{"id":1521,"date":"2011-02-04T10:06:50","date_gmt":"2011-02-04T10:06:50","guid":{"rendered":"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=1521"},"modified":"2011-02-05T09:00:51","modified_gmt":"2011-02-05T09:00:51","slug":"pro-contra-zur-%e2%80%9ekampagne-1023%e2%80%9c-der-%e2%80%9eskeptiker%e2%80%9c-organisation-gwup-e-v-%e2%86%92-homoopathie-%e2%86%92-%e2%80%9euberdosis%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=1521","title":{"rendered":"Pro &#038; Contra zur \u201eKampagne 10:23\u201c der \u201eSkeptiker\u201c-Organisation GWUP e.V. (? Hom\u00f6opathie ? \u201e\u00dcberdosis\u201c)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Claus Fritzsche\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/051_Fritzsche.jpg\" alt=\"\" width=\"139\" height=\"164\" \/><\/p>\n<p><strong>Die <a href=\"http:\/\/www.eselwatch.com\/index.php?title=Gesellschaft_zur_wissenschaftlichen_Untersuchung_von_Parawissenschaften_%28GWUP%29_e.V.\" target=\"_blank\">Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften<\/a>, kurz GWUP, fordert Aktionisten \u201eauf der ganzen Welt\u201c auf, an der globalen Aktion \u201eHom\u00f6opathische \u00dcberdosis\u201c am 5. Februar teilzunehmen, \u201eum die \u00d6ffentlichkeit auf die Nutzlosigkeit hom\u00f6opathischer Pr\u00e4parate aufmerksam zu machen\u201c. Die politische Aktion versteht sich als Teil der internationalen <a href=\"http:\/\/www.1023.org.uk\/\" target=\"_blank\">10:23-Kampagne<\/a>, die von Mitgliedern der <a href=\"http:\/\/www.eselwatch.com\/index.php?title=Skeptiker_und_Skeptikerbewegung_%28Pathological_Disbelief%29\" target=\"_blank\">\u201eSkeptiker\u201c-Bewegung<\/a> in Gro\u00dfbritannien entwickelt wurde. <span style=\"color: #993300;\">Was spricht f\u00fcr die Aktion hom\u00f6opathische \u201e\u00dcberdosis&#8220;? Welche Fakten sprechen gegen die Kampagne?<\/span> <span style=\"color: #993300;\">Und welche Motive hat der Verein GWUP e.V.<\/span> Der folgende Beitrag geht diesen Fragen nach.<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.1023.org.uk\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Kampagne 10:23 - Hom\u00f6opathie und hom\u00f6opathische \u00dcberdosis\" src=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/images\/055_Homoeopathie_Kampagne_1023_Ueberdosis.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"242\" \/><\/a><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h2>Pro-Argumente: \u201eAktion 10:23\u201c<\/h2>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">1. Kein pharmakologischer Wirkmechanismus<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<p>Der Verein GWUP e.V. <a href=\"http:\/\/www.gwup.org\/infos\/nachrichten\/1034-verbraucher-in-deutschland-und-oesterreich-inszenieren-homoeopathische-ueberdosis\" target=\"_blank\">schreibt auf seiner Webseite<\/a>: <em>\u201eW\u00e4hrend bei normalen verschreibungspflichtigen Medikamenten \u00dcberdosen zu schweren Sch\u00e4den, ja zum Tod f\u00fchren k\u00f6nnen, ist dies bei hoch verd\u00fcnnten hom\u00f6opathischen Mitteln nicht der Fall: sie enthalten keine Wirkstoffe mehr, nur noch L\u00f6sungsmittel. Es ist nichts drin!\u201c<\/em> Diese Aussage ist hinterfragungsw\u00fcrdig, da es bisher keine aussagekr\u00e4ftigen Untersuchungen \u00fcber die exakt und valide gemessenen Inhaltsstoffe von Hochpotenzen gibt und indische Forscher j\u00fcngst zumindest <a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/?p=1101\" target=\"_blank\">Nanopartikel der Ausgangssubstanz<\/a> entdeckten. Eine wichtige Botschaft der \u201eAktion 10:23\u201c ist jedoch korrekt:<\/p>\n<p><strong>Hom\u00f6opathische Arzneimittel l\u00f6sen keinen klassischen <span style=\"color: #993300;\">pharmakologischen Wirkmechanismus<\/span> aus. Und: Es ist bisher kein arzneimittelspezifischer Wirkmechanismus bekannt, der durch wissenschaftliche Daten solide gest\u00fctzt wird.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">2. PR-Effekt der Kampagne<\/span><\/h3>\n<p>Curt K\u00f6sters, heute 2. Vorsitzender des DZVh\u00c4, <a href=\"http:\/\/www.dzvhae.com\/portal\/pics\/abschnitte\/270110100757_5hn165jan10.pdf\" target=\"_blank\">kommentierte bereits im Januar 2010<\/a> die britische Original-Kampagne 10:23 mit den Worten:<br \/>\n<em>\u201eHut ab vor der Kampagnenf\u00e4higkeit dieser Leute! Das kommt wesentlich moderner daher als vergleichbare deutsche Publikationen. Die Marburger Erkl\u00e4rung von 1992 etwa war noch im Sprachduktus der Heiligen Inquisition verfasst: \u2018Der Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universit\u00e4t Marburg verwirft die \u201aHom\u00f6opathie\u2019 als eine Irrlehre\u2019. Da roch man doch schon den Scheiterhaufen. Auch wenn gerade mal 1.500 gesammelte Unterst\u00fctzer f\u00fcr die 1023-Kampagne nicht weltbewegend sind, das publizistische Echo in den britischen Medien ist gut. Die 1023-Kampagne ist so professionell wie moderne Werbe- oder Wahlkampagnen. Dahinter steckt entweder viel Geld oder viel Engagement \u2013 oder beides.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Verein GWUP e.V., Veranstalter der momentanen \u201eAktion 10:23\u201c, leidet bis heute unter dem Austritt ehemals f\u00fchrender Mitglieder wie Edgar Wunder (? <a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/html\/re-061-skeptizismus.html\" target=\"_blank\">Das Skeptiker-Syndrom<\/a>) und Stephan Matthiesen, die <a href=\"http:\/\/www.anomalistik.de\/ueber-gfa\/hintergrund\/entstehungsgeschichte.html\" target=\"_blank\">1999 die <em>Gesellschaft f\u00fcr Anomalistik e.V. <\/em>gr\u00fcndeten<\/a>. Die Kampagnen-F\u00e4higkeit der GWUP ist seit dieser Zeit schwach. Sichtbar wurde dies zuletzt rund um die GWUP-Kampagne <a href=\"http:\/\/www.gwup.org\/infos\/nachrichten\/994-noch-bis-dienstag-homoeopathie-petition-unterschreiben\" target=\"_blank\">\u201eBundestags-Petition gegen\u00a0 Hom\u00f6opathie\u201c<\/a>, die nur <a href=\"https:\/\/epetitionen.bundestag.de\/index.php?action=petition%3Bsa%3Ddetails%3Bpetition%3D13042\" target=\"_blank\">2.119 Mitzeichner<\/a> fand. Bei gesch\u00e4tzten rund 1.000 Vereins-Mitgliedern konnte die GWUP pro eigenem Mitglied nur <em>eine <\/em>unterst\u00fctzende Person mobilisieren, was Splittergruppen-Potenzial dokumentiert. Zum Vergleich: Die Petition \u201eKeine Umsetzung des EU-Verkaufsverbotes f\u00fcr Heilpflanzen\u201c fand <a href=\"https:\/\/epetitionen.bundestag.de\/index.php?action=petition;sa=details;petition=14032\" target=\"_blank\">121.819 Mitzeichner<\/a>, obwohl sie unprofessionell konzipiert und organisiert wurde und von den Verb\u00e4nden in diesem Bereich nicht unterst\u00fctzt wurde.<\/p>\n<p><strong>Die Hom\u00f6oapthie ist in gro\u00dfen Bev\u00f6lkerungskreisen sehr beliebt (? <a href=\"http:\/\/www.dhu.de\/PDF\/Hom_forsa_Juli_2010.pdf\" target=\"_blank\">Forsa<\/a>, ? <a href=\"http:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/44479\/Hohe_Akzeptanz_bei_homoeopathischen_Arzneimitteln.htm\" target=\"_blank\">BKK-Gesundheit<\/a>). Sie gibt uns R\u00e4tsel auf, wird hoch emotional diskutiert und l\u00e4sst sich daher sehr gut f\u00fcr Kampagnen aller Art instrumentalisieren. Vor diesem und dem geschilderten Hintergrund ist es ein kluger Schachzug von GWUP-Chef Amardeo Sarma, sich der <a href=\"http:\/\/www.1023.org.uk\/the-1023-overdose-event.php\" target=\"_blank\">britischen Kampagne aus dem Jahr 2010<\/a> zu bedienen und die Vorstellung einer gro\u00dfen weltweiten Bewegung zu vermitteln.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2>Contra-Argumente: \u201eAktion 10:23\u201c<\/h2>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">1. Naive Logik: starke Nebenwirkungen = gute Pillen?<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<p>Die 10:23-Kampagne basiert auf einer Logik, die auf den ersten Blick plausibel klingt, sich bei genauerer Betrachtung jedoch als irrational erweist. <em>\u201eW\u00e4hrend bei normalen verschreibungspflichtigen Medikamenten \u00dcberdosen zu schweren Sch\u00e4den, ja zum Tod f\u00fchren k\u00f6nnen, ist dies bei hoch verd\u00fcnnten hom\u00f6opathischen Mitteln nicht der Fall\u201c<\/em>, hei\u00dft es auf der GWUP-Homepage. Dahinter steckt die naive Logik, dass \u201egute\u201c Pillen auch starke Nebenwirkungen haben m\u00fcssen. Nur so macht die \u00f6ffentliche Einnahme von hom\u00f6opathischen Hochpotenzen Sinn. Fehlende Nebenwirkungen sollen eine fehlende Wirkung belegen &#8211; und zwar vor Publikum in Berlin, Essen, Frankfurt, Hamburg, K\u00f6ln, M\u00fcnchen und Wien. <span style=\"color: #993300;\"><strong>Genau das ist jedoch Nonsens.<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die pharmazeutische Realit\u00e4t sieht etwas komplexer und vielschichtiger aus. Es gibt spezifisch wirksame Arzneimittel mit geringen Risiken. Es gibt gef\u00e4hrliche Nebenwirkungen, die jedoch nur in Subgruppen (nicht in der breiten Masse) eine Rolle spielen. Und es gibt auch, dies hat zuletzt eine Reanalyse aller Antidepressiva-Meta-Analysen (? <a href=\"http:\/\/www.nimh.nih.gov\/trials\/practical\/stard\/index.shtml\" target=\"_blank\">STAR*D-Trials<\/a>) gezeigt, die Kombination aus bescheidener Langzeitwirkung und hohen Nebenwirkungen. Zum guten Schluss sind starke Nebenwirkungen nicht wirklich \u201esexy\u201c. Stimmen die Sch\u00e4tzungen von Prof. Dr. J\u00fcrgen Fr\u00f6hlich, Direktor der Abteilung f\u00fcr klinische Pharmakologie an der medizinischen Hochschule in Hannover, so k\u00f6nnten sie <a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=151\" target=\"_blank\">Todesursache Nr. 3 in Deutschland<\/a> sein.<\/p>\n<p><strong>Die \u00dcberzeugungskraft der \u201eKampagne 10:23\u201c steht und f\u00e4llt mit der Logik \u201egute Pillen haben starke Nebenwirkungen\u201c sowie \u201ewir zeigen \u00f6ffentlich, dass hom\u00f6opathische Hochpotenzen keine Nebenwirkungen haben &#8211; somit auch nicht wirken\u201c. Der Verein GWUP e.V. und die britischen Skeptiker bewegen sich mit dieser zentralen Botschaft auf Sandkasten-Nivau. Die \u201e10:23-Kampagne\u201c mag lustig wirken. Sie ist jedoch nicht ausreichend durchdacht \u2013 und k\u00f6nnte sich am Ende gar noch als Bumerang erweisen. Bewiesen wird mit dieser Aktion nichts au\u00dfer der Unsch\u00e4dlichkeit hom\u00f6opathischer Arzneimittel.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">2. Methodik hat wissenschaftlich keinerlei Aussagekraft<\/span><\/h3>\n<p>Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung weist in einer Pressemeldung darauf hin, dass die \u201eKampagne 10:23\u201c gemessen an wissenschaftlichen Kriterien keinerlei Aussagekraft hat. <em>\u201eDas von den Veranstaltern immer wieder geforderte wissenschaftliche Vorgehen zum sicheren Nachweis der Wirkung und Wirksamkeit von Arzneimitteln wird mit dieser Vorgehensweise nicht erf\u00fcllt\u201c<\/em>, betont die Stiftung und nennt folgende Gr\u00fcnde:<\/p>\n<p><strong>Keine Erfassung von Symptomen:<\/strong> \u201eEs fehlt jegliche Form der Messung von Symptomen (bspw. in Form einer Befragung oder sorgf\u00e4ltigen Dokumentation) nach der Einnahme der Hom\u00f6opathika.\u201c<\/p>\n<p><strong>Keine Kontrollgruppe:<\/strong> \u201eEs gibt keine Kontrollgruppe. Damit fehlt jede Form der Verblindung der Studienleiter und Teilnehmer, um Voreingenommenheit und Ergebnisverf\u00e4lschungen auszuschlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Keine Kriterien f\u00fcr Probanden:<\/strong> \u201eEinschlusskriterien f\u00fcr Probanden sind nicht gegeben. Dadurch wird ein Vergleich der Probanden untereinander unm\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p><strong>Keine Erfassung des Gesundheitszustands: <\/strong>\u201eDer Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Einnahme wird nicht erfasst. Damit kann eine Ver\u00e4nderung der Befindlichkeit (wenn gemessen w\u00fcrde) nicht erkannt werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Keine angemessenen Rahmenbedingungen:<\/strong> \u201eDar\u00fcber hinaus werden s\u00e4mtliche Kriterien einer hom\u00f6opathischen Arzneimittelpr\u00fcfung am Gesunden missachtet, z. B. die Dauer der Einnahme, die Glaubw\u00fcrdigkeit und Gewissenhaftigkeit der Probanden und die Dosierung der Arzneimittel.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dzvhae.com\/portal\/loader.php?seite=81583&amp;org=1113&amp;back_seite=&amp;PHPSESSID=1ca94c21a9edd29118f72cdba0ad858b\" target=\"_blank\">Der <em>Deutsche Zentralverein hom\u00f6opathischer \u00c4rzte (DZVh\u00c4)<\/em> erl\u00e4utert<\/a>, warum die von der GWUP inszenierte \u201e\u00dcberdosis\u201c hom\u00f6opathischer Arzneien sinnfrei ist: \u201e<em>Diese sogenannte \u00dcberdosierung ist v\u00f6lliger Nonsens, da es bei Hochpotenzen keine Rolle spielt, ob 2 oder 500 Globuli zu sich genommen werden\u201c<\/em>, erkl\u00e4rt Curt K\u00f6sters, zweiter Vorsitzender des DZVh\u00c4, <em>\u201edar\u00fcber hinaus gibt es f\u00fcr eine hom\u00f6opathische Arzneimittelpr\u00fcfung medizinische Voraussetzungen, die f\u00fcr das Gelingen entscheidend sind.\u201c<\/em> <span style=\"color: #993300;\"><strong>Die H\u00e4ufigkeit der Einnahme von Globuli sei entscheidend, nicht die Menge.<\/strong><\/span><\/p>\n<p><strong>Fazit der Carstens-Stiftung: \u201eZwischen 1945 und 1995 wurden 156 Arzneimittelpr\u00fcfungen zu 143 verschiedenen Arzneimitteln bei 2815 Probanden publiziert &#8230; Eine methodisch hochwertige Arzneimittelpr\u00fcfung aus dem Jahr 2008 hat gezeigt, dass statistische Verfahren zur Best\u00e4tigung bekannter Arzneimittelbilder einsetzbar sind. Dar\u00fcber hinaus hat die Untersuchung gezeigt, dass mit Arzneimittelpr\u00fcfungen Wirkungen hom\u00f6opathischer Hochpotenzen nachweisbar sind. [<a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=6308\" target=\"_blank\">Walach et al. J Psychopharm. 2008; 22:543-552<\/a>]\u201c<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">3. \u201eKampagne 10:23\u201c hat mit Hom\u00f6opathie nichts zu tun<\/span><\/h3>\n<p>Die Hom\u00f6opathie basiert auf dem \u00c4hnlichkeitsprinzip. Auch das l\u00e4sst die \u201eAktion 10:23\u201c au\u00dfer Acht. W\u00fcrden die Aktionisten ihre individuellen Beschwerden einem hom\u00f6opathischen Arzt schildern, k\u00f6nnte dieser ein heilendes Hom\u00f6opathikum f\u00fcr den Einzelnen finden. <em>\u201eHom\u00f6opathen behaupten, dass Hochpotenzen einen substanzspezifischen Effekt hervorbringen; sie behaupten nicht, dass es sich dabei um einen pharmakologischen Effekt handelt\u201c<\/em>, unterscheidet Curt K\u00f6sters: <em>\u201eDas Ziel einer hom\u00f6opathischen Arzneimittelgabe ist die Stimulierung von Reaktionen des Organismus. Diese Reaktionen lassen sich von pharmakologischen Wirkungen deutlich unterscheiden und sind stark individuell gepr\u00e4gt.\u201c<\/em> Die einmalige Einnahme eines Hom\u00f6opathikums, das in keinem Bezug zu einem Krankheitsbild steht, ist gar keine Hom\u00f6opathie, weder eine Behandlung noch eine Arzneimittelpr\u00fcfung.<\/p>\n<p><strong>Die \u201eKampagne 10:23\u201c hat, von der Einnahme hom\u00f6opathischer Arzneimittel einmal abgesehen, nichts mit Hom\u00f6opathie zu tun. Die Aktion ist so wenig aussagekr\u00e4ftig wie die willk\u00fcrliche Einnahme von Vitamin-B bei starkem Vitamin-D-Mangel. Auch hier w\u00e4re die Mittelwahl falsch und auch hier w\u00fcrde sich innerhalb von rund 30 Minuten vor dem Brandenburger Tor in Berlin kein Effekt zeigen.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">4. Falsche Darstellung zum Stand der Forschung<\/span><\/h3>\n<p>Auf der GWUP-Homepage hei\u00dft es: <em>\u201eMichael Marshall, Koordinator der internationalen Kampagne sagt: \u201eTrotz ihrer zweihundertj\u00e4hrigen Geschichte ist es nicht gelungen, die Wirksamkeit der Hom\u00f6opathie zu belegen. Sie leistet nicht, was Hom\u00f6opathen versprechen.\u201c<\/em> Diese Aussage gibt den Stand der Wirksamkeits-Forschung nicht korrekt wieder. Entgegen den Aussagen der Veranstalter der Aktion 10:23 ist die Studienlage zur spezifischen Wirksamkeit der hom\u00f6opathischen Arzneimittel uneinheitlich. <a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/eigene\/fa\/index_stand.php\" target=\"_blank\">Eine ausf\u00fchrliche Bestandsaufnahme bietet die Carstens-Stiftung in einer \u00dcbersichtsarbeit an<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Hochwertige randomisierte Studien zeigten eine \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber Placebo bei folgenden Indikationen: Heuschnupfen, lebensbedrohlichem Durchfall bei Kindern, Weichteilrheuma, Darml\u00e4hmung nach Operation und Atemwegsinfektionen. Die <a href=\"http:\/\/www.informationen-zur-homoeopathie.de\/?page_id=41\" target=\"_blank\">moderne Versorgungsforschung zeigt<\/a> wiederum, dass sich besonders Patienten mit langj\u00e4hrigen chronischen Krankheiten hom\u00f6opathisch behandlen lassen. Eine Langzeitstudie \u00fcber 8 Jahre mit 3.981 Patienten dokumentierte die Reduktion klinischer Symptome im Mittel um fast die H\u00e4lfte.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #333399;\">5. Etikettenschwindel des Vereins GWUP e.V.<\/span><\/h3>\n<p>Auf der Homepage der <em>Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e. V.<\/em> finden sich die Worte: <em>\u201eDeutsche und \u00f6sterreichische Verbrauchersch\u00fctzer werden im Februar eine Massen-\u201e\u00dcberdosis\u201c hom\u00f6opathischer Mittel einnehmen.\u201c<\/em> Fakt ist, dass es sich beim Verein GWUP e.V. weder um eine nach wissenschaftlichen Kriterien arbeitende Organisation noch um eine Verbraucherschutz-Vereinigung handelt. Vereinsfunktion\u00e4re um den langj\u00e4hrigen Vorsitzenden Amardeo Sarma nutzen das Etikett \u201eWissenschaft\u201c und \u201eVerbraucherschutz\u201c, um sich gegen\u00fcber Medien und Journalisten <span style=\"color: #993300;\"><strong>Glaubw\u00fcrdigkeit und Legitimation zu verschaffen<\/strong><\/span>. \u00dcber diesen Mechanismus informiert auch die Webseite <a href=\"http:\/\/www.skeptizismus.de\/rhetorik.html\" target=\"_blank\"><strong>www.skeptizismus.de<\/strong><\/a> mit Hintergrundinformationen \u00fcber die \u201eSkeptiker\u201c-Bewegung.<span style=\"color: #993300;\"><strong> <\/strong><span style=\"color: #000000;\">Hier finden wir den folgenden<\/span><strong> Warnhinweis:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #333399;\"><em>\u201eUm glaubw\u00fcrdiger zu wirken, pr\u00e4sentieren sich \u201eSkeptiker\u201c-Organisationen im Zuge ihrer \u00f6ffentlichen Selbstdarstellung nach Au\u00dfen hin oft als \u201eVertreter der Wissenschaft\u201c, \u201eneutrale Untersucher\u201c oder gar als \u201eunvoreingenommen\u201c. <strong>Immer wieder fallen z. B. Journalisten auf diese Fassade herein,<\/strong> hinter der bei genauerem Hinsehen wenig steckt. Die \u00fcber Presseerkl\u00e4rungen bekannt gemachten vermeintlichen \u201ewissenschaftlichen Untersuchungen\u201c der Gruppen entpuppen sich in aller Regel nur als inszenierte PR-Ma\u00dfnahmen zur Selbstvermarktung, um auf sich aufmerksam zu machen. <strong>Bei den gr\u00f6\u00dferen Organisationen wie z. B. CSICOP oder der GWUP stecken dahinter auch<\/strong> <strong>kommerzielle Interessen, um deren Zentren unterhalten zu k\u00f6nnen<\/strong>, was nur durch den Verkauf diverser \u201eProdukte\u201c (popul\u00e4r gehaltene Zeitschriften, B\u00fccher, Mitgliedschaften, T-Shirts, Kaffeetassen u.a.m.) m\u00f6glich ist und einen gewissen Bekanntheitsgrad voraussetzt. Bereits eine Bezeichnung wie \u201eGesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften\u201c &#8211; so der ausf\u00fchrliche Name der deutschen &#8222;Skeptiker&#8220;-Gruppe GWUP &#8211; muss in diesem Zusammenhang als Etikettenschwindel gewertet werden, was vielen GWUP-Mitgliedern auch bewusst ist.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #333399;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Verein GWUP e.V., der die <\/span><\/span>\u201eKampagne 10:23\u201c momentan in Deutschland und \u00d6sterreich durchf\u00fchrt, ist weder eine wissenschaftliche noch eine dem Verbraucherschutz dienende Organisation. Es handelt sich stattdessen um eine ideologische Gruppierung. \u201eEsoteriker\u201c sind von Mystik fasziniert. \u201eSkeptiker\u201c bek\u00e4mpfen Mystik voller Abscheu, \u00e4hneln jedoch einer Karrikatur ihres Feindbildes &#8211; nur mit umgekehrten Vorzeichen.<\/strong><span style=\"color: #333399;\"><em><br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><em><span style=\"color: #000000;\">Eine kleine Erg\u00e4nzung zum Schluss:<\/span><\/em><br \/>\n<\/span><\/p>\n<h2><strong>Fakten zur Hom\u00f6opathie in Deutschland:<\/strong><\/h2>\n<p>Die Anzahl von \u00c4rzten mit hom\u00f6opathischer Zusatzausbildung hat sich in den letzten 15 Jahren (von 3.000 auf etwa 6.000) verdoppelt. Rund zwei Drittel (100 von 158) der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland \u00fcbernehmen die Behandlungskosten f\u00fcr \u00e4rztliche Hom\u00f6opathie. \u00dcber die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung (57 Prozent) nutzen bereits hom\u00f6opathische Arzneimittel, 25 Prozent geben an \u201e\u00fcberzeugte Verwender\u201c zu sein; zwei Prozent halten hom\u00f6opathische Arzneien f\u00fcr unwirksam. (Allensbach-Umftrage 2009). Weitere Informationen unter <a href=\"http:\/\/www.welt-der-homoeopathie.de\/\" target=\"_blank\"><strong>www.welt-der-homoeopathie.de<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<h2>Links zum Thema:<\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.carstens-stiftung.de\/KVC_Stellungnahme_1023.pdf\" target=\"_blank\"><strong>Stellungnahme der Carstens-Stiftung: Viel L\u00e4rm um Nichts? Die 10:23 Aktion gegen Hom\u00f6opathie<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dzvhae.com\/portal\/loader.php?seite=81583&amp;org=1113&amp;back_seite=&amp;PHPSESSID=b181384dcf7fba3c5f4853811e1f0f9c\" target=\"_blank\"><strong>DZVh\u00c4-Homepage: \u201e\u00dcberdosis\u201c Hom\u00f6opathie: Aktion 10:23 \u2013 nichts drin, nichts dran<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1296696331162\/Aktion-1023-Veraechtlichmachung-der-Homoeopathie\" target=\"_blank\"><strong>derStandard.at: Interview mit Prof. Michael Frass<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.psychophysik.com\/h-blog\/?p=13137\" target=\"_blank\">H.Blog: Echo zur Nonsens-\u201eKampagne 10:23\u201c<\/a><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.everyday-feng-shui.de\/feng-shui-news\/aktion-homoeopathische-ueberdosis-die-gwup-dreht-durch\/\" target=\"_blank\"><strong>Blog Everyday Feng Shui: Aktion Hom\u00f6opathische \u00dcberdosis: Die GWUP dreht durch<\/strong><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Home<\/strong><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">x<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften, kurz GWUP, fordert Aktionisten \u201eauf der ganzen Welt\u201c auf, an der globalen Aktion \u201eHom\u00f6opathische \u00dcberdosis\u201c am 5. Februar teilzunehmen, \u201eum die \u00d6ffentlichkeit auf die Nutzlosigkeit hom\u00f6opathischer Pr\u00e4parate aufmerksam zu machen\u201c. Die politische Aktion versteht sich als Teil der internationalen 10:23-Kampagne, die von Mitgliedern der \u201eSkeptiker\u201c-Bewegung in Gro\u00dfbritannien entwickelt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[35,42,26],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1521"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1521"}],"version-history":[{"count":228,"href":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1521\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1747,"href":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1521\/revisions\/1747"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1521"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1521"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dzvhae-homoeopathie-blog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1521"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}