{"id":1859,"date":"2011-03-17T08:09:19","date_gmt":"2011-03-17T08:09:19","guid":{"rendered":"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=1859"},"modified":"2011-03-18T10:21:07","modified_gmt":"2011-03-18T10:21:07","slug":"prof-harald-walach-%e2%80%9ewissenschaft-als-entdeckungsreise-%e2%80%93-mein-begriff-von-wissenschaft%e2%80%9c-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=1859","title":{"rendered":"Prof. Harald Walach: \u201eWissenschaft als Entdeckungsreise \u2013 mein Begriff von Wissenschaft\u201c (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wissenschafts-Magazine, -Sendungen und -Medien erlebten in den letzten Jahren einen gro\u00dfen Aufschwung. Das \u00f6ffentliche Interesse an Forschung und neuen Erkenntnissen ist gro\u00df. Die teils inflation\u00e4re Nutzung des Begriffs \u201eWissenschaft\u201c garantiert allerdings weder Methodik noch Wissen. Nicht selten driftet Wissenschafts-Journalismus in naiven <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Szientismus\" target=\"_blank\">Szientismus <\/a>voller neopositivistischer Vorurteile ab. <span style=\"color: #993300;\">Wissenschaft wird hier als ein quasidogmatisches System verstanden, in dem es fest in Beton gegossene Regeln, starre Grunds\u00e4tze und unumst\u00f6\u00dfliche Gegebenheiten gibt.<\/span> Moderne und neuere Ansichten betrachten Wissenschaft jedoch vielmehr als einen hochkomplexen sozialen Vorgang, im Rahmen dessen es Interessen, Ressourcen und Meinungsbildungsprozesse gibt. Im folgenden Beitrag stellt der in Grenzbereichen der Wissenschaft t\u00e4tige klinische Psychologe, Wissenschaftshistoriker und Philosoph Harald Walach sein Verst\u00e4ndnis von Wissenschft dar. <\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach - Der klinische Psychologe, Philosoph und Wissenschaftshistoriker Harald Walach ist Professor f\u00fcr Forschungsmethodik komplement\u00e4rer Medizin und Heilkunde an der Europa-Universit\u00e4t Viadrina Frankfurt (Oder). \" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/057_Prof_Dr_Harald_Walach.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"347\" \/><br \/>\n<!--more--><br \/>\n<em>Dieser Artikel wurde dem Buch<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/3883093971?tag=clausfritzsch-21&amp;camp=1410&amp;creative=6378&amp;linkCode=as1&amp;creativeASIN=3883093971&amp;adid=0ED6EQ03RGFT3S9XEVXK&amp;\" target=\"_blank\"> \u201eWege zur Wissenschaft\u201c<\/a> von Hamid Reza Yousefi, Klaus Fischer, Rudolf L\u00fcthe, Peter Gerdsen (Hrsg.), 375-401, Traugott Bautz, Nordhausen 2008 entnommen. Copyright: <a href=\"http:\/\/www.bautz.de\" target=\"_blank\">Verlag Traugott Bautz<\/a>. Informationen zur Person Harald Walach finden Sie ganz unten auf dieser Seite.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2>Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach: <span style=\"color: #333399;\">\u201eWissenschaft als Entdeckungsreise \u2013 mein Begriff von Wissenschaft\u201c\u00b9<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #000000;\"><strong>Zusammenfassung:<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><strong>Im vorliegenden Aufsatz wird ein Wissenschaftsbegriff aus der Sicht und langj\u00e4hrigen Erfahrung eines vor allem mit <em>wissenschaftlichen Grenzfragen<\/em> befassten Forschers skizziert. <span style=\"color: #993300;\">Wissenschaft wird vom Verfasser entgegen eines verbreiteten naiv-dogmatischen Verst\u00e4ndnisses nicht als geschlossenes Regelsystem, sondern als notwendig offener und wandlungspflichtiger Prozess verstanden. <\/span><em>Kritik <\/em>wird als <em>wesentliches Merkmal von Wissenschaft<\/em> hervorgehoben, die vom Verfasser nicht als fertiges System, sondern als ein zutiefst sozialer Prozess gesehen wird: Wissenschaft wird als ein kollektives Spiel verstanden, das seine Regeln durch das Spielen selber erfindet, ver\u00e4ndert und dadurch das eigene Gepr\u00e4ge laufend anpasst. <\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #993300;\">Gute Wissenschaft wird als die institutionalisierte Unsicherheit verstanden.<\/span> Wissen kann kumulativ sein, indem es sich durch Kritik differenziert, Neues entdeckt, neue Hinsichten auf alte Tatbest\u00e4nde entfaltet und Bereiche integriert, die vorher nicht denkbar waren, weswegen eine dogmatische Wissenschaftsauffassung als einziger Feind von echter Wissenschaft und wirklichem Wissen zu betrachten ist. Der Verfasser vertritt die Ansicht, dass <span style=\"color: #993300;\">Ph\u00e4nomene vor Theorien <\/span>gehen, auch wenn die merkw\u00fcrdige Dialektik nicht abgestritten werden kann, dass Ph\u00e4nomene nur durch die Brille einer guten Theorie wahrgenommen werden k\u00f6nnen. Abschlie\u00dfend wird die Denkfigur der Komplementarit\u00e4t als wissenschaftstheoretisches Integrationsprinzip vorgestellt.<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Wissenschaft (Icon)\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/002%20Wissenschaft.jpg\" alt=\"\" width=\"133\" height=\"134\" \/><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h2>Was macht Wissenschaft aus?<\/h2>\n<p><strong>Wer<\/strong> sich wie ich vor allem mit Grenzfragen der Wissenschaft herumschl\u00e4gt \u2013 Erforschung und Theoriebildung der <em>Hom\u00f6opathie<\/em>, Evaluation von <em>Komplement\u00e4rmedizin<\/em>, Forschung im Bereich der <em>Parapsychologie<\/em>, des<em> geistigen Heilens<\/em>, klinische und psychologische <em>Forschung zur Achtsamkeit<\/em>, theoretische Fragen der <em>Spiritualit\u00e4t <\/em>und des <em>Bewusstseins <\/em>\u2013, der wird vom Wissenschaftssystem laufend mit der Frage nach der \u201eWissenschaftlichkeit\u201c seines Tuns konfrontiert. Damit verbunden ist die Frage danach, was Wissenschaft eigentlich ausmacht.<\/p>\n<p><strong>Ich<\/strong> bin im Laufe meiner nun etwa 20j\u00e4hrigen Laufbahn mit vielen verschiedenen Begriffen von Wissenschaft konfrontiert worden. Sie lassen sich in zwei grobe Kategorien einteilen:<span style=\"color: #993300;\"><strong> Begriffe, die Wissenschaft als geschlossenes Regelsystem verstehen, und solche, die Wissenschaft als offenen Prozess deuten. <\/strong><\/span>Ich f\u00fchle mich dieser letzten Kategorie verbunden. Meine private, in meinem kleinen Wissenschaftstheorie-Lehrbuch f\u00fcr Psychologiestudenten zum ersten Mal ver\u00f6ffentliche Definition von Wissenschaft ist diese (2):<\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>Wissenschaft ist ein kollektiver Versuch, die Welt in der wir leben, besser zu verstehen, Einsichten dar\u00fcber zu erlangen und sich dabei nach M\u00f6glichkeit durch methodische Sicherungen vor Irrtum zu sch\u00fctzen. <\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Wissenschaft: sechs wichtige Voraussetzungen - Thesen von Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/058_Wissenschaft_Voraussetzungen.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"241\" \/><br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<h2>Voraussetzungen<\/h2>\n<p>Ich mache dabei, wie der kritische Leser bemerkt haben wird, einige entscheidende Voraussetzungen:<\/p>\n<h3><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"EINS\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/062_EINS.jpg\" alt=\"\" width=\"78\" height=\"78\" \/><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">Die Existenz einer von uns unabh\u00e4ngigen Welt<\/span><\/h3>\n<p><strong>1.<\/strong> Die erste Voraussetzung ist die, <em>dass es so etwas wie eine von uns unabh\u00e4ngige Welt \u00fcberhaupt gibt.<\/em> Damit ist also jedem radikalem solipsistischen oder konstruktivistischem Gedanken abgesagt. Das heisst nicht, dass nicht unsere Wahrnehmung, individuell und kollektiv, jede Menge konstruktiver Akte vollzieht, bevor wir irgendetwas wahrnehmen. Insofern ist <em>der Kantsche kritische Impuls, dass unser Zugang zur Welt immer ein vermittelter ist<\/em> \u2013 durch Kategorien, oder Wahrnehmungsvoraussetzungen \u2013 immer noch g\u00fcltig. Aber es ist nicht sinnvoll, jeden objektiven Zug unserer Welt zu bestreiten und alles als Konstruktion, Narration oder individuellen Standpunkt abzutun (3). Flugzeuge fliegen \u2013 meistens \u2013 nicht weil wir das so wollen, sondern weil es offenbar Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten gibt, die zu entdecken sich lohnte und zur Konstruktion von fliegenden Riesenv\u00f6geln aus Metall f\u00fchren konnten. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Ich setze also einen milden Realismus voraus.<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"ZWEI\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/063_ZWEI.jpg\" alt=\"\" width=\"78\" height=\"78\" \/><br \/>\n<\/strong><\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">Die Spannung zwischen Konstruktivismus und Realismus<\/span><\/h3>\n<p><strong>2.<\/strong> Dieser Sachverhalt wurde oftmals dazu verwendet so zu tun, als w\u00e4re die objektive Realit\u00e4t \u201edort draussen\u201c alles, was z\u00e4hlt. Viele, vor allem \u00e4ltere Wissenschaftsbegriffe, von Duhem bis zu den Positivisten des Wiener Kreises, bis heute, sind von diesem <em>objektiven Realismus der Physik<\/em> gepr\u00e4gt. Dieser \u00fcbersieht, was im Prinzip bereits durch die aristotelische Psychologie, aber ganz dezidiert durch Kant eingebracht wurde: dass wir nie einen naiv-abbildenden Zugang zur Wirklichkeit haben. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Unsere Wahrnehmung ist immer irgendwie und oft in erheblichem Ma\u00dfe Konstruktion. <\/strong><\/span>Ich finde es erfreulich, dass die moderne <em>Neurowissenschaft <\/em>zusammen mit der <em>Kognitionspsychologie <\/em>diese Voraussetzungen unserer Wahrnehmung so deutlich aufgezeigt hat (4).<\/p>\n<p><strong>Leider<\/strong> sind diese Befunde innerhalb der Psychologie \u2013 meinem Herkunftsfach \u2013, aber sicherlich auch anderswo, noch lange nicht verinnerlicht. Sonst w\u00fcrde man n\u00e4mlich nicht in der Methode einem banalen Positivismus der \u00fcbelsten Sorte fr\u00f6nen, der wenn es hoch kommt, ein bisschen durch kritischen Rationalismus und Poppersche Positivismuskritik gemildert wird. Hier leistet der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konstruktivismus_%28Philosophie%29\" target=\"_blank\">Konstruktivismus <\/a>einen unsch\u00e4tzbaren Beitrag. Er weist uns n\u00e4mlich auf diese unsere Voraussetzungen hin.<\/p>\n<p><strong>Die<\/strong> Kunst ist es, diese beiden Elemente des <em>Realismus<\/em>, der von der Wirklichkeit und Bedeutung einer von uns teilweise unabh\u00e4ngigen Welt ausgeht, und des <em>Konstruktivismus<\/em>, der die Unm\u00f6glichkeit eines unvermittelten, naiven Zugangs zur Welt betont, zusammenzubringen und gemeinsam aktiv zu halten, obwohl sie anscheinend widerspr\u00fcchliche Zug\u00e4nge zur Welt sind. Diese Situation, anscheinend sich ausschlie\u00dfende Sichtweise oder Perspektiven zu ben\u00f6tigen, scheint mir im \u00fcbrigen kennzeichnend f\u00fcr uns Menschen und vielleicht f\u00fcr die Grundstruktur der Welt zu sein (5).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"DREI\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/064_DREI.jpg\" alt=\"\" width=\"78\" height=\"78\" \/><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">Subjekt der Wissenschaft ist die \u201escientific community\u201c<\/span><\/h3>\n<p><strong>3.<\/strong> Die dritte Voraussetzung die ich mache, betrifft das Subjekt der Wissenschaft. Das <em>Objekt <\/em>der Wissenschaft ist die Welt. Wer aber ist das <em>Subjekt<\/em>? Wer \u201ewissenschaftet\u201c? Ist es der Wissenschaftler, der eine Entdeckung macht, ein Experiment durchf\u00fchrt, einen wegweisenden Aufsatz publiziert? Ja und nein. Ja insofern, als die einzelne Person im Rahmen der Wissenschaft nat\u00fcrlich die Einheit der Handlung darstellt. Zwar sind vor allem in der Naturwissenschaft und \u00fcberall, wo es um komplexe Zusammenarbeit geht, meistens gro\u00dfe Arbeitsgruppen am Werk. Aber an erster Stelle einer Publikation kann immer nur einer stehen. Auch Nobelpreise werden in der Regel an Einzelpersonen, manchmal an zwei Individuen vergeben, die sich um eine Thematik besonders verdient gemacht haben.<\/p>\n<p><strong>Dennoch<\/strong> ist das Subjekt der Wissenschaft als solche nicht die Einzelperson. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Das Subjekt der Wissenschaft ist das Kollektiv<\/strong><\/span>, die \u201escientific community\u201c, wie es auf Neudeutsch so treffend hei\u00dft. Was ist damit gemeint? <span style=\"color: #993300;\"><strong>Wissenschaft ist ein sozialer Prozess. <\/strong><\/span>Und als solcher unterliegt er den Gesetzm\u00e4ssigkeiten und den chaotischen Prozessen, denen soziale Systeme im Allgemeinen und Wissenschaft im Besonderen unterworfen sind. Zwar sind Einzelpersonen, Individuen, gleichsam die Agenten und Knotenpunkte in diesem sozialen System. Aber sie k\u00f6nnen nur im Rahmen des Ganzen agieren. Sie m\u00fcssen sich, auf jeden Fall in gewissem Masse und in Grenzen, an die Bedingungen anpassen, die vom Forscherkollektiv gesetzt sind (6).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"VIER\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/065_VIER.jpg\" alt=\"\" width=\"78\" height=\"78\" \/><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">Es gibt keine immerw\u00e4hrenden methodischen Regeln<\/span><\/h3>\n<p><strong>4.<\/strong> Schlie\u00dflich mache ich die Voraussetzung, dass es keine immerw\u00e4hrenden, unumst\u00f6sslichen methodischen Regeln gibt. Ich bin fest, ja leidenschaftlich, der Meinung, dass eine Wissenschaftshaltung, die meint, es g\u00e4be ein f\u00fcr allemal feststehende Grunds\u00e4tze, wie \u201eman\u201c Wissenschaft zu betreiben habe, der gr\u00f6\u00dfte Feind echter und guter Wissenschaft ist. Denn<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"F\u00dcNF\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/066_FUENF.jpg\" alt=\"\" width=\"78\" height=\"78\" \/><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">Wissenschaft hinterfragt kritisch &#8211; fortw\u00e4hrend<\/span><\/h3>\n<p><strong>5.<\/strong> es ist das Wesen der Wissenschaft, vermeintliche Sicherheiten zu hinterfragen, anscheinende Gewissheiten zu entlarven, Dogmen umzust\u00fcrzen. Wenn es eine Konstante durch die Zeiten gibt, dann ist es die der radikalen Kritik (7), die Wissenschaftsstr\u00f6mungen verschiedener Couleur und Autoren unterschiedlicher Sto\u00dfrichtung miteinander verbindet. Was heutzutage gerne \u00fcbersehen wird ist die Tatsache, dass Wissenschaft nicht im voraussetzungsfreien Raum operiert. Sie macht sich die Voraussetzungen der jeweiligen Kultur zu eigen. Sie baut auf diese auf und setzt sie stillschweigend voraus. Wenn sie diese Voraussetzungen nicht mehr kritisch reflektiert, ger\u00e4t Wissenschaft in die Gefahr zu erstarren.<\/p>\n<p><strong>Selbstverst\u00e4ndlich<\/strong> kann man nicht immer von jedem einzelnen Wissenschaftler erwarten, dass er seine Voraussetzungen dauernd reflektiert und kritisiert. Aber von der Wissenschaft als Kollektivunternehmung m\u00fcssen wir dies verlangen, und vom einzelnen Wissenschaftler m\u00fcssen wir erwarten d\u00fcrfen, dass er f\u00fcr diesen Aspekt seiner Profession sensibel ist und die wichtigsten Entwicklungen auf diesem Feld der Meta-Reflexion \u00fcber Wissenschaft zur Kenntnis nimmt.<\/p>\n<p><strong>In<\/strong> diesem Sinne ist Wissenschaft immer schon Dogmenkritik gewesen, Kritik an verkarsteten Lehrmeinungen, an sklerotischen Modellen. Dies ist das Erbe der Aufkl\u00e4rung, mit dem sich die Wissenschaft zum Verb\u00fcndeten der politisch-b\u00fcrgerlichen Befreiungsbewegung von politischen und religi\u00f6sen Fesseln gemacht hat. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Paradoxerweise hat heute, mindestens bei manchen, die Wissenschaft eine Stellung eingenommen, wie sie fr\u00fcher die Religion hatte.<\/strong><\/span> Es gibt \u201eheilige K\u00fche\u201c, die nicht mehr hinterfragbar sind, ohne dass man mit Schwierigkeiten rechnen muss. Dies ist eigentlich gegen den ureigensten kritischen Geist der Wissenschaft. Wenn Wissenschaft dergestalt degeneriert ist, dann ist es nicht mehr Wissenschaft als eine Entdeckungsmethode, sondern dann ist Wissenschaft zur Weltanschauung, ja zum Religionsersatz geworden. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Husserl und Heidegger haben diese Zerrform der Wissenschaft als <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Szientismus\" target=\"_blank\">Szientismus<\/a> gebrandmarkt<\/strong><\/span> (8). \u201eEchte\u201c, also kritische und selbstkritische, Wissenschaft, hat in diesem Sinne sehr viel gemeinsam mit jenem ikonoklastischen Geist, der uns aus manchen Zenparabeln, Anekdoten oder Spr\u00fcchen mystischer Schriftsteller, oder einfach gro\u00dfartiger Geister entgegenweht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"SECHS\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/067_SECHS.jpg\" alt=\"\" width=\"78\" height=\"78\" \/><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">Wissenschaftler sind auch nur Menschen &#8230;<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<p><strong>6.<\/strong> Warum gibt es dann so viele offenbar relativ erfolgreiche Wissenschaftler, die diesen kritischen, selbstkritischen Geist anscheinend nicht verk\u00f6rpern, sondern brav innerhalb des Geheges dessen operieren, was sie f\u00fcr die \u201erichtige Wissenschaftlichkeit\u201c ansehen? Dies ist eine spannende Frage. Man kann sie wohlwollend beantworten und sagen: weil es eben auch solche geben muss, die die Arbeit tun, ohne viel zu fragen, sonst w\u00fcrde n\u00e4mlich die Arbeit nicht verrichtet werden. Oder man kann ein bisschen miesepetriger und schopenhauerisch werden und sagen: weil manche Menschen eben nur ein gewisses Ma\u00df an Unsicherheit aushalten und weil unser Ausbildungs- und Selektionssystem dergestalt ist, dass es zu viele dieser Gestalten selektiert (9).<\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Wissenschaft: real oder konstruiert?\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/059_real_oder_konstruiert.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"305\" \/><\/span><\/p>\n<h2>1. Realismus und Konstruktion<\/h2>\n<p>Das Objekt der Wissenschaft, sagte ich, ist die <em>Welt<\/em>. Was ist damit gemeint? Zum einen ist Welt offenbar alles, was uns umgibt. Die Natur im Gro\u00dfen und Kleinen. Aber auch unsere Kultur. Unsere geschichtlich-politische Situation. Damit sind bereits zwei anscheinend sich ausschlie\u00dfende Elemente angesprochen. Die Natur, die biologische Seite unserer Existenz, unsere Genetik, unsere evolutionsbiologische Geschichte, usw., also alles, was in der Vergangenheit dazu beigetragen hat, dass wir und unsere Welt heute so sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Andererseits<\/strong> l\u00e4sst sich dieses Gewordensein unserer Welt ohne die <em>Kultur <\/em>nicht verstehen. Kultur besteht offenkundig im aktiven Eingreifen des Menschen in die nat\u00fcrlichen Prozesse. Bereits Tiere schaffen im \u00fcbrigen anf\u00e4ngliche Kultur, wie sich herausgestellt hat. Sie ver\u00e4ndern ihre Umwelt durch ihr Nahrunssuchverhalten. Elefanten legen Friedh\u00f6fe an, Schimpansen und andere Primaten haben Stellen, an denen sie Werkzeuge zurichten. Insofern ist es nicht erstaunlich, dass durch die Entwicklung des Menschen ein Wesen auf den Plan tritt, das diesen aktiven Ver\u00e4nderungsprozess noch weitertreibt.<\/p>\n<p><strong>Wir <\/strong>erfahren gerade heute, wie durch unser aktives Handeln sogar die nat\u00fcrlichen Voraussetzungen f\u00fcr unsere Existenz entscheidend ver\u00e4ndert, ja bedroht werden. Insofern sind Natur und Kultur untrennbar miteinander verwoben. Die Kultur von uns Menschen ist dem Evolutionsprozess der Natur geschuldet und daher selber Natur. Wissenschaft ist der Selbstreflexionsprozess der Natur, die im Menschen Spiegel, Speer und Spaten zugleich erzeugt hat. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Unsere Wissenschaft ist der kollektive, System und Gestalt gewordene Erkenntnisprozess, den die Natur durch die Evolution selber in Gang gesetzt hat. <\/strong><\/span>An dieser Stelle f\u00fchle ich mich meinem wissenschaftstheoretischen Lehrer Erhard Oeser verbunden, der diesen Gedanken f\u00fcr mein Gef\u00fchl unschlagbar klar formuliert hat (10).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Wissenschaft: Was ist real? Was ist konstruiert?\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/060_was_ist_real_was_ist_konstruiert.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"343\" \/><\/p>\n<p><strong>Insofern<\/strong> hat der Realismus, den ich anspreche, eine Doppelgestalt. Auf der einen Seite gibt es \u201edie Natur\u201c \u201eda drau\u00dfen\u201c, unabh\u00e4ngig von uns. Sie hat uns, als Gattung, entstehen lassen, aufgrund der in ihr waltenden Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten. Wir selber sind bewusstgewordene Natur. Auf der anderen Seite \u00e4ndern wir, die wir Kultur gewordene Natur sind, mit dieser von uns entwickelten Kultur die urspr\u00fcngliche Natur. Was wir also entdecken, ist \u201eimmer schon\u201c Natur in einer gewissen Hinsicht. Insofern ist also die vermeintliche Dichotomie \u201eRealismus oder Konstruktivismus\u201c Unfug. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Es gibt keine konstruktionsfreie Realit\u00e4t, und es gibt keine realit\u00e4tsleere Konstruktion.<\/strong><\/span> Jede Konstruktion ist notwendigerweise aus nat\u00fcrlich-kultureller Realit\u00e4t kommend, und jede Realit\u00e4t ist nur als konstruierte gegeben (11). W\u00e4ren wir Flederm\u00e4use, w\u00fcrden wir Ultraschall h\u00f6ren. W\u00e4ren wir Bienen, k\u00f6nnten wir ultraviolettes Licht sehen. W\u00e4ren wir Hunde, h\u00e4tten wir einen Geruchssinn von vielfacher Feinheit. W\u00e4ren wir Elefanten, k\u00f6nnten wir uns manche Kommunikationsmittel sparen, weil wir mit Infraschall \u00fcber massive Hindernisse hinweg kommunizieren k\u00f6nnten. W\u00e4ren wir Haifische, k\u00f6nnten wir die elektrischen Felder unserer Mitmenschen orten. So aber haben wir genau den Rahmen der Sinnesm\u00f6glichkeiten, der uns biologisch gegeben ist. Er macht unsere Welt aus.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Harald Walach: &quot;Kultur erweitert unsere Wahrnehmung.&quot;\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/068_Kultur_und_Wahrnehmung.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"127\" \/><\/p>\n<p><strong>Nun<\/strong> hat der kollektive Prozess der Wissenschaft dazu gef\u00fchrt, dass wir unsere Sinne immens erweitern konnten. Wir k\u00f6nnen durch machtvolle Ger\u00e4te hinaus in die Weite und hinein ins Kleine sehen. Wir k\u00f6nnen uns Modalit\u00e4ten er\u00f6ffnen, f\u00fcr die wir nicht wirklich Sinneskan\u00e4le haben. Unsere biochemischen und zellbiologischen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Assay\" target=\"_blank\">Assays <\/a>k\u00f6nnen uns Geschichten \u00fcber Toxiziti\u00e4t und molekularen Einfluss erz\u00e4hlen, die wir nie und nimmer ohne sie erfahren w\u00fcrden. Erst aufgrund unserer zellbiologischen Modelle wissen wir um die Giftigkeit von Quecksilber (12).<\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>[<strong>Anmerkung der Redaktion:<\/strong> siehe zum Thema <\/em><\/span><span style=\"color: #888888;\">\u201e<\/span><span style=\"color: #808080;\"><em>Gesundheitsrisiko Quecksilber und Amalgam<\/em><\/span><span style=\"color: #888888;\">\u201c<\/span><span style=\"color: #808080;\"><em> auch die aktuelle \u00dcbersichtsarbeit von Joachim Mutter et al. ? <a href=\"http:\/\/iospress.metapress.com\/content\/j33p87808363493j\/fulltext.pdf\" target=\"_blank\">Publikation (PDF)<\/a> ? <a href=\"http:\/\/www.neuraltherapie-blog.de\/?p=2943\" target=\"_blank\">Blog-Kommentar<\/a><\/em><\/span><span style=\"color: #888888;\"><em>]<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Wenn<\/strong> wir in unserer Umwelt damit konfrontiert werden, etwa wenn ein Quecksilberthermometer zerbricht, sp\u00fcren wir weder, wie giftig es ist, noch schmecken wir etwas, noch bekommen wir unmittelbare Vergiftungssymptome, obwohl das Quecksilber eines Thermometers ausreicht, einen ganzen Raum mit Quecksilbermolek\u00fclen zu f\u00fcllen und eigentlich auch ausreicht, einem Menschen eine potenziell t\u00f6dliche Vergiftung beizubringen. Unsere nat\u00fcrlich gegebenen Sinne reichen nicht dazu aus, hier die Natur \u2013 das Quecksilber und seine Giftigkeit \u2013 richtig wahrzunehmen. Erst unsere kulturell erweiterte Wahrnehmungsm\u00f6glichkeit \u201ekonstruiert\u201c oder \u201ereproduziert\u201c die Giftigkeit des Quecksilbers und l\u00e4sst sie an den Tag treten.<\/p>\n<p><strong>Natur <\/strong>und Kultur, Realit\u00e4t und Konstruktion sind also aufs Innigste verwoben. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Wir k\u00f6nnen nur dann die Realit\u00e4t \u201eentdecken\u201c, d.h. so wahrnehmen, dass wir ihren Wirklichkeitsanteil entbl\u00f6\u00dfen, wenn wir uns gleichzeitig der konstruktiven Aspekte unseres Tuns bewusst sind. <\/strong><\/span>Und letzteres k\u00f6nnen wir nur tun, indem wir uns immer wieder der Selbstreflexion unterziehen und selbst, individuell und kollektiv, die Voraussetzung unseres Handelns hinterfragen. Jacques Derrida hat einmal in einem Interview, in dem er nach dem Wesen der Dekonstruktion, also des Aufdeckens unbewusster Erkenntnisvoraussetzungen, gefragt wurde, sinngem\u00e4ss folgendes gesagt (13): <span style=\"color: #333399;\"><em>Ich schaue fern, und schaue mir beim Fernsehschauen zu. <\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Wissenschaft<\/strong> ist nicht einfach nur das <em>Anwenden von Methoden<\/em> zum Entdecken irgendwelcher nat\u00fcrlicher Zusammenh\u00e4nge und Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten. Es ist auch nicht einfach das <em>Rekonstruieren <a href=\"http:\/\/de.wiktionary.org\/wiki\/narrativ\" target=\"_blank\">narrativer <\/a>Bezugsrahmen<\/em> von Erfahrung. Es ist immer beides zugleich: das methodische Bezogensein auf eine au\u00dferhalb von uns gegebene Natur und die Reflexion auf die Voraussetzungen und Bedingungen dieses Bezogenseins, Natur und Kultur und die Reflexion auf ihre jeweilige, interdependente wechselseitige Verflochtenheit.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #993300;\">Fortsetzung folgt &#8230;<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><em>x<\/em><\/span><\/p>\n<p><em>In Teil 2 geht es um Wissenschaft als sozialer Prozess , in dem sich Regeln im Verlaufe der Zeit ver\u00e4ndern und entwickeln.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Literatur\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/061_Literatur.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"168\" \/><br \/>\n<\/span><\/p>\n<h2>Literatur:<\/h2>\n<p>(1) Ich bin Jochen Fahrenberg zu Dank verpflichtet, dass er mir die M\u00f6glichkeit gab, seine Wissenschaftstheorievorlesung f\u00fcr Psychologiestudenten zu \u00fcbernehmen und so die Reflexion \u00fcber Wissenschaft \u00fcber einige Jahre hinweg zu meinem Nebenberuf zu machen. Ebenso bin ich den Freiburger Psychologiestudenten zu Dank verpflichtet, die mich durch Fragen und R\u00fcckmeldungen zwangen, so pr\u00e4zise wie m\u00f6glich zu werden. Ob es mir am Ende gelungen ist, ist eine andere Frage. Das meiste, was ich \u00fcber Wissenschaft direkt oder indirekt gelernt habe, habe ich von meinem wissenschaftstheoretischen Lehrer Erhard Oeser gelernt, dessen historische und systematische Schriften mir eine reiche und wertvolle Quelle waren. Meine Arbeit wird unterst\u00fctzt vom Samueli Institute, Alexandria, VA.<\/p>\n<p>(2)<strong> <\/strong>Walach, Harald: <span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Psychologie: Wissenschaftstheorie, philosophische Grundlagen und Geschichte.<\/em><\/strong><\/span> Stuttgart, Kohlhammer 2005.<\/p>\n<p>(3) Lyotard, J.-F.: <span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Das postmoderne Wissen. Ein Bericht.<\/em><\/strong><\/span> Graz, B\u00f6hlau 1986.<\/p>\n<p>(4) Roth, G.:<strong> <\/strong><span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen. <\/em><\/strong><\/span>Frankfurt, Suhrkamp 1997.<\/p>\n<p>(5) Walach, Harald &amp; R\u00f6mer, Hartmann: \u201cComplementarity is a useful concept for consciousness studies. A reminder\u201d. <em>Neuroendocrinology Letters<\/em> 2000;21:221-232.<\/p>\n<p>(6) Latour, Bruno:<strong> <span style=\"color: #000000;\"><em>Die Hoffnung der Pandora: Untersuchungen zur Wirklichkeit der Wissenschaften.<\/em><\/span><\/strong> Frankfurt, Suhrkamp 2000.<\/p>\n<p>(7) Flasch, K.:<span style=\"color: #000000;\"> <strong><em>Aufkl\u00e4rung im Mittelalter? Die Verurteilung von 1277. Das Dokument des Bischofs von Paris.<\/em><\/strong><\/span> Eingel., \u00fcbers. und erkl. v. K. Flasch. Mainz, Dieterich 1989.<\/p>\n<p>(8) Husserl, Edmund: <span style=\"color: #000000;\"><strong><em>Die Krisis der europ\u00e4ischen Wissenschaften und die transzendentale Philosophie.<\/em><\/strong><\/span> Hamburg, Meiner 1977.<\/p>\n<p>(9) Fischer, Klaus: <strong><span style=\"color: #000000;\">\u201eFehlfunktionen der Wissenschaft\u201c<\/span><\/strong>. <em>Erw\u00e4gen, Wissen, Ethik<\/em> 2007;18:1-16.<\/p>\n<p>(10) Oeser, E. (1988). <strong>Das Abenteuer der kollektiven Vernunft. Evolution und Involution der Wissenschaft.<\/strong> Berlin, Hamburg: Parey.<\/p>\n<p>(11) Slunecko, Thomas: Wissenschaftstheorie und Psychotherapie. Ein konstruktiv-realistischer Dialog. Wien, Wiener Universit\u00e4tsverlag 1996; Wallner, F. G.: <strong>\u201eDas Bewusstsein \u2013 eine abendl\u00e4ndische Konstruktion\u201c<\/strong>. In T. Slunecko, O. Vitouch, C. Korunka, H. Bauer &amp; B. Flatschacher (Hrsg.), <em>Psychologie des Bewusstseins \u2013 Bewusstsein der Psychologie. Giselher Guttmann zum 65. Geburtstag<\/em>. Wien, Wiener Universit\u00e4tsverlag 1999, pp. 201-218.<\/p>\n<p>(12) Mutter, J., Naumann, J., Sadaghiani, C., Schneider, R., &amp; Walach, H.: <strong>\u201eAlzheimer disease: mercury as pathogenetic factor and apolipoprotein E as a modulator\u201d<\/strong>. <em>Neuroendocrinology Letters<\/em> 2004;25:275-283; Mutter, J., Naumann, J., Walach, H., &amp; Daschner, F.: \u201eAmalgam: Eine Risikobewertung unter Ber\u00fccksichtigung der neuen Literatur bis 2005\u201c. Gesundheitswesen, 2005;67:204-216.<\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><em>[<strong>Nachtrag der Redaktion:<\/strong> Mutter, J., Curth, A., Naumann, J., Deth, R., &amp; Walach, H. (2010). <a href=\"http:\/\/iospress.metapress.com\/content\/j33p87808363493j\/fulltext.pdf\" target=\"_blank\">Does inorganic mercury play a role in Alzheimer s disease? A systematic\u00a0 review and an integrated molecular mechanism<\/a>. Journal of Alzheimer s\u00a0 Disease, 22, 357-374.]<\/em><\/span><\/p>\n<p>(13) Benedikter, Roland: <strong>Postmodern spirituality: how to find a rational alternative to the global turn to religion; educational dimensions, developments and perspectives<\/strong>. <em>Promotionsschrift<\/em>, Universit\u00e4t Innsbruck, Innsbruck 2006.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/Harald_Walach.jpg\" alt=\"\" width=\"139\" height=\"164\" \/><\/span><\/p>\n<h2><span style=\"color: #000000;\">\u00dcber <\/span>Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach<\/h2>\n<p>Der klinische Psychologe, Philosoph und Wissenschaftshistoriker Harald Walach ist Professor f\u00fcr Forschungsmethodik komplement\u00e4rer Medizin und Heilkunde an der Europa-Universit\u00e4t Viadrina Frankfurt (Oder). Walach ist Chefredakteur des renommierten Journals <a href=\"http:\/\/content.karger.com\/ProdukteDB\/produkte.asp?Aktion=JournalHome&amp;ProduktNr=224242\" target=\"_blank\">Forschende Komplement\u00e4rmedizin<\/a> und gilt in Fachkreisen als Forscherpers\u00f6nlichkeit mit einem exzellenten internationalen Ruf. Er wird in der amerikanischen Zeitschrift \u201eExplore\u201c (Vol. 3, No. 3, 2007), von ihrem Executive Editor, Larry Dossey, als \u201eeiner der herausragendsten europ\u00e4ischen Forscher auf dem Gebiet der Komplement\u00e4r- und Alternativmedizin\u201c bezeichnet. Sein internationales Ansehen auf dem Gebiet der CAM-Forschung zeigt sich u.a. darin, dass er Gr\u00fcndungsmitglied und Past-Pr\u00e4sident der <a href=\"http:\/\/www.iscmr.org\/\" target=\"_blank\">\u201eInternational Society for Complementary Medicine Research\u201c<\/a> ist \u2013 einer internationalen Fachgesellschaft, in der mehr als 250 aktive Forscher zusammengeschlossen sind.<\/p>\n<p>? <a href=\"http:\/\/www.europa-uni.de\/de\/forschung\/institut\/institut_intrag\/forschung\/Prof__Harald_Walach\/CV_Harald_Walach-1.pdf\" target=\"_blank\">Curriculum Vitae (PDF)<\/a> ? <a href=\"http:\/\/www.europa-uni.de\/de\/forschung\/institut\/institut_intrag\/forschung\/Prof__Harald_Walach\/Publikationen_Englisch_Mai2010-1.pdf\" target=\"_blank\">Publikationen (PDF)<\/a><\/p>\n<p>? <a href=\"http:\/\/www.europa-uni.de\/de\/forschung\/institut\/institut_intrag\/studium\/postgraduierter\/index.html\" target=\"_blank\">Masterstudiengang \u201eKomplement\u00e4re Medizin \u2013 Kulturwissenschaften \u2013 Heilkunde\u201d (KMKH)\u201c an der Europa-Universit\u00e4t Viadrina<\/a><\/p>\n<p>? <a href=\"http:\/\/intrag.info\/aktuell\/\" target=\"_blank\">Weblog: INTRAG.info\/aktuell &#8230;<\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/\" target=\"_self\"><strong>Home<\/strong><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschafts-Magazine, -Sendungen und -Medien erlebten in den letzten Jahren einen gro\u00dfen Aufschwung. 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