{"id":4057,"date":"2012-02-17T15:08:51","date_gmt":"2012-02-17T15:08:51","guid":{"rendered":"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=4057"},"modified":"2012-11-25T07:46:48","modified_gmt":"2012-11-25T07:46:48","slug":"prof-harald-walach-korrigiert-markus-c-schulte-von-drach-sueddeutsche-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=4057","title":{"rendered":"Prof. Harald Walach korrigiert Markus C. Schulte von Drach (Sueddeutsche.de)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Christoph Trapp, Deutscher Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte (DZVh\u00c4)\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/016_Christoph_Trapp.jpg\" alt=\"\" width=\"139\" height=\"164\" \/><br \/>\n<strong>Publikumsmedien sind keine wissenschaftlichen Journale. Aus diesem Grund darf man auch nicht zu hohe Anspr\u00fcche stellen, wenn sich eine angesehene Tageszeitung wie die S\u00fcddeutsche Zeitung in die Tiefen einer wissenschaftlichen Kontroverse hineinwagt. Allerdings darf man von einem Leitmedium wie der S\u00fcddeutschen Zeitung durchaus erwarten, dass ihre Redaktion zumindest grundlegende Aussagen pr\u00fcft und sie uns nicht (im \u00fcbertragenen Sinne) Volkswagen als f\u00fchrenden Hersteller von Spielzeugautos pr\u00e4sentiert. Aus meiner Sicht hat Redakteur <a href=\"http:\/\/www.schultevondrach.de\/links.html\" target=\"_blank\">Markus C. Schulte von Drach<\/a> etwas Vergleichbares gemacht, als er den Artikel <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/umstrittenes-heilverfahren-homoeopathie-missbrauchte-studien-1.1267699\" target=\"_blank\">\u201eHom\u00f6opathie ist ein reiner Placeboeffekt\u201c <\/a>f\u00fcr Sueddeutsche.de verfasste. <span style=\"color: #993300;\">Hom\u00f6opathen berufen sich \u201eh\u00e4ufig auf den Mediziner Klaus Linde und den Quantenphysiker Anton Zeilinger\u201c l\u00e4sst Markus C. Schulte von Drach seine Leser wissen.<\/span> Das ist eine seltsame Behauptung, die einer genauen Pr\u00fcfung nicht standh\u00e4lt und die von jenen Fragen, die in der Scientific Community aktuell diskutiert werden, komplett ablenkt. Zwei grobe Fehler <a href=\"http:\/\/www.cam-media-watch.de\/?p=5100\" target=\"_blank\">korrigierte Prof. Walach bei CAM Media.Watch<\/a>.<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.cam-media-watch.de\/?p=5100\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Markus C. Schulte von Drach (S\u00fcddeutsche Zeitung) - Replik von Harald Walach.\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/124_Markus_C_Schulte_von_Drach_Replik_Harald_Walach.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"390\" \/><\/a><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h2>\u201eKnapp daneben, aber mitten ins Ziel\u201c<\/h2>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eEine der genialsten Anleitungen, wie man auf jeden Fall ans Ziel kommt, auch wenn man weit an ihm vorbeigeschossen ist, kann man in Eckhart von Hirschhausens Buch \u201eDas Gl\u00fcck kommt selten allein\u201c finden, in der Hardcover Ausgabe auf Seite 36, wenn ich mich recht erinnere. Es handelt sich dabei um einen Bastelbogen. Er zeigt eine <a href=\"http:\/\/www.hirschhausen.com\/autor\/EvH_Bastelbogen.pdf\" target=\"_blank\">Dart-Zielscheibe zum Ausschneiden<\/a>. Die Anleitung sagt, man solle einen Pfeil irgendwohin schie\u00dfen, wo er stecken bleibt, dann die Zielscheibe ausschneiden, und drum herum kleben, m\u00f6glichst mit dem Pfeil im \u201eBull\u2019s Eye\u201c. Und zack, fertig ist der Treffer!\u201c <\/em><\/span>Mit diesen Worten leitet der klinische Psychologe <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Harald_Walach\" target=\"_blank\">Prof. Dr. Dr. Harald Walach<\/a>, Chefredakteur des Journals <em>Forschende Komplement\u00e4rmedizin<\/em> und eine bedeutende Forscherpers\u00f6nlichkeit auf dem Gebiet der Alternativ- und Komplement\u00e4rmedizin, einen kritischen Blogbeitrag ein, der zwei Missverst\u00e4ndnisse von Markus C. Schulte von Drach korrigiert:<\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">1. Fehler &#8211; \u201eSchwache Quantentheorie\u201c:<\/span><\/h3>\n<p>Das eine Missverst\u00e4ndnis ist verzeihlich. Markus C. Schulte von Drach hatte den Eindruck erweckt, Walach w\u00fcrde die Hom\u00f6opathie durch das Prinzip der <a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=3855\" target=\"_blank\">Quantenteleportation<\/a> au\u00dferhalb strikter Quantensysteme erkl\u00e4ren. Die zur sog. <em>Schwachen Quantentheorie<\/em> publizierten diversen wissenschaftlichen Arbeiten (z. B. in <a href=\"http:\/\/www.springerlink.com\/content\/tf7l7eparhm1ag2n\/\" target=\"_blank\"><strong>Foundations of Physics<\/strong>, 2002<\/a> oder in einer (Open Access) Sondernummer der <a href=\"http:\/\/www.springerlink.com\/content\/j2l562l54421up51\/\" target=\"_blank\">peer-reviewten Online-Philosophiezeitschrift <strong>Axiomathes<\/strong>, 2011<\/a>) sind schwere Kost und es ist anzunehmen, dass Markus C. Schulte von Drach die Arbeiten nie gelesen hat. F\u00fcr einen Wissenschaftsjournalisten sehr ungew\u00f6hnlich ist allerdings der Sachverhalt, dass sich der Mitarbeiter der SZ-Redaktion kritisch zu Harald Walach \u00e4u\u00dfert, ohne mit ihm Kontakt aufgenommen zu haben. Im SZ-Wissenschaftsressort von <span style=\"color: #993300;\"><strong>Werner Bartens<\/strong><\/span> ist das nun schon der zweite grobe Schnitzer dieser Art. 2010 hatte SZ-Redakteur <span style=\"color: #993300;\"><strong>Sebastian Herrmann<\/strong><\/span> einen Artikel \u00fcber den Studiengang von Herrn Walach an der Europa-Universit\u00e4t Viadrina ver\u00f6ffentlicht, der <a href=\"http:\/\/www.europa-uni.de\/de\/forschung\/institut\/institut_intrag\/pressespiegel\/Der_Masterstudiengang\/Erwiderung_SZ_Harald_walach.pdf\" target=\"_blank\">in wesentlichen Teilen Falschinformationen enth\u00e4lt<\/a>. Auch Sebastian Herrmann fand nicht die Zeit, jene Person zu kontaktieren, die Gegenstand eines kritischen und schlampig recherchierten Berichts wurde.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">2. Fehler &#8211; Klaus Linde und Shang et al. 2005:<\/span><\/h3>\n<p>Das andere Missverst\u00e4ndnis kann ich schwer nachvollziehen, weil es hier um eine Thematik geht, die sich fachfremde Journalisten relativ schnell aneignen k\u00f6nnen, wenn sie ein klein wenig recherchieren, konzentriert lesen und aufmerksam zuh\u00f6ren. Wie nur kommt Markus C. Schulte von Drach zu der haarstr\u00e4ubenden Behauptung, Hom\u00f6opathen w\u00fcrden Dr. med. Klaus Linde als <em>Kronzeugen f\u00fcr die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie<\/em> auff\u00fchren. Richtig ist, dass der Medizinforscher im Kontext <em>Hom\u00f6opathie und Forschung<\/em> zitiert wird. Linde wird hier jedoch in Hinblick auf einen ganz anderen Aspekt zitiert, der von Markus C. Schulte von Drach unter Sueddeutsche.de komplett unterschlagen wurde: <span style=\"color: #993300;\"><strong>Die kontroverse Diskussion der heterogenen Forschungsergebnisse zur Frage, ob hom\u00f6opathische Arzneimittel einen spezifischen \u00fcber Placebo hinausgehenden Effekt haben.<\/strong><\/span> Und was diese Frage angeht, sagt Dr. med. Klaus Linde z. B. im 2008 publizierten \u201eKursbuch Hom\u00f6opathie\u201c:<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Kursbuch Hom\u00f6oapthie: Klaus Linde und Claudia Witt zum Stand der Hom\u00f6opathie-Forschung im Jahr 2006\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/125_Kursbuch_Homoeopathie.jpg\" alt=\"\" width=\"343\" height=\"360\" \/><br \/>\n<span style=\"color: #000080;\"><em>\u201e<\/em><\/span><span style=\"color: #000080;\"><em><strong>Die bisherigen systematischen \u00dcbersichtsarbeiten, die die Ergebnisse der placebokontrollierten Studien zusammenfassen (Kleijnen 1997, Linde 1997, Shang 2005), zeigen kein einheitliches Ergebnis, so dass die Frage nach der \u00dcberlegenheit hom\u00f6opathischer Arzneimittel \u00fcber Placebo noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt ist.<\/strong><\/em><\/span>\u201c<\/p>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> <a href=\"http:\/\/books.google.de\/books?id=Q4goD1joOLsC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=Kurs+Buch+Hom%C3%B6opathie&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=auM8T-GfFI7ktQauwYH5BA&amp;ved=0CFEQ6AEwAA#v=onepage&amp;q=Kurs%20Buch%20Hom%C3%B6opathie&amp;f=false\" target=\"_blank\">K. Linde, C. M. Witt in \u201eKursbuch Hom\u00f6opathie\u201c, 2008, S. 318<\/a><\/p>\n<p>Das ist exakt das Gegenteil der von Markus C. Schulte von Drach gew\u00e4hlten \u00dcberschrift <em>\u201eHom\u00f6opathie ist Placeboeffekt\u201c<\/em>. Nun stammen viele Inhalte des \u201eKursbuch Hom\u00f6opathie\u201c aus dem Jahr 2006 und entsprechen nicht mehr dem Forschungsstand des Jahres 2012. Auch der Artikel in der <em>S\u00fcddeutschen Zeitung<\/em> bezieht sich auf Arbeiten, die vor 5 bis 9 Jahren erstellt wurden. Prof. Walach fragt daher auch zu Recht:<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eWas eigentlich ist der konkrete Anlass f\u00fcr diesen Artikel? Normalerweise gibt es ja immer irgendeinen mehr oder weniger aktuellen Anlass, wenn Journalisten schreiben. Der hier zugrundeliegende Anlass muss in der finsteren Vergangenheit gesucht werden. Die Arbeiten, auf die sich Schulte von Drach in seinem Artikel bezieht, sind 2003, 2005 und 2007 publiziert worden \u2013 das hei\u00dft vor 5 bis 9 Jahren. <strong>Wichtige neuere Arbeiten, in denen die Diskussion um die Hom\u00f6opathie von Wissenschaftlern aufgegriffen oder weitergef\u00fchrt wurde, fehlen.<\/strong> Fast wollte man meinen, der SZ-Redaktion sei ein f\u00fcnf Jahre alter Text bei der Jahresinventur in die Finger gekommen, der grad noch auf eine leere Seite passt.\u201c<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2>Aktuellere Informationen:<\/h2>\n<p><strong>Interessieren Sie sich f\u00fcr die Frage, welches wissenschaftliche Meinungsspektrum es in der Hom\u00f6opathie-Forschung gibt, so finden sie hier im Blog eine<a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=2737\" target=\"_self\"> Zusammefassung von Bj\u00f6rn Bendig<\/a>, die den Stand des Jahres 2010 ber\u00fccksichtigt. Noch aktueller ist ein <a href=\"http:\/\/www.cam-media-watch.de\/?p=3878\" target=\"_blank\">CAM Media.Watch-Interview mit Dipl.-Stat. Rainer L\u00fcdtke<\/a>.<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2>Links Thema:<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.neuraltherapie-blog.de\/?p=8033\" target=\"_blank\"><strong>Tendenzi\u00f6s: Werner Bartens und das Wissenschaftsressort der S\u00fcddeutschen Zeitung. Mehr Qualit\u00e4t ist m\u00f6glich!<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">NEU:<\/span> <a href=\"http:\/\/www.gwup-skeptiker.blogspot.de\/2012\/11\/rote-karte-fur-edzard-ernst.html\" target=\"_blank\">Kritischer Blogbeitrag \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Herrn Schulte von Drach zu Prof. Edzard Ernst und den Verdacht gesch\u00f6nter Berichterstattung<\/a><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/\" target=\"_self\"><strong>Home<\/strong><\/a><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Publikumsmedien sind keine wissenschaftlichen Journale. 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