{"id":5562,"date":"2012-11-08T07:08:33","date_gmt":"2012-11-08T07:08:33","guid":{"rendered":"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=5562"},"modified":"2012-11-08T07:12:35","modified_gmt":"2012-11-08T07:12:35","slug":"horst-guntherroth-uber-den-siegeszug-der-globuli-promotion-fur-das-buch-die-homoopathie-luge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=5562","title":{"rendered":"Horst G\u00fcntherroth \u00fcber den \u201eSiegeszug der Globuli\u201c. Promotion f\u00fcr das Buch die \u201eHom\u00f6opathie-L\u00fcge\u201c."},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Journalist <a href=\"http:\/\/www.guj.de\/index2.php4?\/de\/presse\/meldaktuell\/meldaktuell_031205.php4\" target=\"_blank\">Horst G\u00fcntheroth<\/a> kommt in seinem Stern-Artikel \u201eDer Siegeszug der Globuli\u201c vom 11. Oktober aus dem Staunen nicht mehr raus: <span style=\"color: #993300;\">\u201eJeder zweite Bundesb\u00fcrger greift schon mal zu hom\u00f6opathischen Arzneien. Die Zahl der \u00c4rzte mit hom\u00f6opathischer Zusatzausbildung hat sich innerhalb der letzten 20 Jahre verdreifacht\u201c<\/span>, so der Autor. Die <a href=\"http:\/\/www.tk.de\/tk\/leistungen-und-services\/behandlungsangebote\/homoeopathie\/157082\" target=\"_blank\">Techniker Krankenkasse<\/a> erstatte neben vielen anderen Kassen ihren 8,1 Millionen Versicherten hom\u00f6opathische Behandlungen. Die \u00fcber 200 Jahre alte Lehre der Hom\u00f6opathie sei heute enorm erfolgreich, so G\u00fcntheroth, <span style=\"color: #993300;\">\u201eMillionen von Patienten vertrauen ihr, \u00c4rzte, Apotheker und Politiker propagieren sie. Wie kann das sein?\u201c<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Horst G\u00fcntherroth \u00fcber den \u201eSiegeszug der Globuli\u201c. Promotion f\u00fcr das Buch die \u201eHom\u00f6opathie-L\u00fcge\u201c.\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/149_Stern_Siegeszug_der_Globuli_Homoeopathie_Luege.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"228\" \/><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\"><strong>\u201eDer Siegeszug der Globuli\u201c<\/strong><em>, Stern<\/em> Nr. 42 vom 11.10.2012<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h2>Wichtige Studien werden ignoriert<\/h2>\n<p>Beim \u201eSiegeszug der Globuli\u201c handelt es sich um eine Promotion f\u00fcr das aktuell erschienene Buch<strong> <a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=5436\">\u201eDie Hom\u00f6opathie-L\u00fcge\u201c<\/a> <\/strong>von <em>Stern<\/em>-Redakteurin Nicole Hei\u00dfmann und Christian Weymayr, Mitglied der zur streng dogmatischen <a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/de\/glaubenssysteme\/skeptiker\/896-das-skeptiker-syndrom-zur-mentalitat-der-gwup\" target=\"_blank\">\u201eSkeptiker\u201c-Bewegung<\/a> geh\u00f6renden <a href=\"http:\/\/www.google.de\/#hl=de&amp;output=search&amp;sclient=psy-ab&amp;q=Gesellschaft+zur+wissenschaftlichen+Untersuchung+von+Parawissenschaften+%28GWUP%29&amp;oq=Gesellschaft+zur+wissenschaftlichen+Untersuchung+von+Parawissenschaften+%28GWUP%29&amp;gs_l=hp.3..0i30l2.256.256.0.928.1.1.0.0.0.0.161.161.0j1.1.0...0.0...1c.1.wTZCpoFxIwU&amp;pbx=1&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&amp;fp=6c9152da86855c70&amp;bpcl=37189454&amp;biw=1280&amp;bih=693\" target=\"_blank\"><em>Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)<\/em><\/a>. Horst G\u00fcntheroth wirbt in seinem Artikel ausgiebig f\u00fcr die Publikation seiner Kollegin \u2013 sowohl im Flie\u00dftext als auch als Buchtipp \u2013 und nimmt dar\u00fcber hinaus die gleiche Argumentationslinie auf.<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\">\u201eHom\u00f6opathie hat keine wissenschaftliche Grundlage\u201c<\/span>, ist sich G\u00fcntheroth sicher. Er vertritt damit die gleiche These wie Hei\u00dfmann und Weymayr, auf der das ganze 336 Seiten starke Buch aufbaut: Die Hom\u00f6opathie sei eine \u201eIrrlehre\u201c, da hom\u00f6opathische Arzneien keine pharmakologische Wirkungen haben k\u00f6nnen. <span style=\"color: #333399;\">\u201eDamit <strong>ignoriert der Autor zum einen eine <a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=2737\">ganze Reihe vorliegender positiver Studien zur Hom\u00f6opathie<\/a><\/strong>, die dem sogenannten Goldstandard entsprechen, also doppelblind und placebokontrolliert durchgef\u00fchrt wurden. Zum anderen werden <a href=\"http:\/\/www.informationen-zur-homoeopathie.de\/?page_id=41\" target=\"_blank\">Studien aus der Versorgungsforschung<\/a> \u2013 per Definition die Erforschung von Heilmethoden unter allt\u00e4glichen Praxisbedingungen \u2013 offenbar f\u00fcr wissenschaftlich nicht relevant gehalten\u201c<\/span>, erkl\u00e4rt Curt K\u00f6sters, hom\u00f6opathischer Arzt und Mitbegr\u00fcnder der <em>Wissenschaftlichen Gesellschaft f\u00fcr Hom\u00f6opathie (WissHom)<\/em>.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2>Unerw\u00fcnschte Antworten des DZVh\u00c4<\/h2>\n<p>Der <em>Stern<\/em> stellte vor der Ver\u00f6ffentlichung der 1. Vorsitzenden des <em>Deutschen Zentralvereins hom\u00f6opathischer \u00c4rzte (DZVh\u00c4)<\/em>, Cornelia Bajic, zahlreiche Fragen. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Letztendlich wurde jedoch kein Statement von Bajic abgedruckt.<\/strong> <\/span>Die Antworten passten wohl nicht in die Linie der Berichterstattung. So fragte der <em>Stern<\/em> beispielsweise: <span style=\"color: #333399;\">\u201eHaben Sie kein schlechtes Gewissen, weil Sie als hom\u00f6opathische \u00c4rztin nicht nach der evidenzbasierten Medizin arbeiten?\u201c<\/span> Die Antwort von Cornelia Bajic: <span style=\"color: #333399;\">\u201eNiedergelassene \u00c4rzte arbeiten heute insgesamt nur zu einem geringen Bruchteil evidenzbasiert. Das gilt f\u00fcr konventionelle Mediziner wie f\u00fcr \u00c4rzte, die die Komplement\u00e4rmedizin einsetzen.\u201c<\/span> Weiter erkl\u00e4rte die 1. Vorsitzende des <em>DZVh\u00c4<\/em>: <span style=\"color: #333399;\">\u201eWir w\u00fcrden uns w\u00fcnschen, st\u00e4rker evidenzbasiert arbeiten zu k\u00f6nnen \u2013 doch soweit sind wir heute noch nicht.\u201c<\/span> Das <em>Deutsche \u00c4rzteblatt<\/em> best\u00e4tigt die Einsch\u00e4tzung von Bajic; laut der zweiten <a href=\"http:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/page.asp?his=1.128.6936.9868\" target=\"_blank\">\u201eUmfrage der Bundes\u00e4rztekammer zur Situation der \u00e4rztlichen Weiterbildung\u201c<\/a> sind Weiterbildungsangebote \u201ezu Lerninhalten der evidenzbasierten Medizin\u201c auch weiterhin die \u201emit der schlechtesten Bewertung\u201c durch die befragten \u00c4rzte.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2>Stern.de: \u201eGegen die Globulisierung\u201c<\/h2>\n<p>Auch auf <em>Stern.de<\/em> wird kr\u00e4ftig f\u00fcr das Buch geworben. Unter dem Titel <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/gesundheit\/neues-sachbuch-zur-homoeopathie-gegen-die-globulisierung-1911137.html\" target=\"_blank\">\u201eGegen die Globulisierung\u201c<\/a> wird die Argumentationslinie der Buchautoren flei\u00dfig wiederholt. <span style=\"color: #333399;\">\u201eWer Hom\u00f6opathie f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, muss alles f\u00fcr m\u00f6glich halten, muss ebenso an Voodoo und Verschw\u00f6rungstheorien glauben.\u201c<\/span> Warum das so ist? Ganz einfach: Weil in hom\u00f6opathischen Mitteln oft kein einziges Molek\u00fcl der Ausgangssubstanz mehr enthalten ist. Hom\u00f6opathie sei also \u201eEsotherik in Reinkultur\u201c. Den Autoren der \u201eHom\u00f6opathie-L\u00fcge\u201c ist es daher unerkl\u00e4rlich, weshalb die Hom\u00f6opathie \u201ein allen Bereichen des Gesundheitswesens verankert\u201c sei. Ihr Fazit: Eine m\u00e4chtige Hom\u00f6opathie-Lobby ist daf\u00fcr verantwortlich. Eine andere M\u00f6glichkeit der Interpretation bleibt auch nicht \u00fcbrig, wenn man \u2013 wie die Autoren es tun \u2013 den bisher wissenschaftlich ungekl\u00e4rten Wirkmechanismus von Hochpotenzen als Totschlagargument gegen die Hom\u00f6opathie heranzieht. Vor diesem Hintergrund m\u00fcssen alle \u00c4rzte, Patienten und Forscher, die die Hom\u00f6opathie bef\u00fcrworten, \u201everr\u00fcckt\u201c sein. Auch <em>Stern.de<\/em> fragte bei der <em>DZVh\u00c4<\/em>-Vorsitzenden Bajic zum Thema Hom\u00f6opathie-Forschung an. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Die Antwort von Bajic<\/strong><\/span>: <span style=\"color: #333399;\">\u201eIn den USA wird die komplement\u00e4rmedizinische Forschung j\u00e4hrlich mit mindestens 120 Millionen Dollar gef\u00f6rdert\u201c<\/span>, <span style=\"color: #993300;\"><strong>wollte Stern.de nach bereits erfolgter Autorisierung jedoch nicht publizieren.<\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2>Cochrane Collaboration: \u201eMehr Forschung zur Hom\u00f6opathie ist erforderlich\u201c<\/h2>\n<p>Zu den strengsten H\u00fcterinnen der <em>evidenzbasierten Medizin (EbM)<\/em> geh\u00f6rt die <em><a href=\"http:\/\/www.cochrane.de\" target=\"_blank\">Cochrane Collaboration<\/a><\/em>. Sie bestimmt international, was nach EbM-Kriterien wirksam ist oder nicht. Das streiten auch Weymayr und Hei\u00dfmann in ihrem Buch nicht ab: <span style=\"color: #333399;\">\u201eWenn einer der inzwischen \u00fcber 4.600 Cochrane Reviews den Nutzen eines Verfahrens bescheinigt, kommt das einem Ritterschlag gleich\u201c<\/span>. In f\u00fcnf Reviews wurden bisher Studien zum Einsatz der Hom\u00f6opathie analysiert: gegen <em>chronisches Asthma<\/em>, <em>Demenz<\/em>, <em>Aufmerksamkeitsschw\u00e4chen<\/em>, die <em>Nebenwirkungen von Krebsbehandlungen<\/em> und f\u00fcr das <em>Ausl\u00f6sen von Wehen<\/em>. Allein das halten die Autoren der \u201eHom\u00f6opathie-L\u00fcge\u201c f\u00fcr eine Art Skandal. Denn es sei <span style=\"color: #333399;\">\u201ebereits als Zugest\u00e4ndnis an eine m\u00f6gliche Wirksamkeit zu werten, dass die <em>Cochrane Collaboration<\/em> sich der Lehre Hahnemanns \u00fcberhaupt annimmt.\u201c<\/span> Die Ergebnisse der Cochrane Reviews zur Hom\u00f6opathie: Jeder Review fordert weitere Forschungen zur Hom\u00f6opathie. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Die Wirksamkeit hom\u00f6opathischer Arzneien wird generell f\u00fcr m\u00f6glich gehalten und der Review zur Krebstherapie bescheinigt der Hom\u00f6opathie \u201epositive Effekte\u201c.<\/strong><\/span> Laut Weymayr und Hei\u00dfmann sind auch diese Ergebnisse das Werk einer internationalen Hom\u00f6opathie-Lobby, die ihren Einfluss bis auf die Reviews der Cochrane Collaboration geltend macht.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2>\u201eDie Hom\u00f6opathie muss kategorisch aus der Wissenschaft verbannt werden\u201c<\/h2>\n<p>Weymayr und Hei\u00dfmann sind der Meinung, die Hom\u00f6opathie d\u00fcrfe auf keinen Fall weiter erforscht werden. Daf\u00fcr haben sie einen neuen Begriff erfunden: Die Hom\u00f6opathie sei<span style=\"color: #333399;\"> \u201enicht scientable\u201c<\/span>. Was das hei\u00dft? Die Hom\u00f6opathie soll nicht weiter erforscht werden, da diese dem heutigen Wissen der Physik und Chemie widerspreche und die Wirksamkeit hom\u00f6opathischer Arzneien nicht auf eine klassische pharmakologische Wirkung zur\u00fcckzuf\u00fchren sei. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Eine Wirksamkeit von Hom\u00f6opathika jenseits einer pharmakologischen k\u00f6nnen und wollen die Autoren nicht gelten lassen. Und hier liegt das Problem:<\/strong><\/span> Aus dieser Perspektive heraus <span style=\"color: #000000;\">k\u00f6nnen die Autoren gar nicht anders, als jede positive Studie zur Hom\u00f6opathie als Fehler, Zufall oder Machwerk einer \u201em\u00e4chtigen Hom\u00f6opathie-Lobby\u201c zu bewerten.<\/span> Deshalb kommen die Autoren zur letzten Konsequenz: Sie fordern die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Politische_S%C3%A4uberung\" target=\"_blank\">\u201eS\u00e4uberung\u201c<\/a> von Medizin und Wissenschaft durch entsprechende Hom\u00f6opathie-Verbote.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<strong>Folgt man dieser Sichtweise, so w\u00e4re der n\u00e4chste logische Schritt, all jene <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/B%C3%BCcherverbrennung\" target=\"_blank\">B\u00fccher zu verbrennen<\/a>, die auf der Grundlage subjektiver und pseudo-rationaler Kriterien als \u201enicht scientable\u201c eingestuft werden. Wie gut, dass unser Grundgesetz in Artikel 5, Absatz 3 die<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Forschungsfreiheit\" target=\"_blank\"> Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre<\/a> nicht nur gew\u00e4hrleistet sondern sie sogar als <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grundrecht\" target=\"_blank\">Grundrecht<\/a> einstuft.<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/\"><strong>Home<\/strong><\/a><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Journalist Horst G\u00fcntheroth kommt in seinem Stern-Artikel \u201eDer Siegeszug der Globuli\u201c vom 11. Oktober aus dem Staunen nicht mehr raus: \u201eJeder zweite Bundesb\u00fcrger greift schon mal zu hom\u00f6opathischen Arzneien. 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