{"id":3284,"date":"2012-01-19T09:28:39","date_gmt":"2012-01-19T09:28:39","guid":{"rendered":"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=3284"},"modified":"2012-01-30T08:42:20","modified_gmt":"2012-01-30T08:42:20","slug":"wasserlinsen-experimente-zeigen-spezifische-effekte-von-hochverdunnten-homoopathika-interview-mit-dem-physiker-dr-stephan-baumgartner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=3284","title":{"rendered":"Wasserlinsen-Experimente zeigen spezifische Effekte von hochverd\u00fcnnten Hom\u00f6opathika. Interview mit dem Physiker Dr. Stephan Baumgartner."},"content":{"rendered":"<p><strong>K\u00f6nnen hochverd\u00fcnnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt ausl\u00f6sen? Der wissenschaftliche Mainstream hielt diese M\u00f6glichkeit bisher f\u00fcr eher unwahrscheinlich, weil <a href=\"http:\/\/www.mickler.de\/potenzierung.htm\" target=\"_blank\">hom\u00f6opathische Hochpotenzen<\/a> keine pharmakologisch wirksamen stofflichen Bestandteile der potenzierten Ursubstanz mehr enthalten. Anders der Physiker <a href=\"http:\/\/www.kikom.unibe.ch\/content\/ueber_uns\/e7940\/e7971\/index_ger.html\" target=\"_blank\">Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner<\/a> von der Universit\u00e4t Bern (KIKOM). Er sieht durchaus eine Evidenz daf\u00fcr, dass es solche Effekte tats\u00e4chlich gibt. <span style=\"color: #993300;\">Seine Forschungsgruppe publizierte 2010 und 2011 Ergebnisse von Experimenten mit<\/span> <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wasserlinsengew%C3%A4chse\" target=\"_blank\">Wasserlinsen<\/a>. In diesen Untersuchungen zeigten Hochpotenzen einen homogenen, statistisch signifikanten und spezifischen Effekt, der in der Kontrollgruppe ausblieb. Im <a href=\"http:\/\/www.informationen-zur-homoeopathie.de\/?p=417\" target=\"_blank\">Gespr\u00e4ch mit Dr. med. Michael Teut<\/a> erl\u00e4uterte Baumgartner seine Experimente. Das folgende Interview mit Herrn Baumgartner dreht sich um die Frage, <span style=\"color: #993300;\">wie aussagekr\u00e4ftig die Wasserlinsen-Experimente sind<\/span> und wie Hom\u00f6opathie-Grundlagenforscher sicherstellen, dass ihre Messungen <span style=\"color: #993300;\">objektiv, reproduzierbar und valide<\/span> sind.<\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Interview mit dem Physiker Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner von der Universit\u00e4t Bern (KIKOM). Grundlagenforschung und Testsysteme in der Hom\u00f6opathie.\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/098_Dr_Stephan_Baumgartner.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"275\" \/><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Vorbemerkung:<\/strong> Das folgende Interview ist f\u00fcr ein Blog relativ lang und inhaltlich (speziell f\u00fcr Laien) anspruchsvoll. Es hat jedoch auch einen ganz besonderen Reiz: Dr. Stephan Baumgartner vermittelt einen tiefen Blick hinter die Kulissen der <em>hom\u00f6opathischen Grundlagenforschung<\/em>:<\/p>\n<p>Was motiviert einen Physiker, Hochpotenzen zu erforschen? Welche Eigenschaften m\u00fcssen wissenschaftliche Experimente im Bereich der hom\u00f6opathischen Grundlagenforschung haben, um <em>objektive<\/em>, <em>reproduzierbare <\/em>und <em>valide<\/em> Ergebnisse hervorzubringen? Was ist eine<em> valide Messung<\/em>? Was ist ein <em>biologisches Testsystem<\/em>? Warum h\u00e4lt es Dr. Baumgartner entgegen der Lehrmeinung durchaus f\u00fcr m\u00f6glich, dass hoch verd\u00fcnnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt ausl\u00f6sen k\u00f6nnen &#8211; auch bei Verd\u00fcnnungen jenseits der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Avogadro-Konstante\" target=\"_blank\">Avogadro-Konstante<\/a>?<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #000000;\">Interview mit Dr. Stephan Baumgartner<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<strong>Herr Baumgartner, Sie sind Physiker und seit vielen Jahren in der Grundlagenforschung an hom\u00f6opathischen Potenzen aktiv, u. a. an der <a href=\"http:\/\/www.kikom.unibe.ch\" target=\"_blank\">Kollegialen Instanz f\u00fcr Komplement\u00e4rmedizin (KIKOM)<\/a> der Universit\u00e4t Bern. Physik und hom\u00f6opathische Pr\u00e4parate, prallen da nicht zwei unvereinbare Welten aufeinander?<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #333399;\"><strong> Dr. Stephan Baumgartner:<\/strong><\/span> Auf den ersten Blick scheint das in der Tat so zu sein. Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Physik\" target=\"_blank\">Physik <\/a>wird ja im allgemeinen als Wissenschaft der <em>unbelebten Materie<\/em> gesehen, w\u00e4hrenddem sich die medizinischen Richtungen, die hom\u00f6opathische Pr\u00e4parate einsetzen, wie die <a href=\"http:\/\/www.informationen-zur-homoeopathie.de\/\" target=\"_blank\">Hom\u00f6opathie<\/a> und die <a href=\"http:\/\/www.damid.de\/medizin\/index.html\" target=\"_blank\">Anthroposophische Medizin<\/a>, als komplement\u00e4r- oder alternativmedizinische Verfahren prim\u00e4r mit dem <em>Menschen<\/em> besch\u00e4ftigen. Es gibt aber einen Punkt, wo sich diese beiden Welten ber\u00fchren, und zwar beim Verfahren der <em>Potenzierung<\/em>, der hom\u00f6opathischen Heilmittelherstellung.<\/p>\n<p><strong>Genau hier fangen die Probleme jedoch an.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Dr. Stephan Baumgartner:<\/strong><\/span> Ja, gem\u00e4\u00df dem derzeitigen Stand der Naturwissenschaft ist nicht nachvollziehbar, wie hochverd\u00fcnnte Pr\u00e4parate, in denen mit allergr\u00f6\u00dfter Wahrscheinlichkeit kein einziges Molek\u00fcl der Ausgangssubstanz mehr aufzufinden ist, <em>spezifische Medikamenteneffekte <\/em>hervorbringen sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Wirken hom\u00f6opathische Hochpotenzen spezifisch?\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/111_spezifische%20Effekte_Homoeopathie.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"163\" \/><span style=\"color: #808080;\"><em>Foto: \u00a9 Iosif Szasz-Fabian &#8211; Fotolia.com<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\nSpezifisch hei\u00dft in diesem Kontext, dass sich z. B. <em>Arnika C30<\/em> und <em>Belladonna C30<\/em> in ihren Wirkungen unterscheiden und dass diese Wirkungen \u00fcber diejenigen von Scheinmedikamenten (<a href=\"http:\/\/www.neuraltherapie-blog.de\/?p=3683\" target=\"_blank\">Placebos<\/a>) hinausgehen. Martin Lambeck \u2013 emeritierter Physik-Professor aus Berlin \u2013 hat in seinem sehr lesenswerten B\u00fcchlein <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/3406494692\/ref=as_li_tf_til?tag=clausfritzsch-21&amp;camp=1410&amp;creative=6378&amp;linkCode=as1&amp;creativeASIN=3406494692&amp;adid=1J94PDTHVB22J3Y0NQ56&amp;\" target=\"_blank\">\u201eIrrt die Physik?\u201c<\/a> die Probleme der Naturwissenschaft mit der Hom\u00f6opathie sehr klar und anschaulich dargestellt.<\/p>\n<p><strong>Halten Sie es f\u00fcr richtig, jene hochwertigen und verblindeten Hom\u00f6opathie-Studien zu ignorieren, die einen signifikanten Effekt \u00fcber Placebo hinaus gezeigt haben?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #333399;\">Dr. Stephan Baumgartner:<\/span> <\/strong>Das ist ein wichtiger Punkt. Es gibt in der Tat eine ganze Reihe <em>doppelblinder randomisierter klinischer Studien<\/em>, in denen Effekte hochverd\u00fcnnter Hom\u00f6opathika gegen\u00fcber Placebo beobachtet wurden <a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=2737\" target=\"_self\">(1)<\/a>. Wenn hier keine falsch-positiven Resultate vorliegen, w\u00fcrde dies daf\u00fcr sprechen, dass offenbar doch bestimmte Eigenschaften der potenzierten Substanz dem Verd\u00fcnnungsmedium eingepr\u00e4gt werden k\u00f6nnen. Wenn dies tats\u00e4chlich so sein sollte, w\u00e4re das ein sehr spannendes Ph\u00e4nomen, das nicht nur f\u00fcr die Physik sondern auch f\u00fcr die Biologie, die Pharmazie und die Medizin hochinteressant sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Prof. Claudia Witt kam 2000 in einer Arbeit <a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/nachwuchs\/promotionsfoerderung\/abstracts\/hom\/witt.pdf\" target=\"_blank\">(2)<\/a>, die sich mit physikalisch-experimentellen Untersuchungen von hom\u00f6opathischen Hochpotenzen besch\u00e4ftigte, zu einem ern\u00fcchternden Fazit. Danach konnte <span style=\"color: #993300;\">\u201enachgewiesen werden, dass ein gro\u00dfer Teil der bisher ver\u00f6ffentlichten physikalisch-experimentellen Versuche mit hom\u00f6opathischen Arzneien methodisch nicht valide war.\u201c<\/span> Was genau ist eine \u201evalide Messung\u201c?<\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #333399;\">Dr. Stephan Baumgartner:<\/span> <\/strong>Bei einer definierten klassisch-physikalischen Messung ist es entscheidend, dass sie <em>objektiv<\/em>, <em>reproduzierbar <\/em>und <em>valide <\/em>ist. Eine Messung ist dann <em>objektiv<\/em>, wenn die Messwerte unabh\u00e4ngig vom Beobachter sind, das hei\u00dft, wenn letzterer sie nicht subjektiv beeinflusst oder beeinflussen kann. Eine Messung ist dann <em>reproduzierbar <\/em>oder zuverl\u00e4ssig, wenn wiederholte Messungen desselben Gegenstands dieselben oder zumindest sehr \u00e4hnliche Werte ergeben. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Und eine Messung ist dann als <em>valide <\/em>zu bezeichnen, wenn sie das misst, was sie messen soll. <\/strong><\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr valide Messungen ist es etwa entscheidend, dass f\u00fcr eine vorliegende Frage das richtige Messinstrument gew\u00e4hlt wird. Um ein triviales Beispiel zu nehmen: eine Temperaturmessung mit einem <em>Thermometer <\/em>kann keine valide Aussage \u00fcber die <em>Gr\u00f6\u00dfe eines Menschen<\/em> ergeben.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Keine valide Messung!\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/112_keine_valide_Messung.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"161\" \/><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\"><em>Foto: \u00a9 Ovidiu Iordachi &#8211; Fotolia.com<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<strong>Hei\u00dft das,<em> nicht valide<\/em> Untersuchungen von hom\u00f6opathischen Hochpotenzen k\u00f6nnen durchaus Effekte zeigen, die allerdings von anderen Einflussgr\u00f6\u00dfen stammen und nicht durch die Hochpotenz zu erkl\u00e4ren sind?<\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #333399;\">Dr. Stephan Baumgartner:<\/span> <\/strong>Genau, nicht nur einzelne Messungen sondern auch Untersuchungen als ganze sind <em>nicht valide<\/em>, wenn<em> nicht das gemessen wird<\/em>, was eigentlich gemessen werden soll. Das kritische Fazit der Arbeit von Claudia Witt bezieht sich auf genau diese <span style=\"color: #993300;\"><strong>Validit\u00e4t des gesamten Versuchsaufbaus bzw. der ganzen Untersuchung<\/strong><\/span>, zu der noch einiges mehr geh\u00f6rt als die reinen Messungen an sich.<\/p>\n<p>Je nach Fragestellung m\u00fcssen ganze Versuchsreihen mit verschiedenen Teilfragen durchgef\u00fchrt werden, die sich \u00fcber mehrere Monate hinziehen und Tausende von einzelnen Messungen beinhalten k\u00f6nnen. Diese Versuchsreihen m\u00fcssen nach einem bestimmten, wohl durchdachten Plan durchgef\u00fchrt werden, damit die Fragestellung, die man hat, auch valide, das hei\u00dft mit angemessenen Methoden beantwortet werden kann.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel f\u00fcr solch eine Teilfrage nennen?<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><strong>Dr. Stephan Baumgartner: <\/strong><\/span>Eine der Fragestellungen der physikalischen Grundlagenforschung lautet, ob hochverd\u00fcnnte hom\u00f6opathische Pr\u00e4parate <em>spezifische, physikalisch messbare Eigenschaften<\/em> aufweisen, welche sie von reinem Verd\u00fcnnungsmedium unterscheiden.<\/p>\n<p>Weil noch keine konkreten Vorstellungen dar\u00fcber vorliegen, wie sich Eigenschaften der jeweils potenzierten Substanz dem Verd\u00fcnnungsmedium einpr\u00e4gen k\u00f6nnten, wurden in vielen Untersuchungen der Vergangenheit verschiedene physikalische Messmethoden quasi ausprobiert, um etwaige Besonderheiten hochverd\u00fcnnter Hom\u00f6opathika zu identifizieren.<\/p>\n<p>Solche sogenannt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prim%C3%A4rforschung\" target=\"_blank\">explorativen Untersuchungen<\/a> sind immer vergleichend, d.h. man misst bestimmte Eigenschaften hom\u00f6opathischer Potenzen und vergleicht sie mit Messresultaten so genannter <em>Kontrollen<\/em>, <em>Kontrollproben <\/em>oder <em>Vergleichsproben<\/em>. Die Wahl dieser Vergleichsproben ist nun entscheidend f\u00fcr die wissenschaftlichen Schlussfolgerungen, die man aus solchen Messungen ziehen kann.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Vergleichsproben: A) unpotenziert, unversch\u00fcttelt, B) potenziert, versch\u00fcttelt\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/113_Medium_potenziert_unpotenziert.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"163\" \/><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\"><em>Foto: \u00a9 seen &#8211; Fotolia.com<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<strong>Mit welchen Vergleichsproben bzw. Kontrollen arbeitet man in der hom\u00f6opathischen Hochpotenzforschung?<\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #333399;\">Dr. Stephan Baumgartner:<\/span> <\/strong>In vielen Untersuchungen wurde als Kontrolle <em>unpotenziertes bzw. unversch\u00fctteltes Verd\u00fcnnungsmedium<\/em> gew\u00e4hlt. Da aber schon das reine Sch\u00fctteln von Fl\u00fcssigkeiten durch die vermehrte L\u00f6sung von Luftgasen oder Spuren von Gef\u00e4\u00dfmaterialien zu einer deutlichen \u00c4nderung vieler physikalischer Eigenschaften f\u00fchrt, k\u00f6nnen gemessene Unterschiede von <em>versch\u00fcttelten<\/em> hom\u00f6opathischen Pr\u00e4paraten im Vergleich zu <em>nicht versch\u00fctteltem<\/em> Potenziermedium <span style=\"color: #993300;\"><strong>nicht eindeutig interpretiert werden<\/strong><\/span>.<\/p>\n<p>Etwaige Unterschiede k\u00f6nnten theoretisch sowohl auf reine <em>Sch\u00fctteleffekte <\/em>als auch auf <em>spezifische Eigenschaften der potenzierten Substanzen<\/em> zur\u00fcckzuf\u00fchren sein.<\/p>\n<p>Da letztere das eigentliche Ziel der hom\u00f6opathischen Grundlagenforschung darstellen, sollten in experimentellen Studien immer auch versch\u00fctteltes oder potenziertes Verd\u00fcnnungsmedium als <em>Vergleichsprobe <\/em>eingeschlossen werden. Dies ist eine der Bedingungen f\u00fcr eine methodisch valide Versuchsanordnung.<\/p>\n<p><strong>Im Jahr 2000 sprach Prof. Claudia Witt noch von den Validit\u00e4ts-Problemen der Hochpotenzforschung. Inzwischen gibt es jedoch neuere und methodisch hochwertige \u00dcbersichtsarbeiten der hom\u00f6opathischen Grundlagenforschung, die hinsichtlich der Existenz spezifischer Effekte hom\u00f6opathischer Hochpotenzen wesentlich optimistischer klingen. K\u00f6nnen Sie die Ergebnisse dieser Arbeiten kurz erl\u00e4utern?<\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #333399;\">Dr. Stephan Baumgartner:<\/span> <\/strong>Claudia Witt und Mitarbeiter haben 2007 in einer \u00dcbersichtsarbeit <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/17544864\" target=\"_blank\">(3)<\/a> alle nicht-physikalischen Grundlagenforschungsexperimente im Bereich hochverd\u00fcnnter Hom\u00f6opathika zusammengestellt, welche <em>in vitro<\/em>, das hei\u00dft in Reagenzgef\u00e4\u00dfen durchgef\u00fchrt wurden. Dazu z\u00e4hlen Experimente mit <em>Enzymen<\/em>, mit <em>Zellkulturen <\/em>und mit<em> menschlichen Blutzellen<\/em>, die aus Blutspenden stammen.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden 75 Publikationen eruiert, von denen rund <span style=\"color: #993300;\"><strong>drei Viertel Effekte hochverd\u00fcnnter hom\u00f6opathischer Pr\u00e4parate beobachteten<\/strong><\/span>. In der \u00dcbersichtsarbeit wurde auch eine Qualit\u00e4tsbewertung der Arbeiten vorgenommen. Selbst bei den 18 qualitativ hochwertigen Arbeiten fanden <span style=\"color: #000000;\"><em>zwei Drittel der Studien Effekte<\/em> hom\u00f6opathischer Pr\u00e4parate.<\/span> Einige der Studien waren auch Wiederholungen fr\u00fcherer Experimente, die zu einem guten Teil ebenfalls positiv waren. Es fand sich aber kein Labormodell, welches in <em>allen <\/em>Replikationsstudien eindeutige Resultate erbrachte.<br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"The in vitro evidence for an effect of high homeopathic potencies--a systematic review of the literature.\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/114_In-vitro-Experimente_Hochpotenzen.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"161\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\">+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +<\/span><br \/>\n<strong>An dieser Stelle endet Teil 1 des Interviews mit Dr. Stephan Baumgartner. <span style=\"color: #993300;\">Teil 2<\/span> finden Sie <a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=4003\" target=\"_self\">\u00fcber diesen Link &#8230;<\/a><\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\">+ + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +<\/span><\/p>\n<p><em> <\/em><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Portr\u00e4t Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/123_Ueber_Dr_Stephan_Baumgartner.jpg\" alt=\"\" width=\"139\" height=\"164\" \/><\/p>\n<h2>Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner:<\/h2>\n<p>Geboren 1965. Studium der Physik, Mathematik und Astronomie an der <span style=\"color: #993300;\"><strong>Universit\u00e4t Basel<\/strong><\/span>. Doktorat in Umweltnaturwissenschaften an der <span style=\"color: #993300;\"><strong>ETH Z\u00fcrich<\/strong><\/span>. Post-Doc in der Abteilung Umweltphysik der EAWAG, D\u00fcbendorf. Seit 1996 Mitarbeiter in der Abteilung Grundlagenforschung im<a href=\"http:\/\/www.vfk.ch\/\" target=\"_blank\"> Institut Hiscia, Verein f\u00fcr Krebsforschung<\/a>, Arlesheim, sowie an der <a href=\"http:\/\/www.kikom.unibe.ch\/content\/ueber_uns\/organigramm\/index_ger.html\" target=\"_blank\">Kollegialen Instanz f\u00fcr Komplement\u00e4rmedizin (KIKOM) der Universit\u00e4t Bern<\/a> (je 50%). Aufbau der <span style=\"color: #993300;\"><strong>Abteilung Grundlagenforschung <\/strong><\/span><span style=\"color: #993300;\"><strong>Anthroposophische Medizin und Hom\u00f6opathie<\/strong><\/span> an der KIKOM. Seit 2009 Dozent an der Universit\u00e4t Bern.<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.kikom.unibe.ch\/content\/e6823\/e8888\/Publ_SB_ger.pdf\" target=\"_blank\"><strong>List of Peer-Reviewed Publications<\/strong><\/a><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><strong>(1)<\/strong> <a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=2737\" target=\"_self\">Bj\u00f6rn Bendig, \u201eViele Wahrheiten\u201c in der Wissenschaft. \u2013 <strong>Sechs Perspektiven zum aktuellen Stand der Hom\u00f6opathie-Forschung<\/strong>, DZVh\u00c4 Hom\u00f6opathie.Blog, 16.08.2011<\/a><\/p>\n<p><strong>(2)<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/nachwuchs\/promotionsfoerderung\/abstracts\/hom\/witt.pdf\" target=\"_blank\">Claudia Witt, <strong>Physikalische Untersuchung hom\u00f6opathischer Hochpotenzen<\/strong>, 2000 (PDF)<\/a><\/p>\n<p><strong>(3)<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/17544864\" target=\"_blank\">Witt CM, Bluth M, Albrecht H, Weisshuhn TE, Baumgartner S, Willich SN,<strong> The in vitro evidence for an effect of high homeopathic potencies &#8211; a systematic review of the literature<\/strong>, Complement Ther Med. 2007 Jun;15(2):128-38. Epub 2007 Mar 28.<\/a><\/p>\n<p><strong>(4)<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/19945677\" target=\"_blank\">Majewsky V, Arlt S, Shah D, Scherr C, J\u00e4ger T, Betti L, Trebbi G, Bonamin L, Klocke P, Baumgartner S., <strong>Use of homeopathic preparations in experimental studies with healthy plants<\/strong>, Homeopathy. 2009 Oct;98(4):228-43.<\/a><\/p>\n<p><strong>(5)<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/21057725\" target=\"_blank\">J\u00e4ger T, Scherr C, Simon M, Heusser P, Baumgartner S., <strong>Effects of homeopathic arsenicum album, nosode, and gibberellic acid preparations on the growth rate of arsenic-impaired duckweed (Lemna gibba L.)<\/strong>, ScientificWorldJournal. 2010 Nov 4;10:2112-29.<\/a><\/p>\n<p><strong>(6)<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/21403975\" target=\"_blank\">J\u00e4ger T, Scherr C, Wolf U, Simon M, Heusser P, Baumgartner S., <strong>Investigation of arsenic-stressed yeast (Saccharomyces cerevisiae) as a bioassay in homeopathic basic research<\/strong>, ScientificWorldJournal. 2011 Mar 7;11:568-83.<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/\" target=\"_self\"><strong>Home<\/strong><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6nnen hochverd\u00fcnnte und potenzierte Wirkstoffe einen arzneimittelspezifischen therapeutischen Effekt ausl\u00f6sen? 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