{"id":755,"date":"2010-11-26T08:19:31","date_gmt":"2010-11-26T08:19:31","guid":{"rendered":"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=755"},"modified":"2010-11-28T12:41:03","modified_gmt":"2010-11-28T12:41:03","slug":"homoopathie-und-spiegel-fechterei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=755","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathie und SPIEGEL (-fechterei)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Christoph Trapp, Deutscher Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte (DZVh\u00c4)\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/016_Christoph_Trapp.jpg\" alt=\"\" width=\"139\" height=\"164\" \/><\/p>\n<p><strong>Vor einem <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,730444,00.html\" target=\"_blank\">\u201eR\u00fcckfall ins Mittelalter\u201c<\/a> warnt der SPIEGEL vom 22.\u00a0 November 2010. \u201eDie Hom\u00f6opathie breitet sich unaufhaltsam an deutschen Hochschulen aus\u201c, hei\u00dft es in bew\u00e4hrter Spiegel-Schreibe. Etwas, das sich \u201eunaufhaltsam\u201c ausbreitet, kann per se nur unheimlich und gef\u00e4hrlich sein. Das wei\u00df man aus jedem Horror-Film. Was scheren da die Fakten. \u201eF\u00fcr Medizinstudenten sieht die neue Approbationsordnung die Hom\u00f6opathie als Wahlpflichtfach vor.\u201c Dass das eine reine Kann-Bestimmung ist und die finale Gehirnw\u00e4sche des deutschen akademischen Nachwuchses noch vom Votum der jeweiligen medizinischen Fakult\u00e4t abh\u00e4ngig ist, <a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=12394\" target=\"_blank\">erfahren wir erst von der Carstens-Stiftung<\/a>. Mit dem interessanten Rezept <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/medizin\/0,1518,705782,00.html\" target=\"_blank\">\u201eKrankenkassen sollen sich Hom\u00f6opathie sparen\u201c<\/a> wollten Lauterbach und SPIEGEL \u00fcbrigens schon im Juli das deutsche Gesundheitssystem vor dem Ruin bewahren. Der Vorschlag f\u00fcllte das Sommerloch 2010, eignete sich jedoch nicht zur Kostensenkung. Nur <a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=11572\" target=\"_blank\">0,003 Prozent der Gesamtausgaben<\/a> der gesetzlichen Krankenversicherungen lassen sich so einsparen. SPIEGEL-Sturm im Wasserglas<\/strong><strong>?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Hom\u00f6opathie &amp; SPIEGEL (-fechterei): Veronika Hackenbroch, Markus Grill und ein Paradigmenwechseln in der Medizin.\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/037_DER_SPIEGEL_Veronika_Hackenbroch_Markus_Grill.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"217\" \/><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000;\">Grund zur Panik<\/span><\/h3>\n<p>Wahr ist, dass sich ein zunehmender Teil der deutschen Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Hom\u00f6opathie interessiert. Eine <a href=\"http:\/\/www.dhu.de\/presse\/pm_190809.htm\" target=\"_blank\">Forsa-Umfrage im letzten Jahr<\/a> ergab, dass der \u00fcberwiegende Teil der Bev\u00f6lkerung hinter der Hom\u00f6opathie steht. Wahr ist auch, dass die Zahl der hom\u00f6opathischen \u00c4rzte in Deutschland sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat. Unwahr ist leider die unaufhaltsame Verbreitung der Hom\u00f6opathie an deutschen Universit\u00e4ten. Nur eine \u00e4u\u00dferst \u00fcberschaubare Zahl von deutschen Professoren besch\u00e4ftigt sich derzeit in Forschung oder Lehre mit der Hom\u00f6opathie. Diese marginale Verbreitung ist wohl kaum ein hinreichender Grund, zwei Seiten eines gro\u00dfen Nachrichtenmagazins mit Halbwahrheiten zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Der Abwehrreflex des SPIEGELS und die Polemik, die sich stellvertretend an Bundes\u00e4rztekammerpr\u00e4sident <a href=\"http:\/\/www.dialogforum-pluralismusindermedizin.de\/\" target=\"_blank\">Prof. Dr. J\u00f6rg-Dietrich Hoppe<\/a> entl\u00e4dt, ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass er in seinem Wirken als Kammerpr\u00e4sident Br\u00fccken zwischen der konventionellen und komplement\u00e4ren Medizin gebaut hat. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Hoppe steht f\u00fcr Dialog!<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000;\">Dialog und Forschung sind \u00fcberf\u00e4llig<\/span><\/h3>\n<p>60.000 \u00c4rzte haben eine komplement\u00e4rmedizinische Weiter- oder Ausbildung (Naturheilverfahren, Hom\u00f6opathie, Akupunktur oder in Chirotherapie) absolviert. Ein Dialog der Medizinrichtungen scheint da eher \u00fcberf\u00e4llig. Und eine Befassung der Forschung mit den Methoden, die nicht nur in den Praxen sondern auch in den Ambulanzen l\u00e4ngst zum Repertoire geh\u00f6ren, scheint \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Wirklich erstaunlich ist doch: Wer diese Methoden f\u00fcr kompletten Nonsens h\u00e4lt, sollte eigentlich eine Befassung deutscher Universit\u00e4ten mit diesem Humbug fordern. Er sollte den Dialog fordern. Ein Dialog zwingt dazu, sich einer kritischen Auseinandersetzung zu stellen und gegebenenfalls auch eigene Positionen in Frage zu stellen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000;\">Sog. Skeptiker und ihre Angst vor Forschung<\/span><\/h3>\n<p>Es ist bemerkenswert, dass es mittlerweile eine eigene <a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=12464\" target=\"_blank\">Subkultur <\/a>gibt, Menschen, die sich selbst <a href=\"http:\/\/www.gwup-skeptiker.blogspot.com\/\" target=\"_blank\">Skeptiker<\/a> nennen, die in Wahrheit aber die Wissenschaftsgl\u00e4ubigkeit zu einer Religion machen. Bemerkenswert ist, dass sie nicht nach Erforschung von Methoden rufen, die weit verbreitet sind\u00a0 &#8211; sondern Angst davor haben, dass die pure Befassung deutsche Universit\u00e4ten beflecken k\u00f6nnte. Auch die Marburger Erkl\u00e4rung scheint eher von einem religi\u00f6sen Motiv gepr\u00e4gt zu sein: <span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eDer Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universit\u00e4t Marburg verwirft die \u201aHom\u00f6opathie\u2019 als eine Irrlehre.\u201c <\/em><\/span>Irrlehre? Wer h\u00f6rt da nicht schon den Scheiterhaufen knistern.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000;\">Krise der Medizin<\/span><\/h3>\n<p>Selbst innerhalb der konventionellen Medizin wird inzwischen Unbehagen formuliert, ob der zunehmenden Verengung des eigenen Blickwinkels und der Endlichkeit der Therapiem\u00f6lichkeiten. Die h\u00e4ufigen<a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=574\" target=\"_self\"> chronischen Erkrankungen<\/a> sind durch die konventionelle Medizin nicht heilbar. Dabei steigen die Kosten des Gesundheitssystems kontinuierlich, ohne dass dem eine entsprechende Steigerung von Gesundheit gegen\u00fcber steht. In der Bev\u00f6lkerung herrscht eine weit verbreitete Unzufriedenheit gegen\u00fcber einer Medizin, die als <em>apparateorientiert<\/em>, <em>mechanistisch <\/em>und <em>unpers\u00f6lich<\/em> erlebt wird. Gew\u00fcnscht wird die Kooperation von konventioneller und individueller Medizin (wie anthroposophischer Medizin, Akupunktur oder Hom\u00f6opathie).<\/p>\n<p>Medizinstudenten <em>lernen viel<\/em> \u00fcber gut definierte Krankheiten wie z. B. Morbus Addison, die sie dann allerdings in aller Regel h\u00f6chstens einmal in ihrem Leben zu Gesicht bekommen. Sie <em>erfahren wenig<\/em> \u00fcber solche Dinge wie R\u00fcckenschmerzen, die sie aber in ihrer sp\u00e4teren Praxis st\u00e4ndig sehen \u2013 und die sehr leicht einen Menschen invalidisieren k\u00f6nnen. Solche Krankheiten werden dann als unspezifisch bezeichnet, weil sie nicht monokausal sind, schwer einzuordnen und schwer zu behandeln sind.<\/p>\n<p><strong>Was Patienten w\u00fcnschen ist ein moderne integrative Medizin \u2013 das Angebot von Intensivstationen und individuellen Therapiemethoden.<\/strong><\/p>\n<p>Es zeichnet sich ein Paradigmenwechsel in der Medizin ab. Weg von einer <em>seriellen<\/em> Medizin, die mit standardisierten Therapiekonzepten definierte Krankheiten behandelt, hin zu einer <em>individuellen<\/em> Medizin, die den Blickwinkel nicht auf einzelne Organe und Krankheiten verengt, die den kranken Menschen als Einheit begreift.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000;\">Das Ende des Maschinenparadigmas in der Medizin<\/span><\/h3>\n<p>Das scheint zu verunsichern. Die seit <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ren%C3%A9_Descartes\" target=\"_blank\">Descartes <\/a>in der Medizin \u00fcbliche Betrachtung des menschlichen K\u00f6pers als (Bio-) Maschine hat uns laut <a href=\"http:\/\/www.euv-frankfurt-o.de\/de\/forschung\/institut\/institut_intrag\/forschung\/Prof__Harald_Walach\/index.html\" target=\"_blank\">Prof. Harald Walach<\/a>, Professor f\u00fcr Forschungsmethodik komplement\u00e4rer Medizin und Heilkunde in Frankfurt Oder, wertvolle Einsichten \u00fcber die Funktionsweise des K\u00f6pers vermittelt. Das Maschinenparadigma war jedoch zur Behandlung von St\u00f6ungen nur begrenzt erfolgreich: <span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eZweifelsohne ist es sehr erfolgreich in der Akutversorgung, in der Notfallmedizin, Chirurgie und Hygiene. In anderen Bereichen, vor allem wenn es um chronisch funktionelle St\u00f6rungen oder chronisch degenerative Erkrankungen geht, beeindruckt mich der so genannte \u201emedizinische Fortschritt\u201c nicht im Geringsten. Da k\u00f6nnte vermutlich die konventionelle Medizin mehr von den traditionellen Medizinsystemen lernen als umgekehrt.\u201c<\/em><\/span> (? <a href=\"http:\/\/www.neuraltherapie-blog.de\/?p=1338\" target=\"_blank\">EBM-Kritik: Prof. Harald Walach und das Problem mit der \u201eIntegrativen Medizin\u201c<\/a>)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2>Der DZVh\u00c4 kommentiert den \u201eR\u00fcckfall ins Mittelalter\u201c (DER SPIEGEL, Nr. 47 vom 22. November 2010):<\/h2>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><em>Replik von Cornelia Bajic, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins hom\u00f6opathischer \u00c4rzte (DZVh\u00c4):<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Cornelia Bajic, 1. Vorsitzende, Deutscher Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte (DZVh\u00c4) e.V.\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/004_Cornelia_Bajic.jpg\" alt=\"\" width=\"139\" height=\"164\" \/><\/p>\n<p><strong>Es macht mich allm\u00e4hlich m\u00fcde, immer die gleichen Platituden zu h\u00f6ren und immer das gleiche zu antworten:<\/strong><\/p>\n<p>Ja, die ganz \u00fcberwiegende Zahl von Doppelblindstudien zum Thema Hom\u00f6opathie belegt eine Wirkung derselben.<\/p>\n<p>Ja, die <a href=\"http:\/\/www.informationen-zur-homoeopathie.de\/?page_id=41\" target=\"_blank\">Versorgungsforschung zeigt<\/a>, dass Hom\u00f6opathie in der Praxis effektiv und kosteng\u00fcnstig ist. Und warum bitte ist Versorgungsforschung weich? Wer genau hat definiert, dass das Empfinden eines Menschen \u00fcber seinen Gesundheitszustand ein weicher Endpunkt ist, sein Cholesterin-Spiegel aber ein harter?<\/p>\n<p><strong>So weit, so gut. Sie behaupten das eine, wir das andere. Da steht Aussage gegen Aussage. Das k\u00f6nnen wir auch einfach so stehen lassen. Aber k\u00f6nnten wir diese Ebene nicht endlich mal verlassen?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, wir geben zu, dass der Wirkmechanismus ungekl\u00e4rt ist.<\/p>\n<p>Aber nein, wir stimmen nicht zu, wenn behauptet wird, es handele sich NUR um Placebo-Effekte. Daf\u00fcr ist die <em>Studienlage <\/em>(siehe <a href=\"http:\/\/www.informationen-zur-homoeopathie.de\/?page_id=41\" target=\"_blank\">hier<\/a> und auch <a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/eigene\/fa\/index_stand.php\" target=\"_blank\">hier<\/a>) nicht eindeutig.<\/p>\n<p>Ja, wir r\u00e4umen dem <a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=5301\" target=\"_blank\">Placebo-Effekt eine Bedeutsamkeit ein<\/a>. Dies tut die konventionelle Medizin \u00fcbrigens auch.<\/p>\n<p>Nein, es ist nicht magisch \u2013 mystisch \u2013 esoterisch. Es ist eine Heilmethode, die nach klaren Regeln funktioniert.<\/p>\n<p><strong>Eine besondere Form der Psychotherapie? Gut, dann erforschen wir diese Aussage. Wissenschaftliches Denken kommt in der Praxis zu kurz? Wir wollen es \u00fcberpr\u00fcfen.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eMedizin ist eine Erfahrungswissenschaft, die sich auch naturwissenschaftlicher Methoden bedient.\u201c<\/em><\/span> Diese Aussage spricht f\u00fcr den Weitblick von Prof. Hoppe, wei\u00df er doch, dass der Praktiker zum allergr\u00f6\u00dften Teil auf seine Erfahrung zur\u00fcckgreift. Der mechanistische Ansatz der Medizin, auf welchem unsere heutige \u201eMainstream-Medizin\u201c beruht,\u00a0 hat sich \u00fcberholt, bleibt er doch allzu oft die letzte Erkl\u00e4rung schuldig. Wir wollen uns doch nichts vormachen und den Anschein erwecken, als h\u00e4tte die moderne Medizin schon auf jede Frage eine Antwort und zu jeder Krankheit eine Therapie. Schauen wir die Realit\u00e4t an, dann wissen wir, dass wir \u00c4rzte doch davon ewig weit entfernt sind. Etwas mehr Bescheidenheit w\u00fcrde der \u201eNaturwissenschaft Medizin\u201c da gut zu Gesicht stehen.<\/p>\n<p>\u201eAude sapere\u201c (Wage, weise zu sein) &#8211; Das sage ich den Medizin-Studenten, denen ich einen \u00dcberblick \u00fcber Hom\u00f6opathie gebe. Da bin ich mit <a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=10937\" target=\"_blank\">Prof. Windeler<\/a> ganz einig. Zu wenig eigenst\u00e4ndige Denkarbeit findet sich im Medizinstudium. Aber dazu geh\u00f6rt dann auch, dass man sich mit dem Ungekl\u00e4rten besch\u00e4ftigt, dass man \u00fcber den Tellerrand schaut und immer wieder kritisch die neuesten Entwicklungen betrachtet.<\/p>\n<p>Ja, wir Hom\u00f6opathen w\u00fcnschen uns mehr Forschung auf unserem Gebiet, ja, auch gerne \u201eharte\u201c Studiendesigns (und mehr Forschungsgelder\u2026), ja, mehr Diskurs mit den Kollegen, mehr Kommunikation und Austausch in gegenseitigem Respekt vor der jeweils unterschiedlichen Therapieform\u2026 und zwar zum Wohle der Patienten in letzter Konsequenz.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4re es also m\u00f6glich, diese Diskussion endlich mal auf solide F\u00fc\u00dfe zu stellen und sie dadurch fruchtbar werden zu lassen?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><em>Replik von Curt K\u00f6sters, 2. Vorsitzender des Deutschen Zentralvereins hom\u00f6opathischer \u00c4rzte (DZVh\u00c4):<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Curt K\u00f6sters, Deutscher Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte (DZVh\u00c4) e.V.\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/019_Curt_Koesters_C.jpg\" alt=\"\" width=\"139\" height=\"164\" \/><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000;\">Individuelle Medizin<\/span><\/h3>\n<p>Noch heute ist Professor Happle, der ehemalige Chef der Hautklinik der Universit\u00e4t Marburg, davon \u00fcberzeugt, dass <span style=\"color: #333399;\"><em>\u201edas Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis der universit\u00e4ren Medizin und das magisch-mystische Denken der Hom\u00f6opathie\u201c<\/em><\/span> sich gegenseitig ausschlie\u00dfen. Und der SPIEGEL druckt es gern.<\/p>\n<p>Die damals von Professor Happle initiierte Marburger Erkl\u00e4rung hatte zwar selbst eher die Diktion der heiligen Inquisition als den einer akademischen Institution: <span style=\"color: #000080;\"><em>\u201eDer Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universit\u00e4t Marburg verwirft die \u201aHom\u00f6opathie\u2019 als eine Irrlehre. Nur als solche kann sie Gegenstand der Lehre sein.\u201c<\/em><\/span> Offenbar ist man aber gerade um aktuellere oder kompetentere Gew\u00e4hrsm\u00e4nner verlegen. \u2013 <strong>Ist <a href=\"http:\/\/www.neuraltherapie-blog.de\/?p=968\" target=\"_blank\">Professor Ernst<\/a> gerade in Urlaub?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was ist schreckliches geschehen, dass der SPIEGEL sich derartig ins Zeug legen muss?<\/strong><\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident der Bundes\u00e4rztekammer, J\u00f6rg Dietrich Hoppe, hat sich f\u00fcr <span style=\"color: #993300;\"><strong>Pluralismus in der Medizin<\/strong><\/span> eingesetzt. Er hat darauf hingewiesen, dass Medizin zwar Naturwissenschaft einsetzt, selbst aber keine Naturwissenschaft ist, sondern eine Erfahrungswissenschaft. Der SPIEGEL registriert das mit Entsetzen.<\/p>\n<p><strong>Wir fragen uns wiederum, wie jemand ernsthaft der Meinung sein kann, dass Medizin <em>nicht <\/em>mehr ist als die Anwendung von Studien.<\/strong><\/p>\n<p>Medizin ist Handlungswissen \u2013 eine Praxis. Sie hat etwas mit Patienten zu tun. Es geht um Empathie, um Kontakt und Kommunikation \u2013 und nicht nur um Studien.<\/p>\n<p>Medizin ist die Anwendung wissenschaftlicher Prinzipien \u2013 aber auch weit mehr als das. Und wenn es daran Zweifel gibt, ist eine \u00f6ffentliche Diskussion um den Wissenschaftsbegriff in der Medizin in der Tat \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Und auch dort, wo es um die Anwendung von Studien geht, wird offenbar mit unterschiedlichem Ma\u00df gemessen. Der SPIEGEL bringt den Pr\u00e4sidenten der Berliner \u00c4rztekammer, G\u00fcnther Jonitz, gegen Hoppe in Stellung <span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eWir brauchen nicht mehr Alternativmedizin, wie Herr Hoppe sagt, sondern mehr Psychosomatik\u201c<\/em><\/span>.<\/p>\n<p>Nun haben wir sicher nichts gegen Psychosomatik und teilen die Auffassung des Berliner \u00c4rztekammerpr\u00e4sidenten, dass ein Mehr an Psychosomatik nicht von Schaden w\u00e4re. Allerdings sind uns die zahlreichen Doppelblindstudien, mit denen die Psychosomatik Gnade vor den Augen des SPIEGELS findet und ihre Existenz legitimiert, im Moment nicht so recht gel\u00e4ufig. \u2013<strong> Wir bitten hier um Nachhilfe.<\/strong><\/p>\n<p>Richtig ist, dass es unterschiedliche Betrachtungsweisen in der Medizin gibt, den Unterschied zwischen einer <em>seriellen<\/em> und einer <em>individuellen<\/em> Medizin.<\/p>\n<p><strong>Die Sichtweise einer seriellen Medizin: <\/strong>Alle Menschen sind gleich. Das ist die Voraussetzung f\u00fcr klinische Studien und Entscheidungen, die darauf beruhen. Die Krankheitsdiagnose ist hier der entscheidende prognostische und therapeutische Indikator.<\/p>\n<p><strong>Eine individualisierte Medizin<\/strong> wie die Psychosomatik bezieht sich auf die einzelne erkrankte Person in ihrem individuellen Kranksein. Die <em>Krankheitsdiagnose<\/em> hat in einer individualisierten Medizin eine rein <em>prognostische Aussage<\/em>. Die individuelle Therapie kann nur aufgrund der individuellen Symptomatik festgelegt werden. Eine individualisierte Medizin beruht also gerade auf der Wahrnehmung von Unterschiedlichkeit.<\/p>\n<p><strong>Beide Sichtweisen \u2013 die serielle und die individuelle \u2013 sind f\u00fcr sich richtig und haben ihre Berechtigung innerhalb bestimmter Parameter.<\/strong><\/p>\n<p>Dass diese unterschiedlichen Blickwinkel auch Konsequenzen f\u00fcr die anzuwendenden Forschungsmethoden haben ist evident.<\/p>\n<p>Die klassische Methode der seriellen Medizin ist die Doppelblindstudie. Diese l\u00e4sst sich auf individualisierte Verfahren nur mit gro\u00dfen Einschr\u00e4nkungen \u00fcbertragen. Das schlie\u00dft randomisierte klinische Studien mit hohem Evidenzgrad auch f\u00fcr die individualisierte Medizin nicht aus.<\/p>\n<p>Dem <a href=\"http:\/\/www.dialogforum-pluralismusindermedizin.de\/\" target=\"_blank\">Dialogforum Pluralismus in der Medizin<\/a> ist zu danken, dass die f\u00e4llige Diskussion um das unterschiedliche Verst\u00e4ndnis von Medizin er\u00f6ffnet wurde. Eine Theorie der Medizin wurde bereits von Viktor von Weizs\u00e4cker angemahnt.<\/p>\n<p>Den Autoren des SPIEGELS ist zu w\u00fcnschen, dass ihnen Lebensmittel und insbesondere Wein k\u00fcnftig nur noch nach objektiven Qualit\u00e4tsma\u00dfst\u00e4ben \u2013 mess- und w\u00e4gbaren Parametern \u2013 kredenzt werden. Schwierige und subjektive Ma\u00dfst\u00e4be wie Geschmack \u2013 weiche Endpunkte also \u2013 sollten dabei keinerlei Rolle spielen.<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zum Wohle!<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2><strong>Links zum Thema:<\/strong><\/h2>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,730444,00.html\" target=\"_blank\"><strong>\u201eR\u00fcckfall ins Mittelalter\u201c, von Markus Grill und Veronika Hackenbroch, DER SPIEGEL, Nr. 47 vom 22.  November 2010<\/strong><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=12212\" target=\"_blank\"><strong>Irrtum, Harro Albrecht! Warum die Medizin ihren Verstand schon lange verloren hat. (? \u201eWehe! Wehe!\u201c, ZEIT)<\/strong><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><strong>Informationen zur Hom\u00f6opathie: <a href=\"http:\/\/www.informationen-zur-homoeopathie.de\/?p=223\" target=\"_blank\">Sturm im Wasserglas: Der Spiegel und die Hom\u00f6opathie \u2026<\/a><\/strong><br \/>\nIm neuen Blog von Dr. med. Michael Teut, Dr. med. Christian Lucae, Dr. med. Matthias Wischner und J\u00f6rn Dahler hei\u00dft es:<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eDer Spiegel inszeniert mit dem neuesten Artikel zur Hom\u00f6opathie von Markus Grill und Veronika Hackenbroch erneut seinen Status als Bildzeitung f\u00fcr Abiturienten. Der Artikel selbst ist ein R\u00fcckfall ins Mittelalter. Schlecht recherchiert, zum Zweck der Diskreditierung geschrieben, und entstanden aus einem vormodernen (mittelalterlichen) Wissenschaftsverst\u00e4ndnis, in dem Dialoge und kritische Diskussionen unerw\u00fcnscht sind und andere Denkrichtungen pauschal als Irrlehre bezeichnet werden. Diese Art von Journalismus ist weder unabh\u00e4ngig noch investigativ, sondern inquisitorisch \u2026\u201c<\/em><\/span> \u2013 <a href=\"http:\/\/www.informationen-zur-homoeopathie.de\/?p=223\" target=\"_blank\">hier geht es zur Fortsetzung \u2026<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/\" target=\"_self\"><strong>Home<\/strong><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einem \u201eR\u00fcckfall ins Mittelalter\u201c warnt der SPIEGEL vom 22.\u00a0 November 2010. \u201eDie Hom\u00f6opathie breitet sich unaufhaltsam an deutschen Hochschulen aus\u201c, hei\u00dft es in bew\u00e4hrter Spiegel-Schreibe. Etwas, das sich \u201eunaufhaltsam\u201c ausbreitet, kann per se nur unheimlich und gef\u00e4hrlich sein. Das wei\u00df man aus jedem Horror-Film. 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