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Homöopathie und SPIEGEL (-fechterei)

Von Christoph Trapp | 26.November 2010

Vor einem „Rückfall ins Mittelalter“ warnt der SPIEGEL vom 22.  November 2010. „Die Homöopathie breitet sich unaufhaltsam an deutschen Hochschulen aus“, heißt es in bewährter Spiegel-Schreibe. Etwas, das sich „unaufhaltsam“ ausbreitet, kann per se nur unheimlich und gefährlich sein. Das weiß man aus jedem Horror-Film. Was scheren da die Fakten. „Für Medizinstudenten sieht die neue Approbationsordnung die Homöopathie als Wahlpflichtfach vor.“ Dass das eine reine Kann-Bestimmung ist und die finale Gehirnwäsche des deutschen akademischen Nachwuchses noch vom Votum der jeweiligen medizinischen Fakultät abhängig ist, erfahren wir erst von der Carstens-Stiftung. Mit dem interessanten Rezept „Krankenkassen sollen sich Homöopathie sparen“ wollten Lauterbach und SPIEGEL übrigens schon im Juli das deutsche Gesundheitssystem vor dem Ruin bewahren. Der Vorschlag füllte das Sommerloch 2010, eignete sich jedoch nicht zur Kostensenkung. Nur 0,003 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen lassen sich so einsparen. SPIEGEL-Sturm im Wasserglas?


Grund zur Panik

Wahr ist, dass sich ein zunehmender Teil der deutschen Bevölkerung für Homöopathie interessiert. Eine Forsa-Umfrage im letzten Jahr ergab, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung hinter der Homöopathie steht. Wahr ist auch, dass die Zahl der homöopathischen Ärzte in Deutschland sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat. Unwahr ist leider die unaufhaltsame Verbreitung der Homöopathie an deutschen Universitäten. Nur eine äußerst überschaubare Zahl von deutschen Professoren beschäftigt sich derzeit in Forschung oder Lehre mit der Homöopathie. Diese marginale Verbreitung ist wohl kaum ein hinreichender Grund, zwei Seiten eines großen Nachrichtenmagazins mit Halbwahrheiten zu füllen.

Der Abwehrreflex des SPIEGELS und die Polemik, die sich stellvertretend an Bundesärztekammerpräsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe entlädt, ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass er in seinem Wirken als Kammerpräsident Brücken zwischen der konventionellen und komplementären Medizin gebaut hat. Hoppe steht für Dialog!

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Dialog und Forschung sind überfällig

60.000 Ärzte haben eine komplementärmedizinische Weiter- oder Ausbildung (Naturheilverfahren, Homöopathie, Akupunktur oder in Chirotherapie) absolviert. Ein Dialog der Medizinrichtungen scheint da eher überfällig. Und eine Befassung der Forschung mit den Methoden, die nicht nur in den Praxen sondern auch in den Ambulanzen längst zum Repertoire gehören, scheint überfällig.

Wirklich erstaunlich ist doch: Wer diese Methoden für kompletten Nonsens hält, sollte eigentlich eine Befassung deutscher Universitäten mit diesem Humbug fordern. Er sollte den Dialog fordern. Ein Dialog zwingt dazu, sich einer kritischen Auseinandersetzung zu stellen und gegebenenfalls auch eigene Positionen in Frage zu stellen.

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Sog. Skeptiker und ihre Angst vor Forschung

Es ist bemerkenswert, dass es mittlerweile eine eigene Subkultur gibt, Menschen, die sich selbst Skeptiker nennen, die in Wahrheit aber die Wissenschaftsgläubigkeit zu einer Religion machen. Bemerkenswert ist, dass sie nicht nach Erforschung von Methoden rufen, die weit verbreitet sind  – sondern Angst davor haben, dass die pure Befassung deutsche Universitäten beflecken könnte. Auch die Marburger Erklärung scheint eher von einem religiösen Motiv geprägt zu sein: „Der Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universität Marburg verwirft die ‚Homöopathie’ als eine Irrlehre.“ Irrlehre? Wer hört da nicht schon den Scheiterhaufen knistern.

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Krise der Medizin

Selbst innerhalb der konventionellen Medizin wird inzwischen Unbehagen formuliert, ob der zunehmenden Verengung des eigenen Blickwinkels und der Endlichkeit der Therapiemölichkeiten. Die häufigen chronischen Erkrankungen sind durch die konventionelle Medizin nicht heilbar. Dabei steigen die Kosten des Gesundheitssystems kontinuierlich, ohne dass dem eine entsprechende Steigerung von Gesundheit gegenüber steht. In der Bevölkerung herrscht eine weit verbreitete Unzufriedenheit gegenüber einer Medizin, die als apparateorientiert, mechanistisch und unpersölich erlebt wird. Gewünscht wird die Kooperation von konventioneller und individueller Medizin (wie anthroposophischer Medizin, Akupunktur oder Homöopathie).

Medizinstudenten lernen viel über gut definierte Krankheiten wie z. B. Morbus Addison, die sie dann allerdings in aller Regel höchstens einmal in ihrem Leben zu Gesicht bekommen. Sie erfahren wenig über solche Dinge wie Rückenschmerzen, die sie aber in ihrer späteren Praxis ständig sehen – und die sehr leicht einen Menschen invalidisieren können. Solche Krankheiten werden dann als unspezifisch bezeichnet, weil sie nicht monokausal sind, schwer einzuordnen und schwer zu behandeln sind.

Was Patienten wünschen ist ein moderne integrative Medizin – das Angebot von Intensivstationen und individuellen Therapiemethoden.

Es zeichnet sich ein Paradigmenwechsel in der Medizin ab. Weg von einer seriellen Medizin, die mit standardisierten Therapiekonzepten definierte Krankheiten behandelt, hin zu einer individuellen Medizin, die den Blickwinkel nicht auf einzelne Organe und Krankheiten verengt, die den kranken Menschen als Einheit begreift.

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Das Ende des Maschinenparadigmas in der Medizin

Das scheint zu verunsichern. Die seit Descartes in der Medizin übliche Betrachtung des menschlichen Köpers als (Bio-) Maschine hat uns laut Prof. Harald Walach, Professor für Forschungsmethodik komplementärer Medizin und Heilkunde in Frankfurt Oder, wertvolle Einsichten über die Funktionsweise des Köpers vermittelt. Das Maschinenparadigma war jedoch zur Behandlung von Stöungen nur begrenzt erfolgreich: „Zweifelsohne ist es sehr erfolgreich in der Akutversorgung, in der Notfallmedizin, Chirurgie und Hygiene. In anderen Bereichen, vor allem wenn es um chronisch funktionelle Störungen oder chronisch degenerative Erkrankungen geht, beeindruckt mich der so genannte „medizinische Fortschritt“ nicht im Geringsten. Da könnte vermutlich die konventionelle Medizin mehr von den traditionellen Medizinsystemen lernen als umgekehrt.“ (? EBM-Kritik: Prof. Harald Walach und das Problem mit der „Integrativen Medizin“)

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Der DZVhÄ kommentiert den „Rückfall ins Mittelalter“ (DER SPIEGEL, Nr. 47 vom 22. November 2010):

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Replik von Cornelia Bajic, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ):

Es macht mich allmählich müde, immer die gleichen Platituden zu hören und immer das gleiche zu antworten:

Ja, die ganz überwiegende Zahl von Doppelblindstudien zum Thema Homöopathie belegt eine Wirkung derselben.

Ja, die Versorgungsforschung zeigt, dass Homöopathie in der Praxis effektiv und kostengünstig ist. Und warum bitte ist Versorgungsforschung weich? Wer genau hat definiert, dass das Empfinden eines Menschen über seinen Gesundheitszustand ein weicher Endpunkt ist, sein Cholesterin-Spiegel aber ein harter?

So weit, so gut. Sie behaupten das eine, wir das andere. Da steht Aussage gegen Aussage. Das können wir auch einfach so stehen lassen. Aber könnten wir diese Ebene nicht endlich mal verlassen?

Ja, wir geben zu, dass der Wirkmechanismus ungeklärt ist.

Aber nein, wir stimmen nicht zu, wenn behauptet wird, es handele sich NUR um Placebo-Effekte. Dafür ist die Studienlage (siehe hier und auch hier) nicht eindeutig.

Ja, wir räumen dem Placebo-Effekt eine Bedeutsamkeit ein. Dies tut die konventionelle Medizin übrigens auch.

Nein, es ist nicht magisch – mystisch – esoterisch. Es ist eine Heilmethode, die nach klaren Regeln funktioniert.

Eine besondere Form der Psychotherapie? Gut, dann erforschen wir diese Aussage. Wissenschaftliches Denken kommt in der Praxis zu kurz? Wir wollen es überprüfen.

„Medizin ist eine Erfahrungswissenschaft, die sich auch naturwissenschaftlicher Methoden bedient.“ Diese Aussage spricht für den Weitblick von Prof. Hoppe, weiß er doch, dass der Praktiker zum allergrößten Teil auf seine Erfahrung zurückgreift. Der mechanistische Ansatz der Medizin, auf welchem unsere heutige „Mainstream-Medizin“ beruht,  hat sich überholt, bleibt er doch allzu oft die letzte Erklärung schuldig. Wir wollen uns doch nichts vormachen und den Anschein erwecken, als hätte die moderne Medizin schon auf jede Frage eine Antwort und zu jeder Krankheit eine Therapie. Schauen wir die Realität an, dann wissen wir, dass wir Ärzte doch davon ewig weit entfernt sind. Etwas mehr Bescheidenheit würde der „Naturwissenschaft Medizin“ da gut zu Gesicht stehen.

„Aude sapere“ (Wage, weise zu sein) – Das sage ich den Medizin-Studenten, denen ich einen Überblick über Homöopathie gebe. Da bin ich mit Prof. Windeler ganz einig. Zu wenig eigenständige Denkarbeit findet sich im Medizinstudium. Aber dazu gehört dann auch, dass man sich mit dem Ungeklärten beschäftigt, dass man über den Tellerrand schaut und immer wieder kritisch die neuesten Entwicklungen betrachtet.

Ja, wir Homöopathen wünschen uns mehr Forschung auf unserem Gebiet, ja, auch gerne „harte“ Studiendesigns (und mehr Forschungsgelder…), ja, mehr Diskurs mit den Kollegen, mehr Kommunikation und Austausch in gegenseitigem Respekt vor der jeweils unterschiedlichen Therapieform… und zwar zum Wohle der Patienten in letzter Konsequenz.

Wäre es also möglich, diese Diskussion endlich mal auf solide Füße zu stellen und sie dadurch fruchtbar werden zu lassen?

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Replik von Curt Kösters, 2. Vorsitzender des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ):

Individuelle Medizin

Noch heute ist Professor Happle, der ehemalige Chef der Hautklinik der Universität Marburg, davon überzeugt, dass „das Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis der universitären Medizin und das magisch-mystische Denken der Homöopathie“ sich gegenseitig ausschließen. Und der SPIEGEL druckt es gern.

Die damals von Professor Happle initiierte Marburger Erklärung hatte zwar selbst eher die Diktion der heiligen Inquisition als den einer akademischen Institution: „Der Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universität Marburg verwirft die ‚Homöopathie’ als eine Irrlehre. Nur als solche kann sie Gegenstand der Lehre sein.“ Offenbar ist man aber gerade um aktuellere oder kompetentere Gewährsmänner verlegen. – Ist Professor Ernst gerade in Urlaub?

Was ist schreckliches geschehen, dass der SPIEGEL sich derartig ins Zeug legen muss?

Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg Dietrich Hoppe, hat sich für Pluralismus in der Medizin eingesetzt. Er hat darauf hingewiesen, dass Medizin zwar Naturwissenschaft einsetzt, selbst aber keine Naturwissenschaft ist, sondern eine Erfahrungswissenschaft. Der SPIEGEL registriert das mit Entsetzen.

Wir fragen uns wiederum, wie jemand ernsthaft der Meinung sein kann, dass Medizin nicht mehr ist als die Anwendung von Studien.

Medizin ist Handlungswissen – eine Praxis. Sie hat etwas mit Patienten zu tun. Es geht um Empathie, um Kontakt und Kommunikation – und nicht nur um Studien.

Medizin ist die Anwendung wissenschaftlicher Prinzipien – aber auch weit mehr als das. Und wenn es daran Zweifel gibt, ist eine öffentliche Diskussion um den Wissenschaftsbegriff in der Medizin in der Tat überfällig.

Und auch dort, wo es um die Anwendung von Studien geht, wird offenbar mit unterschiedlichem Maß gemessen. Der SPIEGEL bringt den Präsidenten der Berliner Ärztekammer, Günther Jonitz, gegen Hoppe in Stellung „Wir brauchen nicht mehr Alternativmedizin, wie Herr Hoppe sagt, sondern mehr Psychosomatik“.

Nun haben wir sicher nichts gegen Psychosomatik und teilen die Auffassung des Berliner Ärztekammerpräsidenten, dass ein Mehr an Psychosomatik nicht von Schaden wäre. Allerdings sind uns die zahlreichen Doppelblindstudien, mit denen die Psychosomatik Gnade vor den Augen des SPIEGELS findet und ihre Existenz legitimiert, im Moment nicht so recht geläufig. – Wir bitten hier um Nachhilfe.

Richtig ist, dass es unterschiedliche Betrachtungsweisen in der Medizin gibt, den Unterschied zwischen einer seriellen und einer individuellen Medizin.

Die Sichtweise einer seriellen Medizin: Alle Menschen sind gleich. Das ist die Voraussetzung für klinische Studien und Entscheidungen, die darauf beruhen. Die Krankheitsdiagnose ist hier der entscheidende prognostische und therapeutische Indikator.

Eine individualisierte Medizin wie die Psychosomatik bezieht sich auf die einzelne erkrankte Person in ihrem individuellen Kranksein. Die Krankheitsdiagnose hat in einer individualisierten Medizin eine rein prognostische Aussage. Die individuelle Therapie kann nur aufgrund der individuellen Symptomatik festgelegt werden. Eine individualisierte Medizin beruht also gerade auf der Wahrnehmung von Unterschiedlichkeit.

Beide Sichtweisen – die serielle und die individuelle – sind für sich richtig und haben ihre Berechtigung innerhalb bestimmter Parameter.

Dass diese unterschiedlichen Blickwinkel auch Konsequenzen für die anzuwendenden Forschungsmethoden haben ist evident.

Die klassische Methode der seriellen Medizin ist die Doppelblindstudie. Diese lässt sich auf individualisierte Verfahren nur mit großen Einschränkungen übertragen. Das schließt randomisierte klinische Studien mit hohem Evidenzgrad auch für die individualisierte Medizin nicht aus.

Dem Dialogforum Pluralismus in der Medizin ist zu danken, dass die fällige Diskussion um das unterschiedliche Verständnis von Medizin eröffnet wurde. Eine Theorie der Medizin wurde bereits von Viktor von Weizsäcker angemahnt.

Den Autoren des SPIEGELS ist zu wünschen, dass ihnen Lebensmittel und insbesondere Wein künftig nur noch nach objektiven Qualitätsmaßstäben – mess- und wägbaren Parametern – kredenzt werden. Schwierige und subjektive Maßstäbe wie Geschmack – weiche Endpunkte also – sollten dabei keinerlei Rolle spielen.

Zum Wohle!

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Links zum Thema:

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„Rückfall ins Mittelalter“, von Markus Grill und Veronika Hackenbroch, DER SPIEGEL, Nr. 47 vom 22. November 2010

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Irrtum, Harro Albrecht! Warum die Medizin ihren Verstand schon lange verloren hat. (? „Wehe! Wehe!“, ZEIT)

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Informationen zur Homöopathie: Sturm im Wasserglas: Der Spiegel und die Homöopathie …
Im neuen Blog von Dr. med. Michael Teut, Dr. med. Christian Lucae, Dr. med. Matthias Wischner und Jörn Dahler heißt es:

„Der Spiegel inszeniert mit dem neuesten Artikel zur Homöopathie von Markus Grill und Veronika Hackenbroch erneut seinen Status als Bildzeitung für Abiturienten. Der Artikel selbst ist ein Rückfall ins Mittelalter. Schlecht recherchiert, zum Zweck der Diskreditierung geschrieben, und entstanden aus einem vormodernen (mittelalterlichen) Wissenschaftsverständnis, in dem Dialoge und kritische Diskussionen unerwünscht sind und andere Denkrichtungen pauschal als Irrlehre bezeichnet werden. Diese Art von Journalismus ist weder unabhängig noch investigativ, sondern inquisitorisch …“hier geht es zur Fortsetzung …

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Themen: DZVhÄ Homöopathie.Blog | 14 Kommentare »

14 Kommentare to “Homöopathie und SPIEGEL (-fechterei)”

  1. Carstens-Stiftung zum privaten Feldzug von Veronika Hackenbroch und Markus Grill. Homöopathie: Angekommen im 21. Jahrhundert. (→ DER SPIEGEL) | H.Blog: Homöopathie & Forschung schreibt:
    26th.November 2010 um 08:33

    […] DZVhÄ Homöopathie.Blog: „Homöopathie und SPIEGEL (-fechterei)“ – Der DZVhÄ kommentiert „Rückfall ins Mittelal… […]

  2. Carstens-Stiftung korrigiert SPIEGEL „Homöopathie – die große Illusion“. Agitation, Stimmungsmache und eine erschreckende Unkenntnis der Sachlage. | H.Blog: Homöopathie & Forschung schreibt:
    26th.November 2010 um 08:36

    […] Der DZVhÄ kommentiert „Rückfall ins Mittelalter“ (DER SPIEGEL, Nr. 47 vom 22. November 2010) […]

  3. Voll im Trend: „CAM-Bashing“ von Harro Albrecht in der ZEIT und von Sebastian Herrmann in der Süddeutschen Zeitung | Neuraltherapie.Blog schreibt:
    2nd.Dezember 2010 um 08:28

    […] Mit dem interessanten Rezept „Krankenkassen sollen sich Homöopathie sparen“ wollten Lauterbach und SPIEGEL übrigens schon im Juli das deutsche Gesundheitssystem vor dem Ruin bewahren. Der Vorschlag füllte das Sommerloch 2010, eignete sich jedoch nicht zur Kostensenkung. Nur 0,003 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen lassen sich so einsparen. SPIEGEL-Sturm im Wasserglas? […]

  4. Horst Göttlicher schreibt:
    2nd.Dezember 2010 um 15:39

    Ist doch ganz einfach: Sie liefern einen wissenschaftlich belastbaren Beweis (Doppelblindstudie) zur Wirksamkeit der Homöopathie und der SPIEGEL muss daraufhin alle Vorwürfe zurücknehmen. Warum machen Sie das nicht?

  5. Christine Wittenburg schreibt:
    15th.Dezember 2010 um 20:31

    Nachrichten von jenseits des Tellerrandes:

    Homöopathie ist eine nahezu unbekannte Therapieform in Spanien. Ich praktiziere klassische Homöopathie in Nordspanien seit 1992. Grob geschätzt kann etwa 5% der spanischen Bevölkerung mit dem Wort „Homeopatía“ etwas anfangen, oft herrscht aber auch dann noch die irrige Überzeugung, es handele sich um Kräutermedizin. Ich glaube, in 60km Umkreis um meine Praxis gibt es keinen Kollegen, der Homöopathie ausübt. Allerdings wird in (u.A.)der medizinischen Fakultät der Uni Barcelona seit Jahren Homöopathie unterrichtet, weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit.

    Interessant ist, dass die überregionale Tageszeitung „El Publico“, die der regierenden sozialdemokratischen Partei nahe steht, sich seit Neustem in auffällig negativer Weise über die Homöopathie äußert, in abgeschwächter Form tut das auch auch die größte Tageszeitung, „El Pais“.

    Was steckt dahinter, wenn so augenfällig gehäuft Schmähungen der Homöopathie in einer Zeitung auftauchen?

    Ein Thema, mit dem das gros der Bevölkerung eigentlich gar nichts anfangen kann? Jeder, der von Homöopathie keine Ahnung hat, und vielleicht auch gar nichts von ihr wissen will, sah sich im „El Publico“ mit veritablen Dreckschleuderattacken gegen diese unbekannte Heilmethode konfrontiert, und zwar (ich zähle ab August 2010): 16. und 20.August; 25. September; 3. Oktober; 3., 6., 26., 27. und 30. November, 4. Dezember. Keine Kurznachrichten, längere Artikel auf vorderen Seiten.

    Es geht offensichtlich um mehr als nur Sommerlöcher mit Kügelchen füllen. Honni soit qui mal y pense.

  6. H.Blog - Claus Fritzsche schreibt:
    16th.Dezember 2010 um 08:39

    Hallo Frau Wittenburg,

    aus welcher Ecke dieses Phänomen stammt, dass lässt sich relativ leicht prüfen.

    Handelt es sich um seriöse und im Ton respektvolle sachliche Auseinandersetzungen, so tun Journalisten ganz normal ihre Arbeit.

    Stehen Schmähungen und persönliche Angriffe im Vordergrund, ohne dass ein Meinungsspektrum korrekt abgebildet wird, so handelt es sich hier mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um Aktivitäten aus dem Umfeld der Skeptiker-Bewegung.

    Diese ideologische Gruppierung ist speziell in Medien, welche politisch eher dem „linken“ Spektrum zugehörig sind, weit verbreitet. CAM-Bashing ist ein Grundbedürfnis der Skeptiker-Bewegung. Was jedoch nicht heißt, dass „linke“ Medien CAM-Bashing betreiben. In Deutschland äußert sich z. B. die taz oftmals sehr differenziert zum Themenspektrum „Komplementärmedizin“. Schläge unterhalb der Gürtellinie beschränken sich bisher auf die Bildzeitung für Abiturienten bzw. das Magazin DER SPIEGEL oder die stark ideologisch beeinflussten Endlos-Artikel von Prof. Edzard Ernst.

    Was Veronika Hackenbroch und Markus Grill zuletzt über die Homöopathie geschrieben haben, ist in Stil und Logik Skeptiker-Slang pur.

    Beste Grüße

    Claus Fritzsche

  7. Christine Wittenburg schreibt:
    16th.Dezember 2010 um 12:27

    Hallo Herr Fritzsche,

    Kann sein, dass das Ganze nur eine sportliche Veranstaltung der verschiedenen „Skeptiker“ – Vereine ist. Die schießen auch im spanischsprachigen Raum wie die Pilze aus dem Boden – und um sich. Diese Entwicklung mit der möglichst reibungslosen Durchsetzung des THMPD (Traditional Herbal Medical Product Directive, EU-Richtlinie von 2004) im April 2011 in Verbindung zu bringen, ist sicher zu abenteuerlich.

    Schöne Grüsse,

    Christine Wittenburg

  8. Ulrich Berger schreibt:
    17th.Dezember 2010 um 13:29

    Frau Wittenburg, was sollte denn die THMPD Ihrer Meinung nach mit der Homöopathie zu tun haben?

  9. Christine Wittenburg schreibt:
    18th.Dezember 2010 um 11:42

    Herr Berger, natürlich haben diese beiden Dinge nichts miteinander zu tun. Das Eine ist eine Therapieform, das Andere eine EU-Richtlinie. Die Homöopathie bedient sich aber der etwa 3000 bis heute an gesunden Probanden geprüften Substanzen, die pro Substanz in, sagen wir mal, 20 verschiedenen Potenzen zur Verfügung stehen. Placebo hin oder her, ganz ohne Kügelchen können wir Homöopathen unser Tagewerk nicht verrichten, wir sind leider keine Geistheiler. Das in der THMPD-Richtlinie vorgeschriebene Zulassungsverfahren wird auch auf die Homöopathie angewandt werden; soweit mir bekannt ist, auf jede einzelne Potenz/Zubereitung jedes einzelnen Mittels. Nehmen wir mal an, dass dabei Kosten von 50 000€ pro Zulassung entstehen. 50 000 ist nur irgendeine Zahl, ich glaube, die tatsächlichen Kosten liegen höher. Wenn ich nun mal meinen Taschenrechner bemühe – sonst komme ich mit so vielen Nullen nicht zurecht – dann lande ich bei der schlichten Summe von 1,5 Milliarden €. Vielleicht ein bißchen happig für die kleinen Arzneimittelhersteller, die unsere Kügelchen produzieren. Es gibt Mittel, die werden recht häufig benützt, andere braucht man vielleicht nur einmal im Leben, um einen einzigen Patienten zu heilen. Bei solchen Mitteln wird es den Herstellern nicht wirtschaftlich erscheinen, das Zulassungsverfahren durchzuführen. Also, zusammengefaßt: Das THMPD hat nichts, aber auch rein garnichts mit der Homöopathie zu tun.

  10. Ulrich Berger schreibt:
    20th.Dezember 2010 um 09:53

    Frau Wittenburg, Sie schreiben: Das in der THMPD-Richtlinie vorgeschriebene Zulassungsverfahren wird auch auf die Homöopathie angewandt werden.

    Haben Sie für diese Behauptung auch einen Beleg?

  11. Christine Wittenburg schreibt:
    20th.Dezember 2010 um 11:23

    Herr Berger, die Richtlinie gilt unzweifelhaft zumindestens für die Ausgangsstoffe für die Urtinkturen, die den Basis für die riesige Gruppe pflanzlicher homöopathischer Arzneimittel bildet. Es gibt (noch) keine Vereinheitlichung der Gesetze in den verschiedenen europäischen Ländern, die die Zulassung von homöopathischen Medikamenten regeln. Nachlesen könnten Sie das z.B. in dem Wikipedia-Eintrag zu „Homöopathisches Arzneimittel“ – übrigens von einem Skeptiker verfasst, und an vielen weiteren Stellen im www.
    Ich bin einfach nur ziemlich besorgt, wenn ich über mögliche Entwicklungen nachdenke.

  12. Dr. Christoph Jochum schreibt:
    10th.November 2011 um 22:18

    Dieser Beitrag von Dr. E. Berndt, den ich unter

    http://kritischgedacht.wordpress.com/2008/06/04/aberglaube-homoopathie/

    gefunden habe, entlarvt den Schwachsinn der Homöopathie.

    Homöopathika bestehen nicht nur aus harmlosen Pflanzenstoffen, wie ein populärer Irrtum vermeint.

    Hier eine kleine Auswahl weniger bekannter Inhalts- bzw. Grundstoffe, die in der Homöopathie verwendet werden. (Achtung: Dies ist keine Satire!)
    Teil I (aus: W. Boericke, Handbuch der homöopathischen Materia medica, Stuttgart 2004).

    Ablagerungen aus dem Mutterkuchen des Pferdes (Hippomanes)
    Amerikanischer Kartoffelkäfer (Doryphora decemlineata)
    Arsen (Arsenicum album, A. bromatum, A.hydrogenatum, A. iodatum, A. metallicum, A. sulphuratum flavum)
    Austernschalenkalk (Calcarea carbonica)
    Benzol (Benzinum)
    Bernstein (Succinum)
    Bettwanze (Cimex lectularius)
    Bibergeil (Castoreum)
    Blattgold (Aurum foliatum)
    Blattläuse von Chenopodium (Aphis chenopodii glauci)
    Blausäure (Hydrocyanicum acidum)
    Blei (Plumbum metallicum)
    Botulinum
    Brechweinstein (Antimonium tartaricum)
    Brustkrebs-Nosode (Carcinosinum Burnett)
    Buchenholzkohlenteer (Kreosotum)
    Chloroform (Chloroformium)
    Chlor (Chlorum)
    Cholesterin (Cholesterinum)
    Curare
    Deutsche Otter (Vipera)
    Diphtherie-Nosode (Diphtherinum)
    Eierstockextrakt von Kühen oder Schafen (Ovininum)
    Eihaut des Hühnereis (Ovi gallinae pellicula)
    Eiterflüssigkeit aus dem Krätzebläschen (Psorinum)
    Fliegenpilz (Agaricus)
    Flüssiges Pech oder Teer (Pix liquida)
    Flusskrebs (Astacus fluviatilis)
    Formaldehyd (Formalinum)
    Gallensäure (Gallicum acidum)
    Getrocknetes Blut des Pfeilschwanzkrebses (Limulus cyclops)
    Getrocknete Tintenfischtinte (Sepia succus)
    Giftsumach (Rhus toxicodendron, venenata)
    Gila-Echse (Heloderma suspectum)
    Gneis aus Gastein (Lapis albus)
    Graphit (Graphites)
    Haschisch (Cannabis indica)
    Hausfliegenmilbe (Trombidium muscae domesticae)
    Holzkohle (Carbo vegetabilis)
    Holzruß (Fuligo ligni)
    Holzteerdestillat (Eupionum)
    Hornisse (Vespa crabro)
    Hundemilch (Lac caninum)
    Hypophyse (Pituaria glandula)
    Iridium (I. metallicum)
    Kadmiumsulfat (Cadmium sulphuratum)
    Kakerlaken (Blatta americana, B. orientalis)
    Kalziumarsenit (Calcarea arsenicosa)
    Karlsbader Wasser (Carlsbad aqua; wird nur in niederen Potenzen empfohlen)
    Kellerassel (Oniscus asellus)
    Keuchhusten-Nosode (Pertussinum)
    Klapperschlangengift (Crotalus horridus)
    Kobalt (Cobaltum)
    Kobragift (Naja tripudians)
    Kohlenmonoxid (Carboneum oxygenisatum)
    Kokain (Cocainum hydrochloricum)
    Königswasser (Nitromuriaticum acidum; Mischung aus starker Salpeter- und Salzsäure)
    Korallen (Corallium rubrum)
    Kreuzspinne (Aranea diadema)
    Krötengift (Bufo rana)
    Kubanische und Spanische Tarantel (Tarantula
    cubensis, T. hispanica)
    Kupfer, Kupferarsenit (Cuprum metallicum, C.arsenicosum)
    Lava und Schlacke des Vulkans Hekla (Hecla lava)
    Maisbrand (Ustilago maydis)
    Manganacetat (Manganum aceticum)
    Marienkäfer (Coccinella septempunctata)
    Menschenfloh (Pulex irritans)
    Milzbrand (Anthracinum; Bacillus anthracis aus der Milz des Schafes)
    Mutterkorn (Secale cornutum)
    Naphtalin (Naphthalinum)
    Nickel (Niccolum metallicum)
    Ohrenqualle (Medusa)
    Opium
    Osmium (Osmium metallicum)
    Palladium (Palladium metallicum)
    Paraffin (Paraffinum)
    Petroleum
    Pferdemauken-Nosode (Malandrinum; aus der Hautentzündung an der hinteren Fläche der Fessel in der Fesselbeuge)
    Platin (Platinum metallicum)
    Pocken-Nosode (Variolinum)
    Purpurschnecke (Murex purpureus)
    Quecksilber (Mercurius; in verschiedenen Formen)
    Radiumbromid (Radium bromatum)
    Rindergalle (Fel tauri)
    Röntgenstrahlen (X-Ray; eine mit Röntgenstrahlen behandelte Alkoholampulle)
    Roter Seestern (Asterias rubens)
    Rote Waldameise (Formica rufa)
    Salzsäure (Muriaticum acidum)
    Schierling (Conium maculatum)
    Schwarze Witwe (Latrodectus mactans)
    Silber (Argentum metallicum)
    Silbernitrat (Argentum nitricum)
    Spanische Fliege (Cantharis vesicatoria)
    Speichel tollwütiger Hunde (Lyssinum, Hydrophobinum)
    Stinktiersekret (Mephitis putorius)
    Strontiumcarbonat (Strontium carbonicum)
    Strychnin (Strychninum)
    Süßwasserschwamm (Badiaga)
    Syphiliserreger-Nosode (Syphilinum)
    TNT (Trinitrotoluenum)
    Tripper-Nosode (Medorrhinum)
    Tuberkulöse Lunge (Bacillinum Burnett)
    Tuberkulöse Rinderabszesse (Tuberculinum bovinum Kent)
    Verdauungssaft des Hummers (Homarus)
    Vogelspinne (Mygale lasiodora)
    Walfischdreck (Ambra grisea, grauer Amber; aus dem Darm des Pottwals)
    Westindische Feuerspinne (Theridion curassavicum)
    Wismutnitrat (Bismuthum)
    Zehennägelschuppen des Pferdes (Castor equi)
    Zinn (Stannum metaliicum)
    Zinnober (Cinnabaris)
    Zyankali (Kali cyanatum

    Teil II (aus: http://www.homoeopathie-wichmann.de/heilmittel/Heilmittel-System.htm, 4.8.05)
    Afrikanisches Elfenbein (Dens loxodonta africana)
    Delphinmilch (Lac delphinum)
    DNA (Desoxyribonucleinicum acidum)
    Elektrizität (Electricitas)
    Englische Sonne (Sol britannica)
    Faules Rindfleisch (Pyrogenium)
    Filzlaus (Phthirus pubis)
    Fuchslunge (Pulmo vulpi)
    Gebärmutterkrebs-Nosode (Epihysterinum)
    Grüner Knollenblätterpilz (Agaricus phalloides)
    Hausstaubmilbe (Dermatophagoides pteronyssinus)
    Hundekot (Excrementum caninum)
    Hunderäudemilbe (Sarcoptes canis)
    Käseschmiere (Vernix caseata; eine fettige Schicht, die die Haut des Fötus bedeckt)
    Katzenmilch (Lac felinum)
    Kondomgummi (Latex vulcani)
    Kopfhautekzem-Nosode (Melitagrinum)
    Lepra-Nosode (Leprominum)
    Licht der Venus (Venus stella errans)
    Löwenmilch (Lac leontis)
    Magnetischer Nord- bzw. Südpol (Magnetis polus arcticus bzw. australis)
    Materialisierte Asche von Sai Baba (Vibhuti Sai Baba)
    Menschenkopflaus (Pediculus humanus capitis)
    Menschlicher Hodenextrakt (Orchitinum)
    Menschlicher Mutterkuchen (Placenta humana)
    Milch des afrikanischen Elefanten (Lac loxodonta africana)
    Milch des indischen Elefanten (Lac elephantis)
    Milch des Wolfes (Lac lupi)
    Milch einer Frau (Lac humanum)
    Milch mehrerer Frauen (Lac maternum)
    Mikrowellen (Microwave)
    Mondstrahlen (Luna)
    Nabelschnur des Schweins (Funiculus umbilicalis suis)
    Nasenschleimhaut (Mucosa nasalis)
    Nierensteine (Calculus renalis)
    Pferdehaarehaar (Pilus equinus)
    Sahara-Skorpion (Buthus australis)
    Schimpansenmilch (Lac panis troglodytis)
    Schweinemilch (Lac suilinum)
    Sonnenstrahlen (Sol)
    Sonnenfinsternisstrahlen (Sol eclipsium)
    Spinnennetz (Tela aranearum)
    Staphylokokkeneiter (Staphylococcinum)
    Stubenfliege (Musca domestica)
    Südwestwind (Auster eurus)
    Tuberkulöser Hoden (Bacillinum testium)
    Vakuum (Vacuum)
    Urin (Urinum humanum)
    Zecke (Ixodes ricinus)

  13. Timm Herbst aka Logos schreibt:
    7th.Dezember 2011 um 14:16

    Sehr geehrter Hr. Trapp,
    sie schreiben im Anriss „Was scheren da die Fakten.“? An welche Fakten dachten sie dabei?

    Sie verwiesen auf die Umfrage der Allensbach-Studie, welche besagt, dass die Bevölkerung der Homöopathie „vertraut“. In diesem Zusammenhang die Fragen:
    – Könnte dieses „Vertrauen“ womöglich auch rein auf Unwissenheit beruhen? Können sie das mit Sicherheit ausschließen?
    – Was ist mit diesem Umfrageergebnis im Hinblick auf den wissenschaftlichen Anspruch der H. „belegt“?

    Wenn sie die Zahl der Ufo-Gläubigen verdoppeln würde, wäre damit etwas zur Richtigkeit der Ufo-Theorie ausgesagt?

    Wenn sie etwas von „überfällig“ schreiben, dann wäre das angesichts des wissenschaftlichen Anspruches ein detailliertes wissenschaftliches Modell, welches die postulierten Wirkmechamismen der H. offenlegt.

    Im übrigen lesen sich viele ihrer Ausführungen nach meinem Empfinden übertrieben oder gar sachlich falsch: wenn eine nach wissenschaftlichen Maßstäben erfolgt Prüfung eine falsche Lehre nicht mehr Irrlehre nennen kann, ohne dass von ihrer Seite sachlich unangemessene Bezüge zum finsteren Mittelalter hergestellt werden (Scheiterhaufen), obwohl sie sich selbst genau dagegen verwahren, dann wirkt das Imo einerseits doppelzünzig und andererseits erweckt das den Eindruck, als ob sie ihnen nicht genehme Ergebnisse der Wissenschaft zumindest negativ konnotieren möchten (wie war das mit dem Abwehrreflex?)
    Auch die diffamierende Bezeichnung „Subkultur“ gegenüber ihrem Glaubensmodell kritisch Eingestellten zeugt weder von der wissenschaftlich gebotenen Neutralität, noch Seriosität.

    Selbst wenn die in der Bevölkerung weit verbreitete Unzufriedenheit gegenüber einer Medizin, die als apparateorientiert, mechanistisch und unpersönlich erlebt wird, noch so berechtigt ist, ist das nicht einmal im Ansatz ein Argument für die Homöopathie, sondern nur für eine persönlichere Zuwendung. Und um das zu abstrahieren: sie können so viele Argumente gegen die wissenschaftliche Medizin aufbringen, wie sie wollen und in einigem sogar Recht haben – das an sich kann niemals ein Argument pro-Homöopathie sein.

  14. DZVhÄ Homöopathie.Blog schreibt:
    7th.Dezember 2011 um 16:50

    Hallo Herr Herbst,

    zu Ihrer Frage: „An welche Fakten dachten sie dabei?“ finden Sie hier ganz aktuell Antworten:

    Homöopathie und die Placebo-These. CAM Media.Watch-Interview mit Dipl.-Stat. Rainer Lüdtke.

    Viele Grüße

    Redaktion
    DZVhÄ Homöopathie.Blog

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