{"id":6033,"date":"2010-11-02T10:09:14","date_gmt":"2010-11-02T10:09:14","guid":{"rendered":"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=533"},"modified":"2010-11-02T10:09:14","modified_gmt":"2010-11-02T10:09:14","slug":"homoopathische-arzneimittelprufung-aus-wissenschaftlicher-sicht-vortrage-von-dr-med-michael-teut-und-dipl-stat-rainer-ludtke-%e2%86%92-organon-2010-veranstaltung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=6033","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfung aus wissenschaftlicher Sicht. Vortr\u00e4ge von Dr. med. Michael Teut und Dipl.-Stat. Rainer L\u00fcdtke. (\u2192 Organon 2010-Veranstaltung)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/031_Karen_Hoffschulte.jpg\" alt=\"\" width=\"139\" height=\"164\" \/><br \/>\n<strong>Die <a href=\"http:\/\/www.organon2010.de\/\" target=\"_blank\">Veranstaltungsreihe <\/a>des <em>Deutschen Zentralvereins hom\u00f6opathischer \u00c4rzte<\/em> zum 200-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Grundlagenwerks der Hom\u00f6opathie f\u00fchrte am 6. Oktober 2010 nach Essen. Im ansprechenden Ambiente der Philharmonie lautete das Thema des Abends: <span style=\"color: #993300;\">\u201eWissenschaft und Arzneimittelpr\u00fcfung\u201c<\/span>. Dass dieser auf den ersten Blick recht trocken anmutende Titel nicht abschreckend wirkte, bewies die stolze Besucherzahl von rund 90 Zuh\u00f6rern. Beide Referenten, Dr. Michael Teut und Dipl.-Stat. Rainer L\u00fcdtke, stehen im engen Zusammenhang zur <a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/\" target=\"_blank\"><em>Karl und Veronica Carstens-Stiftung<\/em><\/a>, die gemeinsam mit dem DZVh\u00c4 zur Veranstaltung einlud.<\/strong><br \/>\n<!--more--><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h2><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/032_Michael_Teut.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"206\" \/><\/h2>\n<h2>Dr. med. Michael Teut<\/h2>\n<p>Zuerst begaben sich die Zuh\u00f6rer mit <em>Dr. Michael Teut<\/em><strong> <\/strong>auf Spurensuche der Arzneimittelpr\u00fcfung. Die Reise f\u00fchrte zur\u00fcck ins 18. Jahrhundert, in dem auch Samuel Hahnemann gelebt hat. In der Zeit w\u00e4hrend der Franz\u00f6sischen Revolution tummelte sich so manch kluger Kopf: Napoleon Bonaparte, Immanuel Kant, Johann Wolfgang von Goethe und Wolfgang Amadeus Mozart sorgten jeweils in ihren T\u00e4tigkeitsfeldern f\u00fcr enorme Einschnitte. Und auch die Medizin blieb von der Zeit \u201edes Umbruchs\u201c nicht verschont: Erstmals wurden Arzneimittel systematisch am Menschen erprobt. Im R\u00fcckblick eine besondere Leistung der Hom\u00f6opathie \u2013 und vor allem Samuel Hahnemanns.<\/p>\n<p>Der wohl ber\u00fchmteste Selbstversuch ist der sog. <a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/wissen\/hom\/pdf\/gesch_chinarinde_lochbrunner_jahrbuch_jb9.pdf\" target=\"_blank\">Chinarindenversuch <\/a>von 1790. Hahnemann \u00fcberpr\u00fcfte die Wirkung dieser Arznei am eigenen K\u00f6rper und stellte daraufhin seine Hypothese auf, dass \u201e\u00c4hnliches mit \u00c4hnlichem\u201c behandelt werden k\u00f6nne. Von 1805 bis 1830 folgten etwa 200 weitere Arzneimittelpr\u00fcfungen nach dem \u00c4hnlichkeitsprinzip. Danach f\u00fchrte Teut seine Zuh\u00f6rer \u00fcber die Bl\u00fctezeit der amerikanischen Hom\u00f6opathie im 19. Jahrhundert und der naturwissenschaftlich-kritischen Zeit in Deutschland Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts in die Gegenwart. Anhand einer aktuellen Studie der Charit\u00e9 erkl\u00e4rte er, wie eine moderne hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfung aufgebaut ist. <span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eAnstelle der heroisch-toxikologischen Selbstexperimente Hahnemanns treten randomisierte, placebokontrollierte und verblindete Studien\u201c<\/em><\/span>, berichtet Teut. Zudem haben die Studien auch eine rechtliche Bedeutung erlangt: <span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eHom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfungen sind heute in das nationale, europ\u00e4ische und internationale Arzneirecht eingebunden und m\u00fcssen durch Ethikkommissionen genehmigt werden.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/033_Rainer_Luedtke.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"206\" \/><br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<h2>Dipl.-Stat. Rainer L\u00fcdtke<\/h2>\n<p>Im Hier und Jetzt angekommen entf\u00fchrte der <em>Biometriker Rainer L\u00fcdtke<\/em> die Zuh\u00f6rer in die Welt der Zahlen. In seinem Vortrag ging es um die Fragen, welche Erkenntnisse Wissenschaftler mit statistischen Methoden aus Arzneimittelpr\u00fcfungen gewinnen k\u00f6nnen und welche Bedingungen erf\u00fcllt sein m\u00fcssen, damit diese zuverl\u00e4ssig sind.<\/p>\n<p>Veranschaulicht hat er diese Frage mithilfe eines ber\u00fchmten Beispiels aus der j\u00fcngsten Vergangenheit: Die<strong> <a href=\"http:\/\/www.1023.org.uk\/\" target=\"_blank\">10:23-Aktion<\/a><\/strong> in Gro\u00dfbritannien, bekannt auch aus dem Spiegel Artikel vom Juli dieses Jahres. Die Probanden der Aktion hatten ein klar definiertes Ziel: zu zeigen, dass die hom\u00f6opathischen K\u00fcgelchen nicht wirken. Rainer L\u00fcdtke kommt in seinem anschaulichen Vortrag zu einem klaren Ergebnis: <span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eDie Aktion 10:23 hat zwar einen hohen Kampagnenwert, jedoch keinerlei wissenschaftliche Beweiskraft\u201c<\/em><\/span>, so L\u00fcdtke. Die wissenschaftlichen Voraussetzung \u2013 schon im Organon von Hahnemann klar definiert \u2013 wurden in keiner Weise eingehalten. <span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eEs gab keine geeigneten Kontrollbedingungen, keine aussagekr\u00e4ftigen Messverfahren und keine richtige Dosierung\u201c<\/em><\/span>, erkl\u00e4rt L\u00fcdtke, <span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eunter diesen Voraussetzungen k\u00f6nnen keine wissenschaftlich verwertbaren Aussagen generiert werden.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p>Au\u00dferdem kommt er zu dem Schluss, dass die hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfung gem\u00e4\u00df ihren Grundzielen keine Aufgabe sei, die mit statistischen Verfahren l\u00f6sbar w\u00e4re. Da dieses Ergebnis f\u00fcr einen Statistiker recht ern\u00fcchternd ist, begibt er sich auf die Suche nach einer Nische \u2013 und findet sie mithilfe der <a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=6308\" target=\"_blank\">Arzneimittelpr\u00fcfung von Walach, Sherr und M\u00f6llliger<\/a> aus dem Jahr 2008. In ihrer Studie messen die Wissenschaftler die Zahl der f\u00fcr die Arznei \u201eOzon\u201c als typisch erachteten Symptome. Nach Auswertung der Studie lautet L\u00fcdtkes Fazit: <span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eStatistische Verfahren sind bei Arzneimittelpr\u00fcfungen zur Best\u00e4tigung bekannter Arzneimittelbilder einsetzbar. Au\u00dferdem k\u00f6nnen Arzneimittelpr\u00fcfungen als Modell dienen, Wirkungen hom\u00f6opathischer Hochpotenzen nachzuweisen.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen zur Hom\u00f6opathieforschung gibt es auf der DZVh\u00c4-Website <a href=\"http:\/\/www.welt-der-hom\u00f6opathie.de\/\" target=\"_blank\">www.welt-der-hom\u00f6opathie.de<\/a> in der Rubrik Informationen &gt; Forschung. Informationen zur Organon-Veranstaltungsreihe finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.organon2010.de\/\" target=\"_blank\">www.organon2010.de<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/020_Organon_2010.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"149\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #333399;\"><span style=\"color: #000000;\">Links zum Thema:<\/span><\/span><\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/eigene\/fa\/stand\/stand_der_forschung_homoeopathie_07MAR06.pdf\" target=\"_blank\"><strong>Dipl.-Stat. Rainer L\u00fcdtke: eine ausf\u00fchrliche Beurteilung der klinischen Forschung in der Hom\u00f6opathie (2006, PDF)<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.informationen-zur-homoeopathie.de\/?page_id=41\" target=\"_blank\"><strong>Dr. med. Michael Teut: Hom\u00f6opathie und Wissenschaft. Eine \u00dcbersicht im neuen Weblog \u201eInformationen zur Hom\u00f6opathie\u201c<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/books.google.de\/books?id=Q4goD1joOLsC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=Kursbuch+Hom%C3%B6opathie&amp;source=bl&amp;ots=bhGHyBszN4&amp;sig=ZYtfToYM0kM2Ko5kFV3SfT3Fq_Y&amp;hl=de&amp;ei=7NfLTMPeOcWRswbv2OiWCA&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=2&amp;ved=0CB8Q6AEwAQ#v=onepage&amp;q&amp;f=false\" target=\"_blank\"><strong>Google Books: Kursbuch Hom\u00f6opathie von M. Teut, J. Dahler, C. Lucae und U. Koch<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.michael-teut.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Homepage von Dr. med. Michael Teut<\/strong><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/\" target=\"_self\"><strong>Home<\/strong><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Veranstaltungsreihe des Deutschen Zentralvereins hom\u00f6opathischer \u00c4rzte zum 200-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Grundlagenwerks der Hom\u00f6opathie f\u00fchrte am 6. Oktober 2010 nach Essen. Im ansprechenden Ambiente der Philharmonie lautete das Thema des Abends: \u201eWissenschaft und Arzneimittelpr\u00fcfung\u201c. Dass dieser auf den ersten Blick recht trocken anmutende Titel nicht abschreckend wirkte, bewies die stolze Besucherzahl von rund 90 Zuh\u00f6rern. 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