{"id":5826,"date":"2013-01-07T15:18:15","date_gmt":"2013-01-07T15:18:15","guid":{"rendered":"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=5826"},"modified":"2013-01-07T15:18:15","modified_gmt":"2013-01-07T15:18:15","slug":"komplementarmedizin-interview-mit-nrw-gesundheitsministerin-barbara-steffens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=5826","title":{"rendered":"Komplement\u00e4rmedizin: Interview mit NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit Juli 2010 ist Barbara Steffens <a href=\"http:\/\/www.nrw.de\/landesregierung\/kabinett\/barbara-steffens-mit-reiter.html\" target=\"_blank\">Ministerin f\u00fcr Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter<\/a> in Nordrhein-Westfalen. Das Motto der Politikerin (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen): \u201eIch bin in die Politik gegangen, um die Welt zu ver\u00e4ndern\u201c. Ver\u00e4ndern will sie auch das Gesundheitssystem. Das habe sich zu weit von den Menschen entfernt. \u201eMeist hat man eher die Abl\u00e4ufe im Blick und nicht die Frage, wie es den Patientinnen und Patienten dabei geht\u201c, so Steffens. Und wie sch\u00e4tzt Barbara Steffens Verfahren der Komplement\u00e4r- und Alternativmedizin (CAM) ein, die nach Angaben des EU-gef\u00f6rderten <a href=\"http:\/\/www.cam-media-watch.de\/?p=12790\" target=\"_blank\">Forschungsnetzwerks CAMbrella<\/a> von immer mehr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern als Erg\u00e4nzung der konventionellen Medizin gew\u00fcnscht wird? Um diese Frage dreht sich das folgende Interview.<\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Komplement\u00e4rmedizin: Interview mit NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens.\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/153_Interview_Barbara_Steffens.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"245\" \/><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\"><strong>Foto:<\/strong> \u00a9 MGEPA\/ Pressefoto Meyer<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h2>Interview mit Barbara Steffens:<\/h2>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<strong>Frau Steffens, was halten Sie von Pluralismus in der Medizin?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Barbara Steffens:<\/strong><\/span> Zun\u00e4chst steht f\u00fcr mich bei allen Fragen der medizinischen Versorgung der Mensch im Mittelpunkt. Es geht darum, die Ursachen von Erkrankungen zu erkennen, die Selbstheilungskr\u00e4fte des Menschen zu aktivieren und auf unterschiedlichste Art zu unterst\u00fctzen. Es geht um die Linderung oder Heilung von Erkrankungen oder wenigstens der Beschwerden. Dabei muss es meines Erachtens immer um die ganzheitliche Betrachtung der Person gehen. Deshalb bin ich der Meinung, dass grunds\u00e4tzliche Vielfalt in der Herangehensweise und im Zugang zu Patientinnen und Patienten nur hilfreich sein kann.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle kann dabei die Hom\u00f6opathie spielen?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Barbara Steffens:<\/strong><\/span> Die Hom\u00f6opathie ist durch ihre spezielle, ganzheitliche und den Menschen zugewandte Herangehensweise ein Weg dieser Versorgungsanforderung.<\/p>\n<p><strong>Was haben Sie in Ihrem Bundesland bisher auf den Weg gebracht, um die Komplement\u00e4rmedizin zu f\u00f6rdern?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Barbara Steffens:<\/strong><\/span> Teile des Gesundheitssystems zeigen sich nach wie vor Ans\u00e4tzen von Komplement\u00e4rmedizin beziehungsweise integrierter oder integrativer Medizin gegen\u00fcber sehr ablehnend.<\/p>\n<p>Diese immer wieder aufgebauten, inhaltlich aber real so nicht existierenden Gegens\u00e4tze versuche ich auf allen Ebenen auszur\u00e4umen. Denn ich glaube, dass dies auch zur Sicherung eines Gesundheitssystems vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung notwendig ist.<\/p>\n<p>Wenn Ursachen f\u00fcr Erkrankungen wieder mehr in den Blick r\u00fccken und die Symptombehebung als Teil eines Gesamtprozesses gesehen wird, wenn wir statt einzelner medizinischer Leistungen den Menschen in seinem Gesamtzustand zum Ma\u00df einer erfolgreichen Therapie machen, kann Medizin effizienter und im Ergebnis besser werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Barbara Steffens: &quot;Wenn Ursachen f\u00fcr Erkrankungen wieder mehr in den Blick r\u00fccken und die Symptombehebung als Teil eines Gesamtprozesses gesehen wird, wenn wir statt einzelner medizinischer Leistungen den Menschen in seinem Gesamtzustand zum Ma\u00df einer erfolgreichen Therapie machen, kann Medizin effizienter und im Ergebnis besser werden.&quot;\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/154_Interview_Barbara_Steffens_2.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"260\" \/><\/p>\n<p>In Nordrhein-Westfalen gibt es zwei Krankenh\u00e4user mit ausgewiesenen Stationen f\u00fcr Naturheilkunde, eine anthroposophische Klinik und zahlreiche Medizinerinnen und Mediziner, die im ambulanten und station\u00e4ren Bereich in diesem Sinne praktizieren. Wir werden \u00fcber eine bessere Vernetzung Nordrhein-Westfalen auch als Standort f\u00fcr Integrierte Medizin beziehungsweise Komplement\u00e4rmedizin st\u00e4rken.<\/p>\n<p><strong>Halten Sie es f\u00fcr sinnvoll, die \u00e4rztliche Hom\u00f6opathie in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Barbara Steffens:<\/strong><\/span> Der Bundesgesetzgeber hat entschieden, den Leistungskatalog der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gesetzliche_Krankenversicherung\" target=\"_blank\">gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)<\/a> an einer <span style=\"color: #993300;\"><strong>evidenzbasierten Medizin<\/strong><\/span> auszurichten. An diesem Ma\u00dfstab muss sich derzeit auch die Hom\u00f6opathie messen lassen, auch wenn der Gesetzgeber der Hom\u00f6opathie etwas entgegen gekommen ist.<\/p>\n<p>Bei der Beurteilung von neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden hat der <a href=\"http:\/\/www.g-ba.de\/\" target=\"_blank\">Gemeinsame Bundesausschuss<\/a> neben der Frage der Wirtschaftlichkeit auch den jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse in der jeweiligen Therapierichtung zu beachten. Hieran wird sich in der n\u00e4chsten Zeit vermutlich nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Wir brauchen f\u00fcr die Hom\u00f6opathie ein anderes, akzeptiertes Verfahren zum Wirksamkeitsnachweis, um die Frage der Kostenerstattung zu \u00f6ffnen. Ich finde es sehr positiv, dass inzwischen einige gesetzliche Krankenkassen im Rahmen ihrer Satzungsleistungen auch die Kosten\u00fcbernahme f\u00fcr hom\u00f6opathische Leistungen anbieten. Ich hoffe, dass die Erfahrungen daraus einen weiteren Erkenntnisgewinn f\u00fcr die Hom\u00f6opathie in der GKV bringen werden. Denn gerade aus der Kinderheilkunde wissen wir, welchen Wert diese Versorgungsleistung hat.<\/p>\n<p><strong>Nur wenige Universit\u00e4ten bieten Lehrinhalte der \u00e4rztlichen Hom\u00f6opathie an. Sollten mehr Studieng\u00e4nge zur Hom\u00f6opathie eingerichtet werden?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Barbara Steffens:<\/strong><\/span> Studieng\u00e4nge ausschlie\u00dflich zur Hom\u00f6opathie halte ich nicht f\u00fcr realisierbar. Aber es sollte meines Erachtens im Medizinstudium auch Raum vorhanden sein, sich neben den Inhalten der Schulmedizin mit alternativen Therapieformen auseinanderzusetzen, damit Medizinstudentinnen und -studenten auch diese T\u00e4tigkeitsfelder bei der Ausrichtung ihres weiteren beruflichen Werdegangs angemessen pr\u00fcfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem halte ich es f\u00fcr notwendig, auch im europ\u00e4ischen Kontext, die Frage der Akademisierung des Berufsbildes der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker neu zu diskutieren. Ich habe dazu in Nordrhein-Westfalen zu einem offenen Dialog eingeladen und wei\u00df, welche \u00c4ngste und Vorbehalte damit verbunden sind. Trotzdem bin ich \u00fcberzeugt, dass ein Bachelor- und Master-Studiengang zu einer Aufwertung und h\u00f6heren Akzeptanz vieler Therapieformen f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Aktuell gibt es in Deutschland rund 60.000 praktizierende Komplement\u00e4rmediziner. Ist die Komplement\u00e4rmedizin auch ein relevantes Thema f\u00fcr die Bundespolitik?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Barbara Steffens:<\/strong> <\/span>Ja, auf jeden Fall!<\/p>\n<p><strong>Sie sind Biologisch-technische Assistentin und haben Chemie studiert. Ist es f\u00fcr Sie nicht ein Gegensatz, sich f\u00fcr die Hom\u00f6opathie auszusprechen?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Barbara Steffens:<\/strong><\/span> Das w\u00e4re vielleicht so, wenn die Naturwissenschaften alles, was im menschlichen K\u00f6rper geschieht, wirklich verstehen und erkl\u00e4ren k\u00f6nnten. Aber nehmen wir nur das Beispiel der Demenzerkrankung. Hier stehen Wissenschaft und Forschung bei vielen Fragen immer wieder neu am Anfang. Deswegen halte ich den einfachen Satz <em>\u201eWer heilt, hat recht\u201c<\/em> im Kern f\u00fcr richtig.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie schon einmal Erfahrungen mit der Hom\u00f6opathie gemacht?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Barbara Steffens:<\/strong><\/span> Ja, seit \u00fcber 20 Jahren sehr positive.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\"><em>Das Interview f\u00fchrte Christoph Trapp.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\"> x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\"> x<\/span><\/p>\n<h2>Links zum Thema:<\/h2>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/artikel\/cambrella.html\" target=\"_blank\"><strong>CAMbrella:<\/strong> Ergebnisse aus drei Jahren europaweiter CAM-Forschung<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.gruene-bundestag.de\/themen\/gesundheit\/konferenzen-fachgespraeche\/komplementaermedizin-auf-dem-pruefstand\/seite-1_ID_3753985.html\" target=\"_blank\"><strong>\u201eKomplement\u00e4rmedizin auf dem Pr\u00fcfstand\u201c<\/strong>, Fachgespr\u00e4ch der Bundestagsfraktion von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen, 23.04.2008<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.cam-media-watch.de\/?p=5490\" target=\"_blank\"><strong>Begriffskl\u00e4rung:<\/strong> Komplement\u00e4rmedizin, Alternativmedizin, Naturheilverfahren und Integrative Medizin<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\"> x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\"> x<\/span><br \/>\n<a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/\"><strong>Home<\/strong><\/a><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Juli 2010 ist Barbara Steffens Ministerin f\u00fcr Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in Nordrhein-Westfalen. 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