<p><img class="alignnone" title="Antonio Damasio" src="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/images/095_Antonio_Damasio.jpg" alt="" width="418" height="234" /><br />
<em>Foto: Antonio Damasio &#8211; Quelle: WIKIMEDIA COMMONS</em><br />
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Damit sind die Somatischen Marker das Bindeglied zwischen der unbewusst ablaufenden Wahrnehmung und Informationsverarbeitung einerseits und unserer bewussten Entscheidungsprozessen andererseits. Denn irgendwie muss die unbewusst ablaufende Intuition ins Bewusstsein kommen. Und das geschieht durch jene Somatischen Marker, die wir landläufig schon lange als „Bauchgefühl“ beschrieben haben. Das Konzept der Somatischen Marker macht aber vor allem eines deutlich:</p>
<p>Sobald die bewusste Verarbeitung emotionaler Prozesse gestört ist, kommt es, wie in verschiedenen Fällen von Damasio klinisch analysiert und dokumentiert, zu einer Art Entscheidungslähmung. Die betroffenen Personen bleiben stecken in der Meta-Entscheidung, sich jetzt nicht zu entscheiden. Und zwar vollkommen unabhängig davon, wie wichtig die anstehende Entscheidung ist.</p>
<p>Am bekanntesten ist in diesem Zusammenhang Damasios Fallstudie „Elliot“, einem ehedem äußerst intelligenten und erfolgreichen Manager, der nach einer Operation aufgrund eines Hirntumors die bewusste Verarbeitung seiner Emotionen einbüßte. Der Effekt war verheerend. Zuerst wurde Elliot arbeitslos, fand danach keine dauerhafte Anstellung mehr, geriet als Selbstständiger in die Hände von Betrügern, wurde aufgrund der Initiative seiner Frau geschieden und hatte zu guter Letzt noch die Steuerfahndung auf den Fersen. Das alles, weil er keine sinnvollen Entscheidungen mehr treffen konnte und im zwischenmenschlichen Kontakt nicht mehr in der Lage war, Freund und Feind zu unterscheiden.</p>
<p>Weitere Informationen: <a href="http://www.psychophysik.com/integral-blog/?p=593" target="_blank"><strong>Erklärungsmodelle: Somatische Marker</strong></a></p>
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<p><strong>Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass ärztliche Intuition auf neurologischen und kognitionspsychologischen Mechanismen beruht. Über diese verfügt erstens jeder Mensch und zweitens sind sie überhaupt die Grundlage erfolgreicher (rationaler) Entscheidungen. Dies ist auch durch einige Publikationen speziell über Intuition in der Medizin dokumentiert, die bis hin zu Untersuchungen über intuitive Entscheidungen beim intraoperativen Vorgehen reichen (s. Literaturverzeichnis).</strong></p>
<p>In diesem Artikel sind indes noch nicht die möglichen <span style="color: #993300;"><strong>Probleme durch intuitive Entscheidungen</strong></span> zur Sprache gekommen, die ich als „Intuitionsfallen“ bezeichne und die natürlich im Rahmen professioneller Entscheidungs-Kompetenz und -Kultur reflektiert und möglichst minimiert werden sollten.</p>
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<h2>Literatur</h2>
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<h3><span style="color: #333399;">Allgemein</span></h3>
<p><a href="https://www.amazon.de/dp/3453615018/ref=as_li_tf_til?tag=clausfritzsch-21&amp;camp=1410&amp;creative=6378&amp;linkCode=as1&amp;creativeASIN=3453615018&amp;adid=0YK9JEZ3NK8W9N40BBYS&amp;" target="_blank"><strong>Bauer, J. (2006):</strong> Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone. Hamburg: Hoffmann und Campe</a><br />
<strong>Ciompi, L. (1997):</strong> Die emotionalen Grundlagen des Denkens. Entwurf einer fraktalen Affektlogik. Göttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<br />
<strong>Damasio (1997):</strong> Descartes Irrtum. Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn. München: dtv<br />
Dreyfus, H. und Dreyfus, S. (1988): Künstliche Intelligenz. Von den Grenzen der Denkmaschine und dem Wert der Intuition. rororo<br />
<a href="https://www.amazon.de/dp/3570009378/ref=as_li_tf_til?tag=clausfritzsch-21&amp;camp=1410&amp;creative=6378&amp;linkCode=as1&amp;creativeASIN=3570009378&amp;adid=1N7K0QXXYJSM2BKWY7YK&amp;" target="_blank"><strong>Gigerenzer, G. (2007): </strong>Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. München: Bertelsmann</a><br />
<strong>Polanyi, M. 1985:</strong> Implizites Wissen. Suhrkamp</p>
<h3><span style="color: #333399;">Intuition in der Medizin</span></h3>
<p><strong>Ausfeld-Hafter, B. (Hg) (1999):</strong> Intuition in der Medizin. Grundfragen zur Erkenntnisgewinnung. Bern: Lang<br />
<strong>Bechera, A. (2001):</strong> Neurobiology of decision-making: Risk and reward. Seminars in Clinical Neuropsychiatry, 6(3), 205-216<br />
<strong>Rothmund, M.; Lorenz, W. (1990): </strong>Einflüsse der Intuition auf Indikationsstellung und intraoperatives Vorgehen. Langenbecks Archiv Chirurgie, Suppl. II, 1297-1302<br />
<strong>Speich, R. (1997):</strong> Der diagnostische Prozes in der Inneren Medizin: Entscheidungsanalyse oder Intuition. Schweizer Medizinische Wochenschrift, 127, 1263-1279<br />
<a href="http://www.a-zeuch.de/uploadverzeichnisse/downloads/Zeuch_2008_Aerztliche_Intuition_Teil1.pdf" target="_blank"><strong>Zeuch, A. (2008):</strong> Ärztliche Intuition. Teil 1: Intuition verstehen und als wertvolle Ressource nutzen. Frauenarzt, 49(3): 280-283</a><br />
<strong>Zeuch, A. (2008):</strong> Ärztliche Intuition. Teil 2: Die eigene Intuition professionalisieren. Frauenarzt, 49(4)</p>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span></p>
<h2>Über den Autor</h2>
<p>Dr. Andreas Zeuch ist Gründungspartner der <a href="http://www.sinnvoll-entscheiden.de/" target="_blank">beratergruppe sinnvoll • wirtschaften</a>. Er promovierte 2003 zum „Training professioneller Intuition“ an der Universität Tübingen. Seit 1999 veröffentlicht er zahlreiche Artikel, sowie ein eigenes <a href="http://www.psychophysik.com/integral-blog/" target="_blank">Weblog</a> und ein <a href="http://www.dasabenteuerleben.de/index.php?id=11&amp;oid=237" target="_blank">Podcast</a> über professionelle Intuition und den Umgang mit Unsicherheit und Unplanbarkeit. 2010 erschien sein aktuelles Buch <a href="https://www.amazon.de/dp/3527504672/ref=as_li_tf_til?tag=clausfritzsch-21&amp;camp=1410&amp;creative=6378&amp;linkCode=as1&amp;creativeASIN=3527504672&amp;adid=01GGHESZ94T6936EMZFV&amp;" target="_blank"><strong>„Feel it! Soviel Intuition verträgt Ihr Unternehmen“</strong></a>.</p>
<p>Zeuch sammelte vor seiner Beratertätigkeit mehrere Jahre klinische Erfahrung als Musiktherapeut in der Onkologie, Psychiatrie und im Strafvollzug. 2001 &#8211; 2003 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universitätsklinik Heidelberg für die Curriculumsentwicklung mitverantwortlich.</p>
<p><strong>Homepage:</strong> <a href="http://www.a-zeuch.de/index.php" target="_blank">www.a-zeuch.de</a><br />
<strong>E-Mail:</strong> <a href="mailto:az@a-zeuch.de" target="_blank">az@a-zeuch.de</a></p>
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<p><a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a></p>
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		<title>Video: Homöopathie an einer Uniklinik. Interview mit Dr. med. Sigrid Kruse vom Dr. von Haunerschen Kinderspital.</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 08:59:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Trapp</dc:creator>
				<category><![CDATA[DZVhÄ Homöopathie.Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie-Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Homöopathie-Praxis]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Modellprojekt „Homöopathie in der Pädiatrie“ wurde 1995 gegründet und ist bis heute einzigartig an einer Universitäts-Kinderklinik in Deutschland. Vorrangige Ziele dieses zu Beginn von der Carstens-Stiftung und heute u.a. von der AOK und Techniker Krankenkasse finanzierten Projekts: 1. Integration der Homöopathie in das Dr. von Hauner’sche Kinderspital in München. 2. Durchführung wissenschaftlicher Studien. HomoeopathieTV [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das <a href="http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Kinderklinik-und-Kinderpoliklinik-im-Dr-von-Haunerschen-Kinderspital/de/ambulanzen/homoeopathie/index.html" target="_blank">Modellprojekt „Homöopathie in der Pädiatrie“</a> wurde 1995 gegründet und ist bis heute einzigartig an einer</strong> <strong>Universitäts-Kinderklinik in Deutschland. Vorrangige Ziele dieses zu Beginn von der Carstens-Stiftung und heute u.a. von der AOK und Techniker Krankenkasse finanzierten Projekts: 1. Integration der Homöopathie in das <a href="http://www.klinikum.uni-muenchen.de/de/startseitenmeldungen/archiv/101203Homoeopathie.html" target="_blank">Dr. von Hauner’sche Kinderspital</a> in München. 2. Durchführung wissenschaftlicher Studien. <span style="color: #993300;">HomoeopathieTV</span> interviewte kürzlich Dr. med. Sigrid Kruse, die das Modellprojekt initiierte und es bis heute betreut.</strong><br />
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<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="418" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/N4PUCxXso6Y?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0&amp;hd=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="418" height="300" src="http://www.youtube.com/v/N4PUCxXso6Y?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0&amp;hd=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<span id="more-3162"></span></p>
<h2>Links zum Thema:</h2>
<p><span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<a href="http://www.uni-duesseldorf.de/Intensivpflege/seiten_ft/pdf/homoeopathie.pdf" target="_blank"><strong>Eckdaten des Modellprojekts „Homöopathie in der Pädiatrie“</strong></a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<a href="http://www.carstens-stiftung.de/wissen/hom/pdf/klin_kruse_paed_abschluss.pdf" target="_blank"><strong>Abschlussbericht der Karl und Veronica Carstens-Stiftung</strong></a><br />
<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<a href="http://www.youtube.com/user/HomoeopathieTV" target="_blank"><strong>HomoeopathieTV, ein neuer Kanal des Videoportals YouTube</strong></a><br />
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<span style="color: #ffffff;">x</span><br />
<a href="http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/" target="_self"><strong>Home</strong></a><br />
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